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Veröffentlicht am 11.03.2025

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Mein Vater, vielleicht
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Der nonsolo-Verlag bietet Literatur aus Italien. Das Buch von Laura Forti ist sprachlich ansprechend und erzählt in Form eines Memoir, vielleicht auch autofiktional, von einer Frau, die kurz vor dem Tod ...

Der nonsolo-Verlag bietet Literatur aus Italien. Das Buch von Laura Forti ist sprachlich ansprechend und erzählt in Form eines Memoir, vielleicht auch autofiktional, von einer Frau, die kurz vor dem Tod ihrer Mutter von ihrem biologischen Vater erfährt, den sie nie kennen gelernt hat. Ganz klar ist nicht, wie zuverlässig diese Aussage war. Es bleibt ein vielleicht.
Durch Lesen des Tagebuchs der Mutter geht die Autorin in die Zeit zurück.
Man bekommt Eindrücke von Italien der sechziger Jahre. So ist es auch ein Stück Zeitgeschichte. Aber Laura Forti setzt das auch viel in Verbindung mit ihrem Leben, vergleicht wie sie war im Alter der Mutter damals. Zudem spricht sie auch von ihrer Kindheit und ihren Eltern, die so ihre Probleme miteinander hatten. Hinzu kommt noch ein Element, die jüdische Identität.
Laura Forti gelingt es, den Leser mit ihrer Geschichte zu erreichen.

Veröffentlicht am 11.03.2025

Thomas Manns Zeit in Kalifornien

Heimweh im Paradies
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Das Buch zeigt Thomas Manns Zeit in Kalifornien. Mann lebte in Pacific Palisades, einem Viertel von Los Angeles nahe dem Meer, ein erfolgreiches und engagiertes Leben im Einsatz für die Demokratie und ...

Das Buch zeigt Thomas Manns Zeit in Kalifornien. Mann lebte in Pacific Palisades, einem Viertel von Los Angeles nahe dem Meer, ein erfolgreiches und engagiertes Leben im Einsatz für die Demokratie und er schrieb an wichtigen Büchern, z.B. an Doktor Faustus.
Das Buch ist weniger erzählerisch als erhofft, schafft aber dennoch ein höchstwahrscheinlich treffendes Bild von Thomas mann in dieser zeit zu zeichnen, insbesondere auch wie er auf andere wirkt. Da ist zum Beispiel ein Kapitel von der jungen Susan Sontag, die Thomas Mann zum Tee traf und ihn als alten Mann empfand.
Das Buch ist kurz, manchmal kamen mir die Szenen wie im Zeitraffer erzählt vor. Das sie so stimmig gemacht sind, gleicht das wieder aus.
Es ist fair gemacht. Thomas Mann wird weder glorifiziert noch wird er in seinen Schwächen bloßgestellt.
Bei der Masse an Thomas Mann-Biografien, die es gibt, empfand ich diese aber doch als lesenswert.

Veröffentlicht am 11.03.2025

Komplex und vielschichtig

Twist
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Der Erzähler ist ein Schriftsteller, der einen Artikel über Unterseekabel schreiben will und daher an Bord eines Kabelreparaturschiffes im Einsatz ist.
Meisterhaft beschreibt McCann den Moment als es zum ...

Der Erzähler ist ein Schriftsteller, der einen Artikel über Unterseekabel schreiben will und daher an Bord eines Kabelreparaturschiffes im Einsatz ist.
Meisterhaft beschreibt McCann den Moment als es zum großen Kabelbruch kommt. Anthony Fennell, der Protagonist ist gerade in Kapstadt und beobachtet, wie alles ins Schlingern gerät, wenn das Internet ausfällt, Geldautomaten nicht mehr funktionieren etc.
Der Kabelbruch ist im Meer vor dem Kongo. Passend dazu gibt es eine Anspielung auf Herz der Finsternis von Joseph Conrad.
Auch die Schifffahrt beschreibt der Autor sehr atmosphärisch, wobei der Blick des Protagonisten manchmal ein eigenwilliger ist. Ein Teil des Romans ist ein Reisebericht, mit vielen Details vom Leben an Schiff und der Arbeit.
Eine zentrale, rätselhafte Figur des Buch ist John A.Conway, der Ingenieur an Bord, der nach der Rückkehr spurlos verschwindet und anscheinend an Anschlägen beteiligt ist.
Ein außergewöhnlicher Roman, ruhig aber konzentriert erzählt, erzeugt er eine spürbare Energie.

Veröffentlicht am 07.03.2025

Hochkonzentriertes Sachbuch über die Kirche in der Krise

Der Unvollendete. Franziskus' Erbe und der Kampf um seine Nachfolge
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Auf dem Buchcover sieht man Papst Franziskus mit ernsten Gesicht vor dunklem Hintergrund. Das gibt schon ganz gut die Stimmung des Buches wieder. Es ist ein ernsthaftes Buch, das sich an Leser wendet, ...

Auf dem Buchcover sieht man Papst Franziskus mit ernsten Gesicht vor dunklem Hintergrund. Das gibt schon ganz gut die Stimmung des Buches wieder. Es ist ein ernsthaftes Buch, das sich an Leser wendet, die schon etwas mit der Materie vertraut sind. Wer einen leichteren, unterhaltenden Einstieg sucht, sollte Andreas Englisch lesen.

Es werden die aktuellen Probleme der Kirche der letzten Jahre aufgezeigt und wie sich Bergoglio dazu aufgestellt hat. Immer schwingt die Frage mit, wie die Entwicklung nach Bergoglio sein wird.

Das Buch ist detailliert und konzentriert geschrieben.

Veröffentlicht am 03.03.2025

Memoir

Wir hätten Freunde sein können, mein Vater und ich
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Raja Shehadeh schafft mit diesem Memoir ein Porträt seines Vaters Aziz und gleichzeitig eine Analyse der politischen Ereignisse rund um Palästina, Westjordanland und Israel seit den fünfziger Jahren.
Das ...

Raja Shehadeh schafft mit diesem Memoir ein Porträt seines Vaters Aziz und gleichzeitig eine Analyse der politischen Ereignisse rund um Palästina, Westjordanland und Israel seit den fünfziger Jahren.
Das Buch ist sachlich gehalten, manchmal etwas trocken, aber sehr informativ.
Der Titel deutet an, dass das Verhältnis zwischen Vater und Sohn teilweise distanziert war. Aziz Shehadeh war Anwalt und Aktivist, auch sein Sohn Raja wurde Anwalt und arbeitete sogar mit seinem Vater zusammen. Aber sie hatten unterschiedlichen Ansichten. Während Aziz für Frieden und eine Zweistaatenlösung war und auf juristischen Weg Erfolge erzielte, war Raja Menschenrechtsaktivist und als junger Mann sehr kritisch gegenüber Israel.
1985 wurde der Vater ermordet. Jahrzehnte später betrachtet der Sohn das Leben des Vaters voller Anteilnahme und Respekt.
Es ist Memoir von Relevanz, da es über das rein private hinausgeht und das Leben eines Mannes würdigt.