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Veröffentlicht am 19.09.2025

Hexe und Dämon

Spookily Yours
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Ein süßes kleines Dorf im Herbstmodus, zwei Schwestern mit einem Café zwischen Kürbismuffins und Chai Latte und ein harmonischer Hexencircel. Eigentlich hat das Buch alles, für einen Cozy Herbst Leseabend. ...

Ein süßes kleines Dorf im Herbstmodus, zwei Schwestern mit einem Café zwischen Kürbismuffins und Chai Latte und ein harmonischer Hexencircel. Eigentlich hat das Buch alles, für einen Cozy Herbst Leseabend. Dass Willow dann ein neues Kätzchen in ihrem Leben sucht und sich dieses aber als ein verzauberter Dämon entpuppt bringt die Handlung rein. Nur verliert es sich für mich dann viel zu schnell. Willow glaubt ihm sofort, der Zauber gelingt ebenfalls schnell und er hat wieder seine Gestaltswandler Gestalt und kann seinem Auftrag nachgehen. Um den wird auch erst einmal ein großes Geheimnis gemacht und weil er Nix davon berichtet und außer mit seinem Bruder, dem Erben der Dämonenwelt nie darüber spricht, steht natürlich etwas zwischen ihm und Willow. Die ihm enorm schnell verfällt, verzeiht und scheinbar nur auf dem Papier eine Hexe ist, die auf sich selbst aufpassen kann.

Wichtig ist wohl zu erwähnen, dass es recht viele Spice Szenen gibt- mir persönlich zu viele. Denn sie überlagern die Handlung und die Figuren verlieren dabei ihren Fokus (auch ihr Sprachgebrauch wechselt dort). Von Cover und Klappentext war das für mich nicht ersichtlich - vielleicht hätte ich dann schon erhabenen können, dass es nichts für mich ist. Da ich empfindlich auf „sie ist mein!“ und „ich markiere sie“ regiere, konnte mich das Buch leider ab der Mitte nicht mehr überzeugen.
So schade, denn es hatte als Cozy Hexengeschichte gestartet. Der Schreibstil ist aber gut und wenn jemand viel Spice mag und sich nicht an besitzergreifendem Verhalten stört, wird das wohl genau das richtige sein.

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Veröffentlicht am 19.02.2025

Zeitreise mit Logiklücken

Courting – Be mine through all time
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Ägyptologie Studentin Rebecca liebt die Regency-Zeit, verschlingt die Bücher, die zu der Zeit spielen und nimmt an reenactment Events teil. Doch dann wird sie in genau diese Zeit durch ein Portal gezogen. ...

Ägyptologie Studentin Rebecca liebt die Regency-Zeit, verschlingt die Bücher, die zu der Zeit spielen und nimmt an reenactment Events teil. Doch dann wird sie in genau diese Zeit durch ein Portal gezogen.

An sich war es eine süße lovestory mit etwas Spice und einem wundervollen Setting. Crime Elemente Fliesen ebenfalls mit ein. Der Schreibstil ist wunderbar, ich konnte mich richtig gut hineinversetzen und habe den Stil genossen. Aber: ich habe ein großes Problem mit der Logik und damit einhergehende Naivität der Protagonistin. (Achtung, ab hier Spoiler)


Rebecca landet Anfang des 19. Jahrhunderts, hat aber keinerlei Bedenken ihrem Umfeld Medikamente, Tampons Musik Apps und Fotos am Handy zu zeigen. Nutzt ihre heruntergeladene Bibliothek um Sportwetten tätigen zu können - auf den bereits dort festgehaltenen Sieger natürlich. Hat ihr Handeln keine Konsequenzen? Wenn jemand hohe Geldsummen erhält, die er eigentlich ohne ihre Zeitreise nie erhalten hätte?
Sie landet in dem Leben, das sie sich fiktiv schon in ihrer Gegenwart erstellt hatte, für ihren reenactment Charakter. Couisin, Onkel und Tante und sogar Freunde, die sie auch alle nach ihrer Zeitreise dort erkennen. Später als sie zurückkehrt, trägt sie den Titel, den sie in der Vergangenheit erhalten hat und stellt fest, dass sie diesen von ihrer Vorfahrin geerbt hat - also ist sie bei ihrer Zeitreise ihre eigene Vorfahrin geworden? Sie ist doch gar nicht in der Zeit geblieben um Nachkommen dort zu zeugen, oder hat nur ihr Bewusstsein die Zeitreise angetreten und ist in den Körper einer existierenden Person geglitten? Dann hätte sie aber ihre Utensilien, die Rebecca munter herumzeigt und nutzt nicht dabei. Wie kann sie also in der Vergangenheit existiert haben und doch in der Gegenwart? Das war für mich nicht verständlich. Doch das Ende hat es dann noch wirrer gemacht. Denn ihre ganze Familie ist ihr Monate später mit ihrem love interest Reed in die Gegenwart gefolgt. Also kann die Zeitlinie nur durcheinander geworfen werden. Großmutter Paradoxon neu aufgelegt? Für mich war es unlogisch, so gern ich auch die Grundidee und den Stil der Autorin geliebt habe, so sehr hat mich das unausgereifte Zeitreisethema sprachlos zurückgelassen.

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Veröffentlicht am 08.02.2025

Der Unfall

Dancing Queen
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Dancing Queen beginnt mit einem Unfall und die Protagonistin Paulina kann sich nicht erinnern, wer die 15 Jährige ist (weiß aber mit Gewissheit das Alter, was zeigt, dass sie diese Teenagerin wohl doch ...

Dancing Queen beginnt mit einem Unfall und die Protagonistin Paulina kann sich nicht erinnern, wer die 15 Jährige ist (weiß aber mit Gewissheit das Alter, was zeigt, dass sie diese Teenagerin wohl doch kennt) und was der Hund da macht. In den folgenden Kapiteln erlebt man, was Paulina vorher erlebt hat und letztendlich auch, warum das Mädchen bei ihr ist. Neben der Rückblenden springt die Erzählung auch immer wieder zum Unfallort - weswegen es vielleicht für manche fragmentarisch wirkt, doch der rote Faden ist da.

Schwere Themen wie Übergriffe, Trennungsschmerz und die Frage nach dem eigenen Sein werden behandelt.

Der Schreibstil der Autorin ist besonders, gar einzigartig.

Was mich allerdings gestört hat, ist der Charakter von Paulina, zu dem ich bis auf wenige Ausnahmen keinen Bezug bekam. Ja, sie ist knallhart ehrlich, ein wenig harte Schale, oft aber zynisch und unnahbar. Genau das hat es mit schwer gemacht, sie zu mögen. Ich hatte mir einen Wandel gewünscht, sie hatte auch gute Ansätze, als sie die 15-Jährige mit sich nahm, aber so ganz hat sie das nicht mit ins finale Kapitel genommen, dass mich leider etwas enttäuscht zurückgelassen hat.

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Veröffentlicht am 01.07.2024

Wie wird man berühmt?

Fucking Famous
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Lotte Hohenfeld hat schon einiges versucht. Start-up mit einer Dating App, ein Buch über Tinder, doch alles ist gescheitert. Bis eine Freundin beschließt, dass Lotte Star Qualitäten hat und gefälligst ...

Lotte Hohenfeld hat schon einiges versucht. Start-up mit einer Dating App, ein Buch über Tinder, doch alles ist gescheitert. Bis eine Freundin beschließt, dass Lotte Star Qualitäten hat und gefälligst berühmt werden sollte. Also nimmt Tessa es in die Hand, sieht LOTTE HOHENFELD als Projekt und macht sie über Instagram und Co zur Influenzerin. Aus Wolkenbilder werden Bilder von Lottchen, Tutorials und Co. Und aus Lotte langsam aber sicher (nicht nur auf dem offiziellen Weg) zur Berühmtheit.

Das Thema hatte mich direkt interessiert, obwohl das Cover mich nicht sonderlich angesprochen hat und mir in der Buchhandlung nicht aufgefallen wäre, wurde ich durch den Titel und Untertitel neugierig. Aber -und deswegen fällt mir diese Rezi auch schwer - ich bin das gesamte Buch über nicht wirklich warm mit der Protagonistin geworden. Ich konnte ihre Empfindungen nur selten nachfühlen. Es überwogen für mich ihre langatmigen Gedankengänge, statt in die Handlung zu kommen. Mal kommt sie wissenschaftlich, mal philosophisch daher, mal mit Vergleichen zu bekannten Personen, doch Dialoge gab es eher wenige. Das ist nicht unbedingt schlecht, ich hatte aber eine andere Erwartung. Der angekündigte Spaß, ging für mein Gefühl verloren. Natürlich ist das eine Geschmacksache, nur weil mir diese Art der Erzählung und der Schreibstil nicht zugesagt hat, kann es bei anderen genau den Nerv der Zeit treffen. Vielleicht bin ich noch die falsche Generation, zu nah an SocialMedia dran. Manche Dinge sind authentisch, andere allerdings überzogen dargestellt. Ich bin einfach kein Fan von Satire und da manche Parallelen zu echten Personen erkennbar waren, hatte es für mich einen satirischen Charakter.

Aber bildet euch eine eigene Meinung, nur weil ich nicht wirklich in einen guten Lesefluss kam und meine Kritikpunkte habe, heißt das nicht, dass es für andere genau das richtige Buch ist. Manche Rezis sprechen schließlich dafür, dass es bei manchen sehr gut ankommt.

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Veröffentlicht am 05.04.2026

Erwartungsschürend

Ich, die ich Männer nicht kannte
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Leider konnte dieses Hörbuch nicht ganz meine Erwartungen erfüllen. Zum einen, weil es meiner Meinung nach völlig falsch vermarktet wurde. Der Vergleich zu dem Buch „Report der Magd“ hat bei mir dafür ...

Leider konnte dieses Hörbuch nicht ganz meine Erwartungen erfüllen. Zum einen, weil es meiner Meinung nach völlig falsch vermarktet wurde. Der Vergleich zu dem Buch „Report der Magd“ hat bei mir dafür gesorgt, dass ich ein ganz anderes Bild von dem Buch hatte. Auch wenn der Titel es eigentlich schon andeutet.
Eine Gruppe von Frauen ist in einer dystopischen Welt eingeschlossen. Als sie sich befreien können, wandern sie umher. Aufgrund des Alters und weil sie keine Medizin haben, stirbt eine nach der anderen. Die Prota, die diese Geschichte erzählt ist allerdings noch jung und wir begleiten sie auf ihrem Leben, ihrer Selbstfindung und bei den vielen Fragen zu allem um sie herum.


Was mich am Anfang sehr gestört hat, dass ihr immer wieder von den Frauen gesagt wurde „das brauche sie nicht wissen“, wenn sie Fragen hat. Kleinhalten innerhalb einer Frauengruppe hat mich nahezu aufgeregt. Auch der Satz, sie würde eh Jungfrau bleiben - da Ma zu dem Zeitpunkt nicht wusste, dass alle anderen Menschen scheinbar ausgestorben sind, konnten das die Frauen doch auch nicht wissen. Womöglich habe ich das Buch auch nicht richtig verstanden. Diese Sätze haben nämlich schon von Beginn an dafür gesorgt, dass ich nicht richtig in die Geschichte eintauchen konnte.

Leider gab es auch immer wieder feine Klickgeräusche in meiner Hörbuchversion. Ich vermute mal, dass anderen das kaum auffallen wird, weil ich auf solche Töne stärker reagiere als andere Personen.

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