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Veröffentlicht am 10.07.2025

Eine zweite Chance für die Liebe - gewohnt wortgewandte Geschichte um das Ringen um Vertrauen, die sich leider ein wenig im Kreis dreht

Und plötzlich ist es wunderbar
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Edie Thompson hatte als Ghostwriterin seiner Autobiografie den berühmten Hollywood-Schauspieler Elliot Owen kennen- und lieben gelernt. Die Beziehung zu einer Person im Rampenlicht und das Stehen in der ...

Edie Thompson hatte als Ghostwriterin seiner Autobiografie den berühmten Hollywood-Schauspieler Elliot Owen kennen- und lieben gelernt. Die Beziehung zu einer Person im Rampenlicht und das Stehen in der Öffentlichkeit hatten sie überfordert, weshalb Edie ihre Liebesgeschichte schweren Herzens beendet hatte.
Monate später steht Elliot unerwartet an Weihnachten vor ihrer Tür und macht ihr eine Liebeserklärung, der sie nicht widerstehen kann. Beide hatten nie aufgehört, den anderen zu lieben, aber an den Umständen hat sich nichts geändert und so merkt Edie schnell, dass sie an ihre Grenzen kommt, was ihr Herz aushalten kann.
Aufgrund der Entfernung zwischen New York in den USA und Nottingham in England sehen sich die beiden nur selten und Edie muss mehr als ihr lieb ist über ihren Liebsten aus der Presse entnehmen. Zudem tragen ihre KollegInnen in der Werbeagentur ihren Fauxpas der Vergangenheit nach, weshalb ihr neuer unvoreingenommener und charmanter Kollege Declan ein willkommener Lichtblick ist.

„Und plötzlich ist es wunderbar“ knüpft an den 2017 veröffentlichten Roman „Irgendwie hatte ich mir das anders vorgestellt“ an und gibt der gescheiterten Liebesgeschichte von Edie und Elliot eine zweite Chance. Auch wenn man Edie und Elliot durch die Geschichte neu kennenlernen kann, ist es hilfreich, den Vorgängerroman gelesen zu haben, denn es wird häufig inhaltlich darauf Bezug genommen.

Die Geschichte ist aus der Perspektive der 36-jährigen Edie geschrieben, die meint, mit Elliot den Richtigen gefunden zu haben und gleichzeitig Angst hat, dass ihre Liebe zum Scheitern verurteilt ist. Elliot ist in dieser Hinsicht wesentlich zuversichtlicher und versucht alles, um Edie ihre Zweifel zu nehmen.
So wird ein Teil der Handlung des letzten Romans wieder aufgegriffen und die Geschichte tritt dabei ein wenig auf der Stelle, wenn wegen der Diskrepanz eines einfachen Mädchens vom Land und einem reichem Filmstar gehadert wird. Eifersüchteleien, Misstrauen und Komplexe, nicht genug zu sein, prägen die Beziehung, genauso wie das unangenehme Eindringen der Presse in Elliots und Edies Privatsphäre.

Nach der emotionalen Liebeserklärung mag der Funke zwischen den beiden nicht so richtig überspringen, was womöglich der räumlichen Distanz geschuldet ist. Es gibt zu wenig gemeinsame Szenen, die ihre gemeinsame Verbindung spüren lassen und echte Emotionen wecken. Spannungsmomente kommen mehr durch die Frage auf, wer gegen Edie und Elliot integriert und die junge Beziehung durch geschickte Involvierung der Medien sabotiert. Doch je mehr Konflikte sich auftun, desto mehr Leidenschaft kommt in den Hauptfiguren auf und lässt bis zum Ende mitfiebern, ob sie aus der anfänglichen Euphorie etwas Festes entstehen lassen können.

Der Roman ist wie von der Autorin gewohnt wortgewandt, voller schlagfertiger, witziger Dialoge und interessanter Nebencharaktere. Der Schreibstil ist zudem durch zahlreiche Kurznachrichten, Pressemeldungen und Zeitungsartikel abwechslungsreich und unterhaltsam.
Die Liebesgeschichte stockt ein wenig, kann jedoch im weiteren Verlauf durch offene und ehrliche Gespräche überzeugen, die viele Wahrheiten in sich tragen, die ins wirkliche Leben übertragbar sind. Doch auch die Eingriffe in die Privatsphäre sowie die Rolle von Social Media, Paparazzi und Presse sind nicht nur sehr präsent, sondern authentisch dargestellt.

Dem Happy End zu Beginn folgt keine unbeschwerte Romanze mit Schmetterlingen im Bauch, sondern die andauernde Frage, ob die Liebe allein genug für eine stabile Beziehung ist oder ob die gegensätzlichen Lebensumstände sowie der Druck in der Öffentlichkeit zu stehen, nicht zu viel sind. Vertrauen ist die Basis, die nötig ist, um der Liebe eine Chance zu geben.

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Veröffentlicht am 19.06.2025

Spannender Thriller zu zeitgemäßer Thematik mit enttäuschender Auflösung hinsichtlich Täter und Motiv

Ausgespielt
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Die Partnervermittlung AMOR verspricht, dass Kunden spätestens nach dem sechsten Date ihr perfektes Match finden werden. So erhofft es sich auch Lana kurz vor ihrem sechsten Date mit einem Kandidaten von ...

Die Partnervermittlung AMOR verspricht, dass Kunden spätestens nach dem sechsten Date ihr perfektes Match finden werden. So erhofft es sich auch Lana kurz vor ihrem sechsten Date mit einem Kandidaten von AMOR. In derselben Nacht wird sie ermordet.
Das BKA nimmt die Ermittlungen auf und möchte dabei die erfahrene Undercover-Polizistin Olivia Dorn bei AMOR einschleusen. Die KI identifiziert Liv jedoch sofort und verängstigt sie. Liv fühlt sich selbst in ihren eigenen vier Wänden beobachtet und dennoch versucht sie an die Loveinterests von Lana zu gelangen und lernt dabei selbst einen Mann kennen, dem sie sich nicht mehr entziehen kann.
Es zeigen sich Parallelen zu einem Fall aus den 1980er-Jahren, als ein Serienmörder Kundinnen der Partneragentur CUPIDO tötete. Und dann passiert ein weiterer Mord.

Der Roman handelt auf zwei Zeitebenen. 1986/1987 ermittelt die frisch beförderte Kriminalbeamtin Alice Gerber um die Serienmorde im Zusammenhang mit der Partnervermittlung CUPIDO aufzuklären. Innerhalb der eigenen Reihen hat sie als Frau in leitender Funktion im Polizeidienst mit Widerständen zu kämpfen. Treu an ihrer Seite ist jedoch Bernhard Moser, der selbst als Quereinsteiger neu beim BKA ist.

In der Gegenwart wird Liv Dorn nach einem misslungenen Einsatz im Rotlichtmilieu als Undercover-Polizistin bei AMOR eingeschleust. Nach einer erfolgreichen Registrierung bei der Partneragentur trifft sie die Männer, die das Mordopfer zuletzt gedatet hat. Dabei verliebt sie sich selbst in einen von ihnen, ermittelt gleichzeitig unter ihrem Vorgesetzten Moser und gelangt unweigerlich in einen Konflikt, denn ihr Match könnte der gesuchte Mörder sein.

Der Roman ist spannend aufgebaut, denn wie genau die beiden Fälle in der Gegenwart und der Vergangenheit nach fast 40 Jahren zusammenhängen können, ist kaum zu erahnen.
Der stetige Wechsel zwischen Alice in den Jahren 1986/87 und Liv in der Gegenwart sowie die sehr kurzen Kapitel sorgen für Dynamik und einen fortwährenden Lesesog. Darüber hinaus tragen die undurchsichtigen Charaktere, mit denen es Alice und Liv zu tun haben, dazu bei, dass nicht einmal den eigenen Kollegen getraut werden kann und jeder zeitweise verdächtig wirkt.

Die zahlreichen Nebenfiguren, die zum Teil in beiden Zeitebenen eine Rolle spielen und die sehr kurzen Kapitel sorgen jedoch auch für Verwirrung und abrupte Szenenwechsel, so dass Konzentration erforderlich ist.
Ganz rund erscheint zudem nicht, dass Olivia Dorn einerseits im Undercover-Einsatz sein soll und andererseits als BKA-Beamtin ermittelt. Die Vermischung ihrer Funktionen ist nicht nur gefährlich, sondern erscheint auch nicht realistisch. Auch ist schade, dass ihre erwähnte "außergewöhnliche Begabung" so gar nicht zur Geltung kommt.

Das Ende wartet mit einigen Wendungen und einem thrillertypischen Showdown auf. Auch wenn der Mörder entlarvt wird, ist die Auflösung nicht ganz befriedigend. Hintergrund und Motivation des Täters sind fragwürdig, aber besonders ernüchternd ist, dass die Ausgangslage keine Rolle mehr spielte, AMOR und KI keine Relevanz mehr hatte und Erklärungen dazu fehlten.

Trotz kleinerer Schwächen ist der Thriller durchgehend spannend und regt zu reichlich Spekulationen über Täter, Motiv und Rolle der Hauptfiguren an. Livs Privatleben mit der unaufhörlichen Suche nach ihrer seit Jahren vermissten Schwester weckt zudem Potenzial für eine Buchreihe um die verdeckte Ermittlerin.

  • Einzelne Kategorien
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Veröffentlicht am 01.05.2025

Die Todesdame und ihre Prophezeiungen - bestimmt das Schicksal oder der freie Wille über Leben und Tod?

Vorsehung
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Auf einem australischen Inlandsflug ist eine ältere Dame an Bord, die bevor eine der Flugbegleiter sie aufhalten kann, durch die Reihen geht und die Passagiere mit ihrem Sterbealter und ihrer Todesursache ...

Auf einem australischen Inlandsflug ist eine ältere Dame an Bord, die bevor eine der Flugbegleiter sie aufhalten kann, durch die Reihen geht und die Passagiere mit ihrem Sterbealter und ihrer Todesursache konfrontiert. Die einen halten die Lady für verrückt, die anderen für eine Hellseherin.
Nach der Landung kehren die Passagiere in ihre Leben zurück, aber viele sind verunsichert, haben Angst vor einer Krankheit, befürchten einen Unfall oder sorgen sich um Angehörige.
Als die ersten Vorhersagen eintreten und Menschen genauso sterben wie die Lady es behauptet hat, ruft dies Reaktionen hervor. Kann das Unvermeidliche verhindert werden oder handelt es sich gar um sich selbst erfüllende Prophezeiungen?

Der Roman entwickelt passend zum Cover ein interessantes Szenario zum Schmetterlingseffekt, das nachdenklich stimmt.
Die Geschichte wird aus wechselnden Perspektiven erzählt, wobei gezielt einzelne Passagiere in den Vordergrund rücken, so dass sie trotz der Vielzahl an Personen nicht ausufert. Durch die Bildung von Allianzen unter den Passagieren und die Berichterstattung der Medien über vorhergesagte Todesfälle können sie die weitere Entwicklung ihrer Leidgenossen verfolgen können, was die losen Handlungsstränge miteinander verknüpft.
Jedes zweite Kapitel ist aus der Sicht der Todesdame geschildert, die ihre eigene Biographie darlegt und damit auch den Versuch einer Erklärung für ihre Prophezeiungen gibt.

Die Aussagen der alten Dame bleiben nicht ohne Effekt. Die einen setzen auf körperliche und mentale Gesundheit, agieren vorsichtiger oder versuchen vermeintlich gefährdete Angehörige zu schützen, um einen (zu) frühen Tod vorzubeugen. Die anderen gehen bewusst Risiken ein, in dem Bewusstsein, noch viele Jahre vor sich zu haben. Allen gleich ist das Klammern am Leben und das Setzen auf Hoffnung. Hoffen, dass die Vorhersage einer geringen Lebenserwartung nicht eintrifft und die eines langen Lebens wahr wird.

Es sind ganz natürliche Reaktionen, die hervorgerufen werden, weshalb man sich in jede Figur gut hineinversetzen kann. Allerdings sind es zu viele, als dass man eine wirkliche emotionale Nähe aufbauen könnte. Die Geschichte ist deshalb wenig dramatisch oder emotional und macht mehr durch die existentiellen Fragestellungen neugierig, als durch einen ausgefeilten gruseligen oder mysteriösen Plot. So kann man sich stellvertretend durch die Charaktere mit der eigenen Sterblichkeit beschäftigen, ob es so etwas wie Schicksal gibt oder ob das Leben vom freien Willen gesteuert ist.
Der Roman gibt vielseitige und interessante Einblicke in verschiedene Leben, die Angst vor Ungewissheiten und Kontrollverlust. Trotz der Beschäftigung mit dem Tod ist das Buch nicht traurig, sondern weckt ein Bewusstsein für die Sterblichkeit. Plattitüden, wie jeden Augenblick zu genießen, bis es keinen mehr gibt, bleiben dabei nicht aus.

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Veröffentlicht am 25.02.2025

Eine romantische Auszeit in Italien - eine undramatische, aber abwechslungsreiche und lebendige Geschichte über die Suche nach Liebe und Familie.

Die kleine Villa in Italien
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Lia hat vor Kurzem durch einen Zufall erfahren, dass ihr Vater nicht ihr leiblicher Vater ist. Ihre Mutter erzählte ihr sodann von einer kurzen Romanze mit einem Italiener, der Schauspieler in Hollywood ...

Lia hat vor Kurzem durch einen Zufall erfahren, dass ihr Vater nicht ihr leiblicher Vater ist. Ihre Mutter erzählte ihr sodann von einer kurzen Romanze mit einem Italiener, der Schauspieler in Hollywood geworden ist. Lia möchte Ernesto kennenlernen und reist dafür an die Amalfiküste nach Italien, wo er die Sommer mit seiner Familie verbringt. Zuvor hatte Lia versucht, ihren Vater über sein Management zu kontaktieren, war jedoch an Raphael Knight gescheitert.
In Italien stellt sich heraus, dass Raph Ernestos Stiefsohn ist und Lia für eine der vielen Betrügerinnen hält, die behaupten, ein uneheliches Kind Ernestos zu sein. Unerwartet herzlich wird Lia jedoch von Ernesto und seiner Familie aufgenommen und in eine der Gästesuiten der Villa eingeladen. Während Lia Zeit mit der quirligen Patchworkfamilie verbringt und das Flair Italiens genießt, kann sie Raph nicht ausweichen, gegen dessen Misstrauen sie sich zur Wehr setzen muss.

"Die kleine Villa in Italien" ist Band 11 der Reihe "Romantic Escapes" und als eigene Geschichte unabhängig von den Teilen davor zu lesen.

Lia ist in Italien, um nicht nur ihren fremden Vater kennenzulernen, sondern auch um Inspiration für ihre Kunst und den Auftrag eines italienischen Restaurants in London zu erhalten. Sie trifft dort auf eine reiche, aber dennoch sehr bodenständige Familie, die sie warmherzig willkommen heißt. Für Lia ist der Kontrast enorm, denn sie war verletzt von der Lüge ihrer Mutter über ihre Herkunft überstürzt abgereist, fühlt sich entwurzelt und leer. Sie spürt mehr den Verlust der gewohnten Familie, als den Zugewinn einer neuen. Ihre Sehnsucht nach Zugehörigkeit ist groß und dir Gastfreundschaft der Salvatores macht es ihr leicht, auch wenn sie sich zunächst vor Raph behaupten muss, der einen ausgeprägten Beschützerinstinkt hat. Die Spannung zwischen den beiden lässt unter der Sonne Italiens jedoch bald die Funken sprühen.

Die Geschichte erfüllt als "romantische Auszeit" die Erwartung der Reihe. Sie vermittelt Leichtigkeit und Urlaubsstimmung und durch die anschaulichen Beschreibungen hat man sonnige Bilder im Kopf und den Duft von frischer Pasta, Zitronen oder dem salzigen Meer in der Nase.
Auch wenn Lia sich verraten fühlt, unter der Lebenslüge über ihre Wurzeln leidet und auf Distanz zu ihrer Primärfamilie geht, ist die Stimmung nicht betrüblich und die Geschichte wenig anspruchsvoll oder tiefsinnig. Im Vordergrund stehen neben den Flirts und plumpen Kuppelversuchen von Raphs Mutter vor allem die Atmosphäre und der Genuss. Der Roman liest sich über weite Teile wie ein kulinarischer Reisebericht, führt durch Zitronenhaine zur Weltstadt des Thunfischs bis zur besten Pizza in Neapel. Es wird gekocht, gegessen und die Highlights der Amalfiküste entdeckt.

Die Geschichte ist abwechslungsreich, lebendig und hat auch dank der liebenswerten Charaktere ihren Charme, ist als reine sommerliche Unterhaltungslektüre allerdings wenig feinfühlig oder emotional. Die eigentlichen Probleme der Identitätskrise, der verletzten Gefühle und des Misstrauens, mit denen sich die Hauptfiguren Lia und Raph konfrontiert sehen, treten für Liebe und Flair in den Hintergrund.

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Veröffentlicht am 06.02.2025

Originelles Locked-Room-Szenario mit überraschendem Plottwist, jedoch nicht durchgehend spannend

Das Dinner – Alle am Tisch sind gute Freunde. Oder?
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Jonathan und Lotta veranstalten in ihrem Restaurant in der Eifel ein Krimidinner und möchten damit an eine alte Freundschaft anknüpfen, die vor fünf Jahren von dem Verschwinden von Maria, Lottas bester ...

Jonathan und Lotta veranstalten in ihrem Restaurant in der Eifel ein Krimidinner und möchten damit an eine alte Freundschaft anknüpfen, die vor fünf Jahren von dem Verschwinden von Maria, Lottas bester Freundin, erschüttert wurde. Schon nach dem Aperitif zeigen sich erste Parallelen der fiktiven Krimihandlung des Spiels mit dem Tag vor fünf Jahren. Es scheint, als habe jemand absichtlich für die Freundesgruppe ein solches Spiel inszeniert, um die Vergangenheit aufzurollen und zu klären, was mit Maria passiert ist. Misstrauen herrscht unter den Freunden und die Situation in dem abgelegenen Restaurant, um das ein Sturm tobt, spannt sich weiter an, als deutlich wird, dass jemand den vermeintlichen Mörder von Maria unter ihnen vermutet.

Der Roman ist originell aus drei Erzählebenen aufgebaut: das Dinner und das Treffen der Freunde in der Gegenwart, die Krimihandlung, in der jeder von ihnen eine Rolle erhält und der Besuch eines Festivals vor fünf Jahren, wo sie Maria zum letzten Mal gesehen haben.
Dabei wird die Geschichte aus wechselnden Perspektiven der fünf Hauptfiguren erzählt. Verwirrung gibt es trotzdem keine, denn Ort und Zeit sind eingangs jeweils angegeben und die Rollennamen ähneln den echten Namen, so dass die Identitäten klar sind.

Sympathisch ist keiner der Charaktere und auch die Freundschaft fühlt sich gegenwärtig und in der Vergangenheit toxisch an. Geheimnisse, Neid und Misstrauen stehen zwischen ihnen. Dazu kommt ein reger Konsum von Alkohol und Drogen, der die Hemmschwelle sinken lässt und das Gehirn vernebelt.

Spannung wird anfangs aufgebaut, flacht jedoch ab, als das Spiel vorzeitig endet. Während man wie ein Voyeur auf die sechs Freunde blickt, die ihre kompromittierenden Geheimnisse bewahren möchten, drehen sich die Dialoge ermüdend im Kreis. Schuldzuweisungen und Verdächtigungen werden ausgesprochen und eine sehr offensichtliche Tatsache aus der Vergangenheit als Geheimnis offenbart.
Fast alle haben eine Schuld auf sich genommen oder ein Motiv, Maria zu beseitigen. Selbst als die Hüllen fallen und immer mehr Details über die Vergangenheit ans Licht kommen, bleibt lange im Verborgenen, was mit Maria geschehen ist.

Das Locked-Room-Szenario ist mit dem inszenierten Krimidinner erfrischend anders und als Idee einer erzwungenen Aufklärung der Vergangenheit originell. Das Potenzial wird durch das vorzeitige Ende des Spiels jedoch nicht ganz ausgeschöpft.
Auch wenn es für einen Thriller nicht relevant ist, die Charaktere zu mögen, agieren hier zu viele Charaktere mit Lastern, denen man eine Freundschaft nicht wirklich abkauft. Das letzte Drittel zieht sich durch ewiges Lamentieren arg in die Länge bis die Situation eskaliert. Der Plottwist am Ende ist jedoch raffiniert, liefert eine logische Erklärung und versöhnt mit dem langen Vorlauf, indem es vieles zu hinterfragen galt.

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