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Veröffentlicht am 03.03.2025

Listland

Die Bücherfrauen von Listland. Der Gesang der Seeschwalben
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Anna reist nach Sylt, um die 85-jährige Fenja Lorenzen zu interviewen. Obwohl sie sich angekündigt hat und zugesichert bekam, dass sie dort übernachten kann, ist Fenja bei ihrer Ankunft verschwunden. Sie ...

Anna reist nach Sylt, um die 85-jährige Fenja Lorenzen zu interviewen. Obwohl sie sich angekündigt hat und zugesichert bekam, dass sie dort übernachten kann, ist Fenja bei ihrer Ankunft verschwunden. Sie trifft im Haus auf Fenjas Tochter Elisa, mit der sie nach einem Unwetter einen interessanten Dachbodenfund macht. Was ist in den 30er Jahren im Listland vorgefallen?

Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen, abwechselnd, erzählt. Die Charaktere bleiben übersichtlich und die Handlungsorte beschränken sich auf Nordfriesland. Mich hat es sehr gefreut, dass die Handlung auch in Friedrichstadt spielt, wo ich schon mehrmals in Urlaub war. Daher konnte ich mir viele Szenen gut vorstellen. Die Autorin hat die Geschehnisse rund um den 2. Weltkrieg mit der Gegenwart verwoben und aufgezeigt, was es für eine damalige Liebe bedeutet hat, dass der Krieg kurz bevorstand. Der Roman ist unterhaltsam und voller Emotionen geschrieben. Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt und es wird ein Stück Zeitgeschichte erzählt, die nie in Vergessenheit geraten sollte. Ich bin sehr auf den zweiten Teil gespannt, wenn man endlich erfährt, was aus Fenjas Schwester geworden ist.

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Veröffentlicht am 27.02.2025

Glück gewonnen

Acht (un)geplante Tage mit dir
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Hazel darf mit ihrer Freundin Milena eine gewonnene Reise nach New York antreten. Kurz vor der Abreise wird sie von ihr jedoch gebeten, mit ihrem Bruder zu fliegen. Hazel kennt Lukas zwar, aber sie sind ...

Hazel darf mit ihrer Freundin Milena eine gewonnene Reise nach New York antreten. Kurz vor der Abreise wird sie von ihr jedoch gebeten, mit ihrem Bruder zu fliegen. Hazel kennt Lukas zwar, aber sie sind so unterschiedlich, dass sie nicht daran glaubt, dass das gutgehen kann. Sie lässt sich gerne treiben, er ist komplett durchgeplant. Da es aber schade wäre, wenn die Reise ins Wasser fallen würde, geht Hazel das Risiko ein.

Erzählt wird die Liebesgeschichte aus der Sichtweise beider Protagonisten. Da der Verlauf der Reise erzählt wird, bleiben die Charaktere sehr übersichtlich. Man kann sich die einzelnen Szenen sehr gut vorstellen und auch die Sehenswürdigkeiten in New York werden sehr bildhaft beschrieben. Wer dort schon einmal war, kann gut in Erinnerungen schwelgen. Mir hat gut gefallen, wie die Unterschiede zwischen den Beiden herausgestellt wurden und wie sie es geschafft haben, einen gemeinsamen Nenner zu finden. Man spürt schnell die Anziehungskraft zwischen ihnen und kann miterleben, wie die Vorurteile dem anderen gegenüber Stück für Stück abgebaut werden. Die Geschichte ist etwas vorhersehbar, aber erst am Ende erfährt man, was für Überlegungen der Reise vorausgegangen sind. Eine schöne, romantische Liebesgeschichte, die mit einer Sightseeingtour durch New York kombiniert wurde und den Leser gut abholt.

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Veröffentlicht am 26.02.2025

Kindlicher Blick

Schwimmen im Glas
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Die Geschichte wird hauptsächlich aus der kindlichen Sicht der damals zehnjährigen Lore erzählt. Dazwischen kommen Einschübe aus ihrem erwachsenen Leben. Der Schreibstil ist sehr speziell, da die Sätze ...

Die Geschichte wird hauptsächlich aus der kindlichen Sicht der damals zehnjährigen Lore erzählt. Dazwischen kommen Einschübe aus ihrem erwachsenen Leben. Der Schreibstil ist sehr speziell, da die Sätze meist sehr kurz sind und dadurch teilweise etwas abgehackt oder stichpunktartig wirken. Die Aussagekraft ist dennoch hoch. Mir hat sehr gut Lores Blickwinkel auf ihre Familie gefallen und es wird ihre Gefühlswelt sehr gut beschrieben. So würde sie gerne bei ihren Brüdern dabei sein, aber die wollen die Schwester nicht mitspielen lassen. Man begleitet Lore in der Geschichte beim Aufwachsen. Ihren Bezug zu den Großeltern und wie der Großvater über die ganze Familie wacht ist herausragend erzählt. Kinder haben einen anderen Blick auf Geschehnisse, was hier sehr deutlich wird. Am Ende fühlte ich mich gut abgeholt, weil dann die Zusammenhänge hergestellt werden, was es mit der Tante Ursula auf sich hatte und wie alle als Erwachsene auf die patriarchalische Familie geschaut haben.

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Veröffentlicht am 24.02.2025

Dreiecksbeziehung

Rückkehr nach Budapest
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Márta wohnt und wächst in Budapest auf. Ihre Sommer verbringt sie mit ihrer Cousine Theresa, die sonst in Ost-Berlin wohnt. Als sie es nicht mehr zuhause aushält, flieht sie zu ihr nach Berlin und lernt ...

Márta wohnt und wächst in Budapest auf. Ihre Sommer verbringt sie mit ihrer Cousine Theresa, die sonst in Ost-Berlin wohnt. Als sie es nicht mehr zuhause aushält, flieht sie zu ihr nach Berlin und lernt das dortige Leben kennen und macht Bekanntschaft mit ihren Freunden. Von Konstantin ist sie sehr fasziniert, obwohl er mit Theresa liiert ist. Regimekritik in dieser Zeitepoche war gefährlich und die Freunde geraten immer mehr ins Visier.

Erzählt wird in Gegenwart und Vergangenheit. Die Autorin hat einen sehr detaillierten, bildhaften Schreibstil, sodass man sich das Geschehen gut vorstellen konnte. Sie beschreibt sehr gut, wie es damals war, als die Grenzen geschlossen waren, wie vorsichtig alle Kritiker sich bewegt haben. In der Gegenwart blickt Márta auf dem Weg zu Theresas Beerdigung auf die damalige Zeit zurück und trifft auf einige Weggefährten. Ich bin etwas hin- und hergerissen von der Geschichte. Einerseits ist sie gut erzählt. Andererseits hat mir die Handlung der Protagonisten nicht zugesagt, weil da gefühlt jeder mit jedem was hatte. Mir blieben die Figuren sehr fern, da sie alle ziemlich egoistisch in ihren Handlungen wirkten. Jedoch hat auch niemand mal mit dem anderen Klartext gesprochen. Es gibt viele Heimlichkeiten, die nie ans Licht kamen. Da die Geschichte jedoch sehr gut erzählt wird und das vielleicht nur mein persönliches Empfinden den Charakteren gegenüber ist, empfehle ich das Buch trotzdem gerne. Die Geschichte ist auf jeden Fall sehr wendungsreich und bleibt bis zum Ende interessant.

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Veröffentlicht am 18.02.2025

Zerrissen

Russische Spezialitäten
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Eine Familie zieht Anfang der 1990er Jahre von Kyjiw nach Leipzig und eröffnet dort einen Einkaufsmarkt mit russischen Spezialitäten. Seit dem Ukrainekrieg wird es jedoch schwierig, Nachschub für die Regale ...

Eine Familie zieht Anfang der 1990er Jahre von Kyjiw nach Leipzig und eröffnet dort einen Einkaufsmarkt mit russischen Spezialitäten. Seit dem Ukrainekrieg wird es jedoch schwierig, Nachschub für die Regale zu bekommen. Die Eltern stammen ursprünglich aus Russland, lebten aber lange in Kyjiw. Die Mutter ist Putin erlegen, der Vater kann nach seinem Schlaganfall nicht mehr mitarbeiten und der Sohn dringt kaum noch zu ihnen durch, um die russische Propaganda aufzudecken. Kurzentschlossen reist er nach Kyjiw, was nicht sonderlich klug ist. Kann er seine Mutter wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholen?

Der Autor malt ein Szenario, wie es in vielen russisch-ukrainischen Familien Alltag ist. Eine Seite für Russland, eine Seite für die Ukraine. Der Krieg spaltet die Menschen. Erzählt werden Alltagsereignisse mit der Mutter, im Einkaufsmarkt, dem kranken Vater. Vor allem die Mutter polarisiert, durch ihr vernageltes Denken, welches sie jeden Tag durch das russische Fernsehen vertieft. Ihr Sohn dringt kaum zu ihr durch. Gut gelungen ist auch die Beschreibung der Reise nach Kyjiw. Dort wird klar, wie sehr die Eltern in Deutschland, den Verwandten in der Heimat vor den Kopf gestoßen haben, mit harmlos klingenden Argumenten, die total haltlos sind. In der Geschichte wird beschrieben, wie es in der Ukraine aussieht, wie es sich anfühlt, mit dem ständigen Bombenalarm zu leben und wie gefährlich es von jetzt auf gleich werden kann. Der Autor hat einen sehr zugänglichen, unterhaltsamen Schreibstil, der zwischen Ironie, Tragik und Humor wechselt. Eine wirklich hochaktuelle, eindringlich erzählte Familiengeschichte über die Fragen nach Identität, Migration und Zusammenhalt.

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