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Veröffentlicht am 11.09.2025

Drei Geschichten, ein Café – charmant, aber mit kleinen Schwächen

Die Tage im Café Torunka
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„Die Tage im Café Torunka“ ist mein erstes Buch von Satoshi Yagisawa, aber nicht mein erstes japanisches. Ich habe vor ein paar Jahren die Liebe zu dieser Art von Büchern gefunden und freue mich jedes ...

„Die Tage im Café Torunka“ ist mein erstes Buch von Satoshi Yagisawa, aber nicht mein erstes japanisches. Ich habe vor ein paar Jahren die Liebe zu dieser Art von Büchern gefunden und freue mich jedes Mal total, in diese ruhigen, nachdenklichen Geschichten einzutauchen.
So war es wirklich spannend, gleich drei verschiedene Geschichten in einem Buch zu lesen – das hat dem Ganzen viel Abwechslung gegeben. Bei der ersten Geschichte – muss ich allerdings zugeben – war ich ein bisschen enttäuscht. Ich hatte da irgendwie mehr erwartet. Die Erklärung von Chinatsu konnte ich zwar nachvollziehen, trotzdem wirkte diese kurze Geschichte auf mich etwas „fad“ und hat mich nicht so richtig gepackt. Der Klappentext und auch die Leseprobe haben mich da einfach etwas auf eine „falsche Fährte“ geführt.
Dennoch stecken in allen Geschichten schöne Lebensweisheiten, von denen ich mir natürlich auch einige notieren musste. Vor allem die Zitate von Ayako haben mir richtig gut gefallen.
Leider war die Übersetzung an einigen Stellen nicht ganz optimal, sodass ich öfter mal aus der Handlung rausgerissen wurde. Ich denke jedoch auch, dass es nicht leicht sein wird, ein japanisches Buch „gerecht“ ins Deutsche zu übersetzen. Mein Dozent meinte früher mal, man müsse Bücher in der Originalsprache lesen, sonst gehe zu viel verloren – und ja, ich wünschte mir wirklich, ich könnte Japanisch.
Ein weiterer kleiner Kritikpunkt: Zwar gab es zwischen den einzelnen Storys einige Verbindungen, aber wirklich zusammengeführt wurden sie nicht. Das fand ich sehr schade, denn so wirkte jede Geschichte zwar eigenständig interessant, aber das Gesamtwerk hat für mich nicht das volle Potenzial ausgeschöpft. Auch das Setting des Cafés wurde für mich leider nicht vollständig genutzt. Meiner Meinung nach hätte die Geschichte genauso gut in einem anderen Setting stattfinden können – hier wurde das Ambiente einfach zu wenig eingebunden, was ich sehr schade finde.
Nichtsdestotrotz war das Buch insgesamt angenehm und leicht zu lesen. Es eignet sich perfekt für Zwischendurch, wenn man etwas Kurzes und Nachdenkliches lesen möchte. Das wohl berühmtere Buch „Die Tage in der Buchhandlung Morisaki“ vom gleichnamigen Autor steht schon lange auf meiner Wunschliste und ich glaube, dass nun eine gute Gelegenheit gekommen ist, auch dieses einmal zu lesen. Vor allem, weil ich gespannt bin, ob mir dieses Buch vielleicht noch besser gefällt und mich vielleicht sogar mehr abholen kann.
Alles in allem ein nettes, ruhiges Buch, das ich trotz kleiner Schwächen gerne weiterempfehle – vor allem für alle, die kurz in eine „japanische“ Alltagswelt eintauchen möchten.

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Veröffentlicht am 19.07.2024

Ein Traum für zwischendurch

Seoulmates - Believe in Us
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Susan Lee nimmt uns auf eine kleine Liebesreise zwischen Elijah und Jessica mit, in die man einfach und schnell eintauchen kann.

Das Lesen des Buches ging fast wie von selbst; der Schreibstil von Susan ...

Susan Lee nimmt uns auf eine kleine Liebesreise zwischen Elijah und Jessica mit, in die man einfach und schnell eintauchen kann.

Das Lesen des Buches ging fast wie von selbst; der Schreibstil von Susan Lee ist einfach wunderbar locker und angenehm. Man findet sich auf Anhieb in der Story zu recht und versteht ohne Probleme um was es geht. Die beiden Protagonisten werden relativ schnell eingeführt und man kann sich - zumindest war das bei mir so - direkt in diese einfühlen und mit ihnen mit fiebern. Vor allem Jessica mit ihrem "Plappermodus" fand ich unheimlich sympathisch! Aber nicht nur das: so haben mich einige Szenen zum Schmunzeln gebracht und wieder andere zum traurigen Mitfühlen. Die Geschichte hält viel für einen bereit und ich bin froh, dass ich in diese eintauchen und mitverfolgen durfte. Die Story ist, obwohl sie sehr vorhersehbar ist, sehr toll, süß und romantisch und eignet sich perfekt für ein kurzes Abschalten im Alltag - genau das, was ich mir von dem Buch erhofft hatte.

Aber auch ich hätte mir ein paar mehr Details - gerade zum Ende hin - gewünscht. Um Spoiler zu vermeiden, gehe ich darauf nicht weiter ein - es sei jedoch so viel gesagt: das Ende ist vollkommen passend und löst alles auf, was aufzulösen wäre. Dennoch fehlt da einfach das gewisse Etwas und es bleiben einige wenige Fragen meinerseits offen. Es hätte auf jeden Fall noch Raum für mehr gegeben und ich hätte mir gewünscht, dass dieser auch vollkommen gefüllt worden wäre.

Dass man mit dem Buch kein Jahreshiglight erwarten kann, ist zwar schade, sollte aber keinesfalls vor einem Kauf und dem Lesen abschrecken. Mit dem zweiten Band von 'Seoulmates' erwartet einen eine wunderbare und süße Liebesromanze, die man ohne großes Grübeln, Nachdenken oder Hinterfragen zwischendurch lesen kann und auch sollte. Also das perfekte Buch für den See, den Strand oder einfach für den Garten oder den Balkon Zuhause.

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Veröffentlicht am 08.06.2025

Für Zwischendurch

Eine Nacht mit dir
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Eine süße Geschichte für zwischendurch, die mich gut unterhalten hat.

Die beiden Protagonisten - Ruby und Nic - waren sehr sympathisch, und ich mochte ihre Entwicklung. Allerdings hätten ein paar Wendungen ...

Eine süße Geschichte für zwischendurch, die mich gut unterhalten hat.

Die beiden Protagonisten - Ruby und Nic - waren sehr sympathisch, und ich mochte ihre Entwicklung. Allerdings hätten ein paar Wendungen etwas realistischer sein dürfen - manchmal ist so viel auf einmal passiert, dass ich es etwas zu abwegig und weit hergeholt fand. Die abwechselnde Kapiteleinteilung hat mich manchmal ein wenig verwirrt und ich musste nochmal nachgucken wer gerade "dran ist". Auch beim Spice hätte es gerne noch eine Schippe mehr sein können - auch wenn es nicht primär darum ging, hätte es mir dennoch gut gefallen.
Bei wenigen Stellen musste ich zwar schmunzeln aber im großen Ganzen hätte es gerne mehr Humor und aber auch mehr Romantik geben dürfen. Einige Gespräche zwischen Ruby und Nic waren dann doch sehr oberflächlich und alles andere als liebevoll - schade, denn da Potential war definitiv da!
Froh war ich über die Nebencharaktere - vor allem JP war super und hat die Story meiner Meinung nach aufgewertet.

Insgesamt jedoch ein nettes Buch, das man gut mal zwischendurch lesen kann. Wer also auf der Suche nach einer leichten Lektüre ist, die ein bisschen Romantik und Drama bietet, wird hier auf jeden Fall fündig.

Ein Zitat aus dem Buch soll auch meine Rezension abschließen, denn ich finde dieses ganz passend: Es ist erst vorbei, wenn es vorbei ist.

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Veröffentlicht am 06.02.2025

Konnte mich nicht ganz überzeugen

Vengeance (Academy of Dream Analysis 1)
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Ich bin sehr gerne in die Akademie der Träume und das Geschehen drumherum eingetaucht. Träume haben mich schon immer fasziniert und so konnte ich gar nicht anders, als mich von dieser Welt einnehmen zu ...

Ich bin sehr gerne in die Akademie der Träume und das Geschehen drumherum eingetaucht. Träume haben mich schon immer fasziniert und so konnte ich gar nicht anders, als mich von dieser Welt einnehmen zu lassen. So zog mich vor allem die düstere und magische nahezu geheimnisvolle Atmosphäre absolut in ihren Bann. So sehr, dass ich das Buch an einigen Stellen fast gar nicht aus der Hand legen wollte. Vor allem Oneiros von Winthers Tod und der geplante Rachefeldzug der Schwester Nemesis haben für mich für Spannung gesorgt, die bis zum Schluss aufrechterhalten wurde.
So klar und toll diese Welt jedoch (er)scheint, sieht das bei den Charakteren anders aus, denn mit diesen wurde ich irgendwie nicht warm. Der ständige Perspektivwechsel von Nemesis und Mercury war einerseits spannend, andererseits hat er aber auch teilweise gekünstelt gewirkt und viel weggenommen; so hat mir einfach Tiefgang gefehlt. Die einzelnen Charaktere blieben mir irgendwie fern, nicht ganz greifbar. Auch ihre Handlungen konnte ich nicht immer ganz nachvollziehen - so gingen mir Nemesis und Mercury an einigen Stellen echt auf den Senkel.
Leider wirkte auch die 'Enemies to Lovers" Lovestroy etwas hölzern auf mich - wahrscheinlich durch die fehlende Charaktertiefe; genau kann ich das aber nicht sagen.
Alles in allem hat mich das Buch dennoch bis zum Schluss gepackt und ich möchte wissen wie es weitergeht. Band 2 liegt auch schon bereit und ich lese nahtlos weiter - Mal sehen, ob dieser auch die Spannung so aufrechterhalten kann wie Band 1.

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Veröffentlicht am 06.02.2025

Hat mich nicht so abgeholt

Wolf
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Saša Stanišić behandelt in seinem Buch ein nicht nur wichtiges, sondern leider immer noch aktuelles Thema - Mobbing. Vor allem die Perspektive eines Außenstehenden auf Mobbing birgt hier eine Besonderheit. ...

Saša Stanišić behandelt in seinem Buch ein nicht nur wichtiges, sondern leider immer noch aktuelles Thema - Mobbing. Vor allem die Perspektive eines Außenstehenden auf Mobbing birgt hier eine Besonderheit. So ist Kemi - Stanišićs Hauptfigur - weder Täter noch Opfer. Man erfährt das Geschehen also aus der Sicht eines passiven Teilnehmers. Wie auch viele andere schaut Kemi weg, wenn Jörg wieder einmal gemobbt und schikaniert wird - er möchte schlichtweg nichts damit zu tun haben. Doch im Laufe der Handlung schaut Kemi immer genauer hin und analysiert nicht nur die anderen Kindern, sondern auch die Erwachsenen (die ebenfalls wegschauen). Und ganz nebenbei muss der Protagonist auch noch seine eigene Angst überwinden.

Eben dieser Weg zum Überwinden der eigenen Ängste, aber auch dem Einstehen für andere ist durchzogen von traurigen, aber auch humorvollen Passagen. So beschreibt im 6. Kapitel eine urwitzige Szene, in der Kemi mit Hirschen zusammen Fifa spielt und mit ihnen zusammen Erdbeeren mit Sahne isst. Er beschreibt aber auch die zahlreichen Schikanen und Piesackereien gegenüber Jörg. Vor allem aber die Sprache sticht bei 'Wolf' heraus. So werden vor allem Neologismen genutzt: gepuddingt, Wurzeln stolpern mich, andersiger. Letztes Wort verwendet Stanišić immer wieder als Beschreibung für Jörg. Für denjenigen, der anders ist als die anderen. So "anders", dass es einer Steigerung benötigt.

Stanišić versucht also mit Witz und vielen Neologismen dem Thema Mobbing einen anderen Blickwinkel, einen, auf den man sonst eher weniger achtet, zu geben. Nämlich den des passiven Beobachters.
Und obwohl ich immer mal wieder geschmunzelt oder mitfühlend dagesessen habe, konnte mich das Buch nicht vollends abholen. Irgendwas hat mir gefehlt. Irgendwas hat mir nicht gefallen. Vielleicht die Abstraktheit? Vielleicht das 'Nicht-Greifen-Können' der Charaktere? Vielleicht der 'Wolf', der einfach irgendwie nicht recht in das Geschehen passen wollte? Ich weiß es nicht.

Für mich leider kein lohnenswertes Buch. Und mit Blick auf die Zielgruppe: die Sprache und die doch teils versteckten Botschaften, die erst entziffert werden müssen, lassen das Buch meiner Meinung nach zu kompliziert und zu komplex für Kinder erscheinen. Sie werden (vermutlich) wohl auch die Witze kaum nachvollziehen können.

Ich sehe, was Stanišić mit seinem Buch erreichen wollte und finde den Grundgedanken (mutig sein, für andere einstehen und tolerant sein) unheimlich toll und wichtig. Leider kam dies für mich jedoch nicht so rüber, wie erhofft. Für jeden, der über ein etwas wirres und nicht eindeutiges Geschehen hinwegsehen kann, ist das eine tolle und einfühlsame Geschichte, die es wert ist gelesen zu werden.

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