Erschütternde Lebensgeschichte
Die MeisterdiebinChristine Jaeggi entführt uns in ihrem Roman 'Die Meisterdiebin' in die Zeit des Nationalsozialismus, der nach der Machtergreifung der NSDAP in Deutschland auch in Österreich Einzug hielt. Angelehnt an ...
Christine Jaeggi entführt uns in ihrem Roman 'Die Meisterdiebin' in die Zeit des Nationalsozialismus, der nach der Machtergreifung der NSDAP in Deutschland auch in Österreich Einzug hielt. Angelehnt an die mit historischem Hintergrund ausgewiesene tatsächlich existierende Hoteldiebin Erika Böhm webt die Autorin eine fesselnde, unterhaltsame Geschichte um eine in der Schweiz im Exil lebende Jüdin, die um ihrer Abhängigkeit aus einer finanziellen Notlage zu entfliehen, aber auch aus Rachegefühlen gegenüber den Nazis und einer sich daraus entwickelnder Sucht wohlhabende Gäste, die in Luxushotels longierten, jahrelang ausraubte. In einem Nachwort von Lena Berger wird der historische Fakt näher beleuchtet und gibt der Geschichte einen besonderen nachhaltigen Touch.
Elise lebt mit ihren Eltern, ihre größeren Schwester Adele und ihrem Zwillingsbrüder Wolfi in Sumatra, wo der Vater eine Farm betreibt. Nach einem schrecklichen Unglückfall, den Wolfi mit seinem Leben bezahlt, kehrt Selma, die Mutter, mit ihren beiden Töchtern zurück nach Wien, um sich wieder ihrem Erbe, ein gewinnbringendes Warenhaus, zu widmen. Elise spürt die Ablehnung der Mutter, die sie für den Tod des Bruders verantwortlich macht. Als das Leben für die jüdische Bevölkerung in Wien immer bedrohlicher wird, ergreift Elise die Flucht in die Neutralität der Schweiz, nicht ohne selbst schmerzliche Verluste verkraften zu müssen, versucht ihrem Schicksal auf eine ihr eigene Art zu begegnen.
Einfühlsam mit viel Gespür für Authentizität erzählt die Autorin eine Geschichte, die berührt, erschüttert und gleichzeitig in Atem hält.