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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.01.2024

Spannend, unterhaltsam, mit immer neuen Wendungen

Eine Lady hat die Wahl
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Nach dem unerwarteten Tod ihres Mannes hat Eliza plötzlich mehr Freiheiten als jemals zuvor. Dann wird sie noch von zwei Männern umworben, die unterschiedlicher nicht sein können und sie steht vor der ...

Nach dem unerwarteten Tod ihres Mannes hat Eliza plötzlich mehr Freiheiten als jemals zuvor. Dann wird sie noch von zwei Männern umworben, die unterschiedlicher nicht sein können und sie steht vor der Herausforderung, endlich ihren eigenen Weg zu gehen oder weiterhin den Konventionen der Gesellschaft zu folgen.

Die Autorin schafft es, auf spannende und unterhaltsame Weise einen Regency-Roman zu erschaffen, der nicht dem typischen Muster folgt, sondern immer neue Wendungen bereit hält. Meist ist das Ende ja bereits vorhersehbar und nur der Weg dorthin füllt die Seiten - hier ist beides vollkommen offen, auch wenn man manchmal meint, es vorauszuahnen. Besonders gelungen sind die Beschreibungen der Charaktere: Eliza, die ihren eigenen Willen entwickelt und ihre Pflichtschuldigkeit und Gehorsamkeit hinter sich lässt. Margaret als treue Freundin, die unterhaltsam und schlagfertig ist, Melville der Lebemann oder Somerset, Eliza’s große Jugendliebe.
Ich habe bereits Sophie Irwins erstes Buch gelesen und dieses hat mir noch besser gefallen. Ihr Stil ist eingängig und die Zeit vergeht während des Lesens wie im Flug. Wer gerne Regency-Romane liest, wird diesen lieben.

Veröffentlicht am 02.03.2025

Atmosphärischer Generationenroman

Flusslinien
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In Flusslinien folgt man der Geschichte dreier ineinander verwobener Leben, geprägt von Verlust, Stärke, Enttäuschungen, Mut, Schuld und Liebe. Da ist die über hundertjährige Margrit, die über ihr Leben ...

In Flusslinien folgt man der Geschichte dreier ineinander verwobener Leben, geprägt von Verlust, Stärke, Enttäuschungen, Mut, Schuld und Liebe. Da ist die über hundertjährige Margrit, die über ihr Leben und das Leben und die Beziehung ihrer Mutter zu einer Frau sinniert. Luzie, ihre Enkelin, welche die Schule hingeschmissen hat, Tättowiererin werden möchte mit ihren Traumata kämpft. Und Arthur, der ebenso verschlossen ist und sich hinter der Erfindung von Sprachen versteckt.

Katharina Hagena gelingt es, die ruhige Schönheit der Elbe und der Natur mit dem vielschichtigen Innenleben der Protagonisten zu verweben. Eine atmosphärische Erzählung mit sprachlichem Feingefühl und feinem Wortwitz, der zum schmunzeln bringt. Alle drei Personen sind geprägt von einschneidenden Ereignissen, deren Tragweite sich erst nach und nach entfaltet. Besonders beeindruckt hat mich Beschreibung der beiden starken Frauen, die mit Würde und auch Wut ihren Weg gehen. Dabei stellen die beiden eine gegensätzliche Perspektive dar, eine die am Ende ihres Lebens steht und eine, die jetzt beginnt, ihr Leben in die Hand zu nehmen. Insgesamt ein warmherziges und tiefgründiges Buch, dass die Bandbreite der menschlichen Emotionen zeigt und wie wir mit unseren Erlebnissen umgehen.
Es ist bereits mein zweites Buch der Autorin, „Der Geschmack von Apfelkernen“ ist ebenfalls zu empfehlen.

Veröffentlicht am 09.02.2025

Bewegender Einblick

Coast Road
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Colette Crowleys Rückkehr, eine unkonventionelle und freiheitsliebende Künstlerin, führt Izzy vor Augen, wie vorgezeichnet und und eingeengt ihr Leben ist, während die gottesgläubige Dolores hofft, dass ...

Colette Crowleys Rückkehr, eine unkonventionelle und freiheitsliebende Künstlerin, führt Izzy vor Augen, wie vorgezeichnet und und eingeengt ihr Leben ist, während die gottesgläubige Dolores hofft, dass sie möglichst schnell wieder verschwindet. Drei Frauen, deren Leben sich nach ihrer Begegnung unweigerlich verändert - ein Einblick in die verschlossene Welt der Kleinstadt, voller Vorurteile und der Bestrebung, nicht aus der Reihe zu tanzen.

Alan Murrin gibt einen berührenden und intimen Einblick in die Leben und Gedanken der Frauen, die sich in verschiedenen Lebenssituationen befinden, aber durch ihre eigenen Erfahrungen Verständnis füreinander entwickeln und ihre Ansichten hinterfragen. Das raue irische Klima sorgt für eine melancholische, rohe Stimmung, während die bewegten Gefühlswelten der Frauen mit Feingefühl dargestellt werden. Manchmal gelingt es männlichen Autoren nicht, sich von ihrer objektifizierenden Sicht auf Frauen zu lösen, so dass die Charaktere platt und anbiedernd wirken. Das ist hier zum Glück nicht der Fall, die Frauen sind vielschichtig und nahbar beschrieben, ihr Streben nach Freiheit und Selbstverwirklichung, Anerkennung und Liebe nachvollziehbar geschildert. Vor dem Hintergrund aktueller politischer Bestrebungen, die Entscheidungsfreiheiten von Frauen einzuschränken, gibt dieser Roman einen Einblick in eine Zeit, die gar nicht allzu lange her ist und in der Scheidung keine Möglichkeit war.

Veröffentlicht am 05.12.2024

Melancholische, bedrückende Erzählung

Das Leben vor uns
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Eine melancholische Erzählung zweier Mädchen, die in den 80ern in Russland wie Schwestern aufwachsen. Obwohl um sie herum so vieles trostlos scheint, geben sie einander Halt und Hoffnung. Während die Sowjetunion ...

Eine melancholische Erzählung zweier Mädchen, die in den 80ern in Russland wie Schwestern aufwachsen. Obwohl um sie herum so vieles trostlos scheint, geben sie einander Halt und Hoffnung. Während die Sowjetunion zerfällt, streben Anja und Milka nach einem anderen Leben. Jahre später kehrt Anja aus den USA in ihr Heimatland zurück und muss sich der Vergangenheit stellen, die sie hinter sich lassen wollte.
Das Buch gibt einen tiefen Einblick in die Lebensrealität jener Zeit und zeigt die Vielseitigkeit und Zerrissenheit innerhalb der Gesellschaft und das gespaltene Verhältnis zur Politik des Landes. Die Freundschaft der Mädchen ist berührend und und eindringlich beschrieben und bildet den Ankerpunkt der ansonsten eher bedrückenden Atmosphäre des Buches.

Veröffentlicht am 06.11.2024

Bewegend

Kim Jiyoung, geboren 1982
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Das dieses Buch Proteste ausgelöst hat, kann man sich beim lesen gut vorstellen. Es beschreibt auf nüchterne und alltägliche Weise das Leben von Kim Jiyoung, die seit ihrer Kindheit (wie alle südkoreanischen ...

Das dieses Buch Proteste ausgelöst hat, kann man sich beim lesen gut vorstellen. Es beschreibt auf nüchterne und alltägliche Weise das Leben von Kim Jiyoung, die seit ihrer Kindheit (wie alle südkoreanischen Frauen) diskriminiert und benachteiligt wird. Beginnend mit der vermehrten Abtreibung weiblicher Föten, über die Rolle im Haushalt, in der Schule, der Sportmannschaft und hin zum Berufsleben, in dem Frauen um ein vielfaches weniger verdienen und erwartet wird, dass sie mit der Geburt des Kindes aufhören zu arbeiten. Das erschütternde des Buches ist das Bewusstsein, welches Jiyoung für diese Ungerechtigkeit hat, in ihrer Paarbeziehung weiß sie sich dennoch nicht zu helfen und rutscht immer tiefer in die vorgegebene Rolle. Nur langsam ändert sich etwas über die Generationen hinweg, darum sind solche Bücher auch so wichtig.