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Veröffentlicht am 18.03.2025

Ainu im Land der Hornfelstrolle

Ein Herz für Monster – Tumult im Tal der Trolle
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Ainu, ihre Mutter Tabati und Lehrling Halti ziehen mit ihrem Planwagen und der kleinen Monster-Menagerie weiter zum nächsten Auftrag. Dabei liest Halti die Landkarte falschherum und alle landen in der ...

Ainu, ihre Mutter Tabati und Lehrling Halti ziehen mit ihrem Planwagen und der kleinen Monster-Menagerie weiter zum nächsten Auftrag. Dabei liest Halti die Landkarte falschherum und alle landen in der Region der polternden Felstrolle. Nicht ungefährlich, denn ihnen wurde ihr Heiligtum, der Herz-Kristall gestohlen. Ainu will helfen und auf der Suche nach vermissten Trollen und dem Kristall muss die Wüste der Sandtaucher durchquert werden und dies ist nicht die letzte Gefahr, die auf sie alle lauert.
Das Buch ist zwar schon Band 3 der Reihe „Ein Herz für Monster“, aber man kann es auch gut ohne Vorkenntnis lesen, denn die wichtigen Figuren werden gleich zu Beginn vorgestellt und man kommt auch dank der eingebauten kleinen Hinweise gut rein in die Geschichte. Aber wie immer ist es schöner, wenn man auch die Vorgeschichten kennt. Der Schreibstil passt für die Altersgruppe sehr gut, genau wie der Schriftsatz und die Kapitellänge.
Die vielen sehr gelungenen Illustrationen runden die Geschichte gelungen ab, sind eine wahre Augenweide und lassen die fremden Orte und die Monster und Monsterchen im Kopfkino vorstellbar werden. Larisa Lauber schafft es sogar, die Gefühle der Felstrolle in Mimik umzusetzen.
Die Geschichte von Simak Büchel entwickelt eine gute Dynamik, zu Beginn bleibt einem die Zeit, mit der Rahmenhandlung und den Figuren vertraut zu werden. Die Personen wurden gelungen charakterisiert, sowohl Mädchen als auch Jungen finden Identifikationsfiguren. Und dann geht es auch bald mit dem Abenteuer los, es wird richtig spannend und sprüht vor Kreativität. Die Monster sind dabei netter, als man zunächst denken mag. Ohne zu viel verraten zu wollen, die wahren Monster sind hier eher die Menschen der Diebesbande. Auch die Wortschöpfungen sind zum Kringeln komisch, passen aber einfach perfekt. Eine kreative, kindgerechte und phantasievoll erdachte Geschichte ist entstanden, die einfach Spaß beim Lesen macht und nach einer Fortsetzung schreit! Sehr empfehlenswert!

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Veröffentlicht am 12.03.2025

Von Spurenfindern und Spurensuchern

Die Spurenfinder und das Drachenzepter
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Der Roman von Marc-Uwe Kling und seinen Töchtern (inzwischen sind drei dabei) um den berühmten Spurenfinder Elos von Bergen und seinen Zwillingen Ada und Naru geht in die zweite Runde. König Fredlaffs ...

Der Roman von Marc-Uwe Kling und seinen Töchtern (inzwischen sind drei dabei) um den berühmten Spurenfinder Elos von Bergen und seinen Zwillingen Ada und Naru geht in die zweite Runde. König Fredlaffs braucht seine Hilfe, denn das legendäre Zepter der Ahnen wurde auf geheimnisvolle Art und Weise aus der königlichen Schatzkammer gestohlen. Und dies drei Tage vor der 100jährigen Unabhängigkeitsfeier der Verlorenen Provinzen, auf der das Drachenzepter traditionsgemäß dem Volk präsentiert werden soll! Die Drei reisen in die Hauptstadt Iriandria, wo sie auf weitere Mitglieder der Spurensucher-Gilde treffen, die unterschiedlich in ihrer Methodik arbeiten und einige Zweifel aufkommen, wie vertrauenswürdig sie sind.
Wie auch schon der Vorgängerband, liegt hier ein wunderbar gestaltetes Buch mit einem Cover als Hingucker, Karten auf den Buchinnenseiten und detailverliebten Illustrationen von Bernd Kissel vor, die die Handlung passend begleiten. Wer die Reihe kennt weiß, dass damit die Handzeichnungen von Naru dargestellt werden sollen, der überall sein Skizzenbuch mit sich führt.
Marc-Uwe Kling und Co. haben hier eine ganz eigene Welt, mit vielen eigenwilligen Figuren und geschaffen. In dieser originellen Gesellschaft ist alles möglich! Der Roman sprüht nur so vor Kreativität. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet, ich konnte sie mir richtig vorstellen. Verfasst ist das Buch in einem ruhigen, humorvollen Erzählstil und begeistert mit vielen kreativen Ideen. Viele Wendungen halten die Spannung und die Lust am Weiterlesen hoch. Die Kapitel haben eine gute Länge, so lässt sich der Lesefortschritt einfach an den individuellen Rhythmus anpassen.
Das Buch bedient mehrere Genres gleichzeitig. Ein Kriminalfall, der in einer magischen Fantasiewelt spielt, parallel entwickelt sich eine rätselbehaftete Familiengeschichte weiter. Ein Buch für Erwachsene mit Freude an fantasievollen Geschichten, an dem Kids ab 12 auch großen Spaß haben werden - ein Buch für jedes Lebensalter. Ich hatte großen Lesespaß!

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Veröffentlicht am 09.03.2025

Historisch interessant und packend erzählt

Die Brücke von London
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Die Geschichte, die hier mit Hilfe fiktiver Charaktere erzählt wird, basiert auf historischen Fakten und dies hat das Buch für mich interessant gemacht. Die aus Stein zu Beginn des 13. Jahrhunderts erbaute ...

Die Geschichte, die hier mit Hilfe fiktiver Charaktere erzählt wird, basiert auf historischen Fakten und dies hat das Buch für mich interessant gemacht. Die aus Stein zu Beginn des 13. Jahrhunderts erbaute London Bridge, die mit Häusern bebaut wurde und als längste bewohnte Brücke Europas galt, überdauerte immerhin 600 Jahre. Historisch belegt ist der erwähnte Peter de Colechurch, Geistlicher und Architekt der Brücke.
Die Handlung ist in der Zeit angesiedelt, in der als zweite Brücke über den Fluss die Westminister Bridge konstruiert wurde. Dies wurde von den damals auf der London Bridge ansässigen Händlern als gefährdend für die eigenen Geschäfte angesehen. Vor diesem Hintergrund spielt die Geschichte der verwitweten Tuchhändlerin Juliana Hamley, die aufgrund einer hohen Schuldenlast, die ihr Mann ihr hinterlassen hatte, um ihr Überleben und des ihres Geschäftes kämpfen muss. Hilfe erfährt sie von Alder, einem Straßenjungen und dessen jugendlicher Bande, und von dem neuen Gehilfen des Brückenmeisters, Oliver Morris, der neu in der Stadt eingetroffen war.
Das Buch hatte mich gleich gepackt. Es liest sich flüssig, die Protagonisten sind gut charakterisiert, so gut wie jeder trägt seine Geheimnisse in sich, die sich nach und nach offenbaren. Mit den Hauptfiguren fiebert man richtig mit. Ich finde auch die historischen Zeiten, mit von Vorurteilen behafteten und auch unredlichen Menschen, gut eingefangen. Beim Lesen fällt der Wechsel zwischen 1202, als die Brücke erbaut wurde, und 1749, die Zeit, in der die eigentliche Handlung angesiedelt ist, leicht. In beiden Ebenen geht es spannend zu und keine einzelne Seite war langatmig oder langweilig. Das geht mir nicht mit vielen Büchern so. Zudem wurde gegen Ende deutlich, wie die Handlungen der zwei Epochen zusammenhängen.
Für mich ein rundherum stimmiges Buch, spannend und entspannt zu lesen, ohne unnötige Längen und mit einem plausiblen Ende. Leider blieb der Verbleib zweier Personen, die für den einen oder anderen humoristischen Part gesorgt hatten, zum Schluss unbestimmt. Der Schlussteil hätte inhaltlich noch ein paar Seiten mehr vertragen, viel zu schnell war es dann vorbei. Der Epilog knüpft zum Abschluss sehr geschickt an den Prolog an. Ich könnte mir auch vorstellen, dass vielleicht das Leben einer nächsten Generation in einen Folgeband einfließt. Uneingeschränkte Leseempfehlung für Liebhaber historischer Romane!

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Veröffentlicht am 26.02.2025

Interessanter und spannender Serienauftakt

Dorn. Hotel der Angst
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Mit ungelösten Kriminalfällen beschäftigt sich Kriminalpsychologe Simon Dorn nach seinem Ausscheiden aus dem Polizeidienst. Fälle, die ihn einfach nicht loslassen. Als Karla Hofbauer, seine Verbindung ...

Mit ungelösten Kriminalfällen beschäftigt sich Kriminalpsychologe Simon Dorn nach seinem Ausscheiden aus dem Polizeidienst. Fälle, die ihn einfach nicht loslassen. Als Karla Hofbauer, seine Verbindung zum Cold Case Management am BKA Wien grausam ermordet wird, fängt die junge und zurzeit suspendierte Kriminalpolizistin Lea Wagner an, in diesem Mordfall zu ermitteln. Dabei stößt sie auf die Verbindung zu Simon Dorn und nimmt Kontakt auf.
Jan Beck hat hier zwei interessante Charaktere entwickelt, beide nicht einfach, sehr unterschiedlich, und sie brauchen auch Zeit, um sich aufeinander einzulassen. Ich aber konnte mich schnell auf die Protagonisten einlassen, sie wurden stimmig entwickelt, wobei die Figur des Simon Dorn eingehender charakterisiert wurde. Der Roman liest sich einfach gut und das Kopfkino setzte bereits zu Beginn ein. Mir fiel es schwer, den Roman aus der Hand zu legen. Der Krimi punktet bei mir auch durch die vielen Wendungen, die sich im Verlauf ergeben, die Handlung ist immer für eine Überraschung gut und auch das Ende war so nicht für mich voraussehbar. Offene Fragen wurden geklärt und ich bin mir sicher, dass das Ermittlungsteam nicht zum letzten Mal aktiv war. Ich bin beim nächsten Band sicher wieder dabei!

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Veröffentlicht am 25.02.2025

Der Tod des Bootsbauers Vincenzo Morelli

Salute - Die letzte Fahrt
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Paul Zeitler stolpert beim Spaziergang über einen neuen Mordfall, er hilft bei der Bergung einer Leiche aus dem Gardasee. Zeitler wäre ein schlechter Ex-Kommissar, wenn er nicht seine Augen offenhielte, ...

Paul Zeitler stolpert beim Spaziergang über einen neuen Mordfall, er hilft bei der Bergung einer Leiche aus dem Gardasee. Zeitler wäre ein schlechter Ex-Kommissar, wenn er nicht seine Augen offenhielte, prompt fällt ihm einiges auf und er trifft wieder mit Commissario Lanza zusammen.
Mit viel Humor, Lokalkolorit und anhaltendem Spannungsbogen versehen, macht der zweite Teil der Gardasee-Reihe auch gleich wieder Spaß beim Lesen. Friedrich Kalpenstein versteht es, genau wie auch schon bei der Tischler-Reihe, die Charaktere so zu beschreiben, dass man sich in sie hineinversetzen kann. Dabei schafft er es, den Ort und dessen Einheimische sehr lebendig zu beschreiben, als Bardolino-Fan finde ich mich da gleich zurecht. Ich finde es auch gut, dass der Umgang der zwei Hauptprotagonisten miteinander sich langsam positiver entwickelt, das wirkt auf mich authentisch. Der Krimi lässt sich auch ohne Kenntnis des ersten Bands lesen, aber man hat mehr Spaß, wenn man von Beginn an einsteigt.
Der Schluss entwickelt sich spannend und actionreich und hielt für mich auch noch eine unerwartete Wendung bereit. Mehr kann man nicht von einem unterhaltsamen Krimi erwarten! Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung! Ich bleibe dran an dieser Reihe!

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