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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.02.2025

Weniger Zucker, genauso viel Genuss

Kinderfeste feiern
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Zuckerreduzierte Rezepte, die Kinder begeistern… Die Idee dieses Buches ist sehr gut. Nach einer ganzen Reihe kreativer und doch typisch kindbegeisternder Rezepte, wird dann im Anhang noch einmal Generelles ...


Zuckerreduzierte Rezepte, die Kinder begeistern… Die Idee dieses Buches ist sehr gut. Nach einer ganzen Reihe kreativer und doch typisch kindbegeisternder Rezepte, wird dann im Anhang noch einmal Generelles zur Zuckerreduzierung im Alltag mit Kindern erklärt.

Es sind sehr viele Backrezepte enthalten (das war auch meine Hoffnung) und noch ein paar für Snacks und herzhaftere Gerichte für den Kindergeburtstag.

In den Backrezepten wird der Zucker entweder reduziert oder durch Fruchtmus oder Honig bzw. Agavendicksaft ersetzt. Hin und wieder auch durch Xylit.

Es gibt darüber hinaus ein Rezept für Ketchup (dabei kann wirklich eine Menge Zucker eingespart werden!) und alle Ideen sind sehr kreativ und optisch ansprechend. Es gibt einen Gemüsezug, einen Legokuchen oder einen Dinokuchen. Die Ideen sind einfach umzusetzen und verzichten dabei z.B. auf Fondant (den mag ja eh niemand). Man könnte z.B. auch sein eigenes Lieblingsrezept nehmen, den Zucker reduzieren oder ersetzen und zu einem Legokuchen oder ähnliches gestalten. Im Buch sind noch ein paar Tipps dafür enthalten.

Ein schönes Buch, das ich weiterempfehlen kann. Es regt an, den Zuckerkonsum einzuschränken, ohne dabei auf den Spaß und Genuss zu verzichten.

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Veröffentlicht am 15.12.2024

Gemeinsam sind wir stark

Revolution der Verbundenheit
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„Dieses Buch macht sich auf die Suche nach starken und nährenden Frauenbeziehungen, nach Liebe und Freundschaft unter Frauen, nach politischer Schwesternschaft und Solidarität, nach emanzipatorischen Mutter-Tochter-Beziehungen ...

„Dieses Buch macht sich auf die Suche nach starken und nährenden Frauenbeziehungen, nach Liebe und Freundschaft unter Frauen, nach politischer Schwesternschaft und Solidarität, nach emanzipatorischen Mutter-Tochter-Beziehungen und weiblichen Familiengenealogien.“

Frauen werden im Patriarchat dahingehend sozialisiert, dass es immer nur eine geben kann. In der von Männern dominierten Welt sind nur wenige Plätze an der Spitze für Frauen vorhanden und die müssen durch Anpassung an männliche Ideale und Vorstellungen sowie einen unerbittlichen Konkurrenzkampf mit anderen Frauen errungen werden.

Hat eine Frau es dann geschafft, gilt sie als stutenbissig, zu männlich und machthungrig.

So richtig erfolgreich ist also auch die im Patriarchat erfolgreiche Frau nicht.

Richtige Erfolge in der Emanzipation können eigentlich nur errungen werden, wenn Frauen sich zusammentun. Wenn sie erkennen, dass sie viele sind - die Hälfte aller Menschen - und sich nicht isolieren und zu Konkurrentinnen machen lassen.

Franziska Schutzbach zeigt in ihrem Buch auf, wie solche Verbindungen aussehen können. Sie zeigt viele Beispiele aus der Vergangenheit und Gegenwart auf, in denen sich Frauen verbunden haben und dadurch viel stärker auftreten konnten und können.

Von so viel (weiblicher) Solidarität und den positiven Ergebnissen dieser Verbindungen zu lesen, macht Freude und Mut. Es sollte allen Frauen bewusst werden, wie viel stärker sie im Bunde mit anderen Frauen sind. Dass es nicht immer nur darum gehen sollte, welche Frau dem männlichen Blick am gerechtesten wird und von den Machthabenden auserwählt wird.

Ein wenig störend finde ich die Briefe, die die Kapitel einleiten. Die Sprache ist darin eine ganz andere, sie lesen sich fast auch zu intim. Man wird aus dem sonst sehr sachlich und theoretisch geschriebenen Text herausgerissen, deshalb habe ich sie irgendwann einfach übersprungen.

Ein wichtiges und mutmachendes Buch!

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Veröffentlicht am 04.11.2024

Für den jungen Leser und Minecraft-Fan

Creeper – bis es knallt! Für Fans von Minecraft
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Um die Schwarzpulvervorräte des Dorfes aufzufüllen, brechen Stefan, Anna und der liebenswerte Zombie Brokkoli auf ins Tal der Creeper und stellen sich den Gefahren dieses Abenteuers.

„Ich finde diesen ...

Um die Schwarzpulvervorräte des Dorfes aufzufüllen, brechen Stefan, Anna und der liebenswerte Zombie Brokkoli auf ins Tal der Creeper und stellen sich den Gefahren dieses Abenteuers.

„Ich finde diesen Comic toll, weil er sehr spannend ist und ich Minecraft cool finde. Außerdem finde ich es gut, dass Brokkoli ein lieber Zombie ist.“

Comics sind neben Sachbüchern die Bücher, die mein Sohn (8 Jahre) sich direkt schnappt und komplett selbstständig liest. Voraussetzung ist nur, dass das Thema ansprechend ist, und da Minecraft in seinem Freundeskreis gerade angesagt ist, ist das hier der Fall.

Ich finde es wichtig, dass man gerade Leseanfängern leicht zugängliche Geschichten und Bücher zur freien Auswahl anbietet. Comics sind da ein vielleicht immer noch unterschätztes Genre. Sie sind weniger textlastig und erzählen zu großen Teilen durch Bilder. Davon abgesehen, dass hier eine durchaus ästhetische Kunstform vorliegt, stellt das für den jungen Leser einen vereinfachten Zugang zur Geschichte dar. Das erhöht die Eigenmotivation und schenkt Erfolgserlebnisse. Und das weckt die Lust am Lesen.

Mir als Erwachsenen gefallen die Illustrationen dieses Comics, die die kastigen Figuren weicher und lebendiger darstellen als man es sonst sieht. Dennoch ist der Stil noch nah genug am Original, um auch dem Fan zu gefallen.

Ein schöner kleiner Comic für den geneigten Leser.

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Veröffentlicht am 13.08.2024

„Hällö!“

Spekulatius, der Weihnachtsdrache. Spekulatius und das Abenteuer im Herbstwald
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Matilda und Mats haben Projektwoche in der Schule und gemeinsam mit ihrer Lehrerin und anderen Schüler*innen begeben sie sich auf Waldexkursion. Leider stoßen sie sofort auf ein Problem, denn ein gewisser ...

Matilda und Mats haben Projektwoche in der Schule und gemeinsam mit ihrer Lehrerin und anderen Schüler*innen begeben sie sich auf Waldexkursion. Leider stoßen sie sofort auf ein Problem, denn ein gewisser Freiherr von Freysinn hat einen großen Teil des Waldes gekauft und will ihn umzäunen und zur Jagd nutzen.

Und obwohl es erst Herbst ist, bekommen sie plötzlich Besuch vom Weihnachtsdrachen Spekulatius. Gemeinsam mit Specki suchen die Kinder nach einer Lösung zur Rettung des Waldes und der Tiere.

Den Drachen Spekulatius hat mein Sohn in der Schule kennengelernt, wo sie an jedem Tag im Advent ein Kapitel aus einem der Weihnachtsabenteuer vorgelesen bekommen haben. Entsprechend vorfreudig ist er an diesen Band gegangen und wurde nicht enttäuscht.

Besonders gefällt ihm, dass Spekulatius in einer anderen Jahreszeit zu Besuch kommt und so ein bisschen Weihnachtsatmosphäre in. den Herbst bringt.

Auch der Sprachfehler des kleinen Drachen hat ihn wieder sehr amüsiert. Und ich als erwachsene Vorleserin bin dankbar, dass der Drache nicht all zu viel direkte Rede hat.

Ansonsten finde ich die Geschichte etwas zu langatmig und auch etwas langweilig. Es passiert so wenig. Auch für meinen Sohn hätte sie etwas kürzer und spannender erzählt sein können.

Wir haben uns trotzdem über Speckis Besuch im Herbst gefreut.

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Veröffentlicht am 03.07.2024

Nur noch Mutter

Tagebuch einer Mutter
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„Es ist der uralte Konflikt zwischen dem Druck gesellschaftlich notwendiger Reproduktionsarbeit und dem Drang nach individueller und künstlerischer Selbstverwirklichung, den uns die Autorin in Form eines ...

„Es ist der uralte Konflikt zwischen dem Druck gesellschaftlich notwendiger Reproduktionsarbeit und dem Drang nach individueller und künstlerischer Selbstverwirklichung, den uns die Autorin in Form eines fiktiven Tagebuchs nahebringen will, ein Konflikt, der sich durch den zeitgeschichtlichen Rahmen der Romanhandlung noch verschärft.“

Olivia Nordeck wird schon als junge Frau Witwe, als ihr Mann im Ersten Weltkrieg fällt. Vier Kinder muss sie nun alleine großziehen. Ohne Unterstützung und finanziell schlecht gestellt. Sie schlägt sich so durch’s Leben, jeder Tag ist geprägt vom langweiligen, zermürbenden Alltag einer Mutter in einer besonders schwierigen Zeit. Ihre eigenen Bedürfnisse stellt sie notgedrungen hintenan, es bleiben weder Zeit noch Kapazitäten dafür.

Olivia liebt ihre Kinder und akzeptiert ihr Schicksal. Nur manchmal blitzt ihre Sehnsucht auf. Manchmal sieht man die Persönlichkeit der Protagonisten, erkennt ihre Talente und Wünsche. Die meiste Zeit aber versteckt sich die echte Olivia notgedrungen ganz hinter ihrer Rolle als Mutter.

Ich empfinde Olivias Erzählton als sehr unangenehm. Sie ist so schicksalsergeben und tritt häufig mütterlich-naiv auf. Und dabei merkt man doch, dass so viel mehr in ihr steckt!

Das ist aber gleichzeitig das Herausragende an dieser Geschichte:

Wie sehr die Persönlichkeit der Frau in ihrem eigenen Tagebuch verschwinden kann und wie einnehmend also die ihr zugeschriebene gesellschaftliche Rolle ist, das wird beim Lesen dieser Geschichte erschreckend deutlich.

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