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Veröffentlicht am 17.03.2025

Beginn eines neuen Lebens

Lyneham
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Die Suche nach einer neuen Heimat für die Menschheit führt die Familie von Henry nach Perm, einem fernen Mond. Erzählt wird die Geschichte dieser Kolonie aus der Sicht von Henrys Mutter, die zu den ersten ...

Die Suche nach einer neuen Heimat für die Menschheit führt die Familie von Henry nach Perm, einem fernen Mond. Erzählt wird die Geschichte dieser Kolonie aus der Sicht von Henrys Mutter, die zu den ersten Siedlern zählt, und Henry, der erst Jahrtausende später mit dem Rest der Familie ankommt.
Zusammen mit ihnen stürzt man am Anfang wortwörtlich in die Geschichte und in die neue Welt hinein, es geht direkt spannend los.

Dem Leser zur Seite stehen eine Karte der Umgebung sowie ein Glossar mit vielen Fachbegriffen und beides ist auch wirklich hilfreich und notwendig.
Der Autor schafft hier eine wirklich sehr ausführliche und kreative Science Fiction Welt, inklusive vieler technischer Hintergründe. Dies ist nicht immer einfach zu verstehen, wirkt aber durchaus authentisch.
Manche Beschreibungen der Umgebung oder Tiere waren zwar vorhanden, jedoch fiel es mir irgendwie trotzdem schwer, sie mir richtig vorzustellen.

Spannender für mich waren da eher die gesellschaftlichen Strukturen, so braucht eine neue Welt z.B. natürlich auch ein neues Grundgesetz.
Auch Ideologien und moralische Vorstellungen stimmen nicht immer bei allen Siedlern überein, was zu interessanten Konflikten führt, während man gleichzeitig noch gegen die Gefahren der Welt ankämpfen muss.
Bei der Technik wird der Leser von vielen coolen Erfindungen überrascht, manches davon wirkt regelrecht skurril und verleiht der Geschichte ein wenig Leichtigkeit.
Generell mochte ich den Kontrast zwischen den sachlichen, wissenschaftlichen und mit ein wenig trockenem Humor versehenen Schilderungen der Mutter und der kindlichen Perspektive von Henry. Manchmal wirkten die Kinder auch ein wenig zu weise für ihr Alter, an anderer Stelle wurde ihre kindliche Seite jedoch wieder gut getroffen.
Insgesamt kann ich dieses Buch allen empfehlen, die eine völlig neue Welt und die (technischen) Prozesse dahinter erkunden möchten.

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Veröffentlicht am 05.03.2025

Horror und Humor in kunstvollen Bildern

The Last Dynasty
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Gao Ying strandet zu seinem Studienbeginn zunächst in einem leicht suspekten Hotel mit eigenwilligen Bewohnern. Da ist es kein Wunder, dass es gar nicht lange dauert, bis seltsame Dinge um ihn herum geschehen...
Der ...

Gao Ying strandet zu seinem Studienbeginn zunächst in einem leicht suspekten Hotel mit eigenwilligen Bewohnern. Da ist es kein Wunder, dass es gar nicht lange dauert, bis seltsame Dinge um ihn herum geschehen...
Der erste Band dieser Manhua-Reihe erscheint im ungewöhnlichen Hochformat und liest sich ähnlich wie ein Webtoon. Wer sich bisher aufgrund der Leserichtung nicht mit Mangas anfreunden konnte, sollte hier keinerlei Probleme haben. Auch ermöglicht das Format beeindruckende Bilder, die kleine Kunstwerke in sich sind. Die Panels sind dabei perfekt aufgeteilt, es kommt zu keinen unvorteilhaften Trennungen oder Umbrüchen.
Zur Übersetzung: Hier wurde gut gefiltert zwischen wichtigen und unwichtigen Randinformationen, so z.B. Namen von Restaurants nicht extra übersetzt. Dafür gibt es immer wieder mal Anmerkungen zur chinesischen Kultur, die dem Leser ein besseres Verständnis der Handlung verschaffen. Manche Übersetzungen blieben jedoch trotzdem etwas rätselhaft, jedoch hielt dies sich in Grenzen.

Mo Fei selbst besitzt großes Zeichentalent: Immer wieder habe ich kurz beim Lesen innegehalten, um die Bilder zu bewundern. Die Farbgestaltung passt super zu einer Horrorgeschichte und hat passend zum mythologischen Hintergrund oft an eine alte Geschichte erinnert - nur um im nächsten Moment mit einem spontanen Livestream zu überraschen. Diese besondere Mischung aus Humor und Horror, aus klassisch und modern war für mich ein echtes Highlight. Eine lustige Szene geht auf der nächsten Seite fließend in gruselige Momente über, nur um dann wieder mit viel Witz gelockert zu werden. Der Zeichenstil passt sich dem immer perfekt an, je nach Szene und Stimmung.
Auch die Charaktere konnten bei mir punkten, eine wirklich bunte Mischung, mit Personen, die man schnell ins Herz schließen kann.
Dafür ist die Handlung bisher noch leicht verwirrend, und natürlich ist Band 1 genau dann rum, wenn es die ersten Antworten gibt.
Ein gelungener Einstieg und 4,5 Sterne für mich, ich bin gespannt, wie es weitergeht!

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Veröffentlicht am 19.01.2025

Fantastische Abenteuer in einer orientalischen Welt

Der Sternenstaubdieb
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Nachdem Loulie ihre Familie verliert, schlägt sie sich als Händlerin für magische Relikte durch. An ihrer Seite: Qadir, ein Dschinn, die erbarmungslos in der Welt der Menschen verfolgt und getötet werden. ...

Nachdem Loulie ihre Familie verliert, schlägt sie sich als Händlerin für magische Relikte durch. An ihrer Seite: Qadir, ein Dschinn, die erbarmungslos in der Welt der Menschen verfolgt und getötet werden. Dazu kommt noch ein Geschichten erzählender Prinz und eine Dschinn-Jägerin und das Abenteuer kann starten.

Besonders gut gefallen hat mir die Atmosphäre im Buch: Dies fängt schon bei der Gestaltung an, dazu kommen auch noch eine Karte, besondere Seiten und ein Glossar. Dieses wird auch sehr benötigt, denn es werden sehr viele arabische Wörter und Redewendungen benutzt. Einerseits ist dies total passend zur Welt, andererseits war es gerade am Anfang ein klein wenig nervig, ständig Wörter nachzuschlagen.
Dafür gelingt die Beschreibung der Welt auf eindrucksvolle Weise, man fühlt sich schon nach kurzer Zeit in den Orient und die Wüste versetzt: Essen, Einrichtung, Kleidung, Sprache, Traditionen, alles wirkt sehr stimmig.

Die ganze Geschichte erinnert generell sehr an die Märchen aus 1001 Nacht, so bestehen Kernpunkte beispielsweise aus Aladin oder Ali Baba und die vierzig Räuber. Diese Neuinterpretation zollt trotzdem ihren Tribut an die Tradition des Geschichtenerzählens in Form von kleinen Märchen, die die Haupthandlung ergänzen. Dies fand ich schön gestaltet.
Auch lässt sich die Handlung Zeit, man kann es flüssig lesen, aber gleichzeitig auch gut in die Welt eintauchen. Spannende und actionreiche Passagen wechseln sich mit ruhigeren Momenten ab, eine gute Mischung. Die verschiedenen Perspektiven sorgen zusätzlich noch für ein ausgeprägteres Bild.
Kleiner Kritikpunkt an der deutschen Übersetzung: Im Englischen wird für nicht-binäre Personen they/them verwendet, was sich gut in den Satzbau einfügt. Der Versuch dies ins Deutsche zu übertragen wirkte hingegen irgendwie sehr befremdlich.

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Veröffentlicht am 26.12.2024

Geschichtsstunde anhand vieler Schicksale

Suche liebevollen Menschen
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Zufällig findet der Autor heraus, dass sein Vater damals durch eine Zeitungsanzeige nach England vermittelt wurde, um der Verfolgung der Juden durch die Nazis zu entkommen.
Während seiner Recherche stößt ...

Zufällig findet der Autor heraus, dass sein Vater damals durch eine Zeitungsanzeige nach England vermittelt wurde, um der Verfolgung der Juden durch die Nazis zu entkommen.
Während seiner Recherche stößt er auf viele weitere, ähnliche Schicksale und berichtet über all diese Menschen in diesem Buch.
Die Gestaltung ist meiner Meinung nach sehr gelungen, durch viel Bildmaterial wie Fotos der Menschen oder Zeitungsausschnitte hat man direkt besser vor Augen, wie echt das alles ist, dass diese Menschen wirklich mal gelebt haben und nicht nur erfundene Romanfiguren sind.
Auch erzählt der Autor viel von seinem Vater sowie anderen Verwandten, was viele Teile des Buches sehr persönlich wirken lässt.

Die Schicksale der Kinder und ihrer Familien waren alle sehr berührend, teilweise traurig und oft auch erschreckend, wahrlich keine leichte Kost, aber dafür umso wichtiger.
Von den meisten historischen Begebenheiten hatte ich entweder noch nie etwas gehört oder nur sehr oberflächlich, durch das Buch konnte ich so viel dazulernen und in die Geschichte "eintauchen".
Lediglich die Strukturierung hat mir nicht so ganz zugesagt, diese war mir teilweise doch ein wenig zu chaotisch. Mitten im Abschnitt oder Kapitel zieht der Autor manchmal Vergleiche zu anderen Personen und wechselt plötzlich den Fokus, was gerade am Anfang oft verwirrend war, wenn man die ganzen Namen noch nicht auseinanderhalten kann.
Auch werden die Geschichten der Kinder oft mit historischen "Fun Facts" ergänzt, also Hintergrundwissen zu den Städten, Politikern etc. - dies liefert zwar interessanten Kontext, steht aber auch oft kaum in direkter Relevanz zu den einzelnen Schicksalen.
Als Leser sollte man offen für eine solch umfangreiche Geschichtsstunde sein und auch Interesse an der Zeit mitbringen, nicht nur an den Erzählungen über die Kinder.
Ein wirklich wichtiges Sachbuch, gegen das Vergessen und mit Lektionen für unsere heutige Gesellschaft.

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Veröffentlicht am 18.11.2024

Phantastische Monster und wie sie loszuwerden sind

Tage einer Hexe
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Das Leben in Chernograd ist nicht einfach: In einer Stadt ohne wirkliche Farben und in der Tabak beim Schmuggel wichtiger ist als vernünftige Lebensmittel für die Bewohner gibt es ein weiteres kleines ...

Das Leben in Chernograd ist nicht einfach: In einer Stadt ohne wirkliche Farben und in der Tabak beim Schmuggel wichtiger ist als vernünftige Lebensmittel für die Bewohner gibt es ein weiteres kleines Problem - in den ersten 12 Tagen jeden Jahres kommen die Monster heraus zum Spielen und Menschenfleisch essen. Die Hexe Kosara hat dazu noch einen unangenehmen Stalker, der leider auch der Zar aller Monster ist.
Was recht düster klingt, wird jedoch unerwarteterweise immer wieder aufgelockert durch die sarkastischen und zynischen Kommentare der Bewohner, allen voran Kosara, die immer einen unfreiwillig witzigen Spruch auf Lager hat.
Die daraus entstehende Atmosphäre ist so recht ungewöhnlich und ähnlich wie der Inspektor Asen fragt man sich als Leser immer wieder, welcher Wahnsinn jetzt schon wieder vonstatten geht.

Die Dynamik zwischen Asen und Kosara hat mir gut gefallen, für ein unfreiwilliges Team schlagen sie sich gut. Die Nebencharaktere hingegen sind meiner Meinung nach doch leider teilweise etwas blass geblieben.
Gut beschrieben sind hingegen all die Monster, die sogar noch ausführlich in einer Art Glossar erklärt werden und dadurch einen schönen Einblick in die slawische Mythologie liefern.
Auch interessant fand ich den Kontrast der Städte, Technik und Wissenschaft auf einer Seite der Mauer, Magie und Monster auf der anderen. Hier hätte ich gerne noch mehr über diese Welt gelesen.
Ebenso war die Mischung aus Fantasy und einer Art Krimi eine spannende Kombi, jedoch habe ich einige Stellen als nicht ganz so logisch empfunden.
Insgesamt hatte ich aber viel Freude, in diese Welt einzutauchen und bin schon auf den nächsten Band gespannt.

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