Der Gesellschaftliche Wandel im Hotel
Hotel Vier Jahreszeiten – Ein Traum in Gold“Hotel Vier Jahreszeiten – Ein Traum in Gold” ist der Auftakt der Dilogie um das große Grandhotel am Hamburger Jungfernstieg. Im Mittelpunkt der Erzählung steht Luise, ein Teenager, der zu Beginn der Erzählung ...
“Hotel Vier Jahreszeiten – Ein Traum in Gold” ist der Auftakt der Dilogie um das große Grandhotel am Hamburger Jungfernstieg. Im Mittelpunkt der Erzählung steht Luise, ein Teenager, der zu Beginn der Erzählung gerade einmal vierzehn Jahre alt ist. Sie wächst als Kostkind im Gängeviertel auf und lebt somit in Armut und muss für das tägliche Überleben kämpfen. Die Schule steht für sie nicht auf der Tagesordnung, sondern eher ihrer “Tante”, einer Weißwäscheflickerin, zur Hand zu gehen.
Und so kommt es, dass sie Kontakt zum Hamburger Hotel bekommt und dort in der Wäscherei anfangen kann.
Anja Marschall hat mit Luise eine Figur geschaffen, die man direkt ins Herz schließ. Man leidet und fiebert mit, ob sie es schafft, der Armut zu entkommen und auf die Glücksstraße des Lebens einzubiegen. Die Schatten des ersten Weltkriegs ziehen herauf und fordern von den Menschen zu Beginn des 20. Jahrhunderts alles ab.
Der Schreibstil der Autorin ist sehr eingängig und man kommt in dem Roman rasch voran. Die Figurenzeichnung ist gut gelungen und man bekommt ein genaues Bild von dem Protagonisten und Nebenfiguren. Auch die Entwicklung von Luise ist in großen Teilen nachvollziehbar und glaubhaft. Der Schauplatz wird sehr ansehnlich beschrieben, sodass ein gutes Kopfkino einsetzt. Es war spannend einen Blick hinter die Kulissen eines so großen Hotels zu werfen. Denn man erfährt so manches mit dem man nicht gerechnet hätte, dass es so abläuft.
Ich bin nun sehr gespannt, wie es in Teil 2 weitergeht und ob Luise es schafft, ihr Glück zu machen. Nicht nur für Hamburg-Fans eine Empfehlung!