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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.02.2025

Ein ergreifender Roman mit historischem Hintergrund

Hundert Wörter für Schnee
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Franzobel erzählt in diesem Buch die Geschichte des amerikanischen Abenteurers Robert Edwin Peary (1856-1920), einem Ingenieur und Polarforscher. Im Jahr 1897 verschleppt er sechs Inughuit auf einem Dampfschiff ...

Franzobel erzählt in diesem Buch die Geschichte des amerikanischen Abenteurers Robert Edwin Peary (1856-1920), einem Ingenieur und Polarforscher. Im Jahr 1897 verschleppt er sechs Inughuit auf einem Dampfschiff von Grönland nach New York, um sie auszustellen und zu präsentieren. Unter ihnen ist der 9-jährige Minik, der als einziger überleben wird. Sein tragisches Schicksal ist herzzerreißend. Er wird immer heimatlos bleiben und erst am Ende seines Lebens kann er endlich glücklich werden.
Doch es geht auch um die Ureinwohner, die Inughuit, die im Nordwesten der Insel leben. Um ihre Lebensart, ihren Glauben und ihre Traditionen. Und um ihren Überlebenskampf in dieser menschenfeindlichen Umgebung.
Durch diesen überaus spannenden Roman, der wahren Begebenheiten nachempfunden ist, führt der Autor mit einer lebendigen und flüssigen Schreibweise. Er hat die verschiedenen Charaktere lebensecht und detailliert in Szene gesetzt. Die historischen Fakten wurden akribisch recherchiert.
Ebenso hat mich sehr beeindruckt, dass am Ende der Lektüre beschrieben wird, wie sich das Leben der einzelnen Protagonisten weiterentwickelt hat.
Mich hat dieses Buch gefesselt und das Los von Minik schließlich zu Tränen gerührt. 5 Sterne und eine ganz klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 26.02.2025

Außergewöhnlich und packend

Internationale Zone
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Die Handlung dieses Romans beruht auf Berichten, die im Jahr 1950 in der österreichischen "Arbeiter-Zeitung" erschienen sind.
Wien ist von den Alliierten besetzt, wobei der 1. Bezirk zur interallierten ...

Die Handlung dieses Romans beruht auf Berichten, die im Jahr 1950 in der österreichischen "Arbeiter-Zeitung" erschienen sind.
Wien ist von den Alliierten besetzt, wobei der 1. Bezirk zur interallierten Zone wird. Jetzt, in der Nachkriegszeit, jagt die Unterwelt dem schnellen Geld nach. Sich mit den Besatzern gutzustellen, ist von gewaltigem Vorteil. Und so ist der Zigarettenschmuggel an der Tagesordnung. Aber auch Entführungen und Menschenraub im Auftrag der sowjetischen Besatzer sind keine Seltenheit. Der Leser begegnet dem durch Beziehungen vorzeitig aus der Haft entlassenen Tierarzt Boris Kostaff, der mit allen Mitteln versucht, sich ein neues Leben aufzubauen. Dabei schwenkt die Handlung in die Vergangenheit und berichtet von den Geschehen, die sich kurz vor seiner Verhaftung ereigneten und schließlich zu seiner Festnahme führten. Personen, ohne jeglichen Skrupel, haben ein breites Netz geknüpft, in dem sie sich letztendlich jedoch selber verfangen werden.
Erzählt wird aus unterschiedlichen Perspektiven, sodass ich eine breite Sichtweise erhielt. Es ist erschreckend, wie kaltblütig, rücksichtslos und unerbittlich doch Menschen sein können, die nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht sind.
Dieser außergewöhnliche und packende Roman von dem Autorenduo Milo Dor (1923-2005) und Reinhard Federmann (1923-1976) gibt Einblick in Ereignisse, die weithin unbekannt sind. Er hat mir fesselnde und unterhaltsame Lesestunden bereitet. 5 klare Sterne und eine absolute Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 12.02.2025

Eine berührende Familiengeschichte

Lindenblütenzeit
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Durch ihren Roman "Kornblumenzeit", der mich tief beeindruckt hatte, war mir die Autorin Simona Wernicke bereits bekannt. Deshalb freute ich mich auf ihr neues Buch. Und ich muss gestehen, sie hat mich ...

Durch ihren Roman "Kornblumenzeit", der mich tief beeindruckt hatte, war mir die Autorin Simona Wernicke bereits bekannt. Deshalb freute ich mich auf ihr neues Buch. Und ich muss gestehen, sie hat mich auch dieses Mal nicht enttäuscht.
Im Jahr 1928 verlässt die junge Clara ihre Familie in Kranitz, um in Berlin ihr eigenes Leben zu beginnen. Sie lernt Otto, einen gutaussehenden Friseur kennen und verliebt sich unsterblich in ihn. Nach ihrer Hochzeit machen sie sich mit einem eigenen Friseursalon in Kreuzberg selbständig. Doch die Weltwirtschaftskrise lässt sie scheitern. 1940 wird Otto zum Wehrdienst eingezogen. Jetzt muss Clara, inzwischen Mutter von zwei Kindern, alleine klarkommen. Der neue Friseursalon, die Kinder und der Haushalt müssen bewältigt werden. Doch dann fallen auf Berlin die Bomben und Clara bleibt nichts anderes übrig, als mit ihren Kindern aus Berlin zu fliehen.
Die Autorin versteht es, den Leser schon von Anfang an in das Geschehen eintauchen zu lassen und zu fesseln. So konnte ich mich schon ab den ersten Seiten in Clara hineinversetzen, sie verstehen und ihre Handlungen nachvollziehen. Es war absolut spannend, das Leben der Protagonistin von den 1920er Jahren bis hin in das Jahr 1952 zu verfolgen. Vielschichtig sind die relevanten Charaktere ausgearbeitet und angelegt. Die Handlung ist emotional und reich an Wendungen, jedoch an keiner Stelle kitschig oder unglaubwürdig. Simona Wernicke überzeugt durch einen flüssigen und mitreißenden Schreibstil und stellt das historische Setting lebhaft und nachvollziehbar dar. Auch wenn diese Geschichte fiktiv ist, knüpft sie doch an wahre Begebenheiten an.
Mir hat auch dieses Buch unterhaltsame und emotionale Lesestunden bereitet. Sehr gerne empfehle ich es weiter und vergebe 5 wohlverdiente Sterne.

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Veröffentlicht am 12.02.2025

Geht unter die Haut

Bis ans Meer
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Basierend auf wahren Begebenheiten, erzählt Peggy Patzsche die Geschichte ihrer Familie ab dem Anfang des 20. Jahrhunderts. Es ist die Geschichte ihrer Urgroßmutter Pauline, ihrer Mutter Frieda und deren ...

Basierend auf wahren Begebenheiten, erzählt Peggy Patzsche die Geschichte ihrer Familie ab dem Anfang des 20. Jahrhunderts. Es ist die Geschichte ihrer Urgroßmutter Pauline, ihrer Mutter Frieda und deren Tochter Erika.
Im Januar 1945 muss Frieda mit ihrer kleinen Tochter bei bitterster Kälte aus ihrem Heimatort Brieg in Schlesien vor der Roten Armee fliehen. Karl, ihr Mann, ist an der Front. Doch sie haben geschworen, sich nach dem Krieg wiederzufinden. Doch Frieda wird dafür einen sehr hohen Preis bezahlen müssen.
Jahrzehnte später begibt sich Friedas Enkelin auf Spurensuche und stößt auf eine Geschichte voller Dramatik.
Kurze Kapitel mit jeweils wechselnden Zeitsträngen geben der Handlung Spannung, die mit ihrem Fortschreiten immer mehr an Höhe gewinnt. Mit ihrer bildhaften Schreibweise ließ mich die Autorin sehr schnell in die Handlung eintauchen. Dabei hat mich ganz besonders das Schicksal der Hauptprotagonistin Frieda berührt. Wie sehr habe ich mit ihr mitgelitten, mitgebangt und mitgehofft. Und dabei auch so manche kleine Träne vergossen.
Die verschiedenen Charaktere sind eindrucksvoll und detailliert dargestellt. Unvorhersehbare Wendungen und Geschehen ließen mich diesen aufwühlenden Roman kaum aus der Hand legen. Denn schließlich musste ich ja wissen, wie sich die Story weiterentwickelt.
Dieser Debütroman der Autorin hat mir fesselnde und emotionale Lesestunden bereitet. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung. 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 12.02.2025

Eine Lebensgeschichte, ergreifend und dramatisch

Nur ein kurzer Sommer
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Inspiriert von den Aufzeichnungen ihres Vaters und den Schilderungen ihrer Mutter, hat Astrid Lehmann die Geschichte ihrer Großeltern und Eltern zu Papier gebracht.
Im Jahr 1940 wird die bretonische Küstenstadt ...

Inspiriert von den Aufzeichnungen ihres Vaters und den Schilderungen ihrer Mutter, hat Astrid Lehmann die Geschichte ihrer Großeltern und Eltern zu Papier gebracht.
Im Jahr 1940 wird die bretonische Küstenstadt Vannes von den Deutschen besetzt. Genau zu dieser Zeit liegt die junge Anne-Marie in den Wehen und es scheint, dass sie die Geburt nicht überleben wird. Da kommt ihr gerade noch rechtzeitig der Wehrmachtarzt Helmut zu Hilfe und rettet Mutter und Kind das Leben. Im Laufe des Sommers kommen sich Anne-Marie und Helmut näher.
Abgelegen auf einer Waldlichtung lebt der 6jährige Emil mit seinen Eltern auf einem Bauernhof im Schwarzwald. Hier ist der Krieg weit entfernt. Er hilft seiner Mutter auf dem Hof und steht seinem blinden Vater zur Seite.
Erzählt wird dieser fesselnde Roman aus der Perspektive der verschiedenen Protagonisten. Dadurch erhielt ich eine breite Sichtweise und konnte mich in die Handlungen und Gedankengänge sehr gut hineinversetzen, zumal die einzelnen Charaktere vielschichtig von der Autorin angelegt und ausgearbeitet wurden. Deren Schicksale sind sehr gut nachvollziehbar und ergreifend. Die Wendungen der Geschichte sind nicht vorhersehbar, wodurch die Spannung immer mehr steigt. Einmal angefangen, konnte ich mit dem Lesen nicht mehr aufhören. Ich habe das Buch auf einen Rutsch regelrecht verschlungen. Der Schreibstil ist flüssig und lässt sich sehr gut lesen. Die Kapitel sind relativ kurz, was mir auch sehr gut gefallen hat.
Freunden historischer Romane kann ich dieses Buch sehr empfehlen. Ich vergebe 5 von 5 Sternen und eine klare Leseempfehlung.

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