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Veröffentlicht am 01.04.2025

Der langsame Niedergang eines großen Reiches

Das Erbe der Karolinger
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„Das Erbe der Karolinger“ ist ein historischer Roman von Claudius Crönert.
Ludwig I., Kaiser des Fränkischen Reiches, tritt als Sohn und Nachfolger von Karl dem Großen in sehr große Fußstapfen. Um seine ...

„Das Erbe der Karolinger“ ist ein historischer Roman von Claudius Crönert.
Ludwig I., Kaiser des Fränkischen Reiches, tritt als Sohn und Nachfolger von Karl dem Großen in sehr große Fußstapfen. Um seine eigene Nachfolge früh zu regeln und damit die Einheit des Reiches weiter zu sichern, bricht er mit bis dahin üblichen Traditionen und ernennt seinen ältesten Sohn Lothar zum Mitkaiser. So möchte Ludwig I. verhindern, dass das Frankenreich nach seinem Tod unter seinen Söhnen aufgeteilt und damit immer kleiner wird. Schnell zeigt sich jedoch, dass Ludwig und sein Sohn Lothar unterschiedliche Vorstellungen von der Führung des Reiches haben. Während Ludwig allem voran um Frieden bemüht ist, will Lothar die Interessen des Reiches und vor allem seine eigene Macht mit aller Härte durchsetzen. Als Ludwig in zweiter Ehe Judith heiratet – eine Frau, für die auch sein Sohn Interesse gezeigt hat – schwelt der Streit immer mehr. Das Erbe von Karl dem Großen und damit die Einheit des großen Frankenreiches ist in Gefahr und scheint unter der Uneinigkeit der Familie zu zerbrechen.
Mit seinem historischen Romanepos, der in einem sehr edlen Gewand daherkommt, hat der Autor auf über 800 Seiten die Zeitspanne von 817 – 840 n.Chr. eingefangen. In 5 Teilen beleuchtet er dabei die Zuspitzung des Konflikts zwischen Vater und Sohn und wie Neid und Gier zu Streit und Krieg führen.

Die Schreibweise ist sehr flüssig und anschaulich. Die damaligen Lebensverhältnisse wurden gut eingefangen. Vor allem auch die Stellung der Frau wurde mehr als deutlich.
Die Protagonisten – allen voran Ludwig I. und Lothar – wurden authentisch gezeichnet. Mir hat hier sehr gefallen, dass beide mit ihren Stärken und Schwächen gezeigt wurden, sodass man als Leser durchaus erkennen konnte, dass die Ausgangslage nicht ganz so einfach war, um eine Einigkeit der Parteien herbeizuführen.

Die vielen verschiedenen innen- als auch außenpolitischen Herausforderungen, vor denen das Frankenreich zur damaligen Zeit stand, wurden sehr gut erklärt. Ludwig, der Fromme, stand als Herrscher dieses riesigen Reiches vor enormen Herausforderungen. Nicht nur die großen Entfernungen spielten dabei eine Rolle, sondern auch die Machtsicherung durch Allianzen, Verhandlungen, aber auch Krieg.
Auch wenn es viele Namen im Roman gab, konnte man diese nach kurzer Zeit sehr gut zuordnen.

Besonders gefallen hat mir die Rolle der Judith als kluge und diplomatische Persönlichkeit. Im Nachwort des Autors wird noch einmal verdeutlicht, dass es bei ihr unterschiedliche Auffassungen gibt, doch wie war sie wirklich?
Auch Emma als Frau vom jüngeren Ludwig hat mir in ihrer Persönlichkeit sehr gut gefallen.
So haben die Frauen in Zeiten der dominanten Männer in diesem Roman ihre berechtigte Rolle erhalten.

Der Roman war für mich eine sehr interessante Geschichtsstunde über eine Zeit, die nachhaltig das Bild von Europa wie es heute ist, geprägt hat. Dem Autor ist es sehr gut gelungen, Fakten mit Fiktivem zu verknüpfen und zu einer unterhaltsamen Geschichte zu verbinden.
Ich kann dieses Buch jedem Freund historischer Romane nur ans Herz legen und vergebe 5 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 25.03.2025

Das kleine Bücherschiff zum Verlieben

Neues Glück auf dem kleinen Bücherschiff
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Zum dritten und letzten Mal entführt Tessa Hansen ihre Leserinnen und Leser mit „Neues Glück auf dem kleinen Bücherschiff“ auf die kleine Barkasse im Hamburger Museumshafen.
Lilly kommt zurück nach Hamburg, ...

Zum dritten und letzten Mal entführt Tessa Hansen ihre Leserinnen und Leser mit „Neues Glück auf dem kleinen Bücherschiff“ auf die kleine Barkasse im Hamburger Museumshafen.
Lilly kommt zurück nach Hamburg, um sich um ihre Großtante zu kümmern, der es gesundheitlich nicht gut geht. Dabei handelt es sich um keine andere als die Stammkundin des „Kleinen Bücherschiffs“ Frau Tietgen, die täglich im Ohrensessel der schwimmenden Buchhandlung zu finden ist und über jeden Tratsch Bescheid weiß. So macht auch Lilly schnell Bekanntschaft mit der Besatzung der kleinen Buchhandlung – allen voran den Inhaberinnen Katja und Miri, aber auch dem neuen Mitteilhaber Pablo, der ihr Herz höherschlagen lässt. Das Angebot, auf dem Bücherschiff als Aushilfe tätig zu werden, nimmt Lilly gerne an. Während ihr Flirt mit Pablo immer intensiver wird, muss sich Lilly auch ihrer Vergangenheit stellen, denn eigentlich möchte sie sich nicht fest binden und Hamburg schnellstmöglich wieder verlassen, sobald es ihrer Tante wieder besser geht.
Der Autorin gelingt es wie bereits in den Vorgängerbänden dieser Trilogie, dass man sich als Leser von Beginn an sofort wieder wohl fühlt in der Geschichte.
Die heimelige Atmosphäre in der kleinen Buchhandlung ist einfach nur schön und ich würde selber gern mal in einer der Nischen Platz nehmen und ein Buch zur Hand nehmen.
Ich habe mich beim Lesen richtig gefreut, liebgewonnene Charaktere wieder zu treffen und deren Geschichten weiter zu verfolgen, aber auch die neue Liebesgeschichte zwischen Lilly und Pablo, die natürlich wieder nicht ohne Höhen und Tiefen ausgekommen ist, zu begleiten.
In diesem Teil waren einige sehr emotionale Momente und auch traurige Abschiede dabei, die aber zum Leben genauso dazugehören wie Liebe und Freundschaft.
Als sehr gelungen empfand ich die wohlplatzierten Buchempfehlungen, wobei ich mich am meisten darüber gefreut habe, die Lichterhaven-Reihe von Petra Schier zu entdecken, die ich selber gerne lese. Einige Autoren und Empfehlungen habe ich mir sogar auf meine Liste gesetzt.
Auch der Beruf der Buchhändlerin und deren Anforderungen wurden in diesem Buch sehr gut beschrieben. So einfach wie manch einer sich diesen Beruf vorstellt, scheint er nicht zu sein.
Tessa Hansen ist es mit dieser Reihe durchweg gelungen, mir ein wohliges Gefühl zu vermitteln.
Ich kann diese somit nur empfehlen und es gibt klare 5 von 5 Sternen. Ich schließe mit den Worten:
„Jeder Tag ist der perfekte Tag, um Bücher zu kaufen!“

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Veröffentlicht am 13.03.2025

Hochspannender Auftakt einer Thriller-Trilogie

Echokammer
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Die Wahl für das norwegische Parlament steht kurz bevor, doch gleichzeitig befindet sich das Land in akuter Terrorgefahr. Das Ermittlerduo Liselott Benjamin und Martin Tong versuchen unter Hochdruck einen ...

Die Wahl für das norwegische Parlament steht kurz bevor, doch gleichzeitig befindet sich das Land in akuter Terrorgefahr. Das Ermittlerduo Liselott Benjamin und Martin Tong versuchen unter Hochdruck einen rechtsextremistischen Anschlag mit dem hochgiftigen Rizin abzuwenden und damit unzählige Menschenleben zu retten. Doch die Ermittler tappen vollkommen im Dunkeln, auf welche Ziele es die Terroristen abgesehen haben könnten.
Gleichzeitig ist der Wahlkampf mit seinen Ränkespielen in vollem Gange und das Land kommt nicht zur Ruhe.
„Echokammer“ ist der Auftakt einer Thriller-Trilogie vom norwegischen Autor Ingar Johnsrud
Mit seiner hochaktuellen Thematik und rasant-spannenden Schreibweise hat mich der Autor von Beginn an in seinen Bann gezogen.
Die Beschreibungen des norwegischen Wahlkampfes, den Intrigen und Strategiespielen rund um die Machtpositionen innerhalb der politischen Parteien waren so authentisch und realistisch beschrieben, dass man fast dachte, man würde Nachrichten aus dem aktuellen Zeitgeschehen verfolgen.
Auch die Hintergründe der rechtsextremistischen Szene, die Beweggründe von Jugendlichen, die es in dieses Milieu zieht, die Unzufriedenheit von großen Bevölkerungsteilen mit der aktuellen Politik, die immer häufiger zu solchen extremen Gruppen führt, waren greifbar dargestellt und erschreckenderweise kann man sich ähnliche Szenarien plausibel auch in anderen demokratischen Ländern sehr gut vorstellen.
Zu Beginn der Lektüre musste ich mich sehr konzentrieren, um die sehr umfangreich auftretenden Namen aus Politik, Fernsehen und Polizeiapparat nicht durcheinanderzuwürfeln, aber mit der Zeit konnte man die handelnden Personen gut zuordnen.
Die Hauptermittler Liselott Benjamin und Martin Tong waren mir beide sympathisch und es klang in diesem ersten Band auch schon teilweise ein Stück ihrer Hintergrundgeschichten an. Ich gehe davon aus, dass wir von den beiden noch einiges in den Folgebänden erfahren werden.
Die Spannung hielt über das gesamte Buch an und der Autor hat es geschafft, mich mit einigen Twists zum Schluss hin noch zu überraschen.

Auch der Cliffhanger zum Schluss lässt auf einen weiteren spannenden Teil hoffen. Ich werde dieser Thriller-Reihe auf jeden Fall treu bleiben, da dieser erste Band mich vollkommen überzeugt hat. Von mir gibt es daher 5 von 5 Sternen und eine klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 27.02.2025

Das Böse in den eigenen vier Wänden

Don't Let Her Stay
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„Don´t let her stay – Wenn das Böse Einzug hält“ ist ein spannungsgeladener Thriller von Nicola Sanders.

Joanne lebt zusammen mit ihrem Mann Richard und ihrer 5 Monate alten Tochter Evie in einem großen ...

„Don´t let her stay – Wenn das Böse Einzug hält“ ist ein spannungsgeladener Thriller von Nicola Sanders.

Joanne lebt zusammen mit ihrem Mann Richard und ihrer 5 Monate alten Tochter Evie in einem großen wunderschönen Landhaus weit weg von London. Die kleine Familie hat alles, was sie sich wünschen kann und Joanna keinen Grund zu klagen. Doch als die 20-jährige Chloe, Tochter aus erster Ehe von Richard, bei ihnen unverhofft einzieht, ändert sich alles.
Sie bietet an, längerfristig zu verweilen und Joanne bei der Sorge um die kleine Evie zu unterstützen, doch in Joanne reift immer mehr das Gefühl, dass mit Chloe etwas nicht stimmt. Oder ist es Joanne selber, die langsam den Verstand verliert?
Bereits das Cover des Thrillers hinterlässt ein mulmiges Gefühl und genauso ist der Schreibstil der Autorin.
Von Beginn an wird eine unterschwellige Spannung aufgebaut.
Wie oft ich mich in diesem Thriller über die perfiden Spielchen von Chloe geärgert, mich gleichzeitig jedoch gefragt habe, ob vielleicht doch alles ganz anders ist, kann ich nicht zählen. Der Autorin gelingt es, ihre Protagonisten, deren Vergangenheit und Gefühlsregungen geschickt zu verweben, sodass man als Leser zwischenzeitlich an seinem eigenen Urteil zweifelt.
Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, da mich die Story so sehr gefesselt hat und ich unbedingt wissen wollte, wie es ausgeht.
Das Ende ist grandios – ich hatte es zwar die ganze Zeit vermutet, war jedoch trotzdem geschockt.

Fazit:
Ein absoluter Pageturner mit einigen Twists. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung für dieses Thriller-Highlight!

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Veröffentlicht am 12.02.2025

Spannende Urban-Fantasy mit emotionaler Tiefe!

If the Moon Triumphs
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Eine Hexe braucht einen Zirkel, aber was ist, wenn man eigentlich keine Hexe sein will und Kräfte besitzt, die anderen nur schaden?
In „If the moon triumphs“ von Fam Schaper will Lilith keine Hexe mehr ...

Eine Hexe braucht einen Zirkel, aber was ist, wenn man eigentlich keine Hexe sein will und Kräfte besitzt, die anderen nur schaden?
In „If the moon triumphs“ von Fam Schaper will Lilith keine Hexe mehr sein. Sie hat ihren Hexenzirkel verlassen, ihrer Magie abgeschworen und versucht ein normales Leben zu leben. Doch nach einem One-Night-Stand mit dem attraktiven Studenten Marek verwandelt sich dieser in einen Werwolf und die Sonne verschwindet. Die Nacht und der Winter scheinen nicht enden zu wollen und Lilith ist gezwungen, sich ihrer Magie zu stellen. Gemeinsam mit Marek und ihren Freunden versuchen sie einer Verschwörung auf die Spur zu kommen. Jemand will die Menschheit auslöschen. Doch wer ist hier Freund und wer Feind? Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, denn die Freunde haben nur bis zum nächsten Vollmond Zeit, dem Rätsel auf die Spur zu kommen und den Untergang der Menschheit zu verhindern.
Der Schreibstil des in sich abgeschlossenen Fantasy-Romans ist sehr bildlich und flüssig.
Die Stadt Prag mit ihren Gassen und ihrem Kopfsteinpflaster, aber auch die düstere Atmosphäre konnte ich mir sehr gut vorstellen.
Lillith als Ich-Erzählerin kommt einem im Laufe der Geschichte sehr authentisch und nahbar vor. Ihre Gefühls- und Gedankenwelt konnte ich sehr gut nachvollziehen und sie war mir von Beginn an sympathisch.
Auch Marek ist eine tolle Hauptfigur. Jedoch merkt man bei ihm von Anfang an, dass er Dinge verheimlicht, die für die Story mit Sicherheit noch eine Rolle spielen.
Sehr gefallen haben mir die Nebenfiguren – allen voran Dario, der mir sehr ans Herz gewachsen und für mich definitiv eine der Lieblingsfiguren in diesem Roman geworden ist!
Die Charakterentwicklung und dabei auch einige überraschende Wendungen fand ich sehr gelungen.
Auch an emotionaler Tiefe fehlt es dem Roman keineswegs.
Die Mischung von nordischer Mythologie, Hexen und Werwölfen war perfekt.
Für mich war die Botschaft in diesem Roman auch eine sehr wichtige – Liebe und Freundschaft sind stärker als Hass!

Fazit:
Von mir gibt es volle 5 von 5 Sternen für diesen sehr unterhaltsamen und spannenden Fantasy-Roman und eine absolute Leseempfehlung!

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