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Veröffentlicht am 28.02.2025

Die Glückshaube

Demon Copperhead
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In einem Trailer wird der kleine Demon Copperhead mit einer Glückshaube auf dem Kopf geboren. Seine jugendliche Mutter versucht von den Drogen weg zu kommen. Bald ist Demon hauptsächlich be seinem Freund ...

In einem Trailer wird der kleine Demon Copperhead mit einer Glückshaube auf dem Kopf geboren. Seine jugendliche Mutter versucht von den Drogen weg zu kommen. Bald ist Demon hauptsächlich be seinem Freund Maggot, der bei seinen Großeltern aufwächst. So unglücklich ist er nicht. Doch irgendwann lernt seine Mutter einen Neuen kennen, der es gut versteht, sowohl ihr als auch Demon das Leben zur Hölle zu machen. Leider stirbt seine Mutter bald und für Demon beginnt eine Odyssee durch ein tragisches Leben, in dem es zwar auch mal Aufs aber immer wieder auch Abs gibt.

Dieser rothaarige kleine Junge muss echt einiges aushalten. Vielleicht würden ihn die anderen als Trailer Trash bezeichnen. Doch zum Glück hat er Maggot, mit dem er durch die Gegend zieht. Maggots Mutter sitzt im Gefängnis. Um den Grund dafür ranken sich Geschichten, die es in sich haben. Durch Maggot und dessen Großeltern kommt auch Demon mal raus. Eine große Enttäuschung für Demon ist es allerdings, dass er nicht von Maggots Großeltern aufgenommen wird. Demon ist aber nicht jemand, der einfach aufgibt. Ein ums andere Mal durchsteht er schwierige Zeiten und verliert doch nicht seinen Mut.

Mit diesem Hörbuch begleitet Fabian Busch den jungen und langsam erwachsen werdenden Demon Copperhead einfühlsam durch die Jahre. Die Zeit des Hören fliegt dann nur so dahin. Wenn man ein wenig nachliest oder das Buch auch kennt, kann man bestätigen, dass dieser Roman dem Klassiker David Copperfield von Charles Dickens nachempfunden ist. Auch mit Demon haben wir einen Waisenjungen, der unverschuldet und schwierige und auch für ihn gefährliche Situationen gerät. So manches Mal denkt man, noch schlimmer kann es doch nicht kommen und dann kann es mit dem Hören auch etwas mühsam werden, weil man sich fragt, warum sich Demon auf bestimmte Sachen einlässt oder Angebote nicht annimmt. Doch dann hält man sich an das klassische Vorbild und hofft auf ein versöhnliches Ende. Wie die Autorin die Worte, mit denen sie Demon erzählen lässt, immer altersgerecht verwendet, ist wirklich klasse, Durch dick und dünn - man ist immer ganz nahe bei Demon Copperhead.

Nominiert für den Deutschen Hörbuchpreis 2025.

Veröffentlicht am 26.02.2025

Teenager verschwunden

Schmerz
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Die Polizistin Dora wird seit einem Einsatz, bei dem sie eine schwere Kopfverletzung erlitt, von Schmerzen geplagt. Voll einsatzfähig ist sie seitdem nicht und meist ist sie im Innendienst. Ihr Kollege ...

Die Polizistin Dora wird seit einem Einsatz, bei dem sie eine schwere Kopfverletzung erlitt, von Schmerzen geplagt. Voll einsatzfähig ist sie seitdem nicht und meist ist sie im Innendienst. Ihr Kollege Rado wird von einer Aktion ausgeschlossen, weil befürchtet wird, dass er den Zielpersonen zu nahe stehen könnte. Nun während beinahe alle Polizeikräfte woanders gebunden sind, kommt die Meldung herein, dass eine jugendliche Person verschwunden ist. Aus dieser Not heraus werden Dora und Rado losgeschickt, um etwas zu dem Verschwinden von Morgan herauszufinden. Dabei ergeben sich erstmal wenige Hinweise, möglicherweise ist Morgan einfach abgehauen.

Mit diesem Reihenstart finden die Außenseiter Dora und Rado zu einem ungewöhnlichen Team zusammen. Für Dora ist das Leben seit ihrer Verletzung anders geworden. Sie hat den Eindruck, dass sie manchmal mehr sieht und empfindet als andere. Damit hat sie schon einige Fälle weitergebracht, eher zum Unmut der Kollegen. Rado dagegen, hat serbische Wurzeln, wobei seine Verwandten nicht alle eine weiße Weste haben. Trotzdem hat er sich bei der Polizei hochgearbeitet. Manchmal fragt er sich jedoch, ob er das volle Vertrauen genießt. Und nun ist ein junger Mensch verschwunden und so richtig besorgt scheint niemand zu sein. Doch Dora hat sofort ein ungutes Gefühl.

Dieser spannende Kriminalroman ist in Island angesiedelt. Der bodenständige Rado und die impulsiv empfindsame Dora bilden ein Zufallsteam, dass unerwartet gut harmoniert. Zwar fragt man sich, wie die eigentlich schwerkranke Dora weiterarbeiten kann und zusätzlich gerät sie in bedrohliche Situationen, bei denen man sich fragt, inwieweit sie für die Handlung entscheidend sind. Von diesem kleinen Manko abgesehen entwickelt sich die Geschichte fesselnd. Das Schicksal der verschwundenen Person ist ungewöhnlich und nimmt einen unerwarteten Verlauf. Ebenso überraschend ist das Ergebnis der Razzia. Dora und Rado wachsen dabei mehr zusammen als sie wohl selbst erwartet haben. Diese Reihe startet gut und macht neugierig auf weitere Fälle. Die Neugier kann mit einem Folgeband gestillt werden, der bereits angekündigt ist.

Der Umschlag des Buches ist ansprechend gestaltet. Durch den Farbschnitt gerät er noch auffälliger und wird somit zum echten Hingucker.

Veröffentlicht am 23.02.2025

Geteilter Vater

Mickey und Arlo
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Mit Leib und Seele ist Mickey Vorschullehrerin und natürlich trinkt sie nicht in der Schule. Doch eines Tages wird der fünfjährige Ian nicht abgeholt. Eigenmächtig entscheidet Mickey, ihn selbst nach hause ...

Mit Leib und Seele ist Mickey Vorschullehrerin und natürlich trinkt sie nicht in der Schule. Doch eines Tages wird der fünfjährige Ian nicht abgeholt. Eigenmächtig entscheidet Mickey, ihn selbst nach hause zu bringen. Sie ahnt nicht, welche Schwierigkeiten sie sich damit einhandelt. Als Mickey erfährt, dass ihr verstorbener Vater ihr eine Menge Geld hinterlassen hat, ist sei wie vom Donner gerührt. Ihr Vater, ein Alkoholiker, hat ihre Mutter verlassen, als Mickey erst kurz zu Schule ging. Doch das Geld ist an eine Bedingung geknüpft, Mickey muss sieben Therapiestunden ablegen. Arlo hatte den besten Vater, den sie sich vorstellen konnte. Und sie hat ihn gepflegt bis zum Schluss. Als sie erfährt, dass ihre unbekannte Halbschwester das ganze Geld erbt, ist sie wie vom Donner gerührt.

Zwei Frauen, Schwestern, die sich nie kennengelernt haben. Wie hätte das Leben sein könnten, wenn sie sich immer gekannt hätten? Auf Beide hat der Vater, der als Alkoholiker häufig fies und unleidlich war, ihrer beider Leben beeinflusst? Mickey wollte nie so werden wie er und doch trinkt sie jeden Tag, manchmal bis zum Augenstillstand. Also meinte immer, sie müsse seine Sucht managen und doch ist er gestorben. Und nun? Die Therapiestunden mit Mickey erweisen sich auch als nicht so einfach.

Eine ungewöhnliche, aber nicht völlig abwegige Geschichte, die einen mitnimmt. Auch wenn man selbst die Problematik mit der Sucht nicht so ganz versteht, weil man Glück gehabt hat und damit nur am Rande in Berührung kam, so berührt die Geschichte doch. Sie stellt die Schwestern mit ihren Stärken und Schwächen dar, menschlich wie Menschen eben sind. Sie hadern mit sich, ihrem toten Vater und den anderen Menschen, die in ihrem Leben sind oder auch gerade nicht. Es ist sehr berührend beschrieben, wie sie versuchen, etwas zu ändern, nicht immer erfolgreich. Und dennoch stehen sie auf, wenn sie gescheitert sind und versuchen von Neuem, zu einer Lösung zu finden. Das zeigt große Empathie und ist auch wegen der klaren Sprache sehr angenehm zu lesen.

Die Darstellung der zwei Frauen auf dem Cover, die zusammen und doch irgendwie getrennt sind, ist sehr treffend und passt gut zu dem Roman.

Veröffentlicht am 18.02.2025

Berliner Platte

Achtzehnter Stock
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Wanda lebt mit ihrer fünfjährigen Tochter Karlie in einem Berliner Plattenbau. Eigentlich wollte sie nie so werden wie ihre Mutter, die mehr scheinen wollte als sie war. Aber irgendwie wurde Wanda arbeitslos, ...

Wanda lebt mit ihrer fünfjährigen Tochter Karlie in einem Berliner Plattenbau. Eigentlich wollte sie nie so werden wie ihre Mutter, die mehr scheinen wollte als sie war. Aber irgendwie wurde Wanda arbeitslos, allein erziehend und immer knapp bei Kasse, weil sie keine Stütze beantragen will. Seit ihrer Schulzeit träumt Wanda von einer Karriere als Schauspielerin. Allerdings raubt ihr eine schwere Erkrankung Karlies den Agenten und damit jede Chance. So sieht es jedoch zunächst aus. Wenigstens hat Karlie in der Platte eine beste Freundin Aylin und deren Mutter hilft Wanda oft, wenn sie mal einen Babysitter braucht.

In ihrem Debütroman geht die Autorin der Frage nach, ob man der Platte entkommen kann. Wanda hat die Wohnung nur, weil ihr Onkel, der den günstigen Mietvertrag abgeschlossen hatte, ihr die Wohnung untervermietet hat. Obwohl sie dort einigermaßen klarkommt, ist es ihr unangenehm, anderen Menschen zu erzählen, wo sie lebt. Als sie den Schauspieler Adam kennenlernt, sieht sie ihre Chance gekommen, vergisst aber Karlie zu erwähnen. Dadurch muss sie häufig herum jonglieren, damit Karlie während ihrer Abwesenheit zu versorgen. Aber was, wenn Aylins Mutter mal keine Zeit hat. Wanda fällt es manchmal schwer zu entscheiden, was wichtiger ist, ihr Kind, die Arbeit oder Adam.

Die Platte ist schon in und wieder mal Schauplatz von Romanen oder Filmen. Wenn man das selbst nicht so kennt, weil es das auf dem Land einfach nicht gibt, weckt der Klappentext des Roman Interesse. Wie wird Wanda mit der Chance umgehen, ihren Traum doch noch zu verwirklichen? Weiß sie zu schätzen, dass sie sich meistens auf Aylins Mutter verlassen kann? Da kommt man selbst ins Überlegen. Reichtum und Oberflächlichkeit oder Armut und Freundschaft? Um welchen Preis kann man seine finanzielle Situation verbessern? Wo ist die Grenze? Man sollte die Platte vielleicht nicht romantisieren, aber sie ist genauso ein zuhause, eine Nachbarschaft wie die meisten anderen auch. Dramatisch und mitreißend ist die Schilderung von Karlies Erkrankung, die wirklich ans Herz geht. Nicht immer versteht man Wandas Entscheidungen, gerade wenn es darum geht, dass sie Karlie nicht erwähnt. Toll ist jedoch, wie sie sich doch befreit und zu sich selbst steht. Dass man den Wolken im achtzehnten Stock etwas näher ist, wird durch das farblich schön gestaltete Cover deutlich.

Veröffentlicht am 14.02.2025

Der Tote im Wald

Dunkelwald
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Auf Öland werden in einem Wald die sterblichen Überreste eines Menschen gefunden. Durch eine DNA-Untersuchung kann feststellt werden, dass es sich bei dem Toten um den seit Jahren verschwundenen Mikael ...

Auf Öland werden in einem Wald die sterblichen Überreste eines Menschen gefunden. Durch eine DNA-Untersuchung kann feststellt werden, dass es sich bei dem Toten um den seit Jahren verschwundenen Mikael handelt. Nach seinem Schulabschluss wollte er Europa bereisen, deshalb glaubte man nicht, dass ihm etwas zugestoßen sein könnte. Nun nehmen Hanna Duncker und ihr Kollege Erik die Ermittlungen wieder auf. Hanna, die nur knapp einem Brandanschlag entkam, ist ganz froh, dass sie sich in die Arbeit stürzen kann. Was ist mit dem jungen Mann nach der Schulabschlussparty geschehen? Wird sich überhaupt noch jemand an etwas erinnern?


Auch in diesem dritten Fall um die Kommissarin Hanna Duncker geht es wieder um den Fall, der Hanna am meisten belastet. Ihr eigener Vater saß lange wegen eines Tötungsdeliktes in Haft, obwohl er nicht der Täter war. Hanna ist drauf und dran, etwas über den wahren Tathergang herauszufinden. Möglicherweise war der Brandanschlag ein Mordanschlag auf sie. Hanna wird trotzdem weitermachen. Auch der Todesfall aus der Vergangenheit löst sich.nicht von selbst. Nach so langer Zeit sind die Erinnerungen lückenhaft. Erstaunlich, dass sich dennoch neue Ansätze auftun je länger Hanna und Erik nachbaren.

Bei dieser ansprechenden Krimireihe nimmt die Rahmenhandlung einen recht umfangreichen Platz ein. So etwas muss man mögen. Wenn dem allerdings so ist erhält man hier eine spannende Mischung aus altem Fall, der durch die neue Ereignisse wieder aufgerollt wird und Hannas persönlicher Geschichte, die noch nicht hinreichend geklärt ist. Fesselnd ist die Schilderung der Strömungen zwischen den Mitgliedern der Abschlussklasse, die während der neuen Nachforschungen mitunter sehr sparsam mit der Weitergabe von Informationen sind. Die Vergangenheit bestimmt einen nicht unerheblichen Teil der Gegenwart. Man liest gebannt. Wenn man, da dieser dritte Teil bereits vor über einem Jahr erschienen ist, nicht wüsste, dass es bereits zwei weitere Bände gibt, könnte man diesen fiesen Cliffhanger am Schluss des Buches kaum ertragen.