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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.03.2025

gefühlskalt

Notizen eines Killers
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Der Thriller hat einen ansprechenden Titel und eine auffällige optische Gestaltung, sodass er mich sofort angesprochen hat. Inhaltlich beginnt er sogleich spannend, sodass mein Interesse geweckt wurde, ...

Der Thriller hat einen ansprechenden Titel und eine auffällige optische Gestaltung, sodass er mich sofort angesprochen hat. Inhaltlich beginnt er sogleich spannend, sodass mein Interesse geweckt wurde, allerdings ist er dann bald abgeflacht, durch offene Fragen, durch Wiederholungen. Als Charakter war mir Emilie sympathisch und ich hätte ihr gewünscht, dass sie das Büchlein niemals mitgenommen hätte und sich schon gar nicht damit befasst hätte, aber Neugierde liegt in der Natur der Menschen. Der Serienkiller war mir wenig überraschend nicht sympathisch. Er berichtet von seinen Taten, als ob sie ihn nicht betreffen, zeigt keine Emotionen, beschreibt bildhaft, aber fast schon neutral. Trotz der Schilderungen konnte ich keinen wirklichen Zugang in seine Gefühlswelt finden. Zuerst habe ich seine Erzählungen gut gefunden, mit der Zeit flacht der Spannungsbogen allerdings ab und das Ende konnte mich nicht zufrieden stellen. Es blieben für meinen Geschmack, zu viele offene Fragen, es wurde zu wenig aufgeklärt, passt aber insgesamt zum restlichen Teil.

Veröffentlicht am 18.03.2025

Abwärtsspirale

bruder, wenn wir nicht family sind, wer dann
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Der Roman beschreibt den Alltag von vier Freunden, unterschiedlicher Herkunft, mit ihren Problemen, Drogenmissbrauch, Kriminalität, Abstieg bis ganz nach unten. Der Schreibstil ist zu Beginn sehr gewöhnungsbedürftig, ...

Der Roman beschreibt den Alltag von vier Freunden, unterschiedlicher Herkunft, mit ihren Problemen, Drogenmissbrauch, Kriminalität, Abstieg bis ganz nach unten. Der Schreibstil ist zu Beginn sehr gewöhnungsbedürftig, alles in abgehackter Jugendsprache, mit vielen Szenebegriffen und klein geschrieben. Mit der Zeit gewöhnt man sich aber an den Stil und den Jargon und ich konnte inhaltlich gut folgen. Positiv gefallen hat mir, dass es trotz aller Probleme und negativer Grundstimmung, im Leben der Jugendlichen Personen gibt, die ihnen wichtig sind, auch außerhalb der Clique. So war die Beziehung zu den Großmüttern immer sehr innig und die Erinnerungen an sie durchwegs liebevoll. Die Abwärtsspirale ist ebenfalls gut erkennbar, so war zu Beginn noch Hoffnung auf einen Schulabschluss und eine Ausbildung, sogar der Traum von einer Anwaltskarriere, so zählt zum Schluss nur noch den Alltag irgendwie zu überstehen, Drogennachschub zu besorgen und die Hoffnung haben sie schon aufgegeben. Auch dramatische Verluste, können nicht mehr zum Umdenken des eigenen Verhaltens führen, dafür sind sie schon zu lange in der Abhängigkeit gefangen. Leider gibt es auch am Ende keinen positiven Lichtblick, sodass es insgesamt sehr düster und aussichtslos bleibt.

Veröffentlicht am 28.02.2025

durchwachsenes Lesevergnügen

Tod in Sils Maria
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Das Cover und das winterliche Flair haben mich zu Beginn angesprochen und spannende, kurzweilige, gemütliche Lesestunden versprochen. Die Thematik finde ich gut ausgewählt, ein abgeschiedenes Skihotel ...

Das Cover und das winterliche Flair haben mich zu Beginn angesprochen und spannende, kurzweilige, gemütliche Lesestunden versprochen. Die Thematik finde ich gut ausgewählt, ein abgeschiedenes Skihotel mit viel Potenzial, von verschwundenen Gästen bis zu Intrigen und Mord. Leider konnte das Potenzial aufgrund der Kürze nicht ausgeschöpft werden, zumindest waren die Geschichten für meinen Geschmack zu stark komprimiert. Eine Kurzgeschichte muss mich beim Lesen sofort fesseln und dann spannend bleiben, das habe ich bei manchen Geschichten vermisst. Die Charaktere waren auch nicht so gut ausgearbeitet, dass man eine emotionale Beziehung aufbauen konnte, denn kaum war man mit ihnen halbwegs vertraut, war es schon wieder vorbei. Die einzelnen Geschichten selbst waren mehr oder weniger spannend, durchwegs durchwachsen.

Veröffentlicht am 28.02.2025

mittelmäßig - vulgär - moralisierend

Der Gewinner
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Der Roman beginn ruhig, aus der Erzählperspektive von Connor und wird erst nach etwa einem drittel des Buches spannender. Den Sommer am Meer hätte ich mir anders vorgestellt, Connor verbringt sehr viel ...

Der Roman beginn ruhig, aus der Erzählperspektive von Connor und wird erst nach etwa einem drittel des Buches spannender. Den Sommer am Meer hätte ich mir anders vorgestellt, Connor verbringt sehr viel Zeit in seiner Hütte beim Lernen, der Tennisstunden laufen auch nicht so gut, dass er sich viel dazu verdienen könnte und er sucht wenig Kontakt zu den Jugendlichen oder verbringt seine Zeit auch kaum am Meer, obwohl er ganz nahe dran ist. Corona hat die Stimmung etwas eingetrübt, aber bei den Reichen merkt man den Unterschied nicht so stark wie anderswo. Obwohl sich Connor immer über andere beschwert und sie verurteilt, für ihr ererbtes Geld oder ihr Verhalten, benimmt er sich selbst auch nicht entsprechend. Er wird mit der Zeit immer unsympathischer, arrogant und nutzt Frauen zu seinem Vorteil aus, vor allem indem er eine Beziehung zu Emily beginnt, die ohnehin schon psychisch labil ist und gleichzeitig eine sexuelle Beziehung mit ihrer Mutter führt, da er hierfür finanziell sehr gut entlohnt wird. Er moralisiert mit zwei Maßstäben. Die Dinge, die danach geschehen, sind etwas too much und auch sprachlich hat mir die Ausdrucksweise nicht immer gut gefallen. Der Roman wirkt zweigeteilt, einerseits aufstrebende Gedanken, intellektuelles Streben und dann wiederum völlig vulgäre Sprache und Szenen, die nicht hätten sein müssen, zumindest nicht so im Detail. Dadurch hat mir der Roman nur mittelmäßig gefallen.