Der Kampf der Frauen um einen Platz in der Wissenschaft
WeserleuchtenZwei Frauen, die um Selbstbestimmung und Freiheit kämpfen und einander zu Freundinnen werden.
Emilie ist Botaniker und Pflanzenforscherin aus ganzem Herzen, sie will die Welt verstehen und legt sehr ...
Zwei Frauen, die um Selbstbestimmung und Freiheit kämpfen und einander zu Freundinnen werden.
Emilie ist Botaniker und Pflanzenforscherin aus ganzem Herzen, sie will die Welt verstehen und legt sehr viel Leidenschaft für ihren Beruf an den Tag. Ihren Mann hat sie verlassen, weil er ihre Beweggründe überhaupt nicht versteht und er zudem dem Alkohol zuspricht. Teilweise kam sie mir ein wenig zu naiv vor, denn sie handelte teilweise sehr weltfremd.
Louise, die Bremer Bürgerstochter, verliebt sich in den falschen Mann. Er spielt ein perfides Spiel mit ihr, in dem er aber nicht alle Spielregel bestimmt, sondern auch eine Marionette seiner Familie ist. Auch ihr fällt es schwer die Regeln, die die Gesellschaft ihr auferlegt zu akzeptieren und ihren eigenen Spielraum zu finden.
Zwei Frauen, die versuchen ihren Weg zu gehen, aber immer wieder von den Männern ausgebremst werden. Fast alle Männer, bis auf eine Ausnahme werden eher negativ dargestellt. Hier hätte ich mir ein wenig mehr Facettenreichtum und Tiefe der Figuren gewünscht.
Zudem ist der Klappentext vom Verlag sehr unglücklich gewählt, da er nahezu die gesamte Handlung vorwegnimmt. Themen des Romans sind die Flora und Fauna, das Vorbereiten einer Expedition, das Erstellen eines Herbariums. Aber auch Standesdenken, sexuelle Übergriffe und Intrigen sind Themen dieses Romans.
Der Schreibstil der Autorin ist wie gewohnt sehr eingänglich und die Seiten fliegen nur so dahin. Der Bremer-Dialekt der Frauen macht die Dialoge sehr authentisch und lebensnah. Auch die Verhältnisse der armen Bevölkerungsschichten werden glaubhaft beschrieben.
Ein interessanter Roman, der den Kampf der Frauen um ihre Stimme in der Wissenschaft und Gesellschaft zum Thema macht und die Hindernisse und Widrigkeiten aufzeigt.