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Veröffentlicht am 11.03.2025

Ein wenig zu happy, aber mega cozy!

Bookish Belles – Liebe hat tausend Seiten
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Schreibstil:
Den Schreibstil von Kelly Moran fand ich total angenehm zu lesen. Sie hat es sehr schön geschafft, die Atmosphäre der Stadt und der Menschen aufzufangen und an uns heranzutragen. Dazu nutzte ...

Schreibstil:
Den Schreibstil von Kelly Moran fand ich total angenehm zu lesen. Sie hat es sehr schön geschafft, die Atmosphäre der Stadt und der Menschen aufzufangen und an uns heranzutragen. Dazu nutzte sie viele Beschreibungen und ließ sich Zeit, jede Situation irgendwie liebevoll zu gestalten und zu beschreiben. Anfangs wirken diese Beschreibungen und Erklärungen vielleicht leicht zäh, da man eigentlich gerne möchte, dass etwas passiert und es endlich losgeht. Sobald dann aber der Grundstock für den Vibe und das Setting gelegt ist, konnte ich es voll genießen. Besonders die eingefügten Südstaatenweisheiten haben einen ganz besonderen Vibe mit reingebracht!

Zur Geschichte allgemein:
Die Idee hinter den Bookish Belles fand ich total super: Drei Mädels, die sich um ein Vermächtnis kümmern, dass sie zusammenbringt und jede Menge andere Menschen bezaubert. I mean, wer von uns Leseratten hätte nicht gerne eine eigene Bibliothek? Los geht’s in diesem Buch mit Rebecca, die nach langer Abwesenheit zurück nach Valentine kommt, weil ihre Grams gestorben ist. Nun muss sie sich ein neues Leben aufbauen. Aber will sie das wirklich? Genau dort Valentine, Georgia? Das Besondere an Rebecca ist, dass sie eine Krankheit hat, mit der sie wirklich sehr offen umgeht, obwohl die nicht ohne ist. Und gleichzeitig hat sie ziemlich was durchgemacht in den letzten Jahren und muss jetzt erstmal wieder Selbstbewusstsein tanken.

Grundsätzlich mochte ich sie sehr gerne. Sie ist äußerst liebevoll, verständnisvoll und reflektiert. Vielleicht war sie mir aber ein klein wenig zu perfekt. Ja, wir lesen hier ein Buch, dass hauptsächlich von seinen happy Vibes und dem cozy Setting lebt. Aber ein wenig mehr Auseinandersetzung mit ihrer Vergangenheit und dem, was sie mit ihrem jetzigen Leben anstellen will, hätte ich mir schon gewünscht. Stattdessen ergibt sich in Valentine alles einfach ganz traumhaft für sie.

Dazu passt Graham perfekt. Anfangs wirkt es erst noch so, als würde er für etwas Aufruhr in dem kleinen Ort sorgen, aber das hat sich sehr schnell ergeben. Stattdessen ist er ein wahrer Schatz und Rebecca und er werden schnell zu einem super Team. Was ich daran etwas schade fand, war, dass die beiden nie unterschiedlicher Meinung sind und auch nicht so wirklich miteinander über ihre Zukunftspläne reden. Mir fehlte da einfach die Reibungsfläche um so richtig echte Emotionen heraufbeschwören zu können.
So haben die beiden sich zwar auch gefunden und waren super süß zusammen (ich habe es besonders geliebt, dass die beiden dem jeweils anderen auch den Erfolg gönnen und den anderen wertschätzen), aber es wirkte durchweg wie die Zeit mit der rosaroten Brille auf der Nase.
Dort, wo es hätte schwierig werden zu können, entsteht erst sehr spät ein Konflikt, der dann auch nicht wirklich einer ist. Einerseits gut, denn ich mag es, wenn das Drama nicht so übertrieben ist und die Figuren auch einfach mal miteinander reden. Andererseits fehlte dadurch auch hier noch wieder die Substanz.
In diesem Abschnitt, in dem man auf den Konflikt wartete, zog sich die Story ein wenig, denn eigentlich war es schon recht früh sehr happy. Da fehlte ein wenig Spannung für mich.

Was ich ebenfalls etwas schade fand war, dass die Bibliothek und die Bookish Belles gar nicht soo viel Platz bekamen, da Rebecca sich vornehmlich auf die Zeitung konzentriert. Da hätte für mich ruhig noch ein Sleepover in dem alten Gebäude dazukommen können.

Jetzt habe ich viel gemeckert, aber vielleicht auch, weil ich persönlich nicht ganz so viel damit anfangen kann, wenn es zu happy ist. Vielleicht ist das aber für euch genau das Richtige. Und dann werdet ihr voll auf eure Kosten kommen. Denn: Das Setting ist ultra schön beschrieben und kann sogar mit einer mythischen Vergangenheit aufwarten, die Bookish Belles (Rebecca, Dorothy & Scarlett) sind sehr sympathisch und die Idee dahinter ist an sich schon cozy, ist aber nochmal extra schön, weil die drei Freundinnen von den Einwohner:innen von Valentine ebenfalls unterstützt werden. Dann die Thematik mit der Zeitung, um die sich Rebeccas und Grahams Leben dreht fand ich ebenfalls ganz cool. So viel Fortschritt und liebevolle Details wachsen zu sehen, war mega schön.

Fazit:
Für mich ein schöner Auftakt für eine Reihe, die sich dem cozy Setting und vielen Glücksgefühlen und guten Vibes verschrieben hat. Die Figuren sind alle sehr sympathisch, der Ort liebevoll beschrieben und die Handlung läuft ohne große Dramatik ab. Allerdings auch ohne großartige Reibungspunkte oder Auseinandersetzungen (gedanklich). Dadurch blieb es mir persönlich etwas zu flach und teilweise auch etwas langatmig. Wer allerdings ein Buch sucht, dass einfach happy ist und sich in dem schönen Ort Valentine verlieren möchte, ist hiermit sehr gut bedient!

3 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 30.01.2025

Charakterentwicklung konnte mich nicht ganz überzeugen

Turning Back to You (»Back to You«-Reihe 4)
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Siouxvor ein paar Sekunden
Der Schreibstil:
Die Autorin hat es sehr schön geschafft, tiefe Emotionen vor uns auszubreiten und auf die Nuancen der Gefühle ihrer Protagonisten einzugehen. Zudem fand ich, ...


Siouxvor ein paar Sekunden
Der Schreibstil:
Die Autorin hat es sehr schön geschafft, tiefe Emotionen vor uns auszubreiten und auf die Nuancen der Gefühle ihrer Protagonisten einzugehen. Zudem fand ich, dass es schön war, wie sie die Location beschrieb. Man fühlte sich, als sei man direkt dort. Teilweise wurde es mir nur etwas zu ausufernd. Zu viele Worte für etwas, was man eigentlich kürzer ausdrücken könnte. Dadurch bekam das Buch für mich zusätzlich ein paar Längen.

Zur Geschichte allgemein:
Der Einstieg in die Geschichte geschieht sehr sanft, quasi mit einer längeren Einleitung. Wir lernen Mason und Laura kennen, aber auch nur so halb. Denn alles, was sie detaillierter betrifft, wie ihre aktuellen Gefühle oder ihre Vergangenheit, wird nur angedeutet. Das erzeugt im ersten Moment natürlich Spannung, die wir Leser:innen mit dem Weiterlesen befriedigen wollen. Das Trope Sport Romance ist aber sofort merklich spürbar – also Fans, aufgepasst! Mason dagegen konnte ich nicht so richtig als „Rockstar“ bzw. DJ. zu fassen kriegen. Dafür fehlte mir einfach der Vibe. Es kam nicht so richtig durch, was diese Popularität für ihn bedeutet und wie seine Fans ihn sehen. Stattdessen lag der Fokus eher darauf, dass er mal eine Pause nehmen sollte.

Und damit ist man auch schon bei den Grundzügen des Buches. Beide Figuren werden uns am Anfang nur sehr blass präsentiert. Mason ist ein verschlossener Workaholic, der in der Vergangenheit etwas Tragisches erlebt haben muss. Laura ist ein Adrenalinjunkie auf Skiern, ebenfalls sehr verschlossen und hat noch dazu Schmerzen, die sie aber nicht näher erklärt. Auch sie hat in der Vergangenheit etwas erlebt, das sie nicht erzählen will und ziemlich schnell wird klar, dass es da eine Verbindung zwischen den beiden gibt. Und ebenfalls wird klar, dass es beiden nicht ganz so gut geht.

Der folgende Handlungsablauf ist ein Auf und Ab. Teilweise spannend, weil immer mehr der Vergangenheit offen gelegt wird, teilweise aber auch etwas lang, weil sich Wiederholungen einschleichen und die Figuren oft in alte Verhaltensweisen zurückverfallen. So findet lange Zeit keine wirkliche Entwicklung statt. Mason hat mir da im Vergleich noch besser gefallen. Bei ihm sah man das Bemühen und das Einsehen und er war bereit, an sich zu arbeiten, während man Laura lange Zeit fast gar nicht verstand und sie sich dann eher plötzlich änderte. Das war auf gewisse Art nicht gerade nachvollziehbar und hat mir über Stellen hinweg etwas den Spaß an der Geschichte genommen. Ein Grundproblem dessen ist glaube ich, dass sich beide sehr auf der Vergangenheit ausruhen, von der wir Leser:innen aber die meiste Zeit nichts wissen. Dadurch ist es natürlich schwer nachvollziehbar, warum das so ein großes Ding ist. Lichtblick sind dennoch die anfänglichen Memories, in denen man die Verbindung zwischen Laura und Mason spürt. Aber auch da gilt: Es wird sich drauf ausgeruht. Denn die Gefühle scheinen gesetzt und man bekommt nicht so richtig die Gefühle zu fassen.

Was ich schön fand: In diesem Buch geht es viel um körperliche UND mentale Gesundheit und die Unterschiede dazwischen. Bei beiden Figuren bekommt man das mit und das bringt eine schöne Tiefe und Vielschichtigkeit in die Charaktere. Das habe ich so schön noch nicht so oft gelesen.

Das Tollste für mich an dem Buch waren auf jeden Fall die Freund:innen der beiden. Sie sind super interessant, charakterlich gut voneinander unterscheidbar, haben ihre eigene Geschichte und bekommen viel Platz in dieser Story. Ich habe sie alle lieben gelernt und möchte gerne auch ihre Geschichten lesen. Bezogen auf Mason und Laura würde ich aber sagen, dass sie schon fast zu viel Raum hier einnehmen. Ein wenig mehr Fokus auf die Hauptprotagonisten wäre wahrscheinlich gar nicht schlecht gewesen.

Fazit:
Das Buch hatte definitiv seine Stärken – allen voran der atmosphärische Schreibstil und die tiefgehenden Themen rund um mentale und körperliche Gesundheit. Besonders die Nebencharaktere konnten mich überzeugen, da sie lebendig und vielschichtig dargestellt wurden. Allerdings hatte die Geschichte für mich auch einige Schwächen. Die Hauptfiguren blieben lange blass, ihre Entwicklung war nicht immer nachvollziehbar, und die Handlung zog sich stellenweise durch Wiederholungen in die Länge. Zudem fehlte mir bei Mason der echte Rockstar-Vibe, der ihn als DJ hätte greifbarer machen können. Insgesamt eine solide Geschichte mit berührenden Momenten.

3 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 28.11.2024

Etwas emotionslos, aber im Kern gut

Immortal Longings
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Dies ist der erste Band einer zusammenhängenden Dilogie. Haltet euch also unbedingt an die Reihenfolge!

Schreibstil:
Egal, was man von der Geschichte halten mag, der Schreibstil ist meiner Meinung nach ...

Dies ist der erste Band einer zusammenhängenden Dilogie. Haltet euch also unbedingt an die Reihenfolge!

Schreibstil:
Egal, was man von der Geschichte halten mag, der Schreibstil ist meiner Meinung nach einwandfrei. Ich konnte der Story super folgen und fand, es war genau die richtige Portion an „neuen“ Begriffen, um die Welt spannend und interessant zu machen. Die POV-Wechsel verliefen nicht unbedingt voraussehbar, was ich sehr gut fand, da sie an die Situationen angepasst waren und dann auch entsprechend passend neue Sichtweisen reinbrachten, die die Story nochmal spannender machten.

Zur Geschichte allgemein:
Der Einstieg ins Buch fiel mir gar nicht mal so leicht. Es sind gleich POVs, in die man sich einlesen muss. Einmal Calla, die ehemalige Prinzessin des Landes, die auf ihrer ganz eigenen Mission fernab von allen durch die Stadt streift. Dann Anton, ebenfalls Einzelgänger und ehemaliger Angehöriger des Hofes, und zuletzt August, der derzeitige Kronprinz, dessen Position aber eigentlich nur symbolisch zu verstehen ist.
Was alle gemein haben: Sie sind auf Rache aus bzw. wollen einen Umsturz herbei zwingen.

Ich musste mich in alle drei gleichermaßen erstmal einfinden. Sie halten alle ihre Vergangenheit vor uns zunächst geheim, weshalb sich alles im Moment abspielt. Das trägt zwar zur Dynamik bei, hatte aber auch zur Folge, dass die Charaktere teilweise etwas kühl rüberkamen und man ziemlich brauchte, um mit ihnen warm zu werden. Gerade bei Calla hatte ich da große Probleme, denn von ihr erfährt man gleich zu Anfang etwas, was man sehr lange Zeit hinweg überhaupt nicht mit der gegenwärtigen Calla überein bringen kann. Stattdessen versucht man ihr zu folgen und ihre Persönlichkeit zu durchdringen.

Was diese große Distanz zu den Figuren natürlich steigert, ist die Spannung, denn man kann nicht wirklich vorausahnen, was die Figuren im nächsten Moment tun werden. Teilweise ging es sogar so weit, dass ich mir nicht sicher war, ob ich den Erzählungen überhaupt glauben durfte. Anfangs fand ich das so noch ganz spannend, mit der Zeit aber hätte ich mir schon einen tieferen Zugang zu den Figuren gewünscht. Gerade, weil das Mitfiebern und die teilweise sehr gefährlichen Ereignisse drum herum dann noch aufregender gewesen wären.

Der Kerninhalt dieses Buches ist ein Wettbewerb, bei dem es darum geht, alle anderen zu töten und als Letzter oder Letzte übrig zu bleiben. Ein gern genommenes Element in Büchern und spätestens seit Panem bei mir auch ein sehr gern gelesenes. Mir hat es hier aber ein ganz klein wenig zu lange gedauert, bis man so richtig verstanden hat, wie das Spiel überhaupt funktioniert. Es hat seine Tücken und ist definitiv gut ausgearbeitet, aber bis ungefähr zur Mitte des Buches bekommt man davon gar nicht so viel mit, sondern wundert sich nur über das sinnlose Töten. Ich weiß, man möchte nie zu viel Drama, aber ein wenig mehr Drama hätte dieser Handlung tatsächlich auf diesem Wege ganz gut getan. Erst als man die verschiedenen Ebenen, die Hintergründe und die verschiedenen Akteure im Hintergrund besser kennenlernte, wurde es so richtig spannend und konnte mich auch berühren.

Neben diesem Spiel geht es aber auch um die eigentliche Mission aller Figuren: den König zu töten. Und auch da fehlte mir manchmal der Grund für diese Motivation. Das kam erst viel später und konnte mich dann aufgrund der Gefühlskälte in dem Buch auch nicht ganz überzeugen. Durch die fehlenden Emotionen, u.a. auch ausgeschriebenen Hass usw. konnte ich einfach nicht so gut nachempfinden, wieso dieser König nun so schlimm sein sollte.
Gleichzeitig kommen auf dieser Ebene immer mehr Faktoren zusammen, die recht undurchschaubar die Handlung nochmal auflockern. Plötzlich steht alles in Frage: Die Magie in dieser Welt, die Weltaufstellung an sich, alle Personen und ihre Funktionen. Ich glaube das ist auch etwas, was mir sehr gut an der Geschichte gefallen hat: das immer weiter entdecken. Erst zum Ende hin hatte man das Gefühl, dass man jetzt langsam so richtig drin ist, weshalb es sich wahrscheinlich auch erstmal so stockig gelesen hat. Von Band 2 erwarte ich mir also noch so einiges.

Aber jetzt zurück zu dem, was hier sonst noch so passiert. Auch wenn es drei Figuren sind, aus deren Sicht erzählt wird, war die eigentliche Hauptprotagonistin für mich Calla. Und die macht hier eine gewaltige Entwicklung durch. Anfangs ist sie kaum sie selbst. Sie hat gelernt zu sein, wie sie ist. Hat sich angepasst oder eben auch nicht und ihre Mission steht ihr klar vor Augen, ohne, dass sie sie überhaupt hinterfragen könnte, weil ihr Willen so sehr darauf fokussiert ist. Nach und nach taut das etwas auf. Sie wird mehr und mehr zu jemandem, den man als sie selbst bezeichnen könnte. Das geschieht super langsam und auch eher stockend. Manchen ist es vielleicht zu langsam, ich aber mochte es so, weil ich richtig miterleben konnte, wie sie eben nicht denkt, wie normale Menschen denken würden. Sondern eben so, wie sie es sich antrainiert hat. Aus diesem Muster auszubrechen fällt ihr schwer und das merkt man auch.

Mit Callas charakterlichen Entwicklung geht die mini Liebesgeschichte einher, die die Handlung ebenfalls bietet. Anfangs ist eigentlich recht schnell klar, wen es betreffen wird. Dennoch war diesbezüglich für mich ebenfalls nichts vorhersehbar. Durch Callas viele Abwehrmechanismen hat Anton es keineswegs leicht und die beiden sind Teil des Spiels um Leben und Tod, in dem nur einer gewinnen kann. Worauf es hinausläuft, ist also durchgehend klar. Und trotzdem schafft es die Autorin, einen mit dem Ende noch zu schockieren und neugierig auf den nächsten Band zu machen. Denn es wurde neu gewürfelt und alle Türen stehen offen.

Fazit:
Für mich hatte das Buch ein paar Schwachstellen. So zum Beispiel im Aufbau – es dauerte, bis man richtig drin war, weil vieles lange Zeit nicht erklärt wurde – und in den Emotionen – es war teilweise etwas kalt geschrieben, weshalb ein bisschen Dramatik verloren ging, die nicht geschadet hätte. Die Lovestory fand ich ganz gut. Manchmal ist weniger tatsächlich mehr. Auch die Story war sehr interessant und wurde immer vielschichtiger und die Spiele waren nochmal wieder was ganz anderes. Ich denke, der zweite Band kann hier, wenn es gut gemacht ist, nochmal richtig was reißen.

3,5 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 06.10.2024

Letztlich fehlten ein paar Seiten

Don’t Fall for the Single Dad
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Ich bin super gut und schnell in die Geschichte eingestiegen. Charlotte lässt so ziemlich gar nichts anbrennen und entpuppt sich schnell als Frau, die sich holt, was sie will. Das war aber nicht immer ...

Ich bin super gut und schnell in die Geschichte eingestiegen. Charlotte lässt so ziemlich gar nichts anbrennen und entpuppt sich schnell als Frau, die sich holt, was sie will. Das war aber nicht immer so, was die Rückblicke in ihre und Garretts Vergangenheit bewiesen. Durch diese bekam die Geschichte eine Vielschichtigkeit und die Gefühle der beiden zueinander gewannen an Tiefe.
Dort, wo es anfangs ziemlich flott vorwärts geht und sich amüsante wie humorvolle, aber auch ernste Szenen aneinanderschmiegen, macht die Storyline ab der Hälfte circa einen Cut und dieser hängt mit der Entwicklung der Protagonisten zusammen.

Dort wo Charlotte forsch ist, ist Garrett zurückhaltend. Für ihn steht viel auf dem Spiel: Charlotte ist die Schwester seines besten Freundes und er hat eine Tochter und eine traurige Vergangenheit, die ihn immer noch beschäftigt. So wird aus einer heißen Bettgeschichte bei den beiden schnell etwas Tiefergehendes, denn mit diesen Dingen im Gepäck, ist nichts einfach einfach. Garrett und Charlotte müssen sich mit ihren Gefühlen füreinander und sich selbst gegenüber erkunden. Sie machen jeder für sich eine beeindruckende Entwicklung durch, in der sie ihre Zukunft für sich herausstellen. Was möchte ich? Was ist mir wichtig? Wo sind meine Baustellen? Das wird wirklich gut gemacht und fügt sich perfekt in die Lebenssituation von Garrett ein, in die Charlotte Einzug nimmt.

Drumherum geht es um Trauerbewältigung, die Erziehung einer Pubertierenden und die Frage danach, was man sich selbst erlaubt und was nicht. Ich fand, dass die Geschichte dies auf gute Art und Weise aufgriff und anhand beider Protagonisten bezüglich der verschiedenen Themen in Kurzversion gut die Problematik und Entwicklung darstellte. Da ist dann aber auch schon der Knackpunkt der Geschichte für mich. Zwar waren die Ansätze alle da und es war im Grunde genommen letztlich auch eine runde Sache, aber man merkte schnell, dass die Story zu kurz ist. Ich habe auf dem Kindle gelesen und mich irgendwann gewundert, dass ich so schnell mit den Prozenten vorankomme. Und das vor allem, weil ich überrascht davon war, wie plötzlich Charlotte und Garrett die Rollen tauschen bzw. Entwicklungssprünge tun. Quasi von einem auf den anderen Moment geht es von 0 auf 100 bzw. andersherum.
Dazu kam, dass ich Charlotte manchmal als extrem aufdringlich empfand. Klar, sie ist eine, die voran prescht und sich holt, was sie will, aber das bedeutet für mich nicht, dass sie das Recht hat einen Mann zu bedrängen. Vor allem, wenn sie das andersherum auch nicht will. Das fand ich etwas komisch und hat mich verwirrt zurückgelassen. Ich denke, ein paar Seiten mehr hätten dem Buch da nicht geschadet, um hier die nötige Zeit für authentisch wirkende Annäherungen und später für eine langsame Entwicklung in realistischem Tempo zu erzählen. So wirkte es oft einfach ein wenig überdramatisiert und konnte mich emotional nicht so erreichen.

Fazit:
Für mich ein Buch, dass sich Zwischendurch sehr schnell weglesen lässt und gute Ansätze für Tiefe macht. Hier werden sehr gut Themen aufgegriffen und problematisiert, sodass die Protas beide eine tolle Entwicklung zeigen können. Für mich wirkte es manchmal etwas schnell und unauthentisch. Ich denke, da fehlen einfach ein paar Seiten. Ansonsten gefiel es mir aber.

3 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 24.09.2024

Sportsromance mit Schwachstellen

Heart Racing
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Der Schreibstil war schonmal total angenehm. Flüssig und leicht zu lesen, sodass ich gut in die Geschichte hineingekommen bin. Es wird abwechselnd aus den Perspektiven beider Protagonisten erzählt. Wechsel ...

Der Schreibstil war schonmal total angenehm. Flüssig und leicht zu lesen, sodass ich gut in die Geschichte hineingekommen bin. Es wird abwechselnd aus den Perspektiven beider Protagonisten erzählt. Wechsel finden auch innerhalb eines Kapitels statt, sodass man gleich zur entsprechenden Situation die Perspektive des anderen hatte. Das war auch logisch so, denn die Kapitel selbst gliedern sich nach den Rennen der Saison, in der die beiden im Rahmen der Formel 1 ihr Leben einteilen. Es geht von einem Rennen zum nächsten.

Ronja war mir gleich sympathisch. Sie ist unheimlich fleißig und schlau und hat große Träume. Dafür hat sie stets hart gekämpft und tut es auch jetzt noch. Sie stößt aber gleich auf ein Problem: Die (von der Autorin dargestellte) Sportumgebung Formel 1 ist sehr männlich dominiert und als Frau ist es nicht leicht, sich Gehör zu verschaffen. Ronja ist aber anfangs fest davon überzeugt, dies trotzdem zu schaffen. Das fand ich super. Die Geschichte hatte so eine recht aktuelle Thematik auf dieser Ebene (ich denke, es ist authentisch, denn ich kenne beispielsweise keine weiblichen Rennfahrerinnen in der Formel 1 und wüsste nichts von einer Männerklausel), die mir sehr gut gefallen hat. Dies wird noch durch die Figur Julie bekräftigt, die Rennfahrerin ist und sich mit Ronja anfreundet.
Authentisch dazu passend war das Verhalten der Männer in dem Rennstall. Man merkte die direkten und indirekten Seitenhiebe gegen Ronja deutlich und sie musste sich jeden Tag aufs Neue beweisen. Das fand ich super. Es war realistisch und zeigte ihren Kampfeswillen. Etwas schade war nur, dass sie irgendwann geradezu aufgibt. So konnte ich nicht unbedingt eine wesentliche Entwicklung hinsichtlich ihrer Stärke im Handlungsverlauf erkennen. Stattdessen ebnet sich irgendwann einfach nur ihr Weg.

Liam war von Anfang an sehr viel komplexer. Während man bei Ronja gleich wusste, wie sie vom Typ her ist, durchschaute, was ihre Ziele sind und sie in ihren Gedanken recht geradlinig und eindeutig war, war Liam das genaue Gegenteil. Er handelte oft unüberlegt, ließ sich von Gefühlen leiten, die er uns nicht direkt offenlegte und zeigte mehr als einmal eher stures und bockiges Verhalten, gleich eines Kindes, als das eines Erwachsenen. Trotzdem fand ich ihn von Anfang an sehr spannend, denn man merkte in den Passagen aus seiner POV, was für ein guter Kerl er eigentlich ist und dass er einfach nur ein Talent hatte, dies nicht so recht nach außen zu tragen. Seine Außenwirkung dagegen ist eine ganz andere. Das merkte man sofort an Ronja, aber auch an allen anderen Protagonisten. Ich mochte es, dass er so vielschichtig war, aber er ging mir auch des öfteren auf die Nerven. Ich fand es schwierig ihn zu verstehen, weil er super viel mit sich ausmachte, ohne es mit uns zu teilen. Es lag also nicht unbedingt an der Figur an sich, sondern vielmehr an der Art und Weise der Erzählung, dass er nicht richtig die Chance bekam, uns sein Verhalten begreifbar zu machen.

Und da kommen wir auch schon zu einem meiner größten Kritikpunkte: die Kapitelerzählweise. Zuerst fand ich es gar nicht so schlecht. Durch die Unterteilung in die Rennen schreitet die Geschichte anfangs flott vorwärts und wir bekommen natürlich viel von dem Sport mit, worum es einem bei der Wahl dieses Genres ja auch irgendwie geht. Das war also nicht schlecht. Was nicht ganz so gut war, war, dass die Kapitel oft den Handlungsfluss unterbrachen. Sie waren auf ihre wenigen Seiten beschränkt. Da musste dann ein komplettes Rennen reinpassen inkl. der Beschreibung der jeweiligen Jobs der beiden und dann noch dem Privatleben. Und das blieb einfach auf der Strecke. So gut wie nie passierte etwas außerhalb der Rennstrecke. Und wenn doch, dann wurden die Szenen schnell unterbrochen, bevor tiefe Gespräche oder dergleichen entstehen konnten. Zwar wurden diese Unterbrechungen dann erklärt, der Erzählfluss war nahtlos, aber am Ende merkte man doch deutlich, dass die Tiefe der Geschichte irgendwo verloren gegangen war. Die Protagonisten haben einfach keine Zeit bekommen, um etwas mal tiefgreifender auszudiskutieren oder nur zu durchdenken und es fehlten mir auch ein paar schöne Szenen, die die Lovestory irgendwie greifbarer gemacht hätten.

Dazu kam, dass es zwischen den beiden Protagonisten wirklich viel hin und her geht. Das fing gleich zu Anfang an, als die Handlung noch dem Trope Enemies to Lovers folgte. Immer, wenn es spannend wurde, war das Kapitel zu Ende. Das nächste Rennen, die nächste Diskussion, wieder verlief es ins Nichts. So ging es wirklich oft. Auch als die Liebesbeziehung der beiden dann voranschritt, ging es mir zu viel hin und her. Oft lag es nur daran, dass die beiden in der wenigen Zeit, die ihnen blieb, nicht wirklich aussprechen, was nötig gewesen wäre. Sie reden ohne zu reden. Und dadurch entstehen natürlich Unklarheiten, Missverständnisse und Gefühle kochen über. Kein Wunder also, dass der Wendepunkt dann durch ein vernünftiges Gespräch erfolgt, genauso wie der Weg hin zum Ende. Das hätte ich mir wirklich noch etwas fortschrittlicher gewünscht. Ich dachte eigentlich, das Kommunikationsproblem sei in dem Maße schon veraltet.

Sehr gut wurde dagegen der Sport beschrieben. Nicht nur die männliche Dominanz, sondern der Sport an sich. Ich persönlich wusste vorher nicht so ganz, was eine Renningenieurin eigentlich ist. Jetzt kann ich es mir vorstellen. Die Autorin hat die Fachwörter und den Ablauf in der Box meiner bescheidenen und unerfahrenen Meinung nach echt gut beschrieben, sodass man alles gut mitverfolgen und mitfiebern konnte. Wer also nach einer Sportsromance sucht, die ihren Sport auch mal richtig abbildet, der ist hier definitiv richtig!
Dazu kam noch, dass der, mit solch einem elitären Sport immer verbundene, Druck sehr gut rübergebracht wurde. Von allen Seiten her werden die Stimmen nach Punkten laut. Auf die Spitze treibt es Liams Vater, der so einigen Unmut bei den Protagonisten und auch bei mir auslöste. Er ist ein ständiger Unruhestifter, der die Beziehung zwischen Ronja und Liam ziemlich fordert und Liam letztlich dazu bewegt, sich zu entwickeln. Für die Handlung also eine sehr förderliche Person, nur mögen muss man ihn wirklich nicht.

Das Ende war dann recht einfach gehalten, denn das offensichtliche Problem zwischen beiden musste nur kurz behoben werden. Sieht man diesen Part im Verhältnis zu dem Hin und Her, dann ist es verschoben bzw. Einfach unverhältnismäßig. Da wäre mit etwas Tiefe noch mehr drin gewesen, gerade hinsichtlich Ronjas Position in dem Sport und Liams Entwicklung.

Fazit:
Ich würde das Buch so gerne besser bewerten, weil ich das Cover sehr mag und ich fand, dass der Sport hier echt gut beschrieben und dargestellt wurde, gerade hinsichtlich seiner veralteten Strukturen. Leider ließ der Romance-Teil noch einige Wünsche offen. Es war viel hin und her, die Probleme offenliegend und dennoch nicht erkannt. Das muss man über einen langen Zeitraum aushalten und ich denke, das ist nicht für jeden was. Dazu fehlt mir einfach Tiefe und Gefühl zwischen den beiden. Es war zu kurz beschrieben.

3 von 5 Sterne von mir.

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