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Veröffentlicht am 04.03.2025

Eine Stadt und ihre Bewohner zwischen grausamer Vergangenheit und ungewisser Zukunft

Berchtesgaden
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Berchtesgaden, 1945: Der Zweite Weltkrieg ist so gut wie verloren, der Führer hat sich bereits umgebracht, viele seiner direkten Untergebenen ebenfalls oder aber sie sind geflohen, denn die Amerikaner ...

Berchtesgaden, 1945: Der Zweite Weltkrieg ist so gut wie verloren, der Führer hat sich bereits umgebracht, viele seiner direkten Untergebenen ebenfalls oder aber sie sind geflohen, denn die Amerikaner nahen. Mitten in den Wirren der letzten Kriegstagen befindet sich Sophie Gruber, die gemeinsam mit ihrer Freundin Magda auch bei Plünderungen der Häuser von Nazi-Größen mitmacht. Doch immer wieder stimmt der Reichtum dieser mächtigen Menschen sie nachdenklich, denn mit ihren neunzehn Jahren ist sie zwar mitten im Nationalsozialismus aufgewachsen, hat so manches nicht weiter hinterfragt, aber nicht jede der Ideologien und des Gedankenguts entsprachen auch ihrer persönlichen Meinung. Nun, nachdem der Krieg zu Ende ist, übernehmen die Amerikaner die Regierung Bayerns und versuchen, wieder weitgehend für Ordnung zu sorgen. Deshalb suchen sie nach Angestellten, die ihren ausführlichen Fragebögen zufolge keine politische Vergangenheit hatten. Sophie gehört zu einer von ihnen und arbeitet ab jetzt als Sekretärin und assistiert bei Befragungen von Nazigrößen. Doch nicht nur diese Schilderungen erschüttern sie immer wieder zutiefst, sondern auch die Denkweise der Menschen, die nicht mehr an das Vergangene erinnert werden möchten und versuchen so, die schrecklichen Taten der vergangenen Jahre einfach totzuschweigen und schließlich zu vergessen. Aber gerade mit ihrem Bruder Max, der bei der SS war, ist das schwierig und Sophie steckt in einem Zwiespalt, denn auf dem Fragebogen hat sie ihn nicht erwähnt...

Carolin Otto erzählt die Ereignisse des Jahres 1945 in Berchtesgaden auf eine sehr fesselnde, aber auch berührende und persönliche Weise. Dafür hat sie unzählige Personen in den Fokus gestellt, die ihre Sichtweise abwechselnd schildern und so ein großes und umfassendes Bild der damaligen Geschehnisse vermitteln. Diese Erzählweise führt dazu, dass unzählige Handlungsstränge parallel verlaufen und trotzdem am Ende ein großes Ganzes ergeben.

Dieser historische Roman hat mich von der ersten Seite an gepackt. Denn das Jahr 1945 das nicht nur das Ende des Zweiten Weltkriegs bedeutet, sondern auch für einen politischen Umbruch steht, ist sehr interessant. Gerade Sophie ist mir immer mehr ans Herz gewachsen, denn sie wirkt anfangs noch sehr unbedarft und hat vieles, was geschehen ist, nicht mitbekommen, entwickelt sich aber immer mehr zu einer jungen Frau mit eigenen Meinungen. Auch Frank Rosenzweig war mir sofort sympathisch. Wohingegen vorallem Max Gruber mit seiner immer etwas arroganten und selbstsicheren Art, ebenso wie Magda mit ihrer übertriebenen Verehrung für Max, die sich zudem sogar von ihm zu seinen Zwecken instrumentalisieren lässt, wenig Verständnis für ihr Handeln von mir erhalten haben.

Dieser Roman ist deshalb viel mehr als nur ein spannendes und fesselndes Buch, sondern vielmehr eine Erinnerung daran, wie schwer es war, das rechte Gedankengut aus der Gesellschaft zu vertreiben und dass Geschichte niemals vergessen werden sollte!

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Veröffentlicht am 03.03.2025

Fenja - Eine kleine Fee sorgt für Unruhe im Wald

Fenja und der Wirbel im Feenwald
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Die Zaunkönige warten schon darauf, dass endlich ihre kleinen Babys aus den Eiern schlüpfen. Als allerdings eine kleine Fee ohne Flügel aus einem Ei herauskommt, sind sie erstaunt. Sie nehmen die kleine ...

Die Zaunkönige warten schon darauf, dass endlich ihre kleinen Babys aus den Eiern schlüpfen. Als allerdings eine kleine Fee ohne Flügel aus einem Ei herauskommt, sind sie erstaunt. Sie nehmen die kleine Fenja, wie sie sie nennen, aber in ihrer Familie auf und sie ist sofort ein Teil davon. Einzig, dass sie nicht fliegen kann, ist ein Unterschied zu ihren Vogelgeschwistern. Da sie aber immer häufiger Unsinn macht und die anderen Waldbewohner damit ärgert, beschweren sich diese bei den Zaunkönig-Eltern. Auch Fenja bekommt die Beschwerde mit und beschließt, endlich die anderen Feen im Wald zu suchen. Als sie diese findet, stellt sie fest, dass sie hinterlistig und durchtrieben sind und gerade bei ihren Feenparaden Dinge zerstören oder stehlen. Eigentlich möchte Fenja keine Fee mehr sein, nur die Flügel möchte sie haben. Doch das ist nicht möglich. Trotzdem gelingt es ihr mit einer einfachen Tat die Feen aus dem Wald zu vertreiben und wieder für Frieden zu sorgen. Denn Fenja ist eine liebenswürdige und ganz besondere kleine Fee!

Briony May Smith widmet dieses Bilderbuch, das von ihr geschrieben und illustriert wurde, einer bezaubernden und goldigen kleinen Fee, die durch ihr Leben bei den Vögeln ganz anders aufwächst als die anderen Feen. Sie zeigt, was Freundschaft und Ehrlichkeit ist. So können auch Kinder erkennen, was zu einer wahren Freundschaft gehört und was richtig und falsch ist.

Meine Tochter und ich mochten die kleine, flügellose Fee vom ersten Moment an, denn sie ist so liebenswürdig, dass man sie einfach mögen muss. Außerdem hält sie fest zu ihren Freunden! Eine ganz besondere Feengeschichte!

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Veröffentlicht am 27.02.2025

Henri zählt...

Henri kann nicht schlafen
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Henri soll eigentlich schlafen, aber er muss die ganze Zeit an die Schattenmonster vor seinem Fenster denken, obwohl Mama sagt, dass es die gar nicht gibt. Weil alle sagen, dass es gut klappt, beginnt ...

Henri soll eigentlich schlafen, aber er muss die ganze Zeit an die Schattenmonster vor seinem Fenster denken, obwohl Mama sagt, dass es die gar nicht gibt. Weil alle sagen, dass es gut klappt, beginnt er zu zählen. Zuerst zählt er Schäfchen, weil Papa das macht. Dann Eistüten wie Opa, er kann sogar eine Eiswaffel davon naschen, obwohl er schon Zähne geputzt hat. Als das nicht klappt, sind Frösche, Geigen, Igel, Buchstaben, Polizeiautos, Regenwürmer und Quietscheentchen dran. Doch am Ende ist nur ein ganz schöner Trubel in Henris Zimmer und schlafen kann er immer noch nicht. Erst als Mama und Papa ins Zimmer kommen und er alle seine Besucher unter der Bettdecke verstecken muss, kommen alle ein wenig zu Ruhe und schließlich schlummern sie alle gemeinsam ein. Nur ein paar Krümel und ein Frosch sind am nächsten Morgen noch in Henris Bett zu finden. Also bringt er den Frosch wieder ins Freie und verabschiedet sich von ihm mit einem "Bis heute Abend", woraufhin der Frosch ihm fröhlich zuzwinkert.

Autorin Susanne Fülscher und Illustratorin Inka Vigh haben hier gemeinsam ein lustiges, unterhaltsam und wunderschönes Bilderbuch geschaffen. Mit ihrer Geschichte fühlen sich alle Kinder angesprochen, denn wer konnte nicht irgendwann schon einmal einfach nicht einschlafen. Da sich die Texte leicht lesen lassen und keine schwierigen Wörter enthalten, liest sich die Geschichte flüssig und ist für Kinder sofort verständlich. Da die Bilder so farbenfroh sind, macht es auch großen Spaß, einfach nur durch das Buch zu blättern. Außerdem fordert das Zählen der verschiedenen Dinge Kinder dazu auf, mitzumachen und das Zählen bis fünf zu üben.

Meine Tochter und ich finden das Buch total witzig und haben beim gemeinsamen Lesen immer wieder lachen müssen. Eine wirklich tolle Gute-Nacht-Geschichte und sehr empfehlenswert!

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Veröffentlicht am 26.02.2025

Hazel & Lewis - Eine ganz besondere Liebesgeschichte

In jedem Atemzug nur Du
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Hazel hat den Schritt gewagt und sich an einer Uni weit entfernt von ihren Eltern beworben und hat sogar den begehrten Stipendiumsplatz bei Red ergattern können. Doch für Hazel ist der Neustart an der ...

Hazel hat den Schritt gewagt und sich an einer Uni weit entfernt von ihren Eltern beworben und hat sogar den begehrten Stipendiumsplatz bei Red ergattern können. Doch für Hazel ist der Neustart an der Lullaby University viel mehr als nur eine räumliche Trennung von ihrer Familie, denn hier kennt sie niemand als die, an Mukoviszidose erkrankte Hazel, sondern sie wird als das gesehen, was sie ist - eine junge, lebensbejahende und immer positive Frau. Allerdings hat ein anderer Beweggrund zu der Bewerbung an der LUB geführt. Denn im Halbschlaf nach ihrer Lungentransplantation vor zwei Jahren hat sie zwei Angestellte der Klinik belauscht, die etwas angedeutet haben über die Spenderin der Lunge. Seither denkt Hazel immer wieder darüber nach und konnte einen tödlichen Autounfall von drei Studentinnen der LUB nicht vergessen. Nun möchte sie vor Ort darüber nachforschen. Schon bei ihrer Ankunft lernt sie neben ihren Mitbewohnern auch Lewis kennen, der ihr schon bald nicht mehr aus dem Kopf geht, was eindeutig auf Beidseitigkeit beruht. Nur ihm kann sie ihr größtes Geheimnis anvertrauen und findet in ihm nicht nur einen Ruhepol, sondern auch die Liebe.

Jennifer Wiley hat in diesem New-Adult-Roman neben der wunderbaren Athmosphäre des Modoc National Forest in Kalifornien, auch das realistische Leben an einer Uni eingefangen, die sich ganz dem Schutz der Umwelt verschrieben hat eingefangen. Hazel ist eine so mutige, junge Frau, die den Lesern des Buches einfach ans Herz wachsen muss. Denn trotz ihrer Erkrankung liebt sie ihr Leben und genießt es, soweit es ihr möglich ist. Umso mehr erfreut es die Leser auch, als sie Lewis kennen- und lieben lernt, denn er ist einfühlsam und überzeugt durch seine zurückhaltende Art.

Dieses Buch hat mich heute den Tag über begleitet und ich habe in jeder freien Sekunde darin gelesen. Denn neben der wunderschönen, berührenden Handlung, hat mich auch der Erzählstil der Autorin überzeugt und ich war durchgehend gefesselt. Sehr gelungen finde ich auch, dass neben der Suche nach der Spenderin, dem Leben als Studentin auch eine zarte, sehr bewegende Liebesgeschichte eine große Rolle spielt und so die Mischung aus Romantik und Spannung perfekt ist.

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Veröffentlicht am 25.02.2025

Wenn die Oma ihre Küche für den Enkel "vegetarisiert"

Vom Land – Omas vegetarische Küche
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Jost Schowe, Autor des Kochbuchs und Fotograf, ist seit vielen Jahren Vegetarier und hat so das gesamte Essverhalten seiner Familie verändert und geprägt. Denn Jost liebt gutes Essen und hat in diesem ...

Jost Schowe, Autor des Kochbuchs und Fotograf, ist seit vielen Jahren Vegetarier und hat so das gesamte Essverhalten seiner Familie verändert und geprägt. Denn Jost liebt gutes Essen und hat in diesem Kochbuch seine beiden Leidenschaften vereint und die besten Rezepte mit seiner Oma zusammengestellt und niedergeschrieben.

Die Rezepte sind nach Jahreszeiten geordnet, sodass das Kochbuch dem Jahresverlauf folgt und viele saisonale Rezepte enthält. Zusammen mit den stimmungsvollen Fotografien der Gerichte ist das Buch auch ohne ein Nachkochen bereits ein Highlight. Zusätzlich hat Jost Schowe aber auch zwei Höfe besucht, die auf den Obst- und Gemüseanbau spezialisiert sind und dort besondere Momente des Anbaus und der Ernte eingefangen. Da der Aufbau der einzelnen Rezepte immer gleich übersichtlich ist, ist ein Nachkochen unkompliziert.

Aus den sechzig Rezepten haben meine Familie und ich bereits vier Gerichte ausprobiert. Sie alle haben uns sehr sehr gut geschmeckt und waren wirklich alltagstauglich, was bedeutet, dass sie keine allzu aufwändige Zubereitung haben, saisonale, gut erhältliche Zutaten enthalten und in kurzer Zeit nachzukochen sind. Meine beiden Lieblingsessen waren die Pilzspätzle und die Dampfnudeln mit Erdbeerkompott, wobei mir hier auch sicherlich meine Kinder und mein Mann zustimmen werden. Aber auch die Bohnen-Bolognese und die Apfel-Walnuss-Schnecken waren sehr lecker. Da nun erst der Frühling kommt, werden wir sicherlich noch einige weitere Rezepte ausprobieren. Denn das Buch bleibt auf jeden Fall in der Nähe!

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