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Veröffentlicht am 08.03.2025

Veränderungen in der Pension König und dem Tortenhimmel

Die Schwestern vom See - Dem Glück entgegen
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Obwohl das Leben nach dem vielen Trubel im letzten Jahr nun endlich wieder etwas beschaulicher in der Pension König werden könnte, stehen doch wieder Veränderungen an. Denn Lissi ist ab jetzt nicht mehr ...

Obwohl das Leben nach dem vielen Trubel im letzten Jahr nun endlich wieder etwas beschaulicher in der Pension König werden könnte, stehen doch wieder Veränderungen an. Denn Lissi ist ab jetzt nicht mehr nur als Auszubildende und bald Gesellin in der Konditorei angestellt, sondern auch Mitinhaberin des Familienbetriebs. So hat sie ihr stattliches Erbe, das sie nach dem Tod ihres österreichischen Großvaters erhalten hat, in die Pension und die Konditorei investiert und so dafür gesorgt, dass neuen Investitionen nichts mehr im Wege steht und eine drohende Insolvenz wie im letzten Jahr nicht mehr möglich ist. Allerdings stehen noch andere Änderungen vor der Familie. Denn Rose möchte baldmöglichst mit ihrem Ehemann Nico nach England auswandern und wartet nur noch darauf, dass jemand ihre Nachfolge antreten kann. Auch Herbert und vorallem Florence möchten ihren wohlverdienten langen Urlaub in Frankreich möglichst bald beginnen. Dafür muss aber eine neue Hausdame gefunden werden, die Florence' Aufgaben übernimmt. Als aber Philip sich auf den Job des Housekeepers bewirbt und schlussendlich von Annemarie eingestellt wird, ist Lissi sehr skeptisch. Die Gründe dafür möchte sie aber niemandem verraten...

Lilli Beck gelingt es immer wieder, die idyllische Stimmung der kleinen Pension am Ufer des Bodensees auch in ihren Roman zu übernehmen und so für wunderschöne Lesestunden in den heimischen Wohnzimmern zu sorgen. Obwohl die Handlung anfangs immer etwas vorhersehbar und somit nicht allzu spannend wirkt, sorgen so manche Verwicklungen für fesselnde Momente, die dafür sorgen, dass die Leser einfach immer weiterlesen wollen.

Diese Reihe hat mir vom ersten Moment an sehr gut gefallen und ich habe mich deshalb auch sehr auf diesen dritten Band gefreut. Dass nun Lissi im Mittelpunkt der gesamten Handlung steht, aber trotzdem auch noch alle anderen Familienmitglieder eine Rolle spielen, ist wirklich schön und sorgt so immer wieder dafür, dass sich das Lesen wie ein Nachhausekommen anfühlt. Hoffentlich wird es auch noch einen vierten Teil der Reihe geben, denn ich würde nur zu gerne wieder an den Bodensee reisen.

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Veröffentlicht am 04.03.2025

Ein neues Leben in der Fremde

Ein Stern in der Fremde
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Das kleine Mädchen und seine Mutter müssen plötzlich ihre Heimat verlassen, als dort ein Krieg ausbricht. Seither sind sie auf der Suche nach einem neuen Zuhause. Doch obwohl sie in einem fernen Land eine ...

Das kleine Mädchen und seine Mutter müssen plötzlich ihre Heimat verlassen, als dort ein Krieg ausbricht. Seither sind sie auf der Suche nach einem neuen Zuhause. Doch obwohl sie in einem fernen Land eine Wohnung und somit ein neues Heim gefunden haben, fühlt sich alles dort anders an. Denn nicht nur die Sprache, das Essen und die Aussicht aus der Wohnung sind anders, sondern auch Mama und das Mädchen selbst sind verändert. Sie sind ruhiger und in sich gekehrter. Als die Mutter aber eines Tages Faltpapier und andere Bastelmaterialien mitbringt und die Beiden einen Stern für das Fenster basteln, genauso einen, wie sie ihn auch Zuhause im Fenster hängen hatten, da verändert sich die Stimmung wieder und das neue Land wird langsam zu einer neuen Heimat.

Anna Desnitskaya war mit ihrem Mann und ihren Kindern zu Beginn des Ukraine-Krieges im Urlaub, weshalb sie nicht mehr in ihre alte Heimatstadt Moskau zurückkehren konnten. Seither sind sie auf der Suche nach einem neuen Zuhause, denn das Leben im Exil ist schwer und von großem Heimweh geprägt. Aber auch ihnen hat ein Stern im Fenster ein kleines bisschen Heimat zurückgebracht, ebenso wie bei der Mutter und ihrer Tochter in der Geschichte.

Die Autorin erzählt die Geschichte, und damit auch ein wenig ihre eigene Geschichte, sehr ausdrucksstark, obwohl sie dafür kaum Worte gebraucht und auf die Kraft der Bilder setzt.

Meine achtjährige Tochter und ich finden das Buch rundum perfekt gelungen, denn es erzählt die Geschichte von einer Mama und ihrer Tochter, die Hals über Kopf ihr Land verlassen mussten und seither kein richtiges Zuhause mehr haben. Die Vorstellung von einem solchen Leben ist wirklich ein wenig beängstigend und genau das ist es auch, was meine Tochter seither bewegt. Doch genau diese Gedanken sind auch sehr gut und wichtig, helfen sie doch, die Menschen, die derzeit in Deutschland nach einer neuen Heimat suchen, besser zu verstehen.

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Veröffentlicht am 04.03.2025

Eine Stadt und ihre Bewohner zwischen grausamer Vergangenheit und ungewisser Zukunft

Berchtesgaden
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Berchtesgaden, 1945: Der Zweite Weltkrieg ist so gut wie verloren, der Führer hat sich bereits umgebracht, viele seiner direkten Untergebenen ebenfalls oder aber sie sind geflohen, denn die Amerikaner ...

Berchtesgaden, 1945: Der Zweite Weltkrieg ist so gut wie verloren, der Führer hat sich bereits umgebracht, viele seiner direkten Untergebenen ebenfalls oder aber sie sind geflohen, denn die Amerikaner nahen. Mitten in den Wirren der letzten Kriegstagen befindet sich Sophie Gruber, die gemeinsam mit ihrer Freundin Magda auch bei Plünderungen der Häuser von Nazi-Größen mitmacht. Doch immer wieder stimmt der Reichtum dieser mächtigen Menschen sie nachdenklich, denn mit ihren neunzehn Jahren ist sie zwar mitten im Nationalsozialismus aufgewachsen, hat so manches nicht weiter hinterfragt, aber nicht jede der Ideologien und des Gedankenguts entsprachen auch ihrer persönlichen Meinung. Nun, nachdem der Krieg zu Ende ist, übernehmen die Amerikaner die Regierung Bayerns und versuchen, wieder weitgehend für Ordnung zu sorgen. Deshalb suchen sie nach Angestellten, die ihren ausführlichen Fragebögen zufolge keine politische Vergangenheit hatten. Sophie gehört zu einer von ihnen und arbeitet ab jetzt als Sekretärin und assistiert bei Befragungen von Nazigrößen. Doch nicht nur diese Schilderungen erschüttern sie immer wieder zutiefst, sondern auch die Denkweise der Menschen, die nicht mehr an das Vergangene erinnert werden möchten und versuchen so, die schrecklichen Taten der vergangenen Jahre einfach totzuschweigen und schließlich zu vergessen. Aber gerade mit ihrem Bruder Max, der bei der SS war, ist das schwierig und Sophie steckt in einem Zwiespalt, denn auf dem Fragebogen hat sie ihn nicht erwähnt...

Carolin Otto erzählt die Ereignisse des Jahres 1945 in Berchtesgaden auf eine sehr fesselnde, aber auch berührende und persönliche Weise. Dafür hat sie unzählige Personen in den Fokus gestellt, die ihre Sichtweise abwechselnd schildern und so ein großes und umfassendes Bild der damaligen Geschehnisse vermitteln. Diese Erzählweise führt dazu, dass unzählige Handlungsstränge parallel verlaufen und trotzdem am Ende ein großes Ganzes ergeben.

Dieser historische Roman hat mich von der ersten Seite an gepackt. Denn das Jahr 1945 das nicht nur das Ende des Zweiten Weltkriegs bedeutet, sondern auch für einen politischen Umbruch steht, ist sehr interessant. Gerade Sophie ist mir immer mehr ans Herz gewachsen, denn sie wirkt anfangs noch sehr unbedarft und hat vieles, was geschehen ist, nicht mitbekommen, entwickelt sich aber immer mehr zu einer jungen Frau mit eigenen Meinungen. Auch Frank Rosenzweig war mir sofort sympathisch. Wohingegen vorallem Max Gruber mit seiner immer etwas arroganten und selbstsicheren Art, ebenso wie Magda mit ihrer übertriebenen Verehrung für Max, die sich zudem sogar von ihm zu seinen Zwecken instrumentalisieren lässt, wenig Verständnis für ihr Handeln von mir erhalten haben.

Dieser Roman ist deshalb viel mehr als nur ein spannendes und fesselndes Buch, sondern vielmehr eine Erinnerung daran, wie schwer es war, das rechte Gedankengut aus der Gesellschaft zu vertreiben und dass Geschichte niemals vergessen werden sollte!

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Veröffentlicht am 03.03.2025

Fenja - Eine kleine Fee sorgt für Unruhe im Wald

Fenja und der Wirbel im Feenwald
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Die Zaunkönige warten schon darauf, dass endlich ihre kleinen Babys aus den Eiern schlüpfen. Als allerdings eine kleine Fee ohne Flügel aus einem Ei herauskommt, sind sie erstaunt. Sie nehmen die kleine ...

Die Zaunkönige warten schon darauf, dass endlich ihre kleinen Babys aus den Eiern schlüpfen. Als allerdings eine kleine Fee ohne Flügel aus einem Ei herauskommt, sind sie erstaunt. Sie nehmen die kleine Fenja, wie sie sie nennen, aber in ihrer Familie auf und sie ist sofort ein Teil davon. Einzig, dass sie nicht fliegen kann, ist ein Unterschied zu ihren Vogelgeschwistern. Da sie aber immer häufiger Unsinn macht und die anderen Waldbewohner damit ärgert, beschweren sich diese bei den Zaunkönig-Eltern. Auch Fenja bekommt die Beschwerde mit und beschließt, endlich die anderen Feen im Wald zu suchen. Als sie diese findet, stellt sie fest, dass sie hinterlistig und durchtrieben sind und gerade bei ihren Feenparaden Dinge zerstören oder stehlen. Eigentlich möchte Fenja keine Fee mehr sein, nur die Flügel möchte sie haben. Doch das ist nicht möglich. Trotzdem gelingt es ihr mit einer einfachen Tat die Feen aus dem Wald zu vertreiben und wieder für Frieden zu sorgen. Denn Fenja ist eine liebenswürdige und ganz besondere kleine Fee!

Briony May Smith widmet dieses Bilderbuch, das von ihr geschrieben und illustriert wurde, einer bezaubernden und goldigen kleinen Fee, die durch ihr Leben bei den Vögeln ganz anders aufwächst als die anderen Feen. Sie zeigt, was Freundschaft und Ehrlichkeit ist. So können auch Kinder erkennen, was zu einer wahren Freundschaft gehört und was richtig und falsch ist.

Meine Tochter und ich mochten die kleine, flügellose Fee vom ersten Moment an, denn sie ist so liebenswürdig, dass man sie einfach mögen muss. Außerdem hält sie fest zu ihren Freunden! Eine ganz besondere Feengeschichte!

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Veröffentlicht am 27.02.2025

Henri zählt...

Henri kann nicht schlafen
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Henri soll eigentlich schlafen, aber er muss die ganze Zeit an die Schattenmonster vor seinem Fenster denken, obwohl Mama sagt, dass es die gar nicht gibt. Weil alle sagen, dass es gut klappt, beginnt ...

Henri soll eigentlich schlafen, aber er muss die ganze Zeit an die Schattenmonster vor seinem Fenster denken, obwohl Mama sagt, dass es die gar nicht gibt. Weil alle sagen, dass es gut klappt, beginnt er zu zählen. Zuerst zählt er Schäfchen, weil Papa das macht. Dann Eistüten wie Opa, er kann sogar eine Eiswaffel davon naschen, obwohl er schon Zähne geputzt hat. Als das nicht klappt, sind Frösche, Geigen, Igel, Buchstaben, Polizeiautos, Regenwürmer und Quietscheentchen dran. Doch am Ende ist nur ein ganz schöner Trubel in Henris Zimmer und schlafen kann er immer noch nicht. Erst als Mama und Papa ins Zimmer kommen und er alle seine Besucher unter der Bettdecke verstecken muss, kommen alle ein wenig zu Ruhe und schließlich schlummern sie alle gemeinsam ein. Nur ein paar Krümel und ein Frosch sind am nächsten Morgen noch in Henris Bett zu finden. Also bringt er den Frosch wieder ins Freie und verabschiedet sich von ihm mit einem "Bis heute Abend", woraufhin der Frosch ihm fröhlich zuzwinkert.

Autorin Susanne Fülscher und Illustratorin Inka Vigh haben hier gemeinsam ein lustiges, unterhaltsam und wunderschönes Bilderbuch geschaffen. Mit ihrer Geschichte fühlen sich alle Kinder angesprochen, denn wer konnte nicht irgendwann schon einmal einfach nicht einschlafen. Da sich die Texte leicht lesen lassen und keine schwierigen Wörter enthalten, liest sich die Geschichte flüssig und ist für Kinder sofort verständlich. Da die Bilder so farbenfroh sind, macht es auch großen Spaß, einfach nur durch das Buch zu blättern. Außerdem fordert das Zählen der verschiedenen Dinge Kinder dazu auf, mitzumachen und das Zählen bis fünf zu üben.

Meine Tochter und ich finden das Buch total witzig und haben beim gemeinsamen Lesen immer wieder lachen müssen. Eine wirklich tolle Gute-Nacht-Geschichte und sehr empfehlenswert!

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