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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.02.2025

mittelmäßig - vulgär - moralisierend

Der Gewinner
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Der Roman beginn ruhig, aus der Erzählperspektive von Connor und wird erst nach etwa einem drittel des Buches spannender. Den Sommer am Meer hätte ich mir anders vorgestellt, Connor verbringt sehr viel ...

Der Roman beginn ruhig, aus der Erzählperspektive von Connor und wird erst nach etwa einem drittel des Buches spannender. Den Sommer am Meer hätte ich mir anders vorgestellt, Connor verbringt sehr viel Zeit in seiner Hütte beim Lernen, der Tennisstunden laufen auch nicht so gut, dass er sich viel dazu verdienen könnte und er sucht wenig Kontakt zu den Jugendlichen oder verbringt seine Zeit auch kaum am Meer, obwohl er ganz nahe dran ist. Corona hat die Stimmung etwas eingetrübt, aber bei den Reichen merkt man den Unterschied nicht so stark wie anderswo. Obwohl sich Connor immer über andere beschwert und sie verurteilt, für ihr ererbtes Geld oder ihr Verhalten, benimmt er sich selbst auch nicht entsprechend. Er wird mit der Zeit immer unsympathischer, arrogant und nutzt Frauen zu seinem Vorteil aus, vor allem indem er eine Beziehung zu Emily beginnt, die ohnehin schon psychisch labil ist und gleichzeitig eine sexuelle Beziehung mit ihrer Mutter führt, da er hierfür finanziell sehr gut entlohnt wird. Er moralisiert mit zwei Maßstäben. Die Dinge, die danach geschehen, sind etwas too much und auch sprachlich hat mir die Ausdrucksweise nicht immer gut gefallen. Der Roman wirkt zweigeteilt, einerseits aufstrebende Gedanken, intellektuelles Streben und dann wiederum völlig vulgäre Sprache und Szenen, die nicht hätten sein müssen, zumindest nicht so im Detail. Dadurch hat mir der Roman nur mittelmäßig gefallen.

Veröffentlicht am 27.02.2025

Gier und Klischees

To Die For
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Das Cover und der Titel sind ästhetisch und ansprechend, sodass sie sofort mein Interesse geweckt haben. Inhaltlich hat dies länger gedauert, denn zu Beginn werden die einzelnen Charaktere langsam eingeführt ...

Das Cover und der Titel sind ästhetisch und ansprechend, sodass sie sofort mein Interesse geweckt haben. Inhaltlich hat dies länger gedauert, denn zu Beginn werden die einzelnen Charaktere langsam eingeführt und es passiert noch nicht so viel. Erst mit dem Konkurrenzkampf und der Gier um das Geld wird es spannend und da auch nicht zugleich preisgegeben wird, wer der Tote im Pool ist, könnten mehrere Verdächtige in Frage kommen. Interessant finde ich die unterschiedlichen Sichtweisen aus der Perspektive der Maklerinnen sowie der Ermittler, die mit der Zeit ein rundes Bild vom Geschehen abgeben. Charakterlich angesprochen haben mich die Maklerinnen nicht, es waren alle eher unpersönlich und unsympathisch dargestellt. Zudem werden alle gängigen Klischees bedient, von Fremdgängern über Spielsucht und Geheimnissen aus der Vergangenheit. Der Aufruf zum Wettrennen, wer die Million an Provision bekommen wird, hat dazu beigetragen, dass alle nochmals ihre Krallen ausgefahren haben und linke Mittel ins Spiel kommen. Am besten gelungen finde ich die Vorgeschichte von Andi, die in kleinen Informationshappen nach und nach aufgeklärt wird. Am Ende werden dann alle offenen Fragen aufgeklärt und das Spiel geht in die nächste Runde.

Veröffentlicht am 23.02.2025

zu viele große Themen für ein Buch

Black Forest
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Ich bin erst mit dem elften Teil in die Serie eingestiegen, trotzdem konnte ich mich schnell hineinfinden und war mit den Charakteren vertraut. Etwas anstrengend finde ich allerdings die Themenvielfalt, ...

Ich bin erst mit dem elften Teil in die Serie eingestiegen, trotzdem konnte ich mich schnell hineinfinden und war mit den Charakteren vertraut. Etwas anstrengend finde ich allerdings die Themenvielfalt, die in einem einzigen Teil behandelt wird, hier hätte ich es besser empfunden, wenn weniger Themen, aber dafür eine geradlinigere und ausführlichere Beantwortung der offenen Fragen möglich gewesen wäre. Es geht grob gesagt von der drohenden Klimakatastrophe samt Windräderausbau über Konzerne, Lobby, Macht und Mythen, wie das Aussterben der Wölfe, über historische Themen wie die Nazizeit und Wirkungen bis in die Gegenwart, bis hin zu Konflikten aller Art, familiäre, private, beziehungstechnische. Dies alles war zu viel gewollt für eine Buch, vor allem, da jedes einzelne Thema an sich schon gewaltig ist, vielleicht hätte es besser in zwei Teile gepasst.

Veröffentlicht am 29.01.2025

eher Kurzgeschichte als Roman

Der Tag, an dem ich meinen toten Mann traf
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Der Roman wurde von einem Schriftstellerduo geschrieben, allerdings so einheitlich im Textfluss, dass man dies beim Lesen nicht bemerkt. Inhaltlich kommen einige interessante Gedankengänge vor, indem sich ...

Der Roman wurde von einem Schriftstellerduo geschrieben, allerdings so einheitlich im Textfluss, dass man dies beim Lesen nicht bemerkt. Inhaltlich kommen einige interessante Gedankengänge vor, indem sich Helene über den mysteriösen Tod ihres Mannes, über ihre Vergangenheit, Zukunft und das Stemmen des Alltages mit Beruf und drei Kindern in der aktuellen Lage macht. Manchmal schweift mir Helene gedanklich zu sprunghaft ab in ihre Anfangszeit mit Robert oder auch Situationen mit Michael waren mir zu ausführlich, dafür aktuellere Geschehnisse wieder zu kurz gegriffen. Der Roman ist mit 160 Seiten etwas kurz, sodass man sich schnell einfinden und mit den Charakteren vertraut werden muss, das Aufbauen einer tiefgreifenden Geschichte ist kaum möglich. Der Roman ist auch abrupt zu Ende und lässt die Hauptfrage komplett offen. Ich hätte mich über eine ausführlichere Behandlung des Themas gefreut, mit tiefgreifenderen Fragen, aber in diesem Fall wirkt der Roman eher wie eine Kurzgeschichte.

Veröffentlicht am 28.01.2025

trockene, unaufgeregte Erzählweise

Du hast das Recht, zu sterben
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Der Krimi hat eine interessante Erzählperspektive, aus Sicht des Täters, nicht wie ansonsten üblich aus Ermittler*innensicht. Zu Beginn werden die biografischen Daten von Bernd, ehemaliger Kripobeamter ...

Der Krimi hat eine interessante Erzählperspektive, aus Sicht des Täters, nicht wie ansonsten üblich aus Ermittler*innensicht. Zu Beginn werden die biografischen Daten von Bernd, ehemaliger Kripobeamter und jetzt Rechtsanwalt und zugleich Rächer, der Selbstjustiz verübt, aufgezählt. Diesen Teil fan d ich sehr trocken und stringent, er hätte für mich abwechslungsreicher und lebhafter sein können. Die Ausführung der Taten wird auch neutral, fast emotionslos beschrieben, sodass keine wirkliche Spannung aufkommt. Interessant wurde es für mich zum ersten Mal, als Bernds ehemaliger Kollege ihm auf die Spur kam, von da an kam etwas Schwung in die Handlung, ansonsten war der Krimi eher trocken und unaufgeregt.