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Veröffentlicht am 05.03.2025

True Crime

Kaltblütig
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Die Clutters waren eine angesehene Familie, die Eltern und ihre vier Kinder. Die älteste Tochter war schon verheiratet, die zweite verlobt und die Hochzeit sollte bald stattfinden. Die beiden jüngeren ...

Die Clutters waren eine angesehene Familie, die Eltern und ihre vier Kinder. Die älteste Tochter war schon verheiratet, die zweite verlobt und die Hochzeit sollte bald stattfinden. Die beiden jüngeren Kinder Tochter und Sohn lebten noch daheim. Sie waren beliebt in der Gemeinde Holcomb des Jahres 1959 und doch wurden sie einfach umgebracht. Kaltblütig erschossen. Zunächst gab es keine Hinweise auf die oder den möglichen Täter. Deshalb geriet zunächst der Freund der jungen Nancy in Verdacht. Er hatte seine Liebste am Abend besucht und war so kurz vor der Tatzeit noch auf der Farm.

Der Autor Truman Capote hat sich hier einer Tat gewidmet und sie akribisch nachgezeichnet, die tatsächlich geschehen ist. Der Tatsachenroman, der sich daraus entwickelt hat, könnte ein neues Genre begründet haben. Die Tat ist ausgesprochen grausam und erscheint völlig sinnlos. Mr. Clutter war dafür bekannt, dass er kaum Bargeld bei sich trug. Ein Raubmord hätte also keine große Beute gebracht. Also kann nur ein persönliches Motiv in Betracht kommen? Schließlich war Mr. Clutter gegen eine dauerhafte Beziehung Nancys zu ihrem Freund. Erst nach wirklich genauer Untersuchung fällt auf, dass doch ein paar Dinge aus dem Haus fehlen. Die Ermittler stehen vor einem Rätsel.

Bei Truman Capote handelte es sich um einen genialen Autor. Zwar ist eher sein Werk „Frühstück bei Tiffany“ bekannt und das wahrscheinlich auch eher in der verfilmten Version, aber auch der vorliegende Bericht besticht durch seine präzise Sprache. Es werden einem die Menschen nahe gebracht. Zunächst die unbescholtene Familie Clutter, rechtschaffene Leute, die geplant hatten zu leben und nicht zu sterben. Doch auch die Täter lernt man kennen. Zwangsläufig können sich nicht sympathisch werden, denn mit ihrer grausamen Tat haben sie dieses Recht verwirkt. Auch wenn ihr Leben nicht immer einfach war, rechtfertigt doch nichts diese sinnlosen Morde. Gleichzeitig verfolgt man, mit welcher Hartnäckigkeit die Polizeibeamten versuchen, die Killer ausfindig zu machen. Obwohl es sich um einen Tatsachenbericht handelt, ist die Schilderung sehr spannend. Mit ein paar Bildern, die im Internet zu finden sind, kann man sich das Geschehen noch besser vorstellen. Auch dieses Buch des Autors wurde verfilmt.

Veröffentlicht am 03.03.2025

Tief verwurzelt

Der verschwundene Buchladen
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Endlich hat Martha sich von ihrem Ehemann getrennt. Mit letzter Kraft hat sie es nach Dublin geschafft und sich auf eine Stelle als Haushälterin beworben. Ms Bowden scheint recht exzentrisch zu sein und ...

Endlich hat Martha sich von ihrem Ehemann getrennt. Mit letzter Kraft hat sie es nach Dublin geschafft und sich auf eine Stelle als Haushälterin beworben. Ms Bowden scheint recht exzentrisch zu sein und doch richtig. Vor dem Haus lernt Martha den Doktoranden Henry kennen, der nach einem verschwundenen Buchladen sucht. Die beiden sind sich sofort sympathisch. Marthas großer Traum ist es, zu studieren. Sie weiß nur noch nicht, wie sie das mit der Lektüre schaffen soll, denn sie hat eine seltsame Scheu davor zu lesen. Vielleicht hat Henry eine Idee, wie sie die Sache angehen kann.

Martha und Henry sind nicht unbedingt freigiebig was gewisse Informationen angeht. Ihr Weg ist dadurch nicht so geradlinig wie anderenfalls möglich. Doch ihre Suche nach der Geschichte von Opaline, die auf einer anderen Zeitebene erzählt wird, schweißt sie zusammen. Opaline sollte in den 1920ern gegen ihren Willen verheiratet werden. Im Gegensatz zu vielen anderen jungen Frauen wehrt sie sich dagegen und flieht nach Paris. Dort lernt sie eine Welt der Bücher kennen, die die Erfüllung der meisten ihrer Träume bedeuten könnte. Werden Martha und Henry es schaffen, Opalines Weg zu den Büchern zu verfolgen?

So einen verschwundenen Buchladen möchte man auch gerne suchen, das aufwendig gestaltete Cover mit Farbschnitt macht direkt Lust auf den Roman. Von Opalines Schicksal zu lesen, ist manchmal nicht leicht zu ertragen. Sie versucht ihr Leben nicht nach den Konventionen zu leben und muss dabei Rückschläge hinnehmen. Wie hinterhältig und gemein Frauen damals mitunter behandelt wurden. Doch auch Martha ist, was das angeht, nicht auf Rosen gebettet. Man wünscht ihr wirklich, dass sie ihr Leben in den Griff bekommt. Zwar unternimmt ihre Beziehung zu Henry etwas eigenartige Verläufe, dennoch spürt man die tiefe Verbundenheit zwischen den beiden. Richtig schön und interessant wird es jedoch, wenn es um die Suche nach seltenen oder verloren geglaubten Büchern geht. Da kann man eintauchen und förmlich den Duft von alten Büchern wahrnehmen. Ein schönes und spannendes Buch, dass gerne empfohlen wird.

Veröffentlicht am 28.02.2025

Die Glückshaube

Demon Copperhead
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In einem Trailer wird der kleine Demon Copperhead mit einer Glückshaube auf dem Kopf geboren. Seine jugendliche Mutter versucht von den Drogen weg zu kommen. Bald ist Demon hauptsächlich be seinem Freund ...

In einem Trailer wird der kleine Demon Copperhead mit einer Glückshaube auf dem Kopf geboren. Seine jugendliche Mutter versucht von den Drogen weg zu kommen. Bald ist Demon hauptsächlich be seinem Freund Maggot, der bei seinen Großeltern aufwächst. So unglücklich ist er nicht. Doch irgendwann lernt seine Mutter einen Neuen kennen, der es gut versteht, sowohl ihr als auch Demon das Leben zur Hölle zu machen. Leider stirbt seine Mutter bald und für Demon beginnt eine Odyssee durch ein tragisches Leben, in dem es zwar auch mal Aufs aber immer wieder auch Abs gibt.

Dieser rothaarige kleine Junge muss echt einiges aushalten. Vielleicht würden ihn die anderen als Trailer Trash bezeichnen. Doch zum Glück hat er Maggot, mit dem er durch die Gegend zieht. Maggots Mutter sitzt im Gefängnis. Um den Grund dafür ranken sich Geschichten, die es in sich haben. Durch Maggot und dessen Großeltern kommt auch Demon mal raus. Eine große Enttäuschung für Demon ist es allerdings, dass er nicht von Maggots Großeltern aufgenommen wird. Demon ist aber nicht jemand, der einfach aufgibt. Ein ums andere Mal durchsteht er schwierige Zeiten und verliert doch nicht seinen Mut.

Mit diesem Hörbuch begleitet Fabian Busch den jungen und langsam erwachsen werdenden Demon Copperhead einfühlsam durch die Jahre. Die Zeit des Hören fliegt dann nur so dahin. Wenn man ein wenig nachliest oder das Buch auch kennt, kann man bestätigen, dass dieser Roman dem Klassiker David Copperfield von Charles Dickens nachempfunden ist. Auch mit Demon haben wir einen Waisenjungen, der unverschuldet und schwierige und auch für ihn gefährliche Situationen gerät. So manches Mal denkt man, noch schlimmer kann es doch nicht kommen und dann kann es mit dem Hören auch etwas mühsam werden, weil man sich fragt, warum sich Demon auf bestimmte Sachen einlässt oder Angebote nicht annimmt. Doch dann hält man sich an das klassische Vorbild und hofft auf ein versöhnliches Ende. Wie die Autorin die Worte, mit denen sie Demon erzählen lässt, immer altersgerecht verwendet, ist wirklich klasse, Durch dick und dünn - man ist immer ganz nahe bei Demon Copperhead.

Nominiert für den Deutschen Hörbuchpreis 2025.

Veröffentlicht am 26.02.2025

Teenager verschwunden

Schmerz
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Die Polizistin Dora wird seit einem Einsatz, bei dem sie eine schwere Kopfverletzung erlitt, von Schmerzen geplagt. Voll einsatzfähig ist sie seitdem nicht und meist ist sie im Innendienst. Ihr Kollege ...

Die Polizistin Dora wird seit einem Einsatz, bei dem sie eine schwere Kopfverletzung erlitt, von Schmerzen geplagt. Voll einsatzfähig ist sie seitdem nicht und meist ist sie im Innendienst. Ihr Kollege Rado wird von einer Aktion ausgeschlossen, weil befürchtet wird, dass er den Zielpersonen zu nahe stehen könnte. Nun während beinahe alle Polizeikräfte woanders gebunden sind, kommt die Meldung herein, dass eine jugendliche Person verschwunden ist. Aus dieser Not heraus werden Dora und Rado losgeschickt, um etwas zu dem Verschwinden von Morgan herauszufinden. Dabei ergeben sich erstmal wenige Hinweise, möglicherweise ist Morgan einfach abgehauen.

Mit diesem Reihenstart finden die Außenseiter Dora und Rado zu einem ungewöhnlichen Team zusammen. Für Dora ist das Leben seit ihrer Verletzung anders geworden. Sie hat den Eindruck, dass sie manchmal mehr sieht und empfindet als andere. Damit hat sie schon einige Fälle weitergebracht, eher zum Unmut der Kollegen. Rado dagegen, hat serbische Wurzeln, wobei seine Verwandten nicht alle eine weiße Weste haben. Trotzdem hat er sich bei der Polizei hochgearbeitet. Manchmal fragt er sich jedoch, ob er das volle Vertrauen genießt. Und nun ist ein junger Mensch verschwunden und so richtig besorgt scheint niemand zu sein. Doch Dora hat sofort ein ungutes Gefühl.

Dieser spannende Kriminalroman ist in Island angesiedelt. Der bodenständige Rado und die impulsiv empfindsame Dora bilden ein Zufallsteam, dass unerwartet gut harmoniert. Zwar fragt man sich, wie die eigentlich schwerkranke Dora weiterarbeiten kann und zusätzlich gerät sie in bedrohliche Situationen, bei denen man sich fragt, inwieweit sie für die Handlung entscheidend sind. Von diesem kleinen Manko abgesehen entwickelt sich die Geschichte fesselnd. Das Schicksal der verschwundenen Person ist ungewöhnlich und nimmt einen unerwarteten Verlauf. Ebenso überraschend ist das Ergebnis der Razzia. Dora und Rado wachsen dabei mehr zusammen als sie wohl selbst erwartet haben. Diese Reihe startet gut und macht neugierig auf weitere Fälle. Die Neugier kann mit einem Folgeband gestillt werden, der bereits angekündigt ist.

Der Umschlag des Buches ist ansprechend gestaltet. Durch den Farbschnitt gerät er noch auffälliger und wird somit zum echten Hingucker.

Veröffentlicht am 23.02.2025

Geteilter Vater

Mickey und Arlo
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Mit Leib und Seele ist Mickey Vorschullehrerin und natürlich trinkt sie nicht in der Schule. Doch eines Tages wird der fünfjährige Ian nicht abgeholt. Eigenmächtig entscheidet Mickey, ihn selbst nach hause ...

Mit Leib und Seele ist Mickey Vorschullehrerin und natürlich trinkt sie nicht in der Schule. Doch eines Tages wird der fünfjährige Ian nicht abgeholt. Eigenmächtig entscheidet Mickey, ihn selbst nach hause zu bringen. Sie ahnt nicht, welche Schwierigkeiten sie sich damit einhandelt. Als Mickey erfährt, dass ihr verstorbener Vater ihr eine Menge Geld hinterlassen hat, ist sei wie vom Donner gerührt. Ihr Vater, ein Alkoholiker, hat ihre Mutter verlassen, als Mickey erst kurz zu Schule ging. Doch das Geld ist an eine Bedingung geknüpft, Mickey muss sieben Therapiestunden ablegen. Arlo hatte den besten Vater, den sie sich vorstellen konnte. Und sie hat ihn gepflegt bis zum Schluss. Als sie erfährt, dass ihre unbekannte Halbschwester das ganze Geld erbt, ist sie wie vom Donner gerührt.

Zwei Frauen, Schwestern, die sich nie kennengelernt haben. Wie hätte das Leben sein könnten, wenn sie sich immer gekannt hätten? Auf Beide hat der Vater, der als Alkoholiker häufig fies und unleidlich war, ihrer beider Leben beeinflusst? Mickey wollte nie so werden wie er und doch trinkt sie jeden Tag, manchmal bis zum Augenstillstand. Also meinte immer, sie müsse seine Sucht managen und doch ist er gestorben. Und nun? Die Therapiestunden mit Mickey erweisen sich auch als nicht so einfach.

Eine ungewöhnliche, aber nicht völlig abwegige Geschichte, die einen mitnimmt. Auch wenn man selbst die Problematik mit der Sucht nicht so ganz versteht, weil man Glück gehabt hat und damit nur am Rande in Berührung kam, so berührt die Geschichte doch. Sie stellt die Schwestern mit ihren Stärken und Schwächen dar, menschlich wie Menschen eben sind. Sie hadern mit sich, ihrem toten Vater und den anderen Menschen, die in ihrem Leben sind oder auch gerade nicht. Es ist sehr berührend beschrieben, wie sie versuchen, etwas zu ändern, nicht immer erfolgreich. Und dennoch stehen sie auf, wenn sie gescheitert sind und versuchen von Neuem, zu einer Lösung zu finden. Das zeigt große Empathie und ist auch wegen der klaren Sprache sehr angenehm zu lesen.

Die Darstellung der zwei Frauen auf dem Cover, die zusammen und doch irgendwie getrennt sind, ist sehr treffend und passt gut zu dem Roman.