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Veröffentlicht am 11.03.2025

Herausforderungen im Leben

Was wir zu erzählen haben
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Joanna Gaines schreibt in ihrem Buch 'Was wir zu erzählen haben' über die Herausforderungen in ihrem Leben, die in ihrer frühesten Jugend oft sehr schmerzlich und unerklärbar für sie waren, sich im Laufe ...

Joanna Gaines schreibt in ihrem Buch 'Was wir zu erzählen haben' über die Herausforderungen in ihrem Leben, die in ihrer frühesten Jugend oft sehr schmerzlich und unerklärbar für sie waren, sich im Laufe der Zeit durch die Praktik des ehrlichen, konzentrierten Niederschreibens in hilfreiche Erkenntnisse wandelten. Heute ist sie eine bekannte Unternehmerin, die in Texas (USA) ein über die Ländergrenzen hinaus erfolgreiches Familienunternehmen, basierend auf der Fernsehserie 'Fixer Upper', gemeinsam mit ihrem Ehemann aufgebaut hat, eine große Familie gründete und schließlich aus ihrem Drang Gedanken zu Papier zu bringen, hilfreich als Ratgeberin unterwegs ist.
Wenn man ihren Zeilen folgt, gelangt man unweigerlich zu der Erkenntnis, dass die Auseinandersetzung mit dem eigenen Ich ein schmerzhafter, letztendlich in jedem Fall ein erfolgversprechender Weg ist, der mit Zuversicht in die Zukunft blickt und die Vergangenheit milde bewertet, ohne sie zu verklären. Sie verfolgt mit ihrem Tipp aufzuschreiben was einem den ganzen Tag über bewegt, als eine Möglichkeit, um sich selbst aus der Spirale anhaltender Unzufriedenheit zu befreien und positive Motivation für die Gestaltung eines erfolgreichen Alltags zu gewinnen.

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Veröffentlicht am 11.03.2025

Exzessiver Drang nach Befreiung

Der ewige Tanz
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Anita Berber war anders. Ihr unbändiger Drang sich auszuprobieren, an die Grenzen zu gehen und darüber hinaus, führte sie in die Welt des Künstlerdaseins mit all seinen Herausforderungen, wo der Glanz ...

Anita Berber war anders. Ihr unbändiger Drang sich auszuprobieren, an die Grenzen zu gehen und darüber hinaus, führte sie in die Welt des Künstlerdaseins mit all seinen Herausforderungen, wo der Glanz im Rampenlicht allzu oft von einer verhängnisvollen Schattenseite begleitet wird. Drogen, Alkohol und sexuelles Ausprobieren forderten ihren Tribut. Bereits mit neunundzwanzig Jahren verstarb sie an den Folgen einer Tuberkuloseerkrankung.
Steffen Schröder lässt uns Leser in seinem Roman 'Der ewige Tanz' teilhaben an der wilden, tabulosen Zeit der goldenen Zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts. Die Menschen dürstenden nach immer neuen Sensationen, spektakulären Darbietungen, um sich abzulenken von den entbehrungsreichen Kriegsjahren und den Neuanfang der Weimarer Republik zu spüren. Anita Berber lieferte ab, gab sich ungezwungen und befreit vom engen Korsett bürgerlicher Vorstellungen. Der Autor gestattet uns durch seine bildhafte Sprache tief in das Geschehen einzutauchen, welches als gedankliche Rückblende der Protagonistin selbst dargestellt ist.
Leicht und flüssig fliegt man über die Zeilen. Für Liebhaber jener Zeit ist das Buch eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 07.03.2025

Szenen aus dem Alltag

Deckung wie ein Boxer
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In seinem Gedichtband 'Deckung wie ein Boxer' nimmt Andie G. Schmitt Szenen aus dem Alltag genauer unter die Lupe. Dabei fängt er den Augenblick gekonnt, rhetorisch geschickt, in einer modernen, klaren, ...

In seinem Gedichtband 'Deckung wie ein Boxer' nimmt Andie G. Schmitt Szenen aus dem Alltag genauer unter die Lupe. Dabei fängt er den Augenblick gekonnt, rhetorisch geschickt, in einer modernen, klaren, allgemein verständlichen Sprache ein und lässt dabei viel Freiraum zur eigenen Interpretation. Die Vielfalt der angesprochenen Themen laden ein zum Lächeln, präsentieren sich melancholisch, geben Zuversicht, sind unerbittlich ehrlich, gehen auf Entdeckungsreise in vertraute, menschliche Verhaltensmuster und tummeln sich in urbanen Lebensräumen.
Die Lyrik der eingefangenen Momente erwacht in einer Lebendigkeit, die begeistert.

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Veröffentlicht am 04.03.2025

Amerikanische Bilder

Es werden schöne Tage kommen
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In seinem Debüt 'Es werden schöne Tage kommen' präsentiert Zach Williams zehn Geschichten, die einen düsteren, zum Teil wahnhaften Charakter besitzen, sich mit dem unheilvollen amerikanischen Zeitgeschehen ...

In seinem Debüt 'Es werden schöne Tage kommen' präsentiert Zach Williams zehn Geschichten, die einen düsteren, zum Teil wahnhaften Charakter besitzen, sich mit dem unheilvollen amerikanischen Zeitgeschehen auseinandersetzen, das beim Lesen Unbehaglichkeit auslöst und sehr nachdenklich stimmt. Der Autor vermag mit wenigen Worten Wesentliches zu vermitteln, bleibt dennoch nicht ganz ausformuliert für eigene spannende Interpretationsmöglichkeiten. Parallelen zum Rest der westlichen Welt lassen sich durchaus finden. Themen wie Selbstisolation und Depression werden intensiv beleuchtet als Zeichen unserer modernen Gesellschaft.
Zach Williams betritt die schriftstellerische Bühne mit einem Achtungszeichen für Beachtung.

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Veröffentlicht am 28.02.2025

Familientragödie

Die Fletchers von Long Island
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Die jüdische Familie Fletcher lebt in sehr wohlhabenden Verhältnissen auf Long Island. Das Vermögen hat Zelig Flechter nach seiner Flucht in den neunzehnhundertvierziger Jahren in die Vereinigten Staaten ...

Die jüdische Familie Fletcher lebt in sehr wohlhabenden Verhältnissen auf Long Island. Das Vermögen hat Zelig Flechter nach seiner Flucht in den neunzehnhundertvierziger Jahren in die Vereinigten Staaten von Amerika mit viel Fleiß, harter Arbeit aber auch mit einer Portion Glück erwirtschaftet. Sein Sohn Carl wird neunzehnhundertachtzig in der Einfahrt seines Anwesens entführt und gegen eine hohe Lösegeldforderung Tage später körperlich unversehrt freigelassen. Seine mit Tochter Jenny schwangere Frau Ruth und die beiden kleinen Söhne Nathan und Bernard verbringen in dieser Zeit schreckliche Tage der Ungewissheit in großer Furcht um den Ehemann und Vater. In der Familie wird zu dem Ereignis Stillschweigen gewahrt. Es gibt keine Aufarbeitung der traumatischen Stunden, die seelische Schäden bei den Familienmitgliedern hinterlassen haben, ungeachtet möglicher Spätfolgen.
Taffy Brodesser-Akner setzt sich in ihrem Roman 'Die Fletchers von Long Island' sehr ausführlich mit dieser Familientragödie auseinander. Dabei nimmt sie die drei Geschwister genau unter die Lupe, berichtet über ihren Werdegang, ihre ganz persönlichen, sozialen und psychischen Probleme, ihre Auseinandersetzung mit ihrem Lebensumfeld, das geprägt ist durch das riesige Vermögen und scheinbare Sorglosigkeit garantiert. Die Autorin setzt sich mit Angstzuständen, Drogenmissbrauch, krankhaftem Sexualverhalten und Identitätsfragen auseinander, zeigt in dieser fesselnden Geschichte ihr Talent bei aller Dramatik, den Humor einfließen zu lassen.
Ich gebe dem Roman sehr gern meine Leseempfehlung.

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