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Veröffentlicht am 26.11.2025

Poetisch aber ausbaufähig

Lázár
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Lázár ist ein historischer Roman, der eine ungarische Adelsfamilie in einer Zeit des Umbruches begleitet. Ich empfand die Sprache an manchen Stellen als poetisch, muss aber gestehen, dass die Handlung ...

Lázár ist ein historischer Roman, der eine ungarische Adelsfamilie in einer Zeit des Umbruches begleitet. Ich empfand die Sprache an manchen Stellen als poetisch, muss aber gestehen, dass die Handlung für mich etwas zu sprunghaft war. Immer wieder hat der Autor mich in den langen Schachtelsätzen verloren. Es geht um die Liebe und die Irrungen und Wirkungen vor und während des Weltkrieges, um eine Familie, die einst glanzvoll nun alles abgibt. Historisch betrachtet ist es ein lesenswertes Werk, doch mir war es etwas zu wiederholend (zum Beispiel „Kissen zwischen ihren Beinen“ habe ich zweimal gelesen). Zudem hätte ich in dieser Art von Buch keine Spice Szenen erwartet. An sich habe ich damit keine Probleme, hier waren sie aber schwerfällig beschrieben und abgeblendet. Oder so formuliert, dass es mich innerlich geschüttelt hat (nicht knochenvibrierend im Sinne des Werkes). Dann besser weglassen, wenn man es nicht gut schreiben kann.
Daher kann ich, trotz guter Sprache (zumindest in den meisten Szenen) und Bildererschaffenden Worten keine 5 Sterne geben. So Leid es mir tut, aber die Lobeshymnen auf dieses Buch kann ich nicht ganz nachvollziehen. Es hat was, aber überzeugen konnte es mich nicht.

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Veröffentlicht am 06.10.2025

Assistentinnenalbtraum

Die Assistentin
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Charlotte hat einen Job in einem Verlag ergattert, als Assistentin. Doch was als Karrierechance erscheint wird recht schnell zum Albtraum. Denn hier ist der Begriff RedFlagChef wirklich angebracht. Launisch, ...

Charlotte hat einen Job in einem Verlag ergattert, als Assistentin. Doch was als Karrierechance erscheint wird recht schnell zum Albtraum. Denn hier ist der Begriff RedFlagChef wirklich angebracht. Launisch, manchmal wie ein kleines Kind und unzuverlässig in seinen Aussagen. So einen Chef wünscht man niemandem. Und das hätte Charlotte auch viel früher auffallen kennen. Aber die es so oft ist, man kämpft sich durch. Das ist auch etwas wo ich sehr mit der Protagonistin mitfühlen konnte, denn es kam mir erschreckend vertraut vor.

Allerdings habe ich auch meine Kritikpunkte. Immer wieder wird bereits angeteasert, dass etwas kommt, erzählt, als wolle man nun einen Zeitraffer verwenden. Und besonders am Anfang gab es (gewollt) unfassbar viele Wiederholungen. Ich würde den Schreibstil hier experimentell bezeichnen. Jedenfalls nicht so, wie ich es von der Autorin bisher kannte.

Dass sie das Hörbuch selbst eingesprochen hat, hat der Geschichte leider nicht gut getan. Denn man merkt, dass sie keine Sprecherin ist. Der deutliche Dialekt ist da nur der Anfang (Klück und Plume - nur um Beispiele zu nennen). Ich habe eine ganze Weile gebraucht, bis das Zuhörern für mich okay wurde. Die Abkürzungen im Büro, (besonders „Sch“) waren zum Lauschen schwierig, da wäre lesen wohl besser gewesen.

Also alles in allem, Geschichte mit Potenzial, aber die Umsetzung war nicht nach meinem Geschmack. Dennoch lesenswert, aber besser das Buch statt das Hörbuch.

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Veröffentlicht am 19.09.2025

Hexe und Dämon

Spookily Yours
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Ein süßes kleines Dorf im Herbstmodus, zwei Schwestern mit einem Café zwischen Kürbismuffins und Chai Latte und ein harmonischer Hexencircel. Eigentlich hat das Buch alles, für einen Cozy Herbst Leseabend. ...

Ein süßes kleines Dorf im Herbstmodus, zwei Schwestern mit einem Café zwischen Kürbismuffins und Chai Latte und ein harmonischer Hexencircel. Eigentlich hat das Buch alles, für einen Cozy Herbst Leseabend. Dass Willow dann ein neues Kätzchen in ihrem Leben sucht und sich dieses aber als ein verzauberter Dämon entpuppt bringt die Handlung rein. Nur verliert es sich für mich dann viel zu schnell. Willow glaubt ihm sofort, der Zauber gelingt ebenfalls schnell und er hat wieder seine Gestaltswandler Gestalt und kann seinem Auftrag nachgehen. Um den wird auch erst einmal ein großes Geheimnis gemacht und weil er Nix davon berichtet und außer mit seinem Bruder, dem Erben der Dämonenwelt nie darüber spricht, steht natürlich etwas zwischen ihm und Willow. Die ihm enorm schnell verfällt, verzeiht und scheinbar nur auf dem Papier eine Hexe ist, die auf sich selbst aufpassen kann.

Wichtig ist wohl zu erwähnen, dass es recht viele Spice Szenen gibt- mir persönlich zu viele. Denn sie überlagern die Handlung und die Figuren verlieren dabei ihren Fokus (auch ihr Sprachgebrauch wechselt dort). Von Cover und Klappentext war das für mich nicht ersichtlich - vielleicht hätte ich dann schon erhabenen können, dass es nichts für mich ist. Da ich empfindlich auf „sie ist mein!“ und „ich markiere sie“ regiere, konnte mich das Buch leider ab der Mitte nicht mehr überzeugen.
So schade, denn es hatte als Cozy Hexengeschichte gestartet. Der Schreibstil ist aber gut und wenn jemand viel Spice mag und sich nicht an besitzergreifendem Verhalten stört, wird das wohl genau das richtige sein.

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Veröffentlicht am 19.02.2025

Zeitreise mit Logiklücken

Courting – Be mine through all time
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Ägyptologie Studentin Rebecca liebt die Regency-Zeit, verschlingt die Bücher, die zu der Zeit spielen und nimmt an reenactment Events teil. Doch dann wird sie in genau diese Zeit durch ein Portal gezogen. ...

Ägyptologie Studentin Rebecca liebt die Regency-Zeit, verschlingt die Bücher, die zu der Zeit spielen und nimmt an reenactment Events teil. Doch dann wird sie in genau diese Zeit durch ein Portal gezogen.

An sich war es eine süße lovestory mit etwas Spice und einem wundervollen Setting. Crime Elemente Fliesen ebenfalls mit ein. Der Schreibstil ist wunderbar, ich konnte mich richtig gut hineinversetzen und habe den Stil genossen. Aber: ich habe ein großes Problem mit der Logik und damit einhergehende Naivität der Protagonistin. (Achtung, ab hier Spoiler)


Rebecca landet Anfang des 19. Jahrhunderts, hat aber keinerlei Bedenken ihrem Umfeld Medikamente, Tampons Musik Apps und Fotos am Handy zu zeigen. Nutzt ihre heruntergeladene Bibliothek um Sportwetten tätigen zu können - auf den bereits dort festgehaltenen Sieger natürlich. Hat ihr Handeln keine Konsequenzen? Wenn jemand hohe Geldsummen erhält, die er eigentlich ohne ihre Zeitreise nie erhalten hätte?
Sie landet in dem Leben, das sie sich fiktiv schon in ihrer Gegenwart erstellt hatte, für ihren reenactment Charakter. Couisin, Onkel und Tante und sogar Freunde, die sie auch alle nach ihrer Zeitreise dort erkennen. Später als sie zurückkehrt, trägt sie den Titel, den sie in der Vergangenheit erhalten hat und stellt fest, dass sie diesen von ihrer Vorfahrin geerbt hat - also ist sie bei ihrer Zeitreise ihre eigene Vorfahrin geworden? Sie ist doch gar nicht in der Zeit geblieben um Nachkommen dort zu zeugen, oder hat nur ihr Bewusstsein die Zeitreise angetreten und ist in den Körper einer existierenden Person geglitten? Dann hätte sie aber ihre Utensilien, die Rebecca munter herumzeigt und nutzt nicht dabei. Wie kann sie also in der Vergangenheit existiert haben und doch in der Gegenwart? Das war für mich nicht verständlich. Doch das Ende hat es dann noch wirrer gemacht. Denn ihre ganze Familie ist ihr Monate später mit ihrem love interest Reed in die Gegenwart gefolgt. Also kann die Zeitlinie nur durcheinander geworfen werden. Großmutter Paradoxon neu aufgelegt? Für mich war es unlogisch, so gern ich auch die Grundidee und den Stil der Autorin geliebt habe, so sehr hat mich das unausgereifte Zeitreisethema sprachlos zurückgelassen.

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Veröffentlicht am 08.02.2025

Der Unfall

Dancing Queen
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Dancing Queen beginnt mit einem Unfall und die Protagonistin Paulina kann sich nicht erinnern, wer die 15 Jährige ist (weiß aber mit Gewissheit das Alter, was zeigt, dass sie diese Teenagerin wohl doch ...

Dancing Queen beginnt mit einem Unfall und die Protagonistin Paulina kann sich nicht erinnern, wer die 15 Jährige ist (weiß aber mit Gewissheit das Alter, was zeigt, dass sie diese Teenagerin wohl doch kennt) und was der Hund da macht. In den folgenden Kapiteln erlebt man, was Paulina vorher erlebt hat und letztendlich auch, warum das Mädchen bei ihr ist. Neben der Rückblenden springt die Erzählung auch immer wieder zum Unfallort - weswegen es vielleicht für manche fragmentarisch wirkt, doch der rote Faden ist da.

Schwere Themen wie Übergriffe, Trennungsschmerz und die Frage nach dem eigenen Sein werden behandelt.

Der Schreibstil der Autorin ist besonders, gar einzigartig.

Was mich allerdings gestört hat, ist der Charakter von Paulina, zu dem ich bis auf wenige Ausnahmen keinen Bezug bekam. Ja, sie ist knallhart ehrlich, ein wenig harte Schale, oft aber zynisch und unnahbar. Genau das hat es mit schwer gemacht, sie zu mögen. Ich hatte mir einen Wandel gewünscht, sie hatte auch gute Ansätze, als sie die 15-Jährige mit sich nahm, aber so ganz hat sie das nicht mit ins finale Kapitel genommen, dass mich leider etwas enttäuscht zurückgelassen hat.

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