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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.02.2025

Gut lesbar

Meer Liebe auf Sylt
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Henriette ist Chefredakteurin einer Frauenzeitschrift und Geschäftsfrau durch und durch. In ihrer Ehe läuft es eher ruhig, doch damit hat sie sich abgefunden. Von ihrer Tochter Alexandra eingeladen, verbringt ...

Henriette ist Chefredakteurin einer Frauenzeitschrift und Geschäftsfrau durch und durch. In ihrer Ehe läuft es eher ruhig, doch damit hat sie sich abgefunden. Von ihrer Tochter Alexandra eingeladen, verbringt sie ein paar Tage auf Sylt, um den 2. Geburtstag ihrer Enkelin Emma zu feiern. Alles könnte so schön sein, wenn da nicht auch Emmas 2. Oma Ulla kommen würde. Sie ist Esoterikerin, Veganerin und Weltverbesserin und beide Frauen kommen überhaupt nicht miteinander zurecht. Dann fliegt Alexandra nach New York, da sie glaubt, dass ihr Mann dort fremdgeht. Und die beiden Omas müssen nun mit Emma allein klarkommen ...

Das Buch lässt sich gut lesen. Der Witz entsteht vor allem wegen den so gegensätzlichen beiden Omas, wobei hier Ulla deutlich schrulliger beschrieben wird. Logischerweise geschieht in dem Buchgenre dann bald eine Annäherung. Mir ein bisschen zu viel war dann auch noch Henriettes 2. Tochter Jana mit ihren Problemen. Sozusagen bei keiner der Frauen lief es normal bzw. glatt. Zum Glück wird vermieden, dass am Ende alles heile Welt ist.
Ich habe das Buch an einem Abend gelesen, mit gut 260 Seiten ist es auch nicht so dick. Und es verlangt auch kein größeres Nachdenken. Aber es ist eine gelungene Unterhaltung.

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Veröffentlicht am 25.02.2025

Schweres Schicksal

Der letzte Überlebende
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Samuel/Szlamek/Sam Pivnik berichtet in diesem Buch über sein Leben, speziell seine Jugend. Er ist ein polnischer Jude und als er 13 ist, überfallen die Nazis Polen. Anfangs ändert sich das Leben für ihn ...

Samuel/Szlamek/Sam Pivnik berichtet in diesem Buch über sein Leben, speziell seine Jugend. Er ist ein polnischer Jude und als er 13 ist, überfallen die Nazis Polen. Anfangs ändert sich das Leben für ihn langsam, doch bald kommen er und seine Familie in seinem Heimatort in eine Art Ghetto. Sein Bruder wird verhaftet. Als er 17 ist, wird er mit der Familie nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Er überlebt die Selektion, seine Familie kommt ins Gas. Er erleidet ein für einen Juden typisches Schicksal in der Zeit des Nationalsozialismus. Das ist nicht despektierlich gemeint, sondern das furchtbare Schicksal in einer wahnsinnigen Vernichtungsmaschinerie, bei der Überleben auch sehr viel Glück bedeutet.

Das Buch erzählt von einem individuellen Schicksal in verschiedenen Lagern, auf dem Todesmarsch und dann auch noch auf der „Cap Arcona“. Es ist in sehr sachlicher Form geschrieben. Nach den furchtbaren Erlebnissen ist das für mich sehr verständlich. Die Erinnerungen an diese Zeit sind schwer genug, beim Erinnern und beim Aufschreiben werden diese furchtbaren Erlebnisse wieder aufgewühlt. Ich stelle mir das persönlich als sehr schmerzhaft und schlimm vor.
Den Punktabzug gibt es für mich für Sachen, die der Autor nicht zu verantworten hat. Zum einen störten mich in dem mir vorliegenden unkorrigierten Leseexemplar die vielen Rechtschreib- und Grammatikfehler. Ich hoffe, sie wurden in der endgültigen Fassung korrigiert. Zum anderen ist es sowohl die falsche Titelwahl sowie der falsche Text auf der Rückseite. Sam Pivnik ist nicht der einzige Überlebende seiner Familie, da sein Bruder ebenfalls überlebt hat. Das mindert keinesfalls seine furchtbaren Erlebnisse, zeugt aber für mich von einer sehr unsensiblen Redaktion im Verlag. Hier wurde unnötigerweise eine sehr reißerische Werbung gewählt, die nicht den Tatsachen entspricht und die das Buch auch nicht nötig hat.

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Veröffentlicht am 25.02.2025

Hoffnungsfroh

Unsere Seelen bei Nacht
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Addie und Louis leben als Nachbarn in einer Straße. Sie sind beide schon Rentner und seit einiger Zeit verwitwet. Eigentlich hat es den Anschein, als kommen sie gut damit zurecht. Bis Addie Louis fragt, ...

Addie und Louis leben als Nachbarn in einer Straße. Sie sind beide schon Rentner und seit einiger Zeit verwitwet. Eigentlich hat es den Anschein, als kommen sie gut damit zurecht. Bis Addie Louis fragt, ob er sich vorstellen kann, bei ihr zu übernachten – nur zum Reden. Louis stimmt nach einigem Überlegen zu und so geht er jeden Abend zu ihr und am Morgen zurück in sein Haus. Natürlich bleibt das in dem kleinen Ort nicht verborgen und die Gerüchteküche kocht über. Da sich Addies Sohn gerade in einer schwierigen beruflichen und familiären Phase befindet, nimmt Addie für einige Zeit ihren Enkel zu sich, der darüber aber nicht so glücklich ist …

Das Buch ist dünn, weniger als 200 Seiten. Ich habe es „auf 2 x“ durchgelesen und es hat mir gut gefallen. Zum einem stimmt es mich (hoffnungs)froh, dass auch im höheren Alter eine neue Liebe und eine schöne Beziehung möglich ist. Zum anderen beschreibt es wunderbar die Situation der beiden zueinander, aber auch die teilweise gehässigen anderen Menschen, von denen ich denke, dass sie oft einfach nur unzufrieden und neidisch sind. Gut gefallen haben mir auch die Lebensgeschichten und das Einbinden des Enkels von Addie. Man merkt richtig, wie er „auftaut“ und sicherer wird und sich anfängt wohlzufühlen.
Das einzige, was mich wirklich störte, war diese komische Verwendung der wörtlichen Rede. Man wusste oft nicht, wo sie anfängt und aufhört. Das gefiel mir nicht so gut.

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Veröffentlicht am 25.02.2025

Interessant

Rain Dogs
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Kommissar Sean Duffy steht vor einem rätselhaften Fall. Eine junge Journalistin wird im geschlossenen Burghof tot aufgefunden. Sie hat sich vom Turm gestürzt. Selbstmord. Doch die Anzeichen mehren sich, ...

Kommissar Sean Duffy steht vor einem rätselhaften Fall. Eine junge Journalistin wird im geschlossenen Burghof tot aufgefunden. Sie hat sich vom Turm gestürzt. Selbstmord. Doch die Anzeichen mehren sich, dass da etwas faul ist. Nur war niemand anderes dabei. Also doch kein Mord? Duffy hat ein Déjà-vu, so einen Fall hatte er schon. Soll ihm tatsächlich 2 x das gleiche passieren? Die Ermittlungen laufen an und ein Selbstmord wird immer unwahrscheinlicher...

Mir hat das Buch gut gefallen. Die Zeit in Nordirland, speziell in Belfast, in den 1990er Jahren wird gut beschrieben, die schwierige Situation eines Polizisten sozusagen zwischen allen Fronten. Das fand ich sehr interessant.
Die Geschichte selbst ist ein solider Krimi. Es wird ermittelt, als Leser kann man die Schritte nachvollziehen. Für mich war es manchmal ein wenig zu ausführlich, ein bisschen mehr Straffung hätte dem Buch gut getan. Und die Witze fand ich einfach nur nervig, keinesfalls lustig. Umso mehr witzig fand ich einen Großteil der oftmals trockenen, lakonisch kurzen Dialoge. Alles in allem ein sehr gut lesbares Buch. Die zu erwartende Fortsetzung würde ich gern wieder lesen.

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Veröffentlicht am 25.02.2025

Schönes Märchen

Mit jedem Jahr
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Harvey ist gerade in der 1. Klasse, als ihre Eltern bei einem Unfall sterben. Es gibt nur einen Onkel. Zu ihm würde Wanda, die Bearbeiterin vom Sozialamt, das Mädchen gern geben. Doch Jason hat eine kriminelle ...

Harvey ist gerade in der 1. Klasse, als ihre Eltern bei einem Unfall sterben. Es gibt nur einen Onkel. Zu ihm würde Wanda, die Bearbeiterin vom Sozialamt, das Mädchen gern geben. Doch Jason hat eine kriminelle Vergangenheit mit Drogen, Schlägereien und Gefängnisaufenthalt...

Für mich war das Buch am Ende ein schönes modernes Märchen. Es war wunderbar lesbar und ich hätte es wohl in einer Nacht durchgelesen, wenn ich nicht an die Arbeit und die Müdigkeit am nächsten Tag gedacht hätte. Erzählt wird alles in Rückblenden und es ist interessant, die Entwicklung von Jason zu verfolgen, auch die von Harvey, doch die ist eher typisch für ein Kind, während Jason anders ist. Interessant ist auch, wie unterschiedlich die Erinnerungen von beiden an die gemeinsam verbrachte Zeit und die einzelnen Erlebnisse sind. Man lernt viel über Familie, Freundschaft, Hilfe, Entscheidungen, Veränderungen. Den Punktabzug gibt es von mir für die unrealistische Ausgangssituation. In wohl keinem Land mit einem funktionierenden System zum Schutz der Kinder hätte Jason seine Nichte zur Betreuung bekommen bei seiner Vergangenheit und das wäre mir auch verständlich gewesen. Und das Ende war dann leider auch etwas überzogen. Wie gesagt ein modernes Märchen. Aber so gut geschrieben, dass ich dafür auf jeden Fall eine Leseempfehlung ausspreche.

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