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Veröffentlicht am 06.03.2025

Unausgewogen

Bis die Sonne scheint
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Christian Schünemann hat mit "Bis die Sonne scheint" eine ungewöhnlich erzählte Familiengeschichte vorgelegt. Es geht nicht nur (wie nach der Leseprobe erwartet) um Daniel und seine Eltern in den 80er ...

Christian Schünemann hat mit "Bis die Sonne scheint" eine ungewöhnlich erzählte Familiengeschichte vorgelegt. Es geht nicht nur (wie nach der Leseprobe erwartet) um Daniel und seine Eltern in den 80er Jahren, sondern auch um die Vergangenheit der Familie. Zunächst erfährt Daniel eher versehentlich das seine Eltern pleite sind. "Nehmen wir uns einen Strick?" fragte die Mutter.
Die erfolgreichen Geschäftsleute haben das Geld gerne mit vollen Händen ausgegeben. Die Umstellung in die Sparsamkeit nach der Flaute in den Unternehmungen gelingt nicht wirklich. Der Schein soll gewahrt werden und so werden auch unvernünftige Dinge entschieden.
Parallel dazu erzählt Schünemann auch über die Vergangenheit, dazu verwendet er Rückschauen, die er besonders einleitet, das ist interessant gemacht.
Durch die Perspektivwechsel und die unterschiedlichen Zeiten erhielt das Buch für mich Unausgewogenheiten, der Lesefluss wurde gestört, weil die Übergänge für mich nicht passten.
Nicht alle Familienmitglieder werden gleichermaßen gut vorgestellt, einige bleiben sehr im Hintergrund.
Insgesamt habe ich das Buch trotz der Kritikpunkte gerne gelesen.

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Veröffentlicht am 07.02.2025

Anstiftung zur Abwechslung

30 Pflanzen pro Woche
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Katharina Seiser hat hier ein Buch herausgegeben, dass umfassend zum Thema Darm Mikrobiom informiert. Auf rund 50 Seiten erfährt man einiges über pflanzenbasierte abwechslungsreiche Ernährung. Es wird ...

Katharina Seiser hat hier ein Buch herausgegeben, dass umfassend zum Thema Darm Mikrobiom informiert. Auf rund 50 Seiten erfährt man einiges über pflanzenbasierte abwechslungsreiche Ernährung. Es wird aber kein Bashing von Fleisch, Milchprodukten und Eiern betrieben, sondern der Fokus liegt auf den Pflanzen. Bevor es losgeht gibt es noch Ideen für mehr Pflanzenvielfalt nach Saison, je nach Tageszeit, für unterwegs, im Restaurant, mit Resten usw. Viele der Tipps sind praktisch und leicht umzusetzen. Es gibt auch Listen, um seine verzehren Pflanzen pro Woche zu zählen, das motiviert gleich zum mitmachen. Über das Zählen kommt man schnell in die Vielfalt.

Der anschließende Rezeptteil ist in kalt, warm, süß eingeteilt. Es gibt jeweils ein Rezept pro Doppelseite, wobei eine Seite immer ein sehr ansprechendes Foto des fertigen Gerichtes zeigt. Neben der Überschrift auf der anderen Seite findet sich die Angabe, wieviele Pflanzen das Gericht enthält. Eine übersichtliche Zutatenliste gibt auch an, für wieviele Personen das Gericht ist. Die Zubereitung ist nachvollziehbar erklärt. Vieles ist etwas aufwendiger, aber man erhält immer ein gelungenes leckeres besonderes Essen. Auf Zeit- und Nährwertangaben wurde verzichtet. Am Ende finden sich jeweils Tipps zur Abwandlung, Aufbewahrung, Vereinfachung oder zur Beilage. Die verwendeten Gewürze waren in meiner Küche bereits vorhanden, die frischen Zutaten bekommen man problemlos im Handel, es ist nur gelegentlich etwas ausgefalleneres dabei.

Mir gefällt das Kochbuch sehr gut, die Rezepte sind von mehreren unterschiedlichen Köchen (Haya Molcho, Stevan Paul, Mochi, Karma Food u.v.a.) beigesteuert worden, so ergibt sich ein abwechslungsreicher Mix.

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Veröffentlicht am 03.02.2025

tunesische vegane Rezepte

Tunesisch vegan
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Das Buch bietet neben den veganen landestypische Rezepten auch eine kurze Einführung in die Geschichte und die kulturellen, kulinarischen Einflüsse auf die tunesische Küche, außerdem werden typische Grundzutaten ...

Das Buch bietet neben den veganen landestypische Rezepten auch eine kurze Einführung in die Geschichte und die kulturellen, kulinarischen Einflüsse auf die tunesische Küche, außerdem werden typische Grundzutaten vorgestellt. Die Fotos im Buch sind sehr ansprechend, auch der sympathische Autor ist öfters abgelichtet.

Die 58 Rezepte sind in die folgenden Kapitel eingeteilt:

Frühstück /Brot geht immer / Vorspeisen, Salate und Suppen / Hauptspeisen / Schakschuka in allen Farben / Leser unterwegs / Getränke / Süsses /

Das Buch schließt mit einem Register nach Themen und einem Rezeptregister nach A-Z, so dass mann leicht etwas auffinden kann, ohne lange zu suchen.

Die Rezepte sind gelingsicher und die Zutaten sind problemlos im Handel erhältlich. Die Zubereitung ist nachvollziehbar erklärt und kann gut nachgearbeitet werden. Einige Rezepte werden durch Tipps zum Abwandeln oder Ergänzen erweitert.

Wir haben bisher 12 Gerichte nachgekocht und sind mit den Resultaten sehr zufrieden, es hat gut geschmeckt und sicherlich nochmals gekocht werden.

Leider habe ich ein paar kleine Kritikpunkte: Es gibt nicht zu jedem Gericht ein Foto, stattdessen findet sich dort eine leere farbige Seite mit stilisiertem Gemüse. Das finde ich schade. Es ist immer schön zu sehen, wie das Gericht letztendlich aussehen soll. Eventuell hätte man dann lieber auf die Fotos der Getränke (verschiedene Tees u. Kaffee) verzichten können. Das es hierzu ganzseitige Anleitungen gab, fand ich etwas übertrieben, da hätte man gut etwas zusammenfassen können. Auf die Angaben von Nährwerten wurde durchweg verzichtet, ebenso auf die Angaben der kompletten Zubereitungszeit.

Schöne Geschmacksreise durch Tunesien.

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Veröffentlicht am 21.01.2025

Intrigen am Kaiserhof

The Remarried Empress 1
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Navier wurde von seit ihrer Geburt auf ein privilegiertes Leben am Kaiserhof vorbereitet. Ihre Rolle als künftige Kaiserin stand früh fest, sie wuchs gemeinsam mit ihrem Zukünftigen Sovieshu auf und zum ...

Navier wurde von seit ihrer Geburt auf ein privilegiertes Leben am Kaiserhof vorbereitet. Ihre Rolle als künftige Kaiserin stand früh fest, sie wuchs gemeinsam mit ihrem Zukünftigen Sovieshu auf und zum Glück verstanden sie sich gut. Die Geschichte beginnt mit der Scheidung der beiden. Es wird als Affront empfunden, dass die Kaiserin der Scheidung nur zustimmt, wenn sie erneut heiraten darf, denn der Auserwählte wird als besondere Provokation wahrgenommen. Ist es eine Retourkutsche oder Liebe? So schnell werden wir das nicht erfahren, denn zunächst wechselt das Geschehen in die Vergangenheit, um zu berichten, wie es zu dieser Entwicklung kam. Der Kaiser bringt das Mädchen Rashta mit an den Hof, er macht sie zu seiner Konkubine und ordnet ihren Wünschen alles unter. Intrigen erschweren das Leben der Kaiserin und sie ist verzweifelt, da sie sich in ihrer Position sehr alleine fühlt. Ein geheimnisvoller Vogel, der auch Botschaften transportiert, spendet ihr Trost und ein Prinz aus einem anderen Reich scheint sie zu verstehen. Magie spielt zunehmen eine Rolle, das ist gut in die Handlung eingeflochten. Die Situation am Hof spitzt sich zu und Rashta ist wohl nicht ganz so naiv, wie sie alle glauben macht. Das Buch endet mit einem guten Cliffhanger, der neugierig auf den Fortgang der Geschichte macht.

Eine fesselnde Geschichte, die durch die Magie, die Intrigen bei Hof und die Liebesgeschichten einen Interessanten Mix bietet. Für mich war es der erste Manhwa, den ich gelesen habe und er hat mir gut gefallen. Die Bilder sind durchgehend farbig und die unterschiedlichen Personen sind gut zu erkennen, ihre Emotionen werden gut transportiert. Das Hofleben und die opulenten Kleider und Frisuren werden glaubhaft dargestellt. Die Bilder unterstreichen die Charaktere aber auch das Geschehen.

Ich bin gespannt auf die Fortsetzung. Wie konnte der gebildete Kaiser sich so schnell von dem angeblich dummen kleine Mädchen so schnell umkrempeln lassen, dass er allen Anstand vergisst. Welche Magie schlummert noch im Verborgenen und welche Ziele verfolgt das westliche Königreich.

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Veröffentlicht am 17.01.2025

bewegend

Der gefrorene Fluss
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Dieser Roman beruht auf wahren Begebenheiten, entnommen aus dem Tagebuch der Hebamme Martha Ballard, die die Autorin in diese fiktive Geschichte eingebettet hat. In einem Nachwort erläutert die Autorin ...

Dieser Roman beruht auf wahren Begebenheiten, entnommen aus dem Tagebuch der Hebamme Martha Ballard, die die Autorin in diese fiktive Geschichte eingebettet hat. In einem Nachwort erläutert die Autorin ihre Recherche und trennt Tatsachen von Fiktionen.

Martha Ballard war eine beeindruckende Frau, die sich liebevoll und engagiert ihren Aufgaben als Hebamme gewidmet hat und die beherzt gegen Ungerechtigkeiten eingetreten ist. Sie war ihrer Zeit voraus hinsichtlich ihrer Bildung, ihres Gerechtigkeitssinns und dem Mut für etwas einzustehen, das sie als richtig empfand.

Martha soll einen Leichnam untersuchen, der aus dem zugefrorenen Fluss geborgen wurde. Sie stellt schlimme Verletzungen fest, die der Mann erlitten hat, bevor er aufgehängt wurde, bis der Tod eintrat. Sie gibt Mord als Todesursache an. Der Tote hatte einen zweifelhaften Ruf und war Angeklagter in einem Vergewaltigungsprozess. Der neue Arzt im Ort verfügt über wenig Erfahrung und Praxis, er hat aber studiert und ist ein Mann. Als er einen Unfall als Todesursache angibt, hat sein Wort mehr Gewicht. Martha macht sich unbeliebt, als sie ihre Meinung ins Protokoll aufnehmen lässt. Der Richter, der für diesen Fall zuständig ist, ist gleichzeitig Mitangeklagter im Falle der Vergewaltigung. Eine prekäre Situation.

Die Autorin lässt den Ort und ihre Bewohner, natürlich im Besonderen Martha und ihre Familie, lebendig werden. Es wird ein genaues Bild der Lebensumstände gezeichnet. Jeden Abend macht Martha einen Tagebucheintrag, der den Tag nochmals zusammenfasst. Wir lernen neben ihren Kindern und ihrem Mann auch zahlreiche Frauen kennen, die Martha betreut, u.a. das Vergewaltigungsopfer. Aber auch andere Hebammen, der Arzt, ein Geschäftsmann und Dorfbewohner haben wichtige Rollen. Der Fall der Vergewaltigung wird ebenso wie der Todesfall an höhere Gerichte weitergereicht, so dass man einiges über die Gerichtsbarkeit der Zeit erfährt. Auch gegen Martha Sohn wird in dem Mordfall Anklage erhoben. Sie ist daher bestrebt die Geschehnisse aufzuklären. Zudem wird das Leben im Dorf von Intrigen um Land überschattet.

Die Geschichte ist ein historischer Roman in dem einige Handlungsstränge einem Krimi gleichkommen, ein unterhaltsamer Mix. Die Schilderung der Zeit und der Lebensumstände steht im Vordergrund und ist gut gelungen. Das harte und oft ungerechte Leben wird von der Natur geprägt und von Männern bestimmt, die Frauen haben kaum Rechte. Die Handlung verläuft teilweise sehr ruhig, aber über die atmosphärischen Schilderungen und die interessanten Figuren ist es interessant, einige Spannungsspitzen setzen Akzente.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Die Übersetzung schien mir an einigen Stellen nicht ganz gelungen und durch ein paar Wiederholungen gab es ein zwei Längen, das ist aber gelitten auf hohem Niveau. Wer gerne historische Roman bzw. historische Krimis liest kann hier bedenkenlos zugreifen.

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