Was tut ein Mörder, der in Rente geht?
Notizen eines KillersDer Roman spielt in Trier. Emelie eine geschiedene, alleinerziehende Mutter eines vierjährigen Sohns findet in einer ihrer kurzen Pausen ein gelbes Notizheft und beginnt darin zu lesen. Es handelt sich ...
Der Roman spielt in Trier. Emelie eine geschiedene, alleinerziehende Mutter eines vierjährigen Sohns findet in einer ihrer kurzen Pausen ein gelbes Notizheft und beginnt darin zu lesen. Es handelt sich um ein “Manuskript”. Das Manuskript eines Killers. Was steht da wohl drin? Lebt der Auftragsmörder noch und wer ist der Mörder? Das sind Fragen, die im Roman ‘Notizen eines Killers’ besprochen werden.
Mich hat das Cover angesprochen, ebenso gelb, wie das Notizheft, um welches es im Buch geht. Emelie sind eine moderne Frau und ich finde sie einerseits mutig, andererseits zum Teil auch naiv, vor allem im Laufe der Geschichte, wenn immer mehr Details auftauchen. Als Gegenspieler ist vorwiegend der Auftragsmörder. Er bekommt eigenen Kapitel in denen er in der Vergangenheit und Gegenwart erzählt. Es ist zum einen spannend, wie er an seine Morde kam, zum anderen auch etwas Gesellschaftskritik, was da reinspielt. Diesen Part fand ich doch sehr angenehm.
Übersieht man die Rechtschreibfehler, dann ist der Schreibstil gut. Es ist flüssig zu lesen, wenn man die Umgangssprache des Autors als Eigenmarke anerkennen kann. Kladde für Notizbuch ist zwar eigen, aber es hat was. Macht doch das eine oder andere Gedankenspiel der Protagonisten authentischer wirken. Es handelt sich um einen Krimi und von daher sehe ich von der Logik etwas ab. Die hat an manchen Stellen leider nicht gepasst.
Das Ende findet in verschiedenen Phasen statt und diese Schreibstil ist wirklich charmant, aber auch wenn es einen Abschluss gab. Naja, ich finde das Ende sehr schwach gelöst, vor allem weil man im Prolog schon gespoilert wird. Auch kommt am Ende noch eine Liebesbeziehung rein, DAS ist etwas, was in diesem Fall auch Sterne kosten. Es war vollkommen unsinnig und es hatte den Eindruck, als dass unbedingt noch eine Love-Story verflochten gehört.
Fazit:
Ein schnell gelesener Lokalkrimi. Die Idee hinter der Grundstory finde ich super. Man nimmt die Sicht des Mörders ein und fiebert auch mit ihn mit, was schon das eine oder andere schmunzeln hervorruft. Wenn man mit naja viel zu schnellen Enden, Logikfehler und auch Love-Story klarkommt, dann ist das Buch empfehlenswert. Für mich war es eine Lektüre, die gut war, aber kein wow hervorgerufen hat.