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Veröffentlicht am 03.04.2025

Magisches Abenteuer, das mir etwas zu schnell ging

Artemis – Abenteuer auf dem Meer der Wünsche
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Danke an Vorablesen und den Penguin JUNIOR Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon unabhängig.

Ab und an findet ein Middle Grade Buch den Weg in meine ...

Danke an Vorablesen und den Penguin JUNIOR Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon unabhängig.

Ab und an findet ein Middle Grade Buch den Weg in meine Hände. Ich bin z.B. ein großer Fan von der Reihe um die Duftapotheke oder Keeper of the Lost Cities. Fantasybücher für Kinder haben für mich einfach etwas nostalgisches, da es auch mein erstes Genre als junge Leserin war.

Bei diesem Buch hat mich das Cover fasziniert, mit dem Drachen und dem fliegenden Schiff. Umso gespannter war ich dann, als es in der Leseprobe erstmal nur um eine Art nachhaltiges Elite-Nachhilfe-Sommercamp geht – und von Magie keine Spur.

Und dann kommt es im Buch Schlag auf Schlag. Artemis geht abends alleine spazieren, sieht eine Strickleiter und landet auf einem magischen Schiff. Es wird wenig hinterfragt und gewundert; sie stürzt sich direkt in ein fantastisches Abenteuer.

Ich bin ehrlich: mich hat die Geschichte etwas überfordert. Und ich bin erwachsen, also deutlich älter als die gedachte Zielgruppe. Wir sind relativ schnell drin in einer Welt voller Magie, die nicht so ganz einfach zu verstehen ist, aber Artemis akzeptiert dies alles sehr schnell. Sie trifft viele andere Menschen, und dadurch, dass es schon im Internat eine Handvoll neue Charaktere gab, die dann gar keine Rolle mehr spielen, war mir das zu viel. Ja, es gibt viel Action und Artemis magische Kraft ist wirklich schön und besonders, aber im Verlaufe des Buches läuft fast alles glatt, es ist ein ständiges Hin und Her zwischen verschiedenen Seiten, und ich hätte mir etwas mehr Ruhe gewünscht, um tiefer in die Magie einzusteigen und Motive besser verstehen zu können. Auch den finalen Kampf fand ich etwas schwach umgesetzt, weil das, was passiert, um den Bösewicht zu besiegen, theoretisch schon die ganze Zeit hätte gemacht werden können und es keinen Grund gibt, dass es erst jetzt so kommen kann. Als Artemis die magische Welt wieder verlässt, ist mir der weitere Handlungsverlauf mit ihren Eltern und dem Internat auch zu unlogisch.

Das gesamte Ende des Buches hat mir wiederum gut gefallen, aber insgesamt hatte ich mir nach der Leseprobe mehr von dem Buch erhofft. Für einen relativ kurzen Einzelband war das ja auch ein echt ambitioniertes Worldbuilding mit der Wolkenmagie und dem Meer der Wünsche und den verschiedenen Schiffen. Mir persönlich ging da leider vieles zu schnell und ich weiß, dass ich sicher mehr hinterfrage als Kinder, aber ich kann mir trotzdem vorstellen, dass jüngere Leser*innen eventuell auch nicht so ganz mitkommen.

Ich lande insgesamt bei 3 Sternen, mochte ich doch das Grundkonzept und die Magie sehr gerne.

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Veröffentlicht am 16.02.2025

typische College-Sports-Romance zum Weglesen

You Are My Hurricane
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Danke an NetGalley und den Reverie Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.

Ich lese immer mal gerne Sports Romance, und die Story ...

Danke an NetGalley und den Reverie Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.

Ich lese immer mal gerne Sports Romance, und die Story hier klang echt süß. Ausschlaggebend war für mich aber auch, dass die Autorin aus Dortmund kommt, also die Region wo ich herkomme, und ich supporte gerne kreative Menschen aus meiner Heimat.

Worum geht es? Ganz grob gesagt geht es um Quarterback Carter und Team-Fotografin Maeve. Bei einem Spiel wird Maeve von Carter aus Versehen umgerannt und dabei wird ihre Kamera zerstört. Die beiden gehen dann einen Deal ein: Carter kümmert sich darum, Spenden für eine neue Kamera zu sammeln und Maeve soll dafür sorgen, dass es gute Fotos von ihm gibt, damit er bei der NFL auffällt.

„Aber manchmal braucht es einen Sturm, um alte Mauern einzureißen und etwas Neuem Platz zu machen.“

Ich bin ganz ehrlich: das Set Up der Story wirkt etwas löchrig. Und das mit der Kamera ist auch irgendwie ganz schnell geklärt, und wir haben hier viele Dating-am-College Szenen, die das amerikanische Studentenleben mit Partys und Verbindungen etwas stereotyp wiedergeben.

Ich hatte insgesamt auch das Gefühl, dass das Buch jünger ankommt, als es gedacht war. Die Atmosphäre hat mich eher an ein YA-Buch erinnert. Die Protagonistin Maeve wechselt in ihrem Verhalten grundlos von schüchtern zu schlagfertig, und wirkt nicht ganz so „rund“, wie man es von einer jungen Erwachsenen erwartet hätte. Zum Alter wird jetzt nicht wirklich explizit etwas gesagt, aber für den NFL-Draft muss man schon drei Jahre am College gewesen sein, und auch bei Maeve gibt es am Ende des Buches Hinweise darauf, dass sie quasi fertig mit dem College ist = irgendwas zwischen 20 und 22 Jahre alt.

Der Schreibstil, auch wenn er gut wegzulesen war, hat auch zu diesem jungen Vibe beigetragen: es wurde viel gehaut und gekichert, und einige Dialoge fand ich unrealistisch kitschig. Die intimen Szenen, von denen es ein paar gab, haben für mich auch nicht ganz reingepasst in das Bild der Geschichte, und ich persönlich hätte sie auch nicht gebraucht. Oder der Spitzname „Fotofee“… mir zu kindisch, bin ich ehrlich.

Was ich an dem Buch mochte, war tatsächlich der Protagonist Carter. Der wirkt anfangs wie eine absolute Red Flag, aggressiver Macho-Typ. Aber das wird nach einigen Kapiteln aufgelöst und er zeigt sich von einer ganz anderen Seite. Wir verstehen auch, warum er sich manchmal so seltsam verhält, da er mit seiner Familie ein gewisses Päckchen zu tragen hat – und dieses Thema fand ich wirklich sensibel aufgearbeitet.

Insgesamt war dieses Buch für mich eher so eine Story für zwischendurch, die irgendwie nicht so ganz der angedachten Altersgruppe gerecht wird. Als YA-Buch hätte ich der Geschichte vieles abgekauft, aber die Protagonisten scheinen Anfang 20 zu sein, und dafür hat es für mich nicht gepasst. Ich komme insgesamt auf 3 Sterne, aber kann mir trotzdem vorstellen, nochmal was von der Autorin zu lesen.

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Veröffentlicht am 10.02.2025

Die Bachelorette in Buchform

The True Love Experiment – Sie sucht im Fernsehen nach Mr Right, dabei steht er hinter der Kamera
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Danke an NetGalley und den everlove/Piper Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.

Nachdem ich The Soulmate Equation super gerne ...

Danke an NetGalley und den everlove/Piper Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.

Nachdem ich The Soulmate Equation super gerne mochte (so gerne, dass ich sogar eine Seminararbeit darüber geschrieben habe…), habe ich mich sehr auf die Fortsetzung mit altbekannten Gesichtern gefreut. Fizzy war ja schon damals super lustig, und ich dachte, dieses Buch kann dann ja nur gut werden!

Dieses Buch ist zwar unterhaltsam, aber längst nicht so besonders und innovativ wie sein Vorgänger. Also: wir haben hier ein cooles Konzept für eine Dating Show, die während „des normalen Lebens“ stattfindet. Hier werden die Singles also nicht isoliert, sondern man datet sich, aber arbeitet normal weiter und geht seinem Alltag nach – so, wie die Kennlernphase auch sonst ablaufen würde.

Die Männer, die Fizzy daten soll, sind alle nach gewissen Tropes und Typen gecastet, aber ich persönlich fand das gar nicht allzu stereotyp (innerhalb der Tropes) umgesetzt. Allerdings ist es einfach super langweilig, durch die ganzen Dates zu lesen, da wir von Anfang an wissen, dass Fizzy eigentlich auf den Producer Connor steht, und die Show nur wegen der Verträge und Connors Reputation durchzieht. Da hätte der Plot wirklich etwas mehr Pfiff und Wendungen gebrauchen können.

Das Buch bekommt aber eindeutig Pluspunkte für die Charaktere. Wir haben mit u.a. Fizzy eine echt starke Protagonistin, und dieses Buch bzw. die Dilogie zeigt die Positivbeispiele von Co-Parenting und alleinerziehenden Vätern. Außerdem haben wir hier richtig gute Beispiele für funktionierende Kommunikation zwischen Ex-Partnern, also eigentlich sehr gesunde Beziehungsvorbilder.

Ja, das Buch war insgesamt nett zu lesen, aber da hatte ich definitiv mehr Erwartungen an die Handlung… so komme ich auf insgesamt 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 16.12.2024

Hohe Erwartungen und gemischte Gefühle

Immortal Longings
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Danke an Lovelybooks, die mir im Rahmen einer Leserunde ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.

Welch Grausame Gnade der Autorin war 2022 eins meiner ...

Danke an Lovelybooks, die mir im Rahmen einer Leserunde ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.

Welch Grausame Gnade der Autorin war 2022 eins meiner Fantasy-Jahreshighlights und dementsprechend hoch waren meine Erwartungen an ihre neue Serie Immortal Longings. Die deutsche Ausgabe kommt auch noch wunderschön daher, mit dem schwarz-goldenen Cover der US-Ausgabe als Hardcover. Unter dem Schutzumschlag findet man die Zeichnung vom Cover mit Goldfolie eingeprägt, was sehr edel aussieht, und die Erstauflage kommt auch mit Farbschnitt daher (der mir persönlich einen Tacken zu gelb ist). Das Buch hat mit über 20€ in der Übersetzung schon einen stolzen Preis, aber ich war mir sehr sicher, dass es mir gefallen würde.

Leider konnte das Buch meinen Erwartungen nicht vollständig gerecht werden. Aber starten wir mit dem Positiven.
Der Untertitel von Band 1 – Ein Spiel auf Liebe und Tod – ist eindeutig Programm, da wir sehr schnell in die mörderischen Spiele eintauchen, die voller Gewalt sind. Der Schreibstil von Chloe Gong gefällt mir auch hier sehr gut, es ist düster und atmosphärisch, und besonders die vielen Actionszenen kann sie so realistisch beschreiben, dass ich es bildlich vor mir sehen konnte.

Das Worldbuilding in dem Buch fand ich ehrlich gesagt wenig gelungen. Es gibt kaum Erklärungen zu den Spielen oder der „Magie“ der Welt (Stichwort Springen), und aus dem Kontext heraus wurde das auch nicht unbedingt klar. Manche Dinge habe ich bis zum Ende nicht verstanden. Das ist sehr schade, weil ich die asiatisch-futuristisch-dystopische Welt an sich spannend fand, und es anscheinend auch angelegt an eine historische Begebenheit in einem Stadtteil von Hongkong war.

Die Charaktere sind für mich erst im letzten Drittel des Buches greifbar geworden, davor waren sie sehr blass für mich. Im Buch liest man abwechselnd aus den Perspektiven von Calla, Anton und Augustus, und vom Stil her haben die sich wenig unterschieden, sodass man echt gut gucken musste, um wen es grade ging. Besonders die Namen „Anton“ und „Augustus“ habe ich am Anfang oft verwechselt, als ich noch zu wenig über die zwei wusste, um die genau zuzuordnen zu können.

Die Liebesgeschichte – inspiriert von Shakespeares Tragödie Antonius und Cleopatra – war für mich kaum greifbar. Besonders die intime Szene zwischen den Protagonisten wirkte auf mich reingezwungen in die Geschichte, und hätte für mich nicht sein müssen.

„Tut’s weh?“ „Alles, was du machst, tut weh.“ „Dann tu mir auch weh.“

Was das Buch allerdings hatte war eine hohe Spannungskurve, die zusammen mit dem guten Schreibstil einen Sog auf mich ausgeübt hat, sodass ich das Buch kaum aus den Händen legen wollte. Besonders der Twist am Ende war unfassbar überraschend und nochmal düsterer, als alles was ich mir ausgemalt hatte. Ich gebe zu, dass ich das Kapitel zwei Mal lesen musste, um es genau zu verstehen, aber im Grunde war es genial.

Und genau deshalb kann mir vorstellen, noch den 2. Band zu lesen. Allerdings kostet der auf Deutsch 25€ und das Cover ist sehr lila-lila, während die englische Taschenbuchausgabe ein dunkelblau-lilanes Cover hat, was mich einerseits mehr anspricht und kostentechnisch mit um die 10€ für mich grade attraktiver klingt, wenn ich nicht sicher bin, ob mir das Buch gefallen wird.

Insgesamt bin ich für Immortal Longings bei einer Bewertung von 3 Sternen. Es ist ein Buch, das sein Potential bezüglich des Worldbuildings nicht ganz ausgeschöpft hat, und auch bei der Liebesgeschichte mich nicht umhauen konnte, aber gut geschrieben und spannend war. Trotzdem würde ich Welch Grausame Gnade eher weiterempfehlen als diese Reihe.

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Veröffentlicht am 28.10.2024

Potential nicht voll erfüllt

Dark Venice. Deep Water (Dark Venice 1)
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Ich habe das Buch eigentlich nur angefangen, weil meine Lieblingsreihe als Kind "Die fließende Königin" war, wo es um eine Merle geht, die in Venedig bei einem Spiegelmacher in die Lehre geht und dort ...

Ich habe das Buch eigentlich nur angefangen, weil meine Lieblingsreihe als Kind "Die fließende Königin" war, wo es um eine Merle geht, die in Venedig bei einem Spiegelmacher in die Lehre geht und dort lernt, dass es magische Spiegel gibt, durch die man gehen kann.
Dass es hier wieder um eine Namensvetterin von mir und meine Herzensstadt Venedig geht, ist ein lustiger Zufall, und da hören die Parallelen aber schon auf :D.

Hier geht es um das Thema Auslandssemester im Journalismus-Studium und Mitbewohner mit mysteriösen Geheimnissen. Das Filmfestival und das Restaurant waren zwei schöne Nebenhandlungen, die mir gut gefallen haben, und die Geschichte sehr lebendig haben wirken lassen. Allerdings hätte die Geschichte in wirklich jeder x beliebigen (italienischen) Stadt spielen können, da es kaum um Schauplätze von Venedig geht; nur das Theater und das Wasser spielen eine wichtige Rolle, aber wie gesagt das kriegt man auch in anderen Städten. Also da hatte ich mir irgendwie mehr erhofft.

Das Geheimnis aus Matteos Vergangenheit war doch sehr offensichtlich, und wurde mir zu lange hinausgezögert. Bei Merle geht es darum, dass sie auf den Spuren ihres Großvaters unterwegs ist, was mir an sich sehr gut gefallen hat. Allerdings wird der Handlungsstrang mittendrin abgewürgt - sie kommen halt nicht mehr weiter in der Suche - aber es wird dann auch nie wieder erwähnt??

Auch die Liebesgeschichte hat mich nicht allzu sehr überzeugt. Protagonist Matteo benimmt sich am Anfang total daneben ohne Erklärung, und dann kommt bei ihm ein Switch in seinem Verhalten, der wie aus dem Nichts kommt. Merles Anziehung zu ihm von Sekunde 1 an finde ich auch unrealistisch, und mich hat es irgendwie auch genervt, wie sie am Anfang, wo sie Matteo noch hasst, trotzdem alle fünf Sekunden über seinen Körper nachdenkt. Die sexy Szenen habe ich eigentlich auch ausnahmelos übersprungen...

Aktuell weiß ich gar nicht, ob ich den 2. Band lesen will. Eigentlich interessiert mich nur, ob die Sache mit Merles Großvater weiterverfolgt und aufgelöst wird. Der Rest des Buches war für mich (leider) nur ein durchschnittliches NA Romance Buch.

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