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Veröffentlicht am 26.08.2025

Familiensaga der Nachkriegsjahre - unterhaltsam ohne Tiefgang.

Die Porzellanmanufaktur – Zerbrechlicher Frieden
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- Meine Rezension bezieht sich auf das Hörbuch! -

"Die Porzellanmanufaktur - Zerbrechlicher Frieden" von Stefan Maiwald ist als ungekürztes Hörbuch mit einer Laufzeit von 9 Stunden, 43 Minuten bei USM ...

- Meine Rezension bezieht sich auf das Hörbuch! -

"Die Porzellanmanufaktur - Zerbrechlicher Frieden" von Stefan Maiwald ist als ungekürztes Hörbuch mit einer Laufzeit von 9 Stunden, 43 Minuten bei USM Audio erschienen und wird gesprochen von Nils Kretschmer.

Zerbrechlicher Frieden ist der gelungene Auftakt der Trilogie um die Prozellanmanufaktur, der in der Nachkriegszeit spielt.
Das Familienoberhaupt Ludwig Thalmeyer verstirbt 1947 plötzlich, und die Schwestern Marie und Sophie stehen allein mit dem Familienunternehmen da, denn der Älteste der Thalmeyers, Joachim, gilt noch als in Russland vermisst. Marie führt nun offiziell die Manufaktur, wird aber von den Geschäftspartnern und Lieferanten kaum ernst genommen. Um weiter arbeiten zu können, muss sie sich mit einem Konkurrenten zusammentun, der das allerdings versucht schamlos auszunutzen und seine Position zu mißbrauchen...

Stefan Maiwald hat eine unterhaltsame, leichtgängige Familiensaga geschrieben, die den Zeitgeist und die Atmosphäre der Nachkriegsjahre recht gut widerspiegelt. Wiederaufbau, Sorgen Nöte, Vermisste, Schwarzmarkt, persönliche Konflikte, die Aliierten und die Liebe, all das bekommt Raum in der Geschichte.
Leider muss ich allerdings sagen, dass es mir ein hier definitiv an Tiefe fehlte. Alles bleibt ein bisschen oberflächlich und unterscheidet sich nicht nennenswert von vielen anderen historischen Romanen aus dieser Zeit. Ich hätte gern mehr Atmosohäre gehabt, etwas mehr Beklemmung und auf der anderen Seite die beginnende Leichtigkeit. Das kam allerdings nicht an, und so bleibt dieser Roman in meinen Augen einer von vielen, die zwar gut unterhalten, aber nicht im Gedächtnis bleiben.

Nils Kretschmer als Sprecher hat mir so gefallen wie die Story - gut, unterhaltsam, aber nicht herausragend.

Ich würde es mit dem zweiten Teil sicherlich noch probieren, da ich die 50er Jahre sehr mag, und hoffe, es wird dann etwas "gehaltvoller".

DiePorzellanmanufakturZerbrechlicherFrieden

NetGalleyDE! #DankeNetGalleyDE!

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Veröffentlicht am 17.07.2025

Top Idee, Umsetzung etwas holprig - gute Unterhaltung mit Luft nach oben...

Der Stau
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"Der Stau. Es gibt kein Entkommen" von Jo Furniss ist als Taschenbuch mit 320 Seiten bei Rowohlt Polaris erschienen.

Belinda "Billy" Kidd, Kommissarin kurz vor dem Ruhestand, kommt gerade aus einem ausgedehnten ...

"Der Stau. Es gibt kein Entkommen" von Jo Furniss ist als Taschenbuch mit 320 Seiten bei Rowohlt Polaris erschienen.

Belinda "Billy" Kidd, Kommissarin kurz vor dem Ruhestand, kommt gerade aus einem ausgedehnten Urlaub zurück nach London und gerät in einen dichten Stau. Als sie ihr Fahrzeug verlässt, um sich etwas Bewegung zu verschaffen, entdeckt sie in einem Fahrzeug in ihrer Nähe eine männliche Leiche - erstochen mit einem Spieß aus Metall. Der Täter bzw. die Täterin müssen also ebenfalls in der Nähe sein, da hier derzeit niemand entfliehen kann. Doch die Zeit ist knapp - gibt Billy ihre Entdeckung preis, könnte es eine Massenpanik geben. Tut sie es nicht, könnte der Mörder entkommen - eine echte Bredouille...!

Locked in - Thriller finde ich von der Grundidee grundsätzlich schon gruselig spannend, und das Ganze in einem Stau stattfinden zu lassen war eine neue und aufregende Idee.
Die Umsetzung jedoch hätte noch eine Menge Potential gehabt! Nach dem fesselnden Einstieg fächerte sich das Ganze schnell auf zu einer breiten Palette recht flacher Charaktere, deren Befragungen nicht viel hergaben.
Billy gefiel mir recht gut, allerdings hat Jo Furniss das Problem ihrer vollen Blase zu sehr ausgereizt - sicherlich kann das jeder nachvollziehen und es kann auch wirklich vorherrschend werden und die Konzentration erschweren, hier jedoch hat es den Spannungsbogen leider mehrfach unterbrochen und meinen Lesefluss beeinträchtigt.

Insgesamt war der Plot von der Idee her klasse und auch unterhaltsam, aber ich brauchte mehrere Anläufe, so dass ich für die Lektüre sehr lange gebraucht habe - leider reicht das nur für 3 Sterne...

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Veröffentlicht am 27.05.2025

Ein Blick hinter die Kulissen….

Die innere Ordnung
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Die Kriegswitwe Vera „angelt“ sich Anfang der 1950er Jahre den höheren Beamten Eberhard, der noch eine beachtliche Karriere und somit auch einen steilen gesellschaftlichen Aufstieg vor sich hat. Irgendwann ...

Die Kriegswitwe Vera „angelt“ sich Anfang der 1950er Jahre den höheren Beamten Eberhard, der noch eine beachtliche Karriere und somit auch einen steilen gesellschaftlichen Aufstieg vor sich hat. Irgendwann wird er allerdings erneut damit konfrontiert, dass er in den Kriegsjahren Dinge getan hat, die nicht gerade lobenswert sind - genauer spezifiziert werden die Gräuel jener Zeit (leider) nicht, so wie insgesamt weite Teile des Romans eher aus bedeutungsschweren Andeutungen statt klaren Aussagen bestehen.

Das Cover finde ich merkwürdig, aber es passt gut zu den ebenfalls nur verschwommen dargestellten Hintergründen zu Eberhards Handlungen.

Mit dem Schreibstil habe ich mich lange recht schwer getan - vom Wortbuilding her passt er zum Inhalt des Buches, jedoch waren die Sätze so verschachtelt und deren Inhalt derart verklausuliert, dass ich die Aussage des Öfteren erst beim zweiten oder dritten lesen erfasst habe - hier muss man sich voll konzentrieren, um alles mitzubekommen!

Grundsätzlich werden die Widrigkeiten jener Zeit, die gesellschaftlichen Zwänge und Obliegenheiten sowie die Prüderie und das nach außen hin bloß immer blütenweiß zu erscheinende Familienbild sehr gut dargestellt und der Autor bietet einen interessanten Blick hinter die Kulissen, aber eben leider nicht unterhaltsam, sondern zumindest für mich eher schwergängig.

Was mich wirklich sehr gestört hat, ist, dass, obwohl er eine wirklich wichtige Rolle spielt, Veras Sohn keinen Namen bekommen hat! Falls das einen Sinn hat, habe ich diesen nicht verstanden. Ich könnte es allenfalls so interpretieren, dass Eberhard seinen Stiefsohn nie wirklich akzeptiert, sondern lediglich geduldet hat - vielleicht soll das durch die Namenlosigkeit unterstrichen werden!?

Nachdem ich diesen Roman beendet habe, bleibe ich etwas ratlos zurück, denn irgendwie warte ich noch immer auf die Antwort auf die Frage, warum ich dieses Buch gelesen habe - leider hat es mich nicht „abgeholt“ und ich warte irgendwie noch immer auf ein Aha-Erlebnis.

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Veröffentlicht am 05.05.2025

Eine Diebesgeschichte mit unausgeschöpftem Potential…‘

Heiress Takes All
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„Heiress Takes All“ von Emily Wibberley und Austin Siegemund-Broka ist als Taschenbuch mit 463 Seiten bei Fischer Sauerländer erschienen und bildet den Auftakt der Heiress-Reihe um die Protagonistin Oliva ...

„Heiress Takes All“ von Emily Wibberley und Austin Siegemund-Broka ist als Taschenbuch mit 463 Seiten bei Fischer Sauerländer erschienen und bildet den Auftakt der Heiress-Reihe um die Protagonistin Oliva Owens.

Nachdem ihre Eltern sich haben scheiden lassen, leben Olivia und ihre Mutter in einer billigen Mietwohnung und bewegen sich am Rande des Existenzminimums, während ihr Vater wegen eines Ehevertrages seine zahlreichen Millionen allein behält. Nachdem Ehefrau Nummer 2 der Scheidungsgrund war, steht er nun bereits kurz vor der Hochzeit mit Ehefrau Nummer 3…

Doch Olivia findet das extrem unfair und beschließt, ihren Vater am Tag seiner Hochzeit um einige Millionen zu erleichtern. Sie engagiert eine kleine Crew, die bei der Umsetzung ihrer Idee helfen soll. Aber Pläne sind schließlich da, um schiefzugehen, und so gibt es allerlei Widrigkeiten, mit denen sie sich konfrontiert sehen !



Das Buch besticht durch das tolle Cover und den wunderschönen Farbschnitt, der Klappentext ist ebenfalls super und weckt eine gewisse Erwartungshaltung, und das ist vermutlich das Problem, denn diese wird nicht wirklich erfüllt! Das Autorenpaar schreibt flüssig und unterhaltsam, aber immer, wenn richtig Spannung aufkommt, wird diese (was sicherlich an der Ich-Perspektive aus Olivias Sicht liegt, durch endlose Überlegungen und Erklärungen im Keim erstickt…leider!


Statt lässiger und charmanter Leichtigkeit bei der Durchführung wird das Geschehen durch Naivität und Zickigkeit getrübt, außerdem sind die Charaktere insgesamt recht oberflächlich und hätten durchaus mehr Tiefe vertragen.


Ein richtig großer Coup, der sich zwar spannend entwickelt ,

aber nicht hält, was der Klappentext versprochen hatte!

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Veröffentlicht am 07.04.2025

Bestialische Mädchenmorde im hohen Norden - extrem harter Tobak...!

Niemand hört dich (Grenzland 1)
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"Niemand hört dich (Grenzland 1)" von Karen Inge Nielsen ist als ungekürztes Hörbuch bei Hörbuch Hamburg erschienen und hat eine Laufzeit von 7 Stunden und 21 Minuten. Gesprochen wird das Hörbuch von Mark ...

"Niemand hört dich (Grenzland 1)" von Karen Inge Nielsen ist als ungekürztes Hörbuch bei Hörbuch Hamburg erschienen und hat eine Laufzeit von 7 Stunden und 21 Minuten. Gesprochen wird das Hörbuch von Mark Bremer.

An der Küste von Nieby wird eine grausame zugerichtete Mädchenleiche gefunden.
Schnell stellt sich heraus, dass diese nicht das einzige Opfer des Täters zu sein scheint, der im Grenzland zwischen Dänemark und Deutschland ausgesprochen brutal mordet. Junge Mädchen werden gnadenlos gefoltert und auf sadistische Weise umgebracht.
Es handelt sich hier um den ersten Fall für Mads Lindstrøm und Thomas Beckmann, ein Ermittlerteam aus Dänemark und Deutschland.
Beide Ermittler sind sehr engagiert und empathisch dabei, insbesondere, da es sich um Kinderleichen handelt.

Der Schreibstil von Karen Inge Nielsen als solcher ist eingentlich genau mein Geschmack: Prägnant, wendungsreich, fesselnd, detailliert und bildhaft. Gerne mag ich es normalerweise auch blutig und etwas brutal. Aber hier bin selbst ich an meine Grenzen gekommen und hätte es sich nicht um ein Rezensionsexemplar gehandelt, hätte ich die Lektüre definitiv abgebrochen.
Die Autorin schildert Mord- und Folterszenen derart ausführlich und eindringlich, dass ich viel zu nah am Geschehen war - es war einfach grauenvoll, und auch als Nicht-Mutter haben mich die bestialischen Morde an den Mädchen sehr mitgenommen.

Der Sprecher Mark Bremer hat mir gut gefallen, er hat alles authentisch herübergebracht und mir das Gefühl vermittelt, direkt bei den Ermittlungen dabei zu sein.

Wenn also die Ermittler bei ihrem nächsten grenzübergreifenden Fall nicht mit einem Kindermörder zu tun haben, werde ich es gern nochmals mit der Grenzland-Serie probieren, denn ich lerne wahnsinnig gern neue (oder auch für mich neue) Autorinnen und Autoren sowie Ermittlungsteams kennen und liebe packende und authentische Thriller - in diesem Fall allerdings war es definitiv "too much", leider....

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