Schmerzhaft, roh und so wichtig!
Staying Was The Hardest Part (Hardest Part 1)Wieso habe ich ewig nicht zu dieser Geschichte gegriffen? Direkt nach der Ankündigung landete es sofort auf meiner Wunschliste und ich bestellte es vor. Dennoch stand es unglaublich lange ungelesen in ...
Wieso habe ich ewig nicht zu dieser Geschichte gegriffen? Direkt nach der Ankündigung landete es sofort auf meiner Wunschliste und ich bestellte es vor. Dennoch stand es unglaublich lange ungelesen in meinem Regal – hätte ich diese berührende Geschichte mal eher gelesen!
Das Cover: Wunderschön! Alle drei Cover der Reihe sind so zart und gleichzeitig steckt in den Covern etwas Unausgesprochenes, beinahe Schmerzhaftes. Ich finde sie unglaublich schön und sie stechen definitiv heraus!
Die Handlung: Evrens Bruder verschwindet von einem Tag auf den anderen. Aufgrund des intensiven Schmerzes spricht Evren immer weniger, bis sie gar keine Worte mehr in die Welt lässt. Ihr wird Mutismus diagnostiziert. Durch ihre Stille verliert sie Anschluss zu ihren Freundinnen und traut sich nicht ihrem Wunschstudium nachzugehen. Eines Tages tritt jedoch Talah in ihr Leben. Talah, der ihr plötzlich ständig über den Weg läuft und der Erste ist, der ihr Schweigen nicht als eine Barriere sieht…
Meine Meinung: Ich habe ein bisschen mehr Lesezeit für die Geschichte gebraucht – aber das sehe ich in diesem Fall nicht negativ. Das Buch behandelt einige schwierige Themen und ist in meinen Augen keine Geschichte, die immer gelesen werden kann. Trotzdem ist es umso wichtiger sie zu lesen! Ich habe mitgefiebert, mitgelitten und sehr viel Wut gespürt. Rabia Doğan erzählt in diesem Roman nicht nur eine behutsame Liebesgeschichte, sondern spricht u.a. Themen wie Fluchterfahrungen, Rassismus und die Bevorzugung von männlichen Geschwistern an. Ich bevorzuge Liebesgeschichten, die auch einen ernsten Unterton haben und all das hält „Staying was the hardest part“ bereit. Manchmal hätte ich mir gern noch ein wenig mehr Bannkraft gewünscht, die mich noch mehr an die Geschichte gefesselt hätte, aber spätestens das letzte Drittel habe ich in einem Rutsch gelesen.
Die Charaktere: Evren und Talah sind mir sehr ans Herz gewachsen. Beiden wurden so viele Steine in den Weg gelegt und trotzdem haben sie immer für sich und ihre Träume eingestanden. Sie sind so ermutigende Charaktere gewesen, die ich einfach gernhaben musste. Evrens Familie ist da bereits um einiges vielschichtiger. Die Liebe zu den Kindern ist immer zu spüren, aber gleichzeitig werden auch komplexe Familienstrukturen kritisiert und welche Folgen resultieren, wenn der Bruder noch immer bevorzugt wird, obwohl er seit Jahren verschwunden ist.
Fazit: Eine sehr berührende Geschichte, an die ich noch lange zurückdenken werde. Ich vergebe hier 4,5/5 Sternen und eine klare Leseempfehlung!