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Veröffentlicht am 03.03.2025

Memoir

Wir hätten Freunde sein können, mein Vater und ich
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Raja Shehadeh schafft mit diesem Memoir ein Porträt seines Vaters Aziz und gleichzeitig eine Analyse der politischen Ereignisse rund um Palästina, Westjordanland und Israel seit den fünfziger Jahren.
Das ...

Raja Shehadeh schafft mit diesem Memoir ein Porträt seines Vaters Aziz und gleichzeitig eine Analyse der politischen Ereignisse rund um Palästina, Westjordanland und Israel seit den fünfziger Jahren.
Das Buch ist sachlich gehalten, manchmal etwas trocken, aber sehr informativ.
Der Titel deutet an, dass das Verhältnis zwischen Vater und Sohn teilweise distanziert war. Aziz Shehadeh war Anwalt und Aktivist, auch sein Sohn Raja wurde Anwalt und arbeitete sogar mit seinem Vater zusammen. Aber sie hatten unterschiedlichen Ansichten. Während Aziz für Frieden und eine Zweistaatenlösung war und auf juristischen Weg Erfolge erzielte, war Raja Menschenrechtsaktivist und als junger Mann sehr kritisch gegenüber Israel.
1985 wurde der Vater ermordet. Jahrzehnte später betrachtet der Sohn das Leben des Vaters voller Anteilnahme und Respekt.
Es ist Memoir von Relevanz, da es über das rein private hinausgeht und das Leben eines Mannes würdigt.

Veröffentlicht am 28.02.2025

Die weiße Hirschkuh

Hier draußen
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Dieses Romandebüt ist für den LitCologne-Debütpreis nominiert. Da ist man als Leser besonders gespannt.
Ein Paar, Lara und Ingo, ziehen mit ihren Kindern aufs Land.
Schon zu Beginn gibt es einen Zwischenfall ...

Dieses Romandebüt ist für den LitCologne-Debütpreis nominiert. Da ist man als Leser besonders gespannt.
Ein Paar, Lara und Ingo, ziehen mit ihren Kindern aufs Land.
Schon zu Beginn gibt es einen Zwischenfall mit einem Wildunfall, eine weiße Hirschkuh. Das bringt Unglück.
Eine Rolle spielen auch die Nachbarn: die Bauern Uwe Hennemann und Enno Wirtz, Tove, Söhnke, Jutta und Armin. Es gibt also viel Romanpersonal.
Das Buch ist sehr von seinem Schauplatz in Schleswig-Hosleing geprägt. Das Norddeutsche Naturell steht im Vordergrund. Dabei verzichtet die Autorin auf übliche Klischees. Sie schildert realistsich und glaubwürdig und vermittelt auch das Lebensgefühl aller Figuren ganz gut.
Kritisch muss ich aber sagen, dass mich die Figuren teilweise nicht so richtig erreichen. Das liegt daran, dass sie weit weniger komplex angelegt sind als zum Beispiel die Figuren aus den vergleichbaren Romanen von Reinhard Kaiser-Mühlecker.
Davon abgesehen liest sich Hier draußen flott und gut!

Veröffentlicht am 27.02.2025

Eine zerbrechliche Gemeinschaft

Hier. Dort. Fort
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Angelika Waldi ist eine erfahrene Schweizer Autorin mit einem ganz eigenen, eigenwilligen Stil, an den man sich erst gewöhnen muss. Es sind kurze Sätze, prägnant. Die Perspektiven wechseln. Am wichtigsten ...

Angelika Waldi ist eine erfahrene Schweizer Autorin mit einem ganz eigenen, eigenwilligen Stil, an den man sich erst gewöhnen muss. Es sind kurze Sätze, prägnant. Die Perspektiven wechseln. Am wichtigsten sind Mina und ihr Mann Rick sowie die Jugendliche Effi, die schließlich aufeinandertreffen. Denn Mon ist bereit die elternlose und orientierungslose Effi bei sich aufzunehmen. Und dann ist da noch Tom, in den Effi sich verliebt. Wie es mit dieser zerbrechlich wirkenden Gemeinschaft weitergeht, sei hier noch nicht verraten. Es ist ein interessantes Buch.

Veröffentlicht am 27.02.2025

Der Familiengeschichte auf der Spur

Unentdeckt
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Gabriela Wiener vereint mehrere Themen in ihrem ungewöhnlichen, autofiktionalen Buch.
Zum einen ist es die Geschichte ihres Vaters, der lange Jahre eine Geliebte hatte, mit der auch ein Kind und der gerade ...

Gabriela Wiener vereint mehrere Themen in ihrem ungewöhnlichen, autofiktionalen Buch.
Zum einen ist es die Geschichte ihres Vaters, der lange Jahre eine Geliebte hatte, mit der auch ein Kind und der gerade gestorben ist.
Zudem spürt Wiener der Geschichte ihres Urgroßvaters, Charles Wiener nach.
Und zuletzt ist es auch ihre Geschichte zwischen Peru und Spanien, z.B. wie sie schon als Kind Rassismus erlebte oder wie sie in Madrid in einer Dreierbeziehung Freiheit empfand.

Einiges an dem Buch fand ich interessant, stilistisch blieb ich etwas skeptisch. Manches erreichte mich, anderes weniger. Insgesamt ist es aber eine gute Arbeit.

Das Buch war auf der Longlist des Booker Awards und hatte viel Aufmerksamkeit bekommen.

Veröffentlicht am 27.02.2025

Kates Kaltschnäuzigkeit

Weit draußen in Alaska
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Mit Weit draußen in Alaska geht Dana Stabenows Reihe um Kate Shugak weiter. Es ist der direkter Nachfolger von In der Kälte Alaskas, kann aber vollkommen unabhängig gelesen werden.
Noch immer lebt Kate ...

Mit Weit draußen in Alaska geht Dana Stabenows Reihe um Kate Shugak weiter. Es ist der direkter Nachfolger von In der Kälte Alaskas, kann aber vollkommen unabhängig gelesen werden.
Noch immer lebt Kate mit ihrer Hündin Mutt in der abgelegene Wildnis von Alaska, mit gelegentlich Besuchen ihres on-off-Boyfriends Jack.
Es geht schon ziemlich dramatisch los. Ein geradliniger Plot. Es wird sehr konzentriert, vor allem im letzten Drittel des Buches.
Kates Kaltschnäuzigkeit ist imponierend. Doch thematisch tiefer wird es nicht, dabei gäbe es einiges an Potential, der im ersten Teil angelegt wurde. Es bleibt also noch viel in den kommenden Teilen auszuschöpfen.