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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.05.2025

Ein Blick hinter die Kulissen….

Die innere Ordnung
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Die Kriegswitwe Vera „angelt“ sich Anfang der 1950er Jahre den höheren Beamten Eberhard, der noch eine beachtliche Karriere und somit auch einen steilen gesellschaftlichen Aufstieg vor sich hat. Irgendwann ...

Die Kriegswitwe Vera „angelt“ sich Anfang der 1950er Jahre den höheren Beamten Eberhard, der noch eine beachtliche Karriere und somit auch einen steilen gesellschaftlichen Aufstieg vor sich hat. Irgendwann wird er allerdings erneut damit konfrontiert, dass er in den Kriegsjahren Dinge getan hat, die nicht gerade lobenswert sind - genauer spezifiziert werden die Gräuel jener Zeit (leider) nicht, so wie insgesamt weite Teile des Romans eher aus bedeutungsschweren Andeutungen statt klaren Aussagen bestehen.

Das Cover finde ich merkwürdig, aber es passt gut zu den ebenfalls nur verschwommen dargestellten Hintergründen zu Eberhards Handlungen.

Mit dem Schreibstil habe ich mich lange recht schwer getan - vom Wortbuilding her passt er zum Inhalt des Buches, jedoch waren die Sätze so verschachtelt und deren Inhalt derart verklausuliert, dass ich die Aussage des Öfteren erst beim zweiten oder dritten lesen erfasst habe - hier muss man sich voll konzentrieren, um alles mitzubekommen!

Grundsätzlich werden die Widrigkeiten jener Zeit, die gesellschaftlichen Zwänge und Obliegenheiten sowie die Prüderie und das nach außen hin bloß immer blütenweiß zu erscheinende Familienbild sehr gut dargestellt und der Autor bietet einen interessanten Blick hinter die Kulissen, aber eben leider nicht unterhaltsam, sondern zumindest für mich eher schwergängig.

Was mich wirklich sehr gestört hat, ist, dass, obwohl er eine wirklich wichtige Rolle spielt, Veras Sohn keinen Namen bekommen hat! Falls das einen Sinn hat, habe ich diesen nicht verstanden. Ich könnte es allenfalls so interpretieren, dass Eberhard seinen Stiefsohn nie wirklich akzeptiert, sondern lediglich geduldet hat - vielleicht soll das durch die Namenlosigkeit unterstrichen werden!?

Nachdem ich diesen Roman beendet habe, bleibe ich etwas ratlos zurück, denn irgendwie warte ich noch immer auf die Antwort auf die Frage, warum ich dieses Buch gelesen habe - leider hat es mich nicht „abgeholt“ und ich warte irgendwie noch immer auf ein Aha-Erlebnis.

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Veröffentlicht am 05.05.2025

Eine Diebesgeschichte mit unausgeschöpftem Potential…‘

Heiress Takes All
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„Heiress Takes All“ von Emily Wibberley und Austin Siegemund-Broka ist als Taschenbuch mit 463 Seiten bei Fischer Sauerländer erschienen und bildet den Auftakt der Heiress-Reihe um die Protagonistin Oliva ...

„Heiress Takes All“ von Emily Wibberley und Austin Siegemund-Broka ist als Taschenbuch mit 463 Seiten bei Fischer Sauerländer erschienen und bildet den Auftakt der Heiress-Reihe um die Protagonistin Oliva Owens.

Nachdem ihre Eltern sich haben scheiden lassen, leben Olivia und ihre Mutter in einer billigen Mietwohnung und bewegen sich am Rande des Existenzminimums, während ihr Vater wegen eines Ehevertrages seine zahlreichen Millionen allein behält. Nachdem Ehefrau Nummer 2 der Scheidungsgrund war, steht er nun bereits kurz vor der Hochzeit mit Ehefrau Nummer 3…

Doch Olivia findet das extrem unfair und beschließt, ihren Vater am Tag seiner Hochzeit um einige Millionen zu erleichtern. Sie engagiert eine kleine Crew, die bei der Umsetzung ihrer Idee helfen soll. Aber Pläne sind schließlich da, um schiefzugehen, und so gibt es allerlei Widrigkeiten, mit denen sie sich konfrontiert sehen !



Das Buch besticht durch das tolle Cover und den wunderschönen Farbschnitt, der Klappentext ist ebenfalls super und weckt eine gewisse Erwartungshaltung, und das ist vermutlich das Problem, denn diese wird nicht wirklich erfüllt! Das Autorenpaar schreibt flüssig und unterhaltsam, aber immer, wenn richtig Spannung aufkommt, wird diese (was sicherlich an der Ich-Perspektive aus Olivias Sicht liegt, durch endlose Überlegungen und Erklärungen im Keim erstickt…leider!


Statt lässiger und charmanter Leichtigkeit bei der Durchführung wird das Geschehen durch Naivität und Zickigkeit getrübt, außerdem sind die Charaktere insgesamt recht oberflächlich und hätten durchaus mehr Tiefe vertragen.


Ein richtig großer Coup, der sich zwar spannend entwickelt ,

aber nicht hält, was der Klappentext versprochen hatte!

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Veröffentlicht am 07.04.2025

Bestialische Mädchenmorde im hohen Norden - extrem harter Tobak...!

Niemand hört dich (Grenzland 1)
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"Niemand hört dich (Grenzland 1)" von Karen Inge Nielsen ist als ungekürztes Hörbuch bei Hörbuch Hamburg erschienen und hat eine Laufzeit von 7 Stunden und 21 Minuten. Gesprochen wird das Hörbuch von Mark ...

"Niemand hört dich (Grenzland 1)" von Karen Inge Nielsen ist als ungekürztes Hörbuch bei Hörbuch Hamburg erschienen und hat eine Laufzeit von 7 Stunden und 21 Minuten. Gesprochen wird das Hörbuch von Mark Bremer.

An der Küste von Nieby wird eine grausame zugerichtete Mädchenleiche gefunden.
Schnell stellt sich heraus, dass diese nicht das einzige Opfer des Täters zu sein scheint, der im Grenzland zwischen Dänemark und Deutschland ausgesprochen brutal mordet. Junge Mädchen werden gnadenlos gefoltert und auf sadistische Weise umgebracht.
Es handelt sich hier um den ersten Fall für Mads Lindstrøm und Thomas Beckmann, ein Ermittlerteam aus Dänemark und Deutschland.
Beide Ermittler sind sehr engagiert und empathisch dabei, insbesondere, da es sich um Kinderleichen handelt.

Der Schreibstil von Karen Inge Nielsen als solcher ist eingentlich genau mein Geschmack: Prägnant, wendungsreich, fesselnd, detailliert und bildhaft. Gerne mag ich es normalerweise auch blutig und etwas brutal. Aber hier bin selbst ich an meine Grenzen gekommen und hätte es sich nicht um ein Rezensionsexemplar gehandelt, hätte ich die Lektüre definitiv abgebrochen.
Die Autorin schildert Mord- und Folterszenen derart ausführlich und eindringlich, dass ich viel zu nah am Geschehen war - es war einfach grauenvoll, und auch als Nicht-Mutter haben mich die bestialischen Morde an den Mädchen sehr mitgenommen.

Der Sprecher Mark Bremer hat mir gut gefallen, er hat alles authentisch herübergebracht und mir das Gefühl vermittelt, direkt bei den Ermittlungen dabei zu sein.

Wenn also die Ermittler bei ihrem nächsten grenzübergreifenden Fall nicht mit einem Kindermörder zu tun haben, werde ich es gern nochmals mit der Grenzland-Serie probieren, denn ich lerne wahnsinnig gern neue (oder auch für mich neue) Autorinnen und Autoren sowie Ermittlungsteams kennen und liebe packende und authentische Thriller - in diesem Fall allerdings war es definitiv "too much", leider....

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Veröffentlicht am 04.03.2025

Spannende Crucibles und lodernde Romance ...

The Games Gods Play – Schattenverführt (Schattenverführt-Reihe 1)
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"The Games Gods Play – Schattenverführt (Schattenverführt-Reihe 1)" von Abigail Owen ist als ungekürztes Hörbuch mit einer Laufzeit von 17 Stunden, 58 Minuten bei Hörbuch Hamburg erschienen und wird gesprochen ...

"The Games Gods Play – Schattenverführt (Schattenverführt-Reihe 1)" von Abigail Owen ist als ungekürztes Hörbuch mit einer Laufzeit von 17 Stunden, 58 Minuten bei Hörbuch Hamburg erschienen und wird gesprochen von Franziska Trunte.

Lyra wurde von Hades, dem Gott der Schatten und der Unterwelt, auserwählt, bei den Crucible-Spielen seine Stellung zu verteidigen. Die Spiele gestalten sich haarsträubend lebensgefährlich und der Umgang mit Hades, dessen Motive ausgesprochen undurchsichtig sind, löst ständig knisternden Funkenflug zwischen den Beiden aus...

Ich muss sagen, dass ich selten so häufig und lange überlegt habe, ein Hörbuch abzubrechen. Letztendlich habe ich es dann doch zu Ende gehört, weil es wirklich gut gelesen war und die Crucibles auch extrem spannend, brisant und gefährlich waren. Für mich jedoch hatte das Buch, das ich als Fantasy mit Romance-Elementen erwartet hatte, leider viel zu viel Romance - in meinen Ohren war es ein ständiges Herumgeschwafel und Lyra hat Hades förmlich sabbernd angebetet - nein danke, das brauche ich in dieser extremen Form so gar nicht...!

Also, für Menschen, die auf vor Leidenschaft knisternde, romantische Abenteuer stehen, ist "The Games Gods Play – Schattenverführt" sicherlich grandios - für meinen Geschmack allerdings bestenfalls ein "Na ja"-Erlebnis...

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Veröffentlicht am 14.02.2025

Grandiose Grundidee, verbesserungswürdige Umsetzung und ein sehr offenes Ende...!

The Trap. Wie weit würdest du gehen, um deine Schwester zu retten?
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"The Trap" von Catherine Ryan Howard ist als Taschenbuch mit 352 Seiten bei Lübbe erschienen.

Der Untertitel "Wie weit würdest du gehen, um deine Schwester zu retten?" klingt sehr verheißungsvoll, und ...

"The Trap" von Catherine Ryan Howard ist als Taschenbuch mit 352 Seiten bei Lübbe erschienen.

Der Untertitel "Wie weit würdest du gehen, um deine Schwester zu retten?" klingt sehr verheißungsvoll, und auch der Beginn war super: voller Spannung, kurzweilig und neugierig machend auf den Verlauf der Geschichte.

Worum geht´s?: Mehrere Frauen werden vermisst, sie wurden offensichtlich entführt und zurück blieb jeweils nur ihr zerschmettertes Handy. Lucy kann an nichts anderes mehr denken als daran, ihre vermisste Schwester Nikki wiederzufinden bzw. zu ergründen, was mit ihr passiert ist. So geht sie Nacht für Nacht das waghalsige Risiko ein, bei fremden Männern ins Auto zu steigen, um so den Entführer zu finden - doch das ist ein absolut lebensgefährliches Unterfangen...!

Der Schreibstil der Autorin ist eingängig, flüssig und unterhaltsam, jedoch eher informativ als fesselnd. Die Charaktere bleiben stellenweise etwas blass, ihr Handeln ist oft alles Andere als nachvollziehbar und an Sympathie mangelte es mir ebenfalls - außer Angela, ihr Engagement und ihre Art mochte ich sehr!

Der Spannungsbogen flaut leider schnell ab und erst im letzten Drittel nimmt das Geschehen wieder so richtig Fahrt auf - dann aber mit Volldampf! Catherine Ryan Howard hat hier einen Twist auf Lager, der mich nicht nur überrascht, sondern komplett geplättet hat.
Jedoch hat das leider nicht gereicht, um das Gesamterlebnis in ein durchweg positives umzuwandeln.
Ich habe permanent auf mehr Nervenkitzel gewartet, darauf, dass die Spannung zunimmt, stattdessen gab es immer neue Figuren und Nebenschauplätze sowie langwierige Ermittlungsarbeiten, so dass der Plot, der von der Grundidee grandios ist, leider recht unübersichtlich und eher öde wurde.

Die stetig wechselnden Erzählperspektiven geben der Handlung einen gewissen Drive und die Kapitel aus der Sicht des Täters sprachen mich am meisten an.
Nach der großen, unverhergesehenen Wende bleiben dann aber so einige offene Fragen, und das nicht nur bei Kleinigkeiten, sondern auch bei einigen elementaren Dingen, was ich überhaupt nicht mag.

Insgesamt flüssig zu lesen und recht unterhaltsam, aber mich konnte "The Trap" nicht überzeugen - dieser Thriller lässt mich definitiv ziemlich zwiegespalten zurück, insbesondere das (offene) Ende!

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