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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.03.2025

Ein Highlight

Die Anatomie der Einsamkeit
1

Olive ist mit sich und ihrem Leben unzufrieden. Obwohl sie mitten in London lebt, fühlt sie sich einsam und unglücklich. Beruflich steckt sie fest. Von ihrer Großmutter hat sie einen scheinbar wertlosen ...

Olive ist mit sich und ihrem Leben unzufrieden. Obwohl sie mitten in London lebt, fühlt sie sich einsam und unglücklich. Beruflich steckt sie fest. Von ihrer Großmutter hat sie einen scheinbar wertlosen Kompass geschenkt bekomme.
20 Jahre zuvor: Claire ist beruflich sehr erfolgreich und scheinbar mit sich und ihrem Liebesleben vollkommen zufrieden. Sie hat alles gegeben, um beruflich da zu stehen, wo sie im Moment ist. Der Tod ihrer Zwillingsschwester Iris trifft sie so stark, dass sie auf die kleine Insel, dem letzten Wohnort von Iris flüchtet. Dort entdeckt sie tief verborgen Zeichnungen eines Kompasses.
Louise Pelt schafft es zwei Geschichten so miteinander zu verstricken, dass der Leser erstmal denkt, dass er zwei unabhängige Romane liest. Sie zeichnet wundervolle Stimmungsbilder und die Charaktere sind so liebevoll charakterisiert. Der ruhige Schreibstil lässt den Leser in die Ferne schweifen. Kurze Kapitel mit Perspektivwechsel sorgen für Spannung. Neuanfang und den gewohnten Lebensstil hinter sich lassen, darin steckt die größte Herausforderung. Klar wird, dass Einsamkeit in einem verweilt. Die äußeren Umstände ändern daran nur bedingt etwas.
Dieser Roman hat mich bewegt und hätte meines Erachtens nicht tiefgründiger sein können. Ein wirklicher Juwel, bei dem man traurig ist, wenn die letzte Seite gelesen ist. Ich hoffe es gibt bald Nachschub von Louise Pelt.

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Veröffentlicht am 16.03.2025

Generationsübergreifend

Die Summe unserer Teile
0

Plötzlich ist er da, der Steinway, ein Klavier, dass kaum in Lucy Zimmer passt und Lucy mit all seinen Erinnerungen erdrückt. Mit einem unsichtbares Band ist es mit den Generationen verbunden. Lucy weiß ...

Plötzlich ist er da, der Steinway, ein Klavier, dass kaum in Lucy Zimmer passt und Lucy mit all seinen Erinnerungen erdrückt. Mit einem unsichtbares Band ist es mit den Generationen verbunden. Lucy weiß eigentlich nichts über die Vergangenheit ihrer Großmutter, eine der ersten Chemikerinnen im Libanon.
Fehlende Nähe, hohe Ansprüche und eine behütete Kindheit, das waren die Gründe für Lucy mit ihrer Mutter zu brechen. Auf den Spuren von Großmutters Vergangenheit reist Lucy nach Polen. Wie ein Wirbel wird die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven erzielt. Der Leser taucht sowohl in die Vergangenheit der Großmutter, der Mutter und ihrer Kindheit ein. Eine Mutter-Tochter-Beziehung wird beleuchtet und bewertet. Langsam und präzise nähert sich der Leser, wie beim Schälen einer Frucht, dem Kern der Geschichte. Der Leser tappt lange im Dunkeln. Warum Lucys Mutter das Klavier zu Lucy geschickt hat ist genauso bedeutend wie banal zugleich. Geschichtlich ist der Roman gut recherchiert. Tiefgründig und einfühlsam ist die Schreibweise der jeweiligen Perspektiven angepasst. Durch die Perspektivwechsel schafft es die Autorin den Leser in den Bann zu ziehen. Ein Roman, der zum Nachdenken anregt, die Mutter-Tochter-Beziehung hinterfragt und reflektiert, aber auch den Vater zu Wort kommen lässt. Ich empfehle das Buch sehr gerne weiter und freue mich auf weitere Romane der Autorin.

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Veröffentlicht am 11.03.2025

Wo ist Pelé?

Die Zauberkicker, 8, Geistergegner
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Pele, das Fußballmaskottchen, ist verschwunden und Ben ist in großer Sorge um ihn. Dann bekommt Ben auch noch ein Entführer-Brief und nun ist die Sorge um den sprechenden Waschbären noch viel größer. Wie ...

Pele, das Fußballmaskottchen, ist verschwunden und Ben ist in großer Sorge um ihn. Dann bekommt Ben auch noch ein Entführer-Brief und nun ist die Sorge um den sprechenden Waschbären noch viel größer. Wie kann Ben nur seinem Freund helfen, ohne anderen von dem magischen kleinen Maskottchen der Fußballmannschaft aus Tannwald zu erzählen? Und was hat Benno mit dem Ganzen zu tun?
Eine spannende Geschichte mit einem altersgerechten Schreibstil entführt den Leser in das Fußballinternat Tannwald. Schnell wird klar, dass Ben Pele nicht allein helfen kann. Zusammenhalt und Freundschaft werden in diesem Buch zum zentralen Thema. Das dabei Fußball im Mittelpunkt steht versteht sich von selbst. Die vereinzelten Illustrationen erhöhen die Spannung des gelesenen Textes. Am Ende zeigt sich, dass man zusammen als Team viel erreichen kann. Ein magisches Buch für kleine und große Fußballfans.
 

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Veröffentlicht am 06.03.2025

Bereichernd und mitfühlend

Die Tage nach dem Pflaumenregen
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Bereits das Cover lässt erahnen welch eine zarte und berührende Geschichte auf den Leser zukommt. In Zeitsprüngen wird die Liebesgeschichte von Haiwen und Suchi erzählt. Es ist eine vergangene Zuneigung, ...

Bereits das Cover lässt erahnen welch eine zarte und berührende Geschichte auf den Leser zukommt. In Zeitsprüngen wird die Liebesgeschichte von Haiwen und Suchi erzählt. Es ist eine vergangene Zuneigung, die nie vergeht und bei einem unerwarteten Treffen wieder aufflammt. Die schwierige politische Situation wird dabei nicht ausgespart. Unheimlich bewegend und vor allem sehr bildlich ist der Schreibstil von Karnissa Chen. Gerade die Zeitsprünge haben mir besonders gefallen, weil sich für mich eine richtige Sogwirkung entwickelt hat. Die besondere wechselnde Erzählweise ist hervorzuheben. Beide Protagonisten erzählen ihre Sicht der Dinge. Die einzelnen Charaktere sind mit einer solchen Prägnanz dargestellt. Ich habe mitgefiebert, gelitten und gehofft. Ein Roman, der mich tief berührt hat und die durch die Ausführungen der politischen Geschehnisse zutiefst bereichert hat.

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Veröffentlicht am 02.03.2025

Streben nach Anerkennung

Die Melodie der Lagune
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In jedem Jahrhundert gibt es Frauen, die im Schatten von Männern stehen. So auch das Mädchen Anna, das als Waisenkind hinter den Klostermauern aufwächst. Wer Musik fühlt und dafür lebt, wird als Waisenkind ...

In jedem Jahrhundert gibt es Frauen, die im Schatten von Männern stehen. So auch das Mädchen Anna, das als Waisenkind hinter den Klostermauern aufwächst. Wer Musik fühlt und dafür lebt, wird als Waisenkind des 18. Jahrhunderts in Venedig nicht verheiratet, sondern darf nach höherem streben. Als Schülerin begegnet sie Vivaldi, der sie fördert, aber was erschreckender ist, auch ihre Begabung ausnutzt. Anna muss Verluste verkraften, aber ihr Ehrgeiz und ihr Wille gelten der Musik.
Harriet Constable schafft in diesem Roman Fakten, aber auch Fiktion ineinander übergehen zu lassen. Dank des bildlichen Schreibstils, taucht der Leser in ein Venedig mit glitzernden Palästen und braunen Kanälen ein. Die Atmosphäre und der musikalische Hintergrund sind in den Beschreibungen beinah greifbar. Die einzelnen Charaktere sind wunderbar eingefangen. Man fühlt mit Anna und ist über Vivaldis Handeln erschrocken. Fesselnd bin ich dieser lebendigen Geschichte gefolgt und konnte Annas Traum und ihre Willensstärke, die beste Geigerin und Komponist ihrer Zeit zu sein durchaus nachvollziehen. Wäre da nur nicht der gesellschaftliche Rahmen und Vivaldi gewesen, die diesen Traum nicht zugelassen haben. Fraglich bleibt, was wäre Annas Streben in der heutigen Zeit Wert gewesen? Ein Debütroman, der mich verzaubert sowie berührt hat und mit seiner Tiefgründigkeit auch überrascht hat.

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