Profilbild von Mimi81

Mimi81

Lesejury Star
online

Mimi81 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Mimi81 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.03.2025

Toller-Freunde-Finde-Plan

Minas Freunde-finde-Plan – In jedem leuchtet eine Sonne
0

Freundschaften schließen fällt vielen Kindern schwer. Dieses Buch beschäftigt sich mit der Frage, wer am besten aus der Vorschulgruppe zu Mina passen könnte. Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, beschließt ...

Freundschaften schließen fällt vielen Kindern schwer. Dieses Buch beschäftigt sich mit der Frage, wer am besten aus der Vorschulgruppe zu Mina passen könnte. Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, beschließt sie sich mit jedem Kind zu treffen und dann zu entscheiden, wer ihr Freund werden könnte.
Unheimlich warmherzig, mit viel Gefühl und Freude wird diese Geschichte erzählt. Jedes vorgestellte Kind zeigt, dass es besonders ist. Die Illustrationen sind wunderschön bunt und detailreich. Der Schreibstil ist altersgerecht und es werden unterschiedliche Kulturen und Familienkonstellationen aufgezeigt. Insgesamt ein tolles Buch, das die Einzigartigkeit und Unterschiedlichkeit jedes Kindes aufzeigt und Mut machen soll sich um wahre Freundschaft zu bemühen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.03.2025

Schonungslos

Die erste halbe Stunde im Paradies
0

Anne (30) ist sehr ehrgeizig und möchte gerne als Pharmareferentin aus dem Vertrieb-Außendienst in den Innendienst wechseln. Auf einer Fortbildung möchte sie ihr Können durch einen Vortrag über Vorteile ...

Anne (30) ist sehr ehrgeizig und möchte gerne als Pharmareferentin aus dem Vertrieb-Außendienst in den Innendienst wechseln. Auf einer Fortbildung möchte sie ihr Können durch einen Vortrag über Vorteile von Fentanylpflaster unter Beweis stellen, bekommt aber überraschend einen Anruf von ihrem Bruder, zu dem sie seit Jahren keinen Kontakt hatte, mit der Bitte ihn aus der Suchtklinik abzuholen. Anne gerät über vieles ins Grübeln. Nötig ist eine Aussprache mit ihrem Bruder, aber vor allem erkennt sie, dass die Pflaster nicht nur Vorteile haben. Ihr Bruder ist ein Paradebeispiel dafür.

In zwei Erzählsträngen erzählt Anne ungeschönt ihre Geschichte. Der Leser taucht in ihre Kindheit ein, die geprägt ist von der Unterstützung und später von der Pflege ihrer an MS erkrankten Mutter. In der frühen Kindheitsphase scheint diese Aufgabe für Anne und ihren 6 Jahren älteren Bruder kein Problem zu sein. Gemeinsam als Team schaffen sie es. Optimistisch blickt auch ihre Mutter in die Zukunft. Doch schnell ändert sich der Gesundheitszustand der Mutter und es wird immer belastender.
Zwei Erzählstränge, die so miteinander verwebt sind, dass man nur erahnen kann, welche Auswirkungen diese belastende Situation auf die Entwicklung der Kinder haben kann. Ein schonungsloser Schreibstil zeigt das Versagen der Gesellschaft auf und offenbart ein verantwortungsloses und extrem egoistisches Verhalten der Mutter. Eindringlich und gefühlsreduziert wird die Geschichte erzählt. Janine Adomeit hat es geschafft mich nachdenklich , aber vor allem schockierend auf dieses Thema aufmerksam zu machen und legt offen welche Zustände in manchen Familien herrschen. Eine Lektüre, die unter die Haut geht und gerade durch ihre Tragik mir noch lange im Gedächtnis bleibt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.03.2025

Lese-Highlight für Mädchen und Jungen

Henriette Huckepack – Ene, mene, Haferbrei, wer schlüpft da aus dem Frühstücksei?
0

Selten habe ich meinen beiden Kindern ein Buch vorgelesen, dass Junge wie Mädchen gleichermaßen begeistert.
Die kleine Junghexe Henriette ist mir ihrer Freundin Ferida bei ihrer Großtante Martha, die ein ...

Selten habe ich meinen beiden Kindern ein Buch vorgelesen, dass Junge wie Mädchen gleichermaßen begeistert.
Die kleine Junghexe Henriette ist mir ihrer Freundin Ferida bei ihrer Großtante Martha, die ein Drachen-Ei per Post bekommen hat und dieses gerne in die Pfanne hauen möchte. Doch plötzlich knackt die Schale und ein kleiner süßer grüner Drache schlüpft aus dem Ei und das Abenteuer beginnt. Der Drache soll dringend in die zoologische Abteilung, aber wie schwer dieses wird ohne hexen zu dürfen, das hätten die drei sich so nicht vorgestellt.
Kreativ, unheimlich witzig und originell ist diese Geschichte. Wir haben geschmunzelt und das kleine Drachenbaby vollkommen ins Herz geschlossen. Der Schreibstil ist wunderbar altersgerecht und die Länge der einzelnen Kapitel perfekt für das abendliche Vorlesen. Die Kinder lernen spielerisch, dass es mehrere Möglichkeiten zum Lösen eines Problems gibt und das jeder einzigartig ist. Fantasievoll und mit wunderschönen farbigen Illustrationen hat dieses Buch in unser Lese-Herz geschlichen. Wir haben bereits weitere Bände von Henriette gekauft. Ein großartiges Buch mit einer süßen Protagonistin. Ein wirkliches Lesehighlight.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.03.2025

Ein Highlight

Die Anatomie der Einsamkeit
1

Olive ist mit sich und ihrem Leben unzufrieden. Obwohl sie mitten in London lebt, fühlt sie sich einsam und unglücklich. Beruflich steckt sie fest. Von ihrer Großmutter hat sie einen scheinbar wertlosen ...

Olive ist mit sich und ihrem Leben unzufrieden. Obwohl sie mitten in London lebt, fühlt sie sich einsam und unglücklich. Beruflich steckt sie fest. Von ihrer Großmutter hat sie einen scheinbar wertlosen Kompass geschenkt bekomme.
20 Jahre zuvor: Claire ist beruflich sehr erfolgreich und scheinbar mit sich und ihrem Liebesleben vollkommen zufrieden. Sie hat alles gegeben, um beruflich da zu stehen, wo sie im Moment ist. Der Tod ihrer Zwillingsschwester Iris trifft sie so stark, dass sie auf die kleine Insel, dem letzten Wohnort von Iris flüchtet. Dort entdeckt sie tief verborgen Zeichnungen eines Kompasses.
Louise Pelt schafft es zwei Geschichten so miteinander zu verstricken, dass der Leser erstmal denkt, dass er zwei unabhängige Romane liest. Sie zeichnet wundervolle Stimmungsbilder und die Charaktere sind so liebevoll charakterisiert. Der ruhige Schreibstil lässt den Leser in die Ferne schweifen. Kurze Kapitel mit Perspektivwechsel sorgen für Spannung. Neuanfang und den gewohnten Lebensstil hinter sich lassen, darin steckt die größte Herausforderung. Klar wird, dass Einsamkeit in einem verweilt. Die äußeren Umstände ändern daran nur bedingt etwas.
Dieser Roman hat mich bewegt und hätte meines Erachtens nicht tiefgründiger sein können. Ein wirklicher Juwel, bei dem man traurig ist, wenn die letzte Seite gelesen ist. Ich hoffe es gibt bald Nachschub von Louise Pelt.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 16.03.2025

Generationsübergreifend

Die Summe unserer Teile
0

Plötzlich ist er da, der Steinway, ein Klavier, dass kaum in Lucy Zimmer passt und Lucy mit all seinen Erinnerungen erdrückt. Mit einem unsichtbares Band ist es mit den Generationen verbunden. Lucy weiß ...

Plötzlich ist er da, der Steinway, ein Klavier, dass kaum in Lucy Zimmer passt und Lucy mit all seinen Erinnerungen erdrückt. Mit einem unsichtbares Band ist es mit den Generationen verbunden. Lucy weiß eigentlich nichts über die Vergangenheit ihrer Großmutter, eine der ersten Chemikerinnen im Libanon.
Fehlende Nähe, hohe Ansprüche und eine behütete Kindheit, das waren die Gründe für Lucy mit ihrer Mutter zu brechen. Auf den Spuren von Großmutters Vergangenheit reist Lucy nach Polen. Wie ein Wirbel wird die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven erzielt. Der Leser taucht sowohl in die Vergangenheit der Großmutter, der Mutter und ihrer Kindheit ein. Eine Mutter-Tochter-Beziehung wird beleuchtet und bewertet. Langsam und präzise nähert sich der Leser, wie beim Schälen einer Frucht, dem Kern der Geschichte. Der Leser tappt lange im Dunkeln. Warum Lucys Mutter das Klavier zu Lucy geschickt hat ist genauso bedeutend wie banal zugleich. Geschichtlich ist der Roman gut recherchiert. Tiefgründig und einfühlsam ist die Schreibweise der jeweiligen Perspektiven angepasst. Durch die Perspektivwechsel schafft es die Autorin den Leser in den Bann zu ziehen. Ein Roman, der zum Nachdenken anregt, die Mutter-Tochter-Beziehung hinterfragt und reflektiert, aber auch den Vater zu Wort kommen lässt. Ich empfehle das Buch sehr gerne weiter und freue mich auf weitere Romane der Autorin.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere