Profilbild von Eliza

Eliza

Lesejury Star
offline

Eliza ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Eliza über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.03.2025

Der Gesellschaftliche Wandel im Hotel

Hotel Vier Jahreszeiten – Ein Traum in Gold
0

“Hotel Vier Jahreszeiten – Ein Traum in Gold” ist der Auftakt der Dilogie um das große Grandhotel am Hamburger Jungfernstieg. Im Mittelpunkt der Erzählung steht Luise, ein Teenager, der zu Beginn der Erzählung ...

“Hotel Vier Jahreszeiten – Ein Traum in Gold” ist der Auftakt der Dilogie um das große Grandhotel am Hamburger Jungfernstieg. Im Mittelpunkt der Erzählung steht Luise, ein Teenager, der zu Beginn der Erzählung gerade einmal vierzehn Jahre alt ist. Sie wächst als Kostkind im Gängeviertel auf und lebt somit in Armut und muss für das tägliche Überleben kämpfen. Die Schule steht für sie nicht auf der Tagesordnung, sondern eher ihrer “Tante”, einer Weißwäscheflickerin, zur Hand zu gehen.

Und so kommt es, dass sie Kontakt zum Hamburger Hotel bekommt und dort in der Wäscherei anfangen kann.

Anja Marschall hat mit Luise eine Figur geschaffen, die man direkt ins Herz schließ. Man leidet und fiebert mit, ob sie es schafft, der Armut zu entkommen und auf die Glücksstraße des Lebens einzubiegen. Die Schatten des ersten Weltkriegs ziehen herauf und fordern von den Menschen zu Beginn des 20. Jahrhunderts alles ab.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr eingängig und man kommt in dem Roman rasch voran. Die Figurenzeichnung ist gut gelungen und man bekommt ein genaues Bild von dem Protagonisten und Nebenfiguren. Auch die Entwicklung von Luise ist in großen Teilen nachvollziehbar und glaubhaft. Der Schauplatz wird sehr ansehnlich beschrieben, sodass ein gutes Kopfkino einsetzt. Es war spannend einen Blick hinter die Kulissen eines so großen Hotels zu werfen. Denn man erfährt so manches mit dem man nicht gerechnet hätte, dass es so abläuft.

Ich bin nun sehr gespannt, wie es in Teil 2 weitergeht und ob Luise es schafft, ihr Glück zu machen. Nicht nur für Hamburg-Fans eine Empfehlung!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.03.2025

Ein Roman über die innere Zerrissenheit

Your Eyes on Me – Based on Alexa's True Story
0

Ich war sehr gespannt auf das Buch von Leonie Lastella und musste es deshalb auch gleich lesen. Das Buch konnte meinen Erwartungen nicht ganz standhalten. Der Roman ist im neuen Imprint von Penguin erschienen, ...

Ich war sehr gespannt auf das Buch von Leonie Lastella und musste es deshalb auch gleich lesen. Das Buch konnte meinen Erwartungen nicht ganz standhalten. Der Roman ist im neuen Imprint von Penguin erschienen, welche Geschichten auf einer wahren Begebenheit erzählen.

Die Protagonistin des Romans heißt Alea, sie liebt ihren Plus-Size-Körper, aber manchmal hadert sie auch noch mit ihm. Einige Hass-Kommentare auf Social Media treffen sie immer noch. Diese innere Zerrissenheit und die damit verbundene Unsicherheit schildert die Autorin sehr gut. Die Zweifel von Alea konnte ich teilweise sehr gut nachvollziehen. Denn die andere Seite wird viel mehr im Internet gezeigt. Die Bewegung des Körperkults und der Sport-Fans nimmt einen großen Raum in Social Media ein. Und für diesen Gegenpol steht Titus, aus seiner Sicht wird der Roman ebenfalls erzählt. Titus benutzt Sport als Ventil zur Bewältigung seiner Traumata aus der Kindheit. Und so haben beide Protagonisten etwas gemeinsam. Sie sind beide verletzlich und dennoch geht es ihnen letztlich um Authentizität und Echtheit.

Der Roman ist von Aufbau her sehr gut gestaltet, da die beiden Protagonisten die Geschichte abwechselnd aus ihrer Perspektive erzählen. Der Name des Protagonisten und ein passendes Zitat finden wir vor jedem Kapitel. Der Schreibstil der Autorin ist sehr eingänglich und man fliegt nur so durch die Seiten. Zudem ist der Roman dialogorientiert und dies fördert ein hohes Lesetempo.

Leider bin ich mit dem Ende des Romans nicht so richtig zufrieden. Für mich ist dies nicht unbedingt ein authentisches Ende, weil ich anders an Aleas Stelle gehandelt hätte. Aber dies ist meine persönliche Meinung. Ein Roman, der aber auf jeden Fall sehr schön erzählt ist und der zum Nachdenken anregt und wichtige Themen unserer Gesellschaft aufgreift.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.03.2025

Dorfflair in der Weltstadt mit kulinarischer Note

Die mysteriöse Tote vom Montmartre
0

Mit viel Pariser Flair begleitet einen dieser Kriminalroman auf einer schönen buchtechnischen Reise in die Champagne. Auf dem berühmten Weinfest in Montmartre wird die Leiche einer jungen Frau gefunden, ...

Mit viel Pariser Flair begleitet einen dieser Kriminalroman auf einer schönen buchtechnischen Reise in die Champagne. Auf dem berühmten Weinfest in Montmartre wird die Leiche einer jungen Frau gefunden, die als die diesjährige Weinkönigin das Fest begleiten sollte. Die junge Commissaire Geneviève Morel führt die Ermittlungen dabei in die malerische Champagne. Dabei lernt sie interessante Menschen kennen. Gleichzeitig hat sie als einzige ehrbares Familienmitglied ohne kriminelle Energie immer wieder mit ihrer eigenen Herkunft zu kämpfen. Ein spannender Fall beginnt.

Geneviève Morel ist eine Frau mit Prinzipien, die nichts anbrennen lässt. Sie liebt ihren Kater und hat ein eher lockeres Beziehungsverhältnis zu ihrem aktuellen Partner. Dabei hat sie immer die Gerechtigkeit und aufrichtiges Verhalten im Alltag im Blick. Die vielen Nebencharaktere sorgen für eine sehr lockere Leseatmosphäre. Dabei sticht ihre Großmutter Olivia Morel am deutlichstem heraus. Ihre matriarchische Art gepaart mit einer großen Portion Dreistigkeit und Kaltschnäuzigkeit hat mich öfters zum Schmunzeln gebracht. Außerdem sorgt die nette Nebengeschichte um die “Aktivitäten ihrer Familie” immer wieder für eine Abwechslung zum eigentlichen Fall.

Die Spannung der Geschichte ist gut temperiert und obwohl ich die Verantwortlichen richtig erraten konnte, fand ich die Herleitung des Falls richtig gut. Sehr gut hat mir der Schreibstil des Autors gefallen, der sehr humorvoll und leicht zu lesen war. Auch das Verhältnis von Ermitteln und Einblicken in das Privatleben der Protagonisten war gut gewählt. Der Lokalkolorit kommt gut zur Geltung und die Kulinarik, die in diesem Roman durchaus ihren Platz hat, sorgt für mehr als einmal Magengrummeln beim Lesen was mir gut gefallen hat. Ein gut geschriebener lokaler Krimi der mich überzeugt hat. Ich bin bereit für einen neuen Fall von Geneviève Morel.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.03.2025

Max und Marvin machen endlich beruflich gemeinsame Sache

Mörderfinder – Das Muster des Bösen
0

Spannend und mit reißerischen Elementen versehen ist auch dieser Max Bischoff-Fall wieder ein interessantes Leseerlebnis.

Eigentlich wollen Max Bischoff und Marvin Wagner ihre neue Detektei WaBi Investigations ...

Spannend und mit reißerischen Elementen versehen ist auch dieser Max Bischoff-Fall wieder ein interessantes Leseerlebnis.

Eigentlich wollen Max Bischoff und Marvin Wagner ihre neue Detektei WaBi Investigations eröffnen, als ein sonderbarer Gast ihnen ein noch unwirklicheres Geschäftsangebot macht. Der Friseur Kai Weinand berichtet den beiden, dass ein 9-jähriger Junge entführt wurde. Er hat als Gefängnisfriseur Kontakt zu einem Häftling, der darum bittet in dieser Sache tätig zu werden. Kurze Zeit später wird der Junge leider tot aufgefunden. Wenig später gibt es eine weitere Entführung. Den beiden wird schnell klar, dass es sich um eine Serie handelt, bei der sie schnellstmöglich handeln müssen.

Max Bischoff ist wie in den vorangegangenen Bänden immer sehr fokussiert auf die eigentliche Arbeit. Dabei vergisst er manchmal sich selbst und hat nun endlich, aber privat sein Glück gefunden. Marvin Wagner ist ein sehr sympathischer, humorvoller und intelligenter Charakter, der immer wieder zu überraschen weiß. Die einzelnen Nebencharaktere sind sehr gut gewählt worden und sorgen für gute Abwechslung beim Lesen.

Sehr spannend und fesselnd ist der Schreibstil des Autors. Im Laufe der Erzählung wird es immer spannender und die Story hat mich in seinen Bann gezogen. Auch wenn der Autor ein zwei Turns eingebaut hat, hätte ich mir fast noch mehr Wendungen gewünscht, wie es in vorangegangenen Bänden öfters der Fall wieder interessant gewählt, das Internet sorgt einfach für Vor- und Nachteile in unserer Gesellschaft. Max Bischoff ist mir ans Herz gewachsen und ich hoffe noch weitere Fälle von ihm lesen zu dürfen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.03.2025

Casino Royale am Gardasee

Salute - Die letzte Fahrt
0

Paul Zeitler ist ein Charakter, den man einfach gernhaben sollte. Er hat sich von seinem alten Leben in München von der Polizei verabschiedet und betreibt sein Café Monaco in Bardolino. Eines Tages wird ...

Paul Zeitler ist ein Charakter, den man einfach gernhaben sollte. Er hat sich von seinem alten Leben in München von der Polizei verabschiedet und betreibt sein Café Monaco in Bardolino. Eines Tages wird er auf eine Leiche aufmerksam gemacht, die leblos im Gardasee herumtreibt. Bald packt Paul wieder das Ermittlergen und er macht dabei einen interessanten Ausflug in die Welt der Bootsbauer mit ihren ganz besonderen Eigenarten.

Als interessanter Charakter neben Paul Zeitler ist Commissario Lanza zu nennen. Bereits im ersten Band musste er Pauls Spürsinn für die richtigen Schlüsse anerkennen. Man hat das Gefühl, dass die beiden unbewusst schon ein sehr eingespieltes Team sind. Was sehr schön daherkommt ist die liebevolle Beschreibung der Landschaft mit ihren facettenreichen Charakteren. Hier kommt einfach Urlaubsfeeling beim Lesen auf.

Die Spannung ist gut temperiert und sorgt für kurzweile beim Lesen. Der Schreibstil des Autors ist humorvoll und sehr gut lesbar. Die Ermittlungen von Paul Zeitler könnten noch etwas mehr ausgeführt werden, da wünsche ich mir im nächsten Band noch mehr Detailtiefe. Aber die vielen schön ausgeführten Beschreibungen der Umgebung von Bardolino mit ihren Persönlichkeiten sorgen für ein rundum schönes Krimierlebnis. Ich bin jetzt schon ein Fan des Cafés Monaco, dem ich als Kaffeeliebhaber so gerne neben dem buchtechnischen auch mal einen persönlichen Besuch abstatten würde.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere