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Veröffentlicht am 12.04.2025

Wichtige Botschaft

Vor hundert Sommern
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Ein bewegender und zugleich wichtiger Roman, der mit seiner Botschaft nachhallt.

In Katharina Fuchs neustem Generationenroman erzählt sie die Geschichte von vier Frauen, deren Leben sich auf die nächste ...

Ein bewegender und zugleich wichtiger Roman, der mit seiner Botschaft nachhallt.

In Katharina Fuchs neustem Generationenroman erzählt sie die Geschichte von vier Frauen, deren Leben sich auf die nächste Generation bewusst und unbewusst auswirken. Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen, einmal ein Gegenwartsstrang und dann ein Vergangenheitsstrang, der im Jahr 1924 beginnt.

Clara ist die Protagonistin in der Weimarer Republik und der Zeit des National-sozialismus. Sie fängt als Flaschenwäscherin an und entwickelt sich bis zur Inhaberin eines Hundesalons. Zu ihrer Nichte Elisabeth hat sie eine enge Bindung.

2024: Elisabeth ist nun über neunzig Jahre alt und lebt in einem Altenheim, sie schafft es einfach nicht mehr allein den Alltag zu bestreiten. Ihre Tochter Anja räumt mit ihrer Tochter Lena die Wohnung auf und fördert so einiges Überraschendes zu Tage. Elisabeth fängt an, die beiden in die Geheimnisse der Familie einzuweihen, auch über Themen, die bisher totgeschwiegen wurden. Das Leben der drei Frauen nimmt dadurch eine Wendung.

Vier Perspektiven auf zwei Zeitebenen, dazu eine einnehmende Sprache und wichtige Themen, dies ist der Cocktail, aus dem dieser Roman gemixt ist.

Themen sind der Klimawandel, der Ukrainekrieg, die Weimarer Republik, der Kommunismus, der Nationalsozialismus und natürlich auch der Antisemitismus in Gegenwart und Vergangenheit. Es geht um Schweigen und um Traumata, aber auch um die befreiende Kraft, endlich reden zu können. Die Tierliebe ist ebenso ein wichtiger Punkt und man merkt dem Buch das Herzensthema an.

Für mich ein wichtiger und überzeugender Roman, den ich sehr genossen habe. Am Ende hätte ich gerne auch in der Buchhandlung gesessen und zugehört, wenn Elisabeth erzählt hat.

Ein Muss für alle die Generationenromane auf zwei Zeitebenen mögen. Ein wichtiges Zeugnis in dieser Zeit.

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Veröffentlicht am 09.03.2025

Zerrissenheit zwischen Tradition und Träumen

Zwei Leben
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Ewald Arenz schafft es wie kaum ein Autor eine solche intensive Stimmung einzufangen und seinen Figuren eine ungeheure Tiefe zu geben. Mich hat dieser Roman, es ist der Zweite, den ich von ihm gelesen ...

Ewald Arenz schafft es wie kaum ein Autor eine solche intensive Stimmung einzufangen und seinen Figuren eine ungeheure Tiefe zu geben. Mich hat dieser Roman, es ist der Zweite, den ich von ihm gelesen habe, tief beeindruckt und ich habe mit einem wohligen Gefühl das Buch zugeklappt.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Roberta. Sie hat gerade in der Stadt die Schneiderlehre beendet und kehrt auf den Hof der Familie zurück. Ihr Lebensweg als einziges Kind eines Bauern ist in den 70er Jahren vorgezeichnet. Sie soll den Hof übernehmen, aber viel lieber würde sie Kleidung entwerfen und nähen. Ihr einziger Lichtblick ist Wilhelm, der Sohn des Pfarrers, sie sind seit Kindertagen befreundet. Ein zartes Band wird geknüpft. Seine Mutter Gertrud tut sich schwer in der Dorfgemeinschaft, sie hat das Gefühl auch nach Jahren noch nicht angekommen zu sein und entfernt sich immer mehr von ihrem Mann. Beide Frauen sind auf der Suche nach Selbstbestimmung und Freiheit.

Eine Dorfgemeinschaft in der jeder jeden kennt, kann einengen und bedrücken, da es keine Privatsphäre gibt. Alle wissen alles und jeder hat seinen Platz in dem Dorf. Die Wege sind vorgezeichnet und wer ausbricht, gerät schnell zum Geschwätz. Auch die Abläufe und Arbeiten werden nicht hinterfragt, es wurde immer schon so gemacht und da es funktioniert, wird es weiterhin so gemacht.

Menschen haben Wurzeln, die sie prägen, dennoch kann dies der Zukunft und den Träumen entgegenstehen und genau darum geht es in diesem Roman. Es geht um die Zerrissenheit zwischen Tradition und Träumen.

Der Autor hat eine feine präzise Sprache, die ich sehr schätze und die dem Buch ungemein viel Tiefe gibt. Er schafft es eine sehr intensive Stimmung zu kreieren, die den Leser gefangen nimmt und Teil der Geschichte werden lässt. Die Figurenzeichnung ist exzellent und absolut überzeugend. Die Figuren wirken authentisch und lebensnah.

Weitere Themen des Romans sind Tod, Trauer und Abschied, aber auch Abtreibung, Familienzerwürfnisse und verschmähte Liebe.

Ewald Arenz hat mich auf der ganzen Linie überzeugt und ich freue mich schon heute auf jedes neue Buch des Autors.

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Veröffentlicht am 09.03.2025

Die perfekte Mischung aus Romance und Spannung

Dark Cinderella
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Wow, was für eine Story und was für ein geniales Buch. Hier stimmte für mich alles, sodass ich die perfekte Mischung bekam aus Romance und Spannung. Und nichts ist hier dran “Dark”, also keine Dark Romance. ...

Wow, was für eine Story und was für ein geniales Buch. Hier stimmte für mich alles, sodass ich die perfekte Mischung bekam aus Romance und Spannung. Und nichts ist hier dran “Dark”, also keine Dark Romance. 😉

Sofias Freundin Alva ist spurlos verschwunden, sie hat keinen Kontakt mehr zu ihr. Das Einzige, was Sofia weiß, ist das sie im Schloss der skonischen Krone gearbeitet hat. Um eine Spur von Alva zu finden, bewirbt sie sich als Dienstmädchen, doch dann kommt alles anders und sie rettet Prinzessin Linea das Leben und verliebt sich in Kronprinz Maximilian.

Die Cinderella Story erwacht zum neuen Leben, wobei der Grundton des Romans eher ernst ist, geht es doch um ernste Themen wie den Verlust eines geliebten Menschen, Drogen- und Alkoholprobleme, Tod und Krebs, sowie Rassismus in der Kolonialvergangenheit der skonischen Krone. Aber auch die Romantik und der Humor kommt nicht zu kurz, für mich war es eine gelungene Mischung. Mich hat diese Geschichte sehr gefesselt, sodass ich immer unbedingt weiterlesen wollte.

Das Kopfkino war exquisit. Und einige Szenen auch sehr heiß.

Jetzt möchte ich am liebsten weiterlesen, denn der Cliffhanger am Ende war schon ziemlich böse und es ist noch so lange hin bis August.

Von mir gibt es eine Empfehlung für alle die mal eine spannende und gleichzeitig romantische Prinzessinnen-Geschichte lesen möchten und auch gleichzeitig bereit sind sich mit ernsten Themen auseinanderzusetzen.

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Veröffentlicht am 16.02.2025

Eine Brandserie hält die Grenzregion in Atem

Grenzfall – Ihre Spur in den Flammen
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Eine Serie von Brandanschlägen hält die Grenzregion Bayern und Österreich in Atem. Den Anfang macht ein Unfall mit einem PKW der völlig ausbrennt. Doch dabei bleibt es nicht. Bald gibt es weitere Brände. ...

Eine Serie von Brandanschlägen hält die Grenzregion Bayern und Österreich in Atem. Den Anfang macht ein Unfall mit einem PKW der völlig ausbrennt. Doch dabei bleibt es nicht. Bald gibt es weitere Brände. Alexa Jahn und ihr Kollege Florian Huber fragen sich: Wer legt diese Feuer? Ihr Kollege und Vater Chefinspektor Bernhard Krammer aus Innsbruck erlebt ähnliche Fälle. Wie hängt das alles zusammen? Oder handelt es sich um Einzeltaten? Eine spannende Suche nach den Verursachern beginnt.

Alexa hat sich meiner Meinung nach weiterentwickelt. Wirkte sie in den ersten Fällen noch etwas zurückhaltend und schüchtern entwickelt sie immer mehr ihren eigenen Kopf. Dabei schreckt sie auch privat nicht vor Entscheidungen zurück. Bernhard Krammer hat seine Schwierigkeiten mit der heutigen Gesellschaft und den hervorkehrenden Ansichtsweisen. Er liebt das Gemütliche und die Kulinarik seiner Heimat. Allerdings beweist er immer wieder, dass er noch lange nicht zum alten Eisen gehört. Die Erzählperspektive erfolgt abwechselnd aus der jeweiligen Sicht der Ermittelnden in Bayern bzw. Österreich. Dadurch erreicht die Autorin die Lesenden sehr gut. Sie schafft es dabei auch sehr gut beide Hauptermittler mit nahezu gleichen Anteilen an der Geschichte teilhaben zu lassen. Auch die erneute etwas in kursiver Schrift gehaltene Denkweise der “Täter” sorgt für sehr gute Abwechslung beim Lesen. Ich mag diese Art von “in den Kopf der Täter” schauen. Dies sorgt für zusätzliche Spannung und Brisanz beim Lesen.

Der Schreibstil der Autorin ist gehoben und sehr spannend. Gerade das Ende dieses Falles ist erneut sehr spektakulär. Ich war sehr gefesselt und habe mit den beiden Ermittlern mitgefiebert. Das Ende ist atemberaubend und ich war froh, dass wenigstens kein Tier zu Schaden gekommen ist. Eine klare Leseempfehlung für diesen erneut spannenden Krimi.

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Veröffentlicht am 16.02.2025

Mystischer Roman mit Krimielementen

Das Haus der Bücher und Schatten
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Ein sehr atmosphärischer Roman der mit einem Zeitabstand von 20 Jahren auf zwei Zeitebenen spielt. In Leipzig im Jahr 1933 ermittelt der zuvor von den Nazis entlassene Kommissar Cornelius Frey in zwei ...

Ein sehr atmosphärischer Roman der mit einem Zeitabstand von 20 Jahren auf zwei Zeitebenen spielt. In Leipzig im Jahr 1933 ermittelt der zuvor von den Nazis entlassene Kommissar Cornelius Frey in zwei Mordfällen. Dabei geht ihm der Mord an einem jungen Mädchen persönlich sehr nahe. Er muss dabei gegen die politischen Strömungen und seine Vergangenheit ankämpfen.

Zwanzig Jahre früher im Baltikum reist die junge Lektorin Paula mit ihrem Verlobten Jonathan zu einem abgelegenen Anwesen, um dort das Manuskript des Schriftstellers Aschenbrand einzusehen. Doch bald kommen Zweifel an dem Verhalten Aschenbrands auf. Was hat er zu verbergen?

Sehr spannend sind die beiden Geschichten konzipiert worden. Dabei hat es der Autor geschafft den tragenden Charakteren viel Tiefe zu geben. Durch die beiden grandiosen Hörbuchsprecher Luise Helm und Johann von Bülow bekommen die Figuren noch mehr menschliche Züge. Sehr schön finde ich es immer wieder, wenn wir bekannten Figuren aus einem den anderen Bänden um das Graphische Viertel begegnen, solches Cross-over mag ich einfach.

Die Spannung wird von einer besonderen Atmosphäre getragen. Man hat immer das Gefühl das noch Geheimnisse offenbart werden, was im Laufe der Erzählung auch immer mehr geschieht. Das Setting ist geprägt von einem einzigartigen Schauerroman-Feeling, sei es die Abgeschiedenheit im Baltikum oder der Nebel in den Gassen des Graphischen Viertels in Leipzig.

Weitere Themen des Romans sind Seáncen und der Glaube an Übernatürliches, der Nationalsozialismus und die Verstrickungen der Polizei in die Politik. Aber auch die Bewältigung der Vergangenheit und die Liebe zu Büchern spielt eine ganz große Rolle.

Sehr atmosphärisch und schön erzählend ist der Schreibstil des Autors. Er schafft es durch eine bildhafte Sprache die Umgebung vor den Augen der Lesenden bzw. Hörenden wie einen Film abzubilden. Was mir sehr gut gefallen hat war die Entwicklung der Geschichte, die sich im Laufe der Erzählung immer mehr zu einem Krimi entwickelt.

Das Ende ist überraschend und hat mich fasziniert zurückgelassen. Ein großartig konzipierter Roman der mit Krimifeeling und mystischen Elementen spielt. Bei seiner Lesung in Aachen hat der Autor bereits verraten, dass zwei weitere Bände geplant sind, was uns sehr gefreut hat.

Eine klare Leseempfehlung und ein großer Dank an den Autor für die schönen Lese- bzw. Hörstunden.

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