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Veröffentlicht am 28.03.2025

Wiedersehen auf Norderney

Unser Reetdachhaus am Strand
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Bereits seit vier Jahren war Marla nicht mehr auf ihrer Heimatinsel Norderney. Damals war die Bestattung ihrer geliebten Oma Jella der Anlass des Besuchs und dieser war mehr als traurig. Seither kamen ...

Bereits seit vier Jahren war Marla nicht mehr auf ihrer Heimatinsel Norderney. Damals war die Bestattung ihrer geliebten Oma Jella der Anlass des Besuchs und dieser war mehr als traurig. Seither kamen Marla immer wieder andere Dinge in die Quere, denn ihr Lebensmittelpunkt liegt seit dem Studium in Kassel. Hier hat sie auch in Jula eine neue beste Freundin gefunden und erholt sich noch von der gescheiterten Beziehung mit ihrem Ex-Freund Kai, der sie mehrmals mit anderen Frauen betrogen hat und ihr Vertrauen auf die mieseste Art missbraucht hat. Dennoch findet Jula, dass es Zeit für einen neuen Mann an ihrer Seite ist und versucht sie mit dem attraktiven Marc zu verkuppeln. Sie kann ihn aber nicht mehr näherkennenlernen, denn die Abreise nach Norderney steht kurz bevor. Möchte sie dort doch endlich ihre beiden besten Freundinnen aus Kindheit- und Jugendzeit wiedertreffen. Wie erwartet wird ihr Eintreffen auf der schönen Nordseeinsel eine sehr emotionale Angelegenheit und die drei Frauen haben das Gefühl, sofort an die Vergangenheit anknüpfen zu können. Und bald haben sie neben der aufzuholenden Zeit auch noch eine Mission, denn das Haus von Oma Jella soll an einen Investor verkauft und abgerissen werden und das muss verhindert werden.

Christin-Marie Below beschreibt in diesem sommerlich-leichten Roman die Freundschaft dreier junger Frauen, die gemeinsam bei Tagesmutter "Oma Jella" aufgewachsen sind. Der Roman ist kurzweilig und sofort für gute Stimmung bei den Lesern, denn die Handlung ist unterhaltsam und der Schauplatz lässt Meerweh aufkommen. Da die Autorin einen flüssigen Erzählstil hat, fliegen die Seiten nur so dahin.

Dieser Roman war genau das, was ich gerade gebraucht hat und ich bin voller Freude gemeinsam mit Marla und Yve nach Norderney gereist. Da die Handlung durchweg interessant und unterhaltsam ist, habe ich das Buch innerhalb eines Tages beendet und war richtiggehend traurig, dass ich viel zu schnell am Ende angelangt bin. Ein wunderschöner Wohlfühlroman für kuschelige Lesestunden bei diesem wechsalhaften Aprilwetter draußen.

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Veröffentlicht am 16.03.2025

Die interessanten Anfänge der Schmuckdynastie Cartier

Der Schmuckpalast – Antoinette und das Funkeln der Edelsteine
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Paris, 1792: Bei einem spektakulären Raub wurden in den Wirren der Französischen Revolution beinahe alle Kronjuwelen des Königshauses gestohlen. Mittendrin die drei Freunde Pierre, Paul und Manon. Doch ...

Paris, 1792: Bei einem spektakulären Raub wurden in den Wirren der Französischen Revolution beinahe alle Kronjuwelen des Königshauses gestohlen. Mittendrin die drei Freunde Pierre, Paul und Manon. Doch angestachelt von einigen geglückten Rauben, werden sie übermütig...

Paris, 1934: Antoinette ist nun zwölf Jahre alt und geht ab nun nicht mehr in die Schule, sondern muss die Mutter beim Verkauf des selbst angebauten Obst und Gemüses auf dem Markt unterstützen. Antoinette ist untröstlich, denn sie liebt die Schule und möchte immer noch mehr lernen. Doch der Vater bleibt auch dann hart, als die Lehrerin sogar anbietet, die Zwölfjährige kostenfrei weiter zu unterrrichten. Trotzdem findet sich eine Gelegenheit und Antoinette bleibt so wissbegierig, wie sie es seit jeher war. Als eines Tages ein junger Mann beinahe mit dem Marktwagen der Familie zusammenstößt, begegnet Antoinette das erste Mal dem Goldschmiede-Lehrling Louis-Francois Cartier und sie sieht sein Gesicht immer wieder vor sich. Als sie sich überraschend an einem Sonntag am Ufer der Seine begegnen, fühlen sie sofort eine tiefe Verbundenheit, die schließlich, nach einigen Jahren, in Liebe mündet. Denn sie verstehen sich und sind nicht nur Liebende, sondern auch beste Freunde mit gemeinsamen Zielen - nämlich einer eigenen Goldschmiede-Werkstatt. Da Antoinette wunderbar zeichnen kann und Louis sehr gewissenhaft arbeitet, gelingt es ihnen nach sehr entbehrungsreichen Jahren, das Geschäft von Louis früherem Lehrmeister zu übernehmen. Obwohl sie nun eine etwas sicherere Zukunft haben, bringt das Leben und die politischen Unruhen in Paris immer wieder neue Unwägbarkeiten, die von den Beiden bezwungen werden müssen.

Eva-Maria Bast erzählt in diesem ersten Band der Trilogie rund um die Schmuckdynastie Cartier die Anfänge der Familiengeschichte. Von historischen Begebenheiten geprägt schildert die Autorin auf anschauliche Weise die Firmengeschichte. Immer bemüht um zeitliche Korrektheit, erzählt sie so die vielen Ereignisse, die Antoinette und Louis in ihrem Leben bestreiten mussten.

Die Autorin ist mir bereits von anderen Werken bekannt und ich war sehr gespannt auf diese neue Reihe. Obwohl mir der Roman sehr gut gefallen hat und ich voller Begeisterung immer wieder in das historische Paris eingetaucht bin, hatte ich manchmal den Eindruck, aufgrund der vielen historischen Details und Begebenheiten, in einer Geschichtsstunde gelandet zu sein. Auch deshalb hat mir manchmal die charakterliche Tiefe der beiden Protagonisten gefehlt, die ja dafür sorgt, dass Personen realistisch und nahbar wirken. Obwohl ich nun kleine Schwächen aufgezählt habe, finde ich den Auftaktband der Reihe durchaus vielversprechend und bin schon sehr auf den zweiten Teil gespannt.

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Veröffentlicht am 14.03.2025

Frühlingsgefühle auf Sylt

Liebe oder Eierlikör – Fast eine Romanze
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"Liebe oder Eierlikör?", diese Frage stellen sich mittlerweile immer mehr Bewohner der Insel Sylt. Denn so nennt sich eine Dating-App, die sich vorallem an ältere Menschen richtet und ihnen zu ihrem Liebesglück ...

"Liebe oder Eierlikör?", diese Frage stellen sich mittlerweile immer mehr Bewohner der Insel Sylt. Denn so nennt sich eine Dating-App, die sich vorallem an ältere Menschen richtet und ihnen zu ihrem Liebesglück verhelfen möchte. Das Prinzip ist wirklich einfach, denn dank dem Eierlikör, den man sich bestellt, sobald man weiß, dass es nicht passt, weiß auch der jeweils andere Bescheid und man erspart sich peinliche Situationen. Ernst Mannsen, seit vielen Jahren glücklich mit Gudrun verheiratet, kann sich aber nicht vorstellen, dass eine App bei der Suche nach der wahren Liebe helfen kann und wittert sofort die kriminellen Möglichkeiten, die eine solche Dating-App bietet. Nach erfolgreicher Recherche weiß Ernst, was Romance-Scamming ist und dass er die Frauen seiner Heimatinsel davor beschützen möchte. Die Dates, die damit aber in Verbindung stehen, bringen ihn immer wieder ins Schwitzen. Seine Intuition hat ihn aber nicht getrogen und schon bald ist er wirklich einem Betrüger auf der Spur.

Dora Heldt versteht es, Ernst und seine Bekannte Hella als "partner in crime" zur Hochform auflaufen zu lassen und so die Leser perfekt mit ihrer Ermittlungsarbeit zu unterhalten. Da sich der Schreibstil der Autorin so flüssig liest, fliegen die Seiten nur so dahin. Die Parallelen zur Realität wurden von Dora Heldt perfekt gezogen und neben der kurzweiligen und lustigen Handlung beinhaltet der Roman auch kritische Argumente gegenüber dem Online-Dating und seinen Schattenseiten.

Da ich schon einige Romane von Dora Heldt gelesen habe, waren meine Erwartungen hoch. Diese wurden auch größtenteils erfüllt, einzig die lustigen Situationen, die mich in anderen Büchern der Autorin immer haben schmunzeln lassen, haben hier etwas gefehlt. Zu Beginn des Buches wusste ich noch nicht, dass es bereits einen Vorgängerband mit Ernst als Ermittler gibt, weshalb ich mir diesen nun noch besorgen möchte, denn Ernst ist einfach cool! Somit kann ich aber nun ganz klar sagen, dass der Roman problemlos auch eigenständig gelesen werden kann und keinerlei Vorkenntnisse aus dem ersten Band erforderlich sind.

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Veröffentlicht am 12.03.2025

Die Sportjournalistik-Studentin und der geheimnisvolle neue Basketballspieler

Mismatch
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Austin Fields ist seit dieser Saison der Neue in der College-Basketballmannschaft von Hopeville. Obwohl er kurz zuvor noch in Chicago bei einer sehr guten Mannschaft gespielt hat, ist er nun zu seiner ...

Austin Fields ist seit dieser Saison der Neue in der College-Basketballmannschaft von Hopeville. Obwohl er kurz zuvor noch in Chicago bei einer sehr guten Mannschaft gespielt hat, ist er nun zu seiner Großmutter in einen anderen Bundesstaat umgezogen. Denn hier weiß niemand um sein Geheimnis und er kann problemlos unter dem Radar fliegen und sich sein Studium mit dem Basketball-Stipendium ermöglichen. Denn eine Karriere bei der NBA kommt für ihn nicht mehr in Frage. Doch ihm ist immer bewusst, dass sein Umzug und die Umstände darum jederzeit Fragen aufwerfen können, die auch in seiner neuen Heimat wieder böse Blicke auf ihn ziehen werden.

Joyce Reed ist nicht nur die Schwester von Josh, dem Kapitän der College-Basketballmannschaft, sondern auch ehrgeizige Sportjournalistik-Studentin, die schon so manches Ziel allein durch Donuts und ihr liebenswertes Lächeln erreicht hat. Besonders Austin und sein Wechsel in eine niedrigere Liga haben sie neugierig gemacht und sie beschließt, dem Geheimnis um den Umzug auf die Schliche zu kommen. Obwohl Josh seinen neuen Mitspieler hasst, verbringt Joyce Zeit mit ihm und lernt Austin als einen überaus freundlichen und liebenswürdigen Menschen kennen, der vielleicht sogar mehr aus nur ein Freund für sie werden könnte...

Laura Willud entführt ihre Leser an ein College in Georgia, wo vorallem die Basketballmannschaft im Mittelpunkt des studentischen Lebens steht. Natürlich sind Konflikte zwischen Josh, dem bisherigen Spitzenspieler und Kapitän, und dem neuen Mitspieler, der aus einer höheren Liga an das College gewechselt ist und durch ebenso gute Technik überzeugt, wie auch Josh sie hat. Die Sprache der Autorin liest sich flüssig und kurzweilig. Durch die wechselnden Erzählperspektiven bleibt die Handlung interessanter und ermöglicht den Lesern tiefere Einblicke in die Gedankenwelt der beiden Protagonisten.

Ich mochte den Roman von der ersten Seite an sehr gerne und fand den Fokus, der komplett auf College und Basketball ausgerichtet ist, sehr spannend. Allerdings war die Handlung doch sehr vorhersehbar, denn das Geheimnis, um das sich gerade in der ersten Hälfte des Buches alles dreht, wird schnell gelüftet und die zuvor aufgebaute Spannung lässt beinahe ein wenig zu sehr nach, das fand ich ein wenig schade. Insgesamt eine tolle Story, die sich kurzweilig und unterhaltsam liest.

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Veröffentlicht am 10.03.2025

Antonias Geheimnis

Vienna Dreams
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München, 1852: Antonia von Althenau ist zweiundzwanzig Jahre alt und hat bisher noch keine Erfahrung mit Männern. Weil ihr aber Arvid von Bentheim sehr gut gefällt und ihr sympathisch ist, hat sie sich ...

München, 1852: Antonia von Althenau ist zweiundzwanzig Jahre alt und hat bisher noch keine Erfahrung mit Männern. Weil ihr aber Arvid von Bentheim sehr gut gefällt und ihr sympathisch ist, hat sie sich nach einer Soirée mit ihm verabredet und ihn im Salon versteckt. Auf dem Weg in ihr Zimmer, taumeln die Beiden die Treppen hinauf und bleiben an die Balustrade gelehnt stehen, innig küssend und in sich versunken. Doch plötzlich stürzt Arvid in die Tiefe der Eingangshalle und bleibt seltsam verdreht auf dem Boden liegen. Dass das Holzgeländer morsch war, wusste niemand. Gemeinsam mit ihren Eltern vertuscht Antonia den Todesfall in ihrem Haus, sodass auch ihr Ruf einwandfrei bleibt. Allerdings zieht die Angst vor Getuschel einen schwerwiegenden Schritt für die gesamte Familie nach sich. Denn die Eltern ziehen mit ihren vier Töchtern nach Wien. Doch nur Antonia weiß um die Hintergründe und fühlt sich schuldig, was auch durch die ständigen Vorwürfe der Eltern verstärkt wird. Trotzdem ist die Gram der jungen Frauen nur von kurzer Dauer, denn das gesellschaftliche Leben der Wiener Adeligen ist turbulent und schon nach kurzer Zeit lernt Antonia einen Offizier kennen, der ihr Herz höherschlagen lässt. Anonyme Drohungen verhindern aber, dass Antonia sich wohlfühlen und entspannen kann, denn sie muss immer um ihr großes Geheimnis und dessen Bekanntwerden fürchten.

Sophie Dornbach hat diesen ersten Band der Wien-Saga ganz der ältesten der vier Schwestern, Antonia, gewidmet. Diese ist zwar sehr diszipliniert, aber wagt doch immer wieder einen Ausbruch aus der braven Rolle der großen Tochter. Obwohl sich der gesamte Roman um Arvid, dessen Tod und die anschließenden Drohungen dreht, wird das Ende und vorallem das Herausfinden des Täters nur sehr kurz und beinahe überstürzt abgehakt, sodass auch zu dessen Hintergründen nichts bekannt wird, was für die Leser doch sehr interessant gewesen wäre. Der Schreibstil der Autorin liest sich aber durchweg flüssig, langatmige Stellen gibt es keine und so fliegen die Seiten nur so dahin.

Schon allein das Cover hat mich so neugierig auf das Buch gemacht, dass es schon lange auf meiner Merkliste stand. Als ich es nun endlich in den Händen halten durfte, habe ich schnellstmöglich mit dem Lesen begonnen und es innerhalb kürzester Zeit beendet. Obwohl ich einige kleine Kritikpunkte habe, habe ich das Lesen sehr genossen. Vorallem das Benehmen und Handeln der Charaktere schien mir für die damalige Zeit untypisch, wie zum Beispeil die heiße Schokolade, die aus einer Tasse auf einer Parkbank getrunken wurde, um nur eine Situation zu nennen, die mir im Gedächtnis geblieben ist. Insgesamt fand ich das Buch aber sehr schön und freue mich auf die weiteren drei Bände, denn nicht nur Antonia ist mir schnell ans Herz gewachsen, auch die anderen drei Schwestern haben viel Potential für unterhaltsame und packende Romane!

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