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Veröffentlicht am 26.01.2026

Von Müttern und Töchtern

Niemands Töchter
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Vielen Dank an Vorablesen und den Piper Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.

Niemands Töchter ist das Debüt von Judith Hoersch ...

Vielen Dank an Vorablesen und den Piper Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.

Niemands Töchter ist das Debüt von Judith Hoersch und im Januar 2026 erschienen. Parallel zu dem gebundenen Buch (mit wunderschönem Cover) ist auch das Hörbuch erschienen, welches die Autorin selber eingesprochen hat – da wäre ich auf jeden Fall gespannt, einmal reinzuhören, da ich Autor*innenlesungen oft sehr intensiv finde.

Das Buch beleuchtet über vier Jahrzehnte die Geschichte von vier Frauen: Alma, Isabell, Marie und Gabriele. Sie sind alle Töchter und (fast alle) Mütter, und auf die ein oder andere Art verbunden. Das Buch ist eher langsam erzählt und es dauert ca. bis zum ersten Drittel, bis die genauen Verknüpfungen zwischen den Perspektiven klarer werden. Es ist schon viel Lesen zwischen den Zeilen nötig, da es auch regelmäßige Zeitsprünge und Perspektivwechsel gibt. Man muss auch wirklich aufmerksam lesen und auf die Daten und Namen achten, weil es da auch auf Details ankommt.

Die zentralen Themen des Buches sind Muttersein und Mutterschaft sowie Fragen nach Identität. Gabriele und Marie sowie Alma und Isabell sind ähnlich alt und ihre Geschichten zeigen einige Parallelen auf, und gleichzeitig zeigt das Buch auch, wie unterschiedlich Lebensentwürfe sein können bei gleichalten Personen. Mehr dazu zu sagen, würde glaube ich spoilern.

Ansonsten fand ich, dass das Buch angenehm zu lesen war. Wobei die einzelnen Stimmen der Frauen sich nicht allzu doll unterschieden haben, sondern es alles eher ähnlich klang. Zudem würde ich das Buch als „leise“ bezeichnen. Es gibt nicht explizit eine vorantreibende „Handlung“ oder ein Ziel, auf das hingearbeitet wird – Die Frauen leben so vor sich hin und ihr Leben wird beschrieben, und es gibt wenig „große“ Krisen, die der Geschichte Schwung verleihen. Das heißt nicht, dass alles im Buch rosarot verläuft, es gibt auch traurige Stellen, aber insgesamt merkt man wenig Erschütterungen bei den Charakteren. Zum Ende hin (auf den letzten 80 Seiten) wird die Handlung es nochmal brisant, die Perspektiven kommen konkreter zusammen und es wird klar, warum das Buch so mit Zeitsprüngen erzählt wurde.

Gleichzeitig fand ich das Leseerlebnis etwas mühselig und nicht sonderlich lohnenswert, weil mich nichts überrascht oder besonders mitgerissen hat. Es ist einfach so vor sich hingeplätschert und ich hätte mir von der Story doch mehr erhofft.

Für ein Debüt möchte ich aber hervorheben, dass der Erzählstil wirklich schon vielversprechend ist, und ich von daher auch offen wäre, ein weiteres Buch der Autorin zu lesen, wenn es etwas mehr fesselnde Handlung gibt. Ich gebe insgesamt 3 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 03.11.2025

Zwischen Sportmedizin und zweiten Chancen

Falling for No. 89
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Danke an NetGalley und den LYX Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.

Band 1, My Idea of No. 14, hat mir im April unfassbar gut ...

Danke an NetGalley und den LYX Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.

Band 1, My Idea of No. 14, hat mir im April unfassbar gut gefallen. Ich mochte den Schreibstil, die süße Liebesgeschichte, die toughe Protagonistin Leah und den gut recherchierten und großen Sportanteil in dieser Sportsromance. Dementsprechend war mir klar, dass ich auch noch weitere Bücher von Alicia Sommer lesen wollte. So bin ich auch ohne große Vorkenntnisse über den Klappentext in die Geschichte gestartet, und wusste nur, dass die Protagonistin Shaila was mit Medizin macht und der Protagonist Kayce (logischerweise) bei den L.A. Vipers Football spielt.

Und während ich die erste Begegnung von Leah und Sam im 1. Band als richtig süßes Meet Cute empfunden habe, hat mir das erste Aufeinandertreffen der Protagonisten hier im Buch den Einstieg nicht ganz so leicht gemacht… körperliche Nähe und Tension, besitzübergreifender Protagonist. Ich hatte das Gefühl, was verpasst zu haben. Und ja, irgendwie haben wir alle einen Teil der Story (gewollt) verpasst, denn: das hier ist eine Art Second Chance Romance. Die beiden Protagonisten kennen sich aus Teenagerzeiten und auch wenn sie da nicht wirklich ein Paar waren, so gab es doch körperliche Nähe und geteilte Gefühle.

Ich bin ehrlich: ich mag Second Chance (oder Childhood Best Friends to Lovers) Bücher nicht so gerne. Ich habe da als Leserin wirklich die ganze Zeit das Gefühl, essentielles Wissen über die Beziehung der Charaktere verpasst zu haben, weil die halt schon so viel vorherige Geschichte haben. Genau diese Vibes habe ich anfangs verspürt und es hat gedauert, bis ich in die Story reingekommen bin.

Shaila lernen wir relativ schnell gut kennen, da es immer wieder Tagebucheinträge aus ihrer Vergangenheit gibt, die Stück für Stück Licht ins Dunkel zu ihrer Beziehung zu Kayce bringen sollen. Ihre Arbeit als „Praktikantin“ der Sportmedizin beim Team hat mir auch gut gefallen und dadurch wurde eine ganz andere Seite vom Sport beleuchtet. Ich glaube ich hatte auch noch nie etwas über dieses Berufsfeld gelesen und fand die Einblicke super spannend. Während wir bei No. 14 ganz viel auf dem Feld und beim Training unterwegs waren, geht es hier auch mehr in die Kabinen, Vor- und Nachuntersuchungen der Mannschaft – aber natürlich auch Unfälle auf dem Feld. Bei Kayce dauert es etwas länger bis man ihn kennen lernt, er ist sehr verschlossen und man ahnt nur, dass es vergangene Konflikte mit seiner Familie gab.

Ich muss auch sagen, dass mir die Charakterentwicklung der beiden sowie die „Enthüllungen“ über die Vergangenheit eher schwach und oberflächlich fand, sodass ich kaum eine emotionale Verbindung aufbauen konnte. Die Tagebucheinträge von Shaila z.B. waren in meinen Augen eher unglaubwürdig und gingen für mich in eine kindisch-obsessive Richtung, die ich sehr unpassend fand.

Am Ende komme ich bei dem Buch auf gute 3 Sterne. Die beiden Protagonisten und ihre Liebesgeschichte waren einfach nicht mein Fall – und der Sportteil mit dem spannende Zusatz der Sportmedizin (bin immer noch Fan von dem Thema!) kam mir etwas zu kurz. Der Schreibstil von Alicia Sommer gefällt mir sehr und ich hoffe einfach, dass der 3. Band der L.A. Vipers Reihe wieder mehr meinen Geschmack trifft und an das Highlight-Leseerlebnis von Band 1 anknüpfen kann.

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Veröffentlicht am 17.10.2025

Fiktive Frauen an der Macht zur Zeiten der Bonner Republik

Die Frau der Stunde
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Vielen Dank an Vorablesen und den Droemer Knaur Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.

Von der Autorin hatte ich schon länger das ...

Vielen Dank an Vorablesen und den Droemer Knaur Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.

Von der Autorin hatte ich schon länger das Sachbuch „Die Ersten ihrer Art“ auf der Leseliste. In ihrem neuen Roman „Die Frau der Stunde“ wagt Heike Specht sich an das Thema Frauen in leitenden politischen Ämtern heran. Was wäre, wenn Ende der 1970er Jahre eine Frau Außenministerin der BRD geworden wäre? Fakt ist, dass Frauen immer noch in der Politik unterrepräsentiert sind. Deutschland hatte von 2005 bis 2021 eine Bundeskanzlerin, von 2021 bis 2025 gab es die erste Außenministerin, auf eine Bundespräsidentin lässt sich für die Wahl 2027 vielleicht hoffen…

So arbeitet also die Autorin ein fiktives Thema auf, welches hoch aktuell bleibt. Sie nimmt die realen Politikstrukturen und bettet dort von ihr kreierte Politiker*innen und Personen ein. Bei manchen lassen sich reale Vorbilder besser erahnen als andere, aber es bleibt immer genug Interpretationsspielraum, da z.B. auch Parteinamen nie konkret genannt werden – stattdessen gibt es Liberale, Konservative und Sozialdemokraten.

In dem Buch begleiten wir also die erste Außenministerin der BRD, Catharina, und ihre Realität als Frau in der nationalen und internationalen Politik. Gleichzeitig spielen noch ihre beiden Freudinnen Suzanne (eine Journalistin) und Azadeh (eine Dokumentarfilmerin) eine große Rolle, durch die auch das Thema Iran und vor allem die dortigen Frauenrechte Teil der Handlung werden.

Ich bin ehrlich: es hat schon sehr lange gedauert, bis mich das Buch wirklich gepackt hat und ich weiterlesen wollte. Dadurch, dass alle Charaktere erfunden waren, habe ich im Politikwusel irgendwann den Durchblick verloren und konnte dem Teil der Handlung schwer folgen. Es ist wirklich schon sehr politisch – und das sage ich als Person, die ein Studiengang mit Politikschwerpunkt studiert hat und sich besonders mit Frauen in der Politik beschäftigt hat.

Ich persönlich hatte mir erhofft, mehr über Catharina als Person zu erfahren, ihr Alltag im Amt, ihre Wahrnehmung und ihre inneren Konflikte – stattdessen ging es um die Konflikte innerhalb der deutschen Politik und der Außenbeziehungen. Das übergeordnete Ziel des Buches war mir nicht so klar, und so hat mir auch Spannung gefehlt. Für mich muss ein Buch entweder eine spannende Handlung haben, der ich folgen will, oder eine Charakterentwicklung muss im Vordergrund stehen (plot vs. character driven) – und hier war beides nicht klar fokussiert.

Was ich aber gut fand, war die Darstellung der Realität von Frauen in der Politik zur Zeit der Bonner Republik. Es ist sehr treffend dargestellt, wenn Catharina als „Frau Minister“ angeredet wird, oder sie öffentliche (sexistische) Anfeindungen im Parlament erlebt. Wer sich für genau diese Realität interessiert, dem empfehle ich an dieser Stelle das Buch „In der Männer-Republik“ von Torsten Körner, sowie den dazugehörigen Dokumentarfilm „Die Unbeugsamen“, da wird das Thema sehr eindrücklich behandelt.

Auch gut finde ich, wie Cover und Titel zum Inhalt des Buches passen – über Catharina wird ein Artikel geschrieben, der eben jenen Titel „Die Frau der Stunde“ trägt, und das dazu beschriebene Foto zeigt sie in der Pose, die auch die Frau vom Cover einnimmt.

Insgesamt hatte dieses Buch ein super spannendes Konzept und einige gute Szenen, aber insgesamt bin ich etwas unbefriedigt. Die ganze Zeit wartet man auf einen Knall in der Handlung, irgendwas das raussticht, aber die Geschichte erzählt sich eher etwas nebenher und legt den Fokus eindeutig auf Politik und internationale Beziehungen, statt auf die Protagonistin und ihre Sicht.

Außerdem hätte ich gerne noch ein Vor- bzw. Nachwort der Autorin gehabt, welches die Geschichte kontextualisiert und indem Heike Specht uns an ihren Gedanken teilhaben lässt, warum sie den Fokus der Geschichte so gelegt hat, wie er nun ist.

Insgesamt komme ich auf 3 Sterne bei dem Buch und hoffe, dass mich das Sachbuch der Autorin mehr überzeugen kann als ihr Roman.

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Veröffentlicht am 03.04.2025

Magisches Abenteuer, das mir etwas zu schnell ging

Artemis – Abenteuer auf dem Meer der Wünsche
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Danke an Vorablesen und den Penguin JUNIOR Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon unabhängig.

Ab und an findet ein Middle Grade Buch den Weg in meine ...

Danke an Vorablesen und den Penguin JUNIOR Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon unabhängig.

Ab und an findet ein Middle Grade Buch den Weg in meine Hände. Ich bin z.B. ein großer Fan von der Reihe um die Duftapotheke oder Keeper of the Lost Cities. Fantasybücher für Kinder haben für mich einfach etwas nostalgisches, da es auch mein erstes Genre als junge Leserin war.

Bei diesem Buch hat mich das Cover fasziniert, mit dem Drachen und dem fliegenden Schiff. Umso gespannter war ich dann, als es in der Leseprobe erstmal nur um eine Art nachhaltiges Elite-Nachhilfe-Sommercamp geht – und von Magie keine Spur.

Und dann kommt es im Buch Schlag auf Schlag. Artemis geht abends alleine spazieren, sieht eine Strickleiter und landet auf einem magischen Schiff. Es wird wenig hinterfragt und gewundert; sie stürzt sich direkt in ein fantastisches Abenteuer.

Ich bin ehrlich: mich hat die Geschichte etwas überfordert. Und ich bin erwachsen, also deutlich älter als die gedachte Zielgruppe. Wir sind relativ schnell drin in einer Welt voller Magie, die nicht so ganz einfach zu verstehen ist, aber Artemis akzeptiert dies alles sehr schnell. Sie trifft viele andere Menschen, und dadurch, dass es schon im Internat eine Handvoll neue Charaktere gab, die dann gar keine Rolle mehr spielen, war mir das zu viel. Ja, es gibt viel Action und Artemis magische Kraft ist wirklich schön und besonders, aber im Verlaufe des Buches läuft fast alles glatt, es ist ein ständiges Hin und Her zwischen verschiedenen Seiten, und ich hätte mir etwas mehr Ruhe gewünscht, um tiefer in die Magie einzusteigen und Motive besser verstehen zu können. Auch den finalen Kampf fand ich etwas schwach umgesetzt, weil das, was passiert, um den Bösewicht zu besiegen, theoretisch schon die ganze Zeit hätte gemacht werden können und es keinen Grund gibt, dass es erst jetzt so kommen kann. Als Artemis die magische Welt wieder verlässt, ist mir der weitere Handlungsverlauf mit ihren Eltern und dem Internat auch zu unlogisch.

Das gesamte Ende des Buches hat mir wiederum gut gefallen, aber insgesamt hatte ich mir nach der Leseprobe mehr von dem Buch erhofft. Für einen relativ kurzen Einzelband war das ja auch ein echt ambitioniertes Worldbuilding mit der Wolkenmagie und dem Meer der Wünsche und den verschiedenen Schiffen. Mir persönlich ging da leider vieles zu schnell und ich weiß, dass ich sicher mehr hinterfrage als Kinder, aber ich kann mir trotzdem vorstellen, dass jüngere Leser*innen eventuell auch nicht so ganz mitkommen.

Ich lande insgesamt bei 3 Sternen, mochte ich doch das Grundkonzept und die Magie sehr gerne.

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Veröffentlicht am 16.02.2025

typische College-Sports-Romance zum Weglesen

You Are My Hurricane
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Danke an NetGalley und den Reverie Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.

Ich lese immer mal gerne Sports Romance, und die Story ...

Danke an NetGalley und den Reverie Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.

Ich lese immer mal gerne Sports Romance, und die Story hier klang echt süß. Ausschlaggebend war für mich aber auch, dass die Autorin aus Dortmund kommt, also die Region wo ich herkomme, und ich supporte gerne kreative Menschen aus meiner Heimat.

Worum geht es? Ganz grob gesagt geht es um Quarterback Carter und Team-Fotografin Maeve. Bei einem Spiel wird Maeve von Carter aus Versehen umgerannt und dabei wird ihre Kamera zerstört. Die beiden gehen dann einen Deal ein: Carter kümmert sich darum, Spenden für eine neue Kamera zu sammeln und Maeve soll dafür sorgen, dass es gute Fotos von ihm gibt, damit er bei der NFL auffällt.

„Aber manchmal braucht es einen Sturm, um alte Mauern einzureißen und etwas Neuem Platz zu machen.“

Ich bin ganz ehrlich: das Set Up der Story wirkt etwas löchrig. Und das mit der Kamera ist auch irgendwie ganz schnell geklärt, und wir haben hier viele Dating-am-College Szenen, die das amerikanische Studentenleben mit Partys und Verbindungen etwas stereotyp wiedergeben.

Ich hatte insgesamt auch das Gefühl, dass das Buch jünger ankommt, als es gedacht war. Die Atmosphäre hat mich eher an ein YA-Buch erinnert. Die Protagonistin Maeve wechselt in ihrem Verhalten grundlos von schüchtern zu schlagfertig, und wirkt nicht ganz so „rund“, wie man es von einer jungen Erwachsenen erwartet hätte. Zum Alter wird jetzt nicht wirklich explizit etwas gesagt, aber für den NFL-Draft muss man schon drei Jahre am College gewesen sein, und auch bei Maeve gibt es am Ende des Buches Hinweise darauf, dass sie quasi fertig mit dem College ist = irgendwas zwischen 20 und 22 Jahre alt.

Der Schreibstil, auch wenn er gut wegzulesen war, hat auch zu diesem jungen Vibe beigetragen: es wurde viel gehaut und gekichert, und einige Dialoge fand ich unrealistisch kitschig. Die intimen Szenen, von denen es ein paar gab, haben für mich auch nicht ganz reingepasst in das Bild der Geschichte, und ich persönlich hätte sie auch nicht gebraucht. Oder der Spitzname „Fotofee“… mir zu kindisch, bin ich ehrlich.

Was ich an dem Buch mochte, war tatsächlich der Protagonist Carter. Der wirkt anfangs wie eine absolute Red Flag, aggressiver Macho-Typ. Aber das wird nach einigen Kapiteln aufgelöst und er zeigt sich von einer ganz anderen Seite. Wir verstehen auch, warum er sich manchmal so seltsam verhält, da er mit seiner Familie ein gewisses Päckchen zu tragen hat – und dieses Thema fand ich wirklich sensibel aufgearbeitet.

Insgesamt war dieses Buch für mich eher so eine Story für zwischendurch, die irgendwie nicht so ganz der angedachten Altersgruppe gerecht wird. Als YA-Buch hätte ich der Geschichte vieles abgekauft, aber die Protagonisten scheinen Anfang 20 zu sein, und dafür hat es für mich nicht gepasst. Ich komme insgesamt auf 3 Sterne, aber kann mir trotzdem vorstellen, nochmal was von der Autorin zu lesen.

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