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Veröffentlicht am 15.04.2025

Wunderbar

Ms Darling und ihre Nachbarn
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Dorothy Darling, 77 Jahre alt und misstrauische Eigenbrötlerin,
lebt schon fast ihr halbes Leben in Shelley House im beschaulichen Chalcot.
Wachsam beobachtet sie das Treiben ihrer Nachbarn, unternimmt ...

Dorothy Darling, 77 Jahre alt und misstrauische Eigenbrötlerin,
lebt schon fast ihr halbes Leben in Shelley House im beschaulichen Chalcot.
Wachsam beobachtet sie das Treiben ihrer Nachbarn, unternimmt regelmäßige Kontrollgänge,
führt Buch über Fehltritte und schreibt Beschwerdebriefe.
Als die 25-jährige Kat, die nicht nur pinke Haare hat,
sondern auch noch ein schrottreifes Auto fährt, (illegalerweise!)
bei Dorothys Nachbarn Joseph zur Untermiete einzieht, wittert die alte Dame Ärger. Doch der kommt plötzlich von ganz anderer Seite:
Shelley House soll abgerissen und durch ein Gebäude mit Luxusapartments ersetzt werden. Joseph demonstriert vor dem Büro des Vermieters – und wird kurz darauf bewusstlos in seiner Wohnung aufgefunden. Was geht hier vor sich? Und wer kümmert sich jetzt um Josephs Hund? Kat und Dorothy müssen sich verbünden, um den Frieden wiederherzustellen und Shelley House zu retten.
Eine scheinbar unmögliche Allianz, denn ebenso wie Dorothy hält auch
Kat ihre Mitmenschen gern auf Abstand. Aber vielleicht lohnt es sich ja doch,
die eigenen Vorbehalte über Bord zu werfen?

Freya Sampson hat mit einer Leichtigkeit und einer
wunderschönen Ausdrucksweise einen ganz bezaubernden Roman geschrieben.
Höhen und Tiefen werden hier wunderbar widergespiegelt, mit sehr realen und sympathischen Figuren.
Kleine und große Katastrophen werden bewältigt. Vergangenes wird aufgearbeitet.
Das alles wird so wunderbar auf das Papier gebracht.
Die Hauptcharaktere versprühen einen Charme, dem man sich nicht mehr entziehen kann und möchte.
Scharfsinnig und zärtlich, humorvoll und einfühlsam:
Jeder Satz der Autorin trifft ins Herz.
Warmherzig und voller Poesie wird von großen und kleinen Wahrheiten des Lebens erzählt.
Auch im Alter ist es möglich, noch mal einen Neuanfang zu wagen.
Trotz aller Hindernisse, die sich in den Weg stellen.
Alt heißt nicht, dass nun alles Schöne im Leben vorbei sein muss.
Man muss sich nur trauen.
Es sind nicht nur die Alltäglichkeiten, die dieses Buch lesenswert machen.
Vor allem geht es um die Frage: Wie wollen wir leben?
Dieser Roman macht Mut und beschert schöne Lesestunden.
Einfach zauberhaft!
Eine unbedingte Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 27.03.2025

Allerbeste Unterhaltung

Das Schweigen der Kegelrobben
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Dieses mal verschlägt es die Fredenbüller nach Amrum. Kommissarin Nicole Stappenbek
will sich nach langer Zeit mit der ehemaligen Allergiker-Jugendgruppe treffen.
27 Jahre ist eine lange Zeit. Da ist man ...

Dieses mal verschlägt es die Fredenbüller nach Amrum. Kommissarin Nicole Stappenbek
will sich nach langer Zeit mit der ehemaligen Allergiker-Jugendgruppe treffen.
27 Jahre ist eine lange Zeit. Da ist man doch neugierig, wie die anderen ihr Leben
gestaltet haben, was aus ihnen so geworden ist.
Aber es kommt, wie es kommt. Einer erscheint überhaupt nicht und am nächsten Tag
gibt es einen Toten. Natürlich eilt Thies Detlefsen sofort nach Amrum. Nicole hat
ja Urlaub. Es wird ihm nicht leicht gemacht. Da gibt es ja auch noch die Kegelrobben.
Das gefährlichste Tier der Nordsee. Harte Arbeit erwartet Thies . Allerdings
kommt einiges anders als gedacht.

Auch der 13. Band dieser Reihe zeigt keinerlei Müdigkeitserscheinungen.
Ganz im Gegenteil. Dieses Mal wird es nicht nur spannend, sondern auch etwas gruselig.
Es wird gelogen, vertuscht und sogar gemordet, was das Zeug hält.
Mit wunderbarem trockenem Humor und voller Situationskomik geht es auf Mörderjagd.
Die Schreibweise ist wie eine frische Brise, erfrischend und mitreißend.
Dazu die einem schon sehr ans Herz gewachsenen Charaktere. Starke Persönlichkeiten
und wie immer gewitzt und sehr scharfsinnig.
Die Orte sind sehr anschaulich und bildhaft beschrieben.
Überhaupt wird alles sehr detailliert dargestellt.
Dieser Krimi erhält wie immer sehr viel Lokalkolorit.
Ich hatte ein tolles Kopfkino.
Auch wenn man die ersten Bände nicht gelesen hat, kommt man sehr gut in die Geschichte rein.
Dieser Krimi ist allerbeste Unterhaltung. Achtung Suchtgefahr.

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Veröffentlicht am 23.03.2025

Einfühlsam und intensiv

Halbinsel
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Anna, Ende 40 lebt seit dem Zusammenbruch ihrer Tochter Linn, Mitte 20
wieder zusammen in ihrem Haus nahe der Nordsee.
Die beiden müssen sich neu ausrichten. Ihr Leben überdenken. Das ist nicht
so leicht. ...

Anna, Ende 40 lebt seit dem Zusammenbruch ihrer Tochter Linn, Mitte 20
wieder zusammen in ihrem Haus nahe der Nordsee.
Die beiden müssen sich neu ausrichten. Ihr Leben überdenken. Das ist nicht
so leicht. Aus einer Woche werden zwei, drei und dann Monate.
Die Charaktere sind sehr lebensecht und liebevoll gezeichnet.
Kristine Bilkau hat eine wunderbare Art zu schreiben.
Jeder Satz sitzt, ist ein Erlebnis mit einer sagenhaften Präsenz.
Sie zeigt, dass die Literatur auf wunderbare Art und Weise die Erfahrungen
des wirklichen Lebens widerspiegeln kann.
Das Zwischenmenschliche, die Zerbrechlichkeit und gleichzeitige Stärke beider
Generationen werden wunderbar dargestellt.
Die Autorin stellt uns die Frage, welche Faktoren beeinflussen
unsere Wahrnehmung?
Wie weit ist die Wahrnehmung von unserer Gefühlswelt abhängig?
Ein Roman, der nachdenklich macht, der aber auch die Stärken aufzeigt, die jeder
in sich trägt und die man nur freilassen muss.
Jeder ist für sein Leben und sein Glück selbst verantwortlich.
Ein wunderbarer Roman, einfühlsam und intensiv, aber auch voller Energie.
Jeder kann hier ein kleines Stück Hoffnung in sein eigenes Leben mitnehmen.
Nicht nur deshalb ist dieses Buch einfach schön.

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Veröffentlicht am 07.03.2025

Eindrucksvoll

Ginsterburg
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Ginsterburg in den Jahren 1935, 1940 und 1945.
Die Geschichte einer ganz normalen Kleinstadt, mit ganz normalen Bürgern.

Aus den unterschiedlichsten Blinkwinkeln agieren die Charaktere,
zeigen, wie sie ...

Ginsterburg in den Jahren 1935, 1940 und 1945.
Die Geschichte einer ganz normalen Kleinstadt, mit ganz normalen Bürgern.

Aus den unterschiedlichsten Blinkwinkeln agieren die Charaktere,
zeigen, wie sie leben und sich langsam in die Verbrechen der Nazizeit verstricken.
Jeder versucht, sich irgendwie einzurichten.
Bis sie dann am Ende die Zerstörung ihrer Heimat erleben.
Da gibt es die Niesnutzer, die Mitläufer und natürlich die Opfer.
Das Buch ist eine Herausforderung, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen.
Die unterschiedlichsten Gesellschaftsschichten werden aufgezeigt. Wie sich die
Bürger mit der Zeit arrangieren, sich Positionieren.
Die Veränderungen jedes Einzelnen ergibt das Ganze.
Zu Beginn veränderte sich das Leben der Zivilbevölkerung zunächst nicht grundlegend.
Die Alltagsnormalität wurde aufrechterhalten.
Nach und nach wird diese aber durch die Kriegshandlungen aufgeweicht.
Schicksalsschläge und der Tod kommen immer näher.
Die Schreibweise ist sehr ausdrucksstark und der Zeit angemessen.
Mal sind es kurze Sätze, mal sind es endlos Sätze. Aber jeden Satz sitzt.
Eine sehr gut umgesetzte Mischung zwischen den Romanfiguren und den realen Menschen.
Die Charaktere sind gut gezeichnet und sehr lebensnah.
Nicht immer unbedingt sympathisch, aber sehr realistisch.
Ergänzt wird alles durch Briefe, Erlasse, Auszügen aus Zeitungen realer Personen.

Ein mehr als gelungener Roman.
Unbedingte Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 18.02.2025

Sehr lesenswert

Menschen am Kaiserdamm
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Als waschechte Berlinerin, aufgewachsen im Westteil, liebe ich Bücher
die mir das vergangene Berlin sichtbar machen.
Mein Leben lang fahre ich den Kaiserdamm entlang und ich weiß so wenig
über ihn.
Endlich ...

Als waschechte Berlinerin, aufgewachsen im Westteil, liebe ich Bücher
die mir das vergangene Berlin sichtbar machen.
Mein Leben lang fahre ich den Kaiserdamm entlang und ich weiß so wenig
über ihn.
Endlich gibt es ein Buch, und was für eines!
Kaum aufgeschlagen, kann ich nicht aufhören, zu lesen.
Es gibt so viel zu berichten. Über die Anfänge, die Planung, die Häuser und
vor allem über die Menschen, die diesen kaiserlichen Damm so interessant machen.
Der Autor schreibt so wunderbar.
Er erzählt Geschichten, kleine Anekdoten, lässt immer wieder Privates einfließen.
Das macht er im Detail, mit sehr viel Humor.
Man verschlingt das Buch, es liest sich wie ein Roman.
So macht Geschichte Spaß.
Dieses Buch ist eine wunderbare Mischung zwischen historischem und der Neuzeit.

Sehr lesenswert für Charlottenburger, Berliner und alle, die Berlin lieben.

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