Tilly ist ein kleines Stinktier und geht gerne in den Kindergarten. Doch oft läuft es überhaupt nicht so, wie sie sich das wünscht. Und dann passiert das, was wütenden Stinktieren eben so passiert: Sie ...
Tilly ist ein kleines Stinktier und geht gerne in den Kindergarten. Doch oft läuft es überhaupt nicht so, wie sie sich das wünscht. Und dann passiert das, was wütenden Stinktieren eben so passiert: Sie stinken. Das ärgert Tilly noch mehr, denn sie will eigentlich gar nicht stinken. Doch Mama-Stinktier weiß Rat. Sie empfiehlt Tilly das beste aus der Situation zu machen, wenn sie sich etwas anders vorgestellt hat, und es selbst in die Hand zu nehmen. Denn aus vielem lässt sich noch etwas positives machen, wenn man selbst etwas verändert. Und mit diesem Rat werden Tillys Tage viel schöner und alles wendet sich zum Guten.
Die Geschichte rund um das kleine Stinktier ist wunderschön gestaltet und vermittelt auf ganz süße Art und weiße, dass es nichts bringt, immer wütend oder bockig zu sein. Mit der kleinen Tilly können die kleinen Leseratten lernen, dass man sich nicht ärgern, sondern es positiv sehen und selbst in die Hand nehmen sollte. Das ist eine ganz tolle Botschaft, die Tilly ganz subtil präsentiert. Dazu gibt es grandiose Bilder, in denen nicht nur viele liebevolle Details, sondern auch ganz viele andere Tiere zu entdecken sind.
Dieses Buch empfehle ich allen kleinen Leser*innen ab 3 Jahren, wenn sie noch lernen dürfen, zu akzeptieren, dass nicht alles nach ihrem Willen läuft.
Für Alice läuft es nicht gerade rund, als sie ihren Freund in ihrer eigenen Wohnung mit einer anderen Frau erwischt. Obendrauf kommt noch, dass diese andere Frau nicht einfach irgendjemand ist, sondern ...
Für Alice läuft es nicht gerade rund, als sie ihren Freund in ihrer eigenen Wohnung mit einer anderen Frau erwischt. Obendrauf kommt noch, dass diese andere Frau nicht einfach irgendjemand ist, sondern auch noch eine ihrer Freundinnen. Das Maß ist voll, denkt sich Alice und schmeißt ihren untreuen Freund raus, trennt sich und beschließt, sich erst einmal eine gute Zeit ohne Männer zu machen. Sie macht kurzen Prozess und schmeißt auch ihre Matratze, auf der der Betrug passiert ist, kurzer Hand aus dem Fenster. Nur leider fällt sie nicht einfach zu Boden, sondern direkt auf Lennon. Und Lennon ist auch nicht böse, er ist sehr charmant und weil sie einfach nicht nein sagen kann, willigt sie ein, sich einmal mit ihm zu treffen.
Aus einem Treffen werden zwei, drei, vier und irgendwie entwickelt sich bei Alice und Lennon eine eng Freundschaft, glaubt zumindest Alice. Nur wenn sie ehrlich zu sich selbst ist, dann knistert es immer mehr und aus der Freundschaft sind schon längst tiefere Gefühle entstanden. Doch Bennett, der Exfreund, funkt immer wieder dazwischen. Und weil Alice eben nicht nein sagen kann, trifft sie sich noch ein letztes Mal mit ihm und die Probleme gehen los.
Alice ist eine nette, pragmatische junge Frau, die nach vorne schaut und das beste aus allem macht. Auch über Bennett kommt sie verhältnismäßig schnell hinweg. Doch wie viele andere Frauen hat sie das Problem, dass sie es allen recht machen möchte und zuerst an die Gefühle der anderen denkt, bevor sie an sich denkt. Das wird ihr am Ende auch mit Bennett zum Verhängnis und macht ihr mehr als einmal Probleme. Gerade wegen dieser Eigenschaften konnte ich mich total gut in Alice hineinversetzen und mochte die Geschichte sehr. Auch ihre Aufzählungen und die lustigen Szenen zwischendurch haben mir sehr gut gefallen.
Ganz besonders haben mir aber die süßen Gesten von Lennon gefallen. Er ist schon fast zu gut, um wahr zu sein. Er hat Verständnis für alles, lässt Alice die Zeit, die sie braucht und behandelt sie so, wie es sich Frauen wünschen. Das führt natürlich zu einem erheblichen Knistern zwischen den beiden, das auch für uns Leser wahnsinnig spürbar ist. Ich habe mir einfach die ganze Zeit ein Happy End für die beiden gewünscht und hätte noch Ewigkeiten weiter von ihnen hören können.
Alles in allem habe ich mich von diesem Hörbuch sehr gut unterhalten gefühlt und mochte die kurzweiligen Szenen aus Alice Leben und aus ihrem Zusammentreffen mit Lennon.
Gabriel Bach ist unter seinem Autoren-Pseudonym Henri Fjord ein kleiner Star in der deutschen Liebesroman-Szene. Doch zu Beginn dieser Erzählung fühlt er sich alles andere als gut. Er hat keine Ideen für ...
Gabriel Bach ist unter seinem Autoren-Pseudonym Henri Fjord ein kleiner Star in der deutschen Liebesroman-Szene. Doch zu Beginn dieser Erzählung fühlt er sich alles andere als gut. Er hat keine Ideen für ein neues Buch, hat wenig Lebensenergie und befindet sich in einer sehr depressiven Phase. Aus dieser kann ihn auch sein Freund und Verleger Jonathan nicht retten. Doch als Gabriel eines Tages bei einem Spaziergang mit seinem Hund einen roten Ballon mit einer Postkarte daran findet, wendet sich das Blatt.
Gabriel braucht zwar einen Moment, um das zu realisieren, aber dann reißt ihn dieser Ballon aus seiner Lethargie. Denn geschrieben hat ihn ein kleines Mädchen namens Luzie, dessen Papa gestorben ist. Nun wünscht sie sich vom lieben Gott einen neuen Papa und hat dafür den Luftballonwettbewerb des Spielzeugladens Mikado genutzt. Für Gabriel ergibt sich dazu nicht nur eine neue Idee für einen neuen Roman, sondern er nimmt auch sein Leben in die Hand. Was zunächst als Recherche beginnt, verändert schon bald sein ganzes Leben, denn Luzie und ihre Mama sind auf einmal nicht nur Ideen für Romanfiguren.
Der große Star in diesem Roman ist definitiv Luzie. Sie ist so gut getroffen, dass man sie sich direkt im echten Leben vorstellen kann. Besonders gefällt mir an ihrer Figur, dass sie so eine Tiefe mit vielen Facetten hat. Denn obwohl sie wegen ihres verstorbenen Paps oft traurig ist, ist sie gleichzeitig auch ein ganzes normales kleines Mädchen, das mal bockig ist, mit Freunden rumtollt und kindliche Wünsche wie den Barbie-Camper-Van hat. Für ihre Mama Miriam ist das natürlich nicht leicht, denn sie will ihrer Tochter gerecht werden, muss aber die Familie auch wirtschaftlich über Wasser halten. Sie ist sehr selbstlos und eine absolut sympathische Frau. Die eben auch von ihren Gefühlen gelenkt wird und sich so zu Gabriel alias Ben hingezogen fühlt. Und Gabriel ist in der Kombination mit Luzie ein wirklicher Vorzeige-Bonus-Papa. Die Situationen mit den beiden sind oft super süß oder urkomisch und haben zu meinen liebsten Szenen in dem Buch gehört.
Und auch, wenn die Geschichte gut vorhersehbar ist und man schon nach ein paar Seiten versteht, worauf die Gefühle hinaus laufen und wie auch der Konflikt zwischen Miriam und Ben unausweichlich irgendwann aussehen wird, so habe ich das Buch dennoch sehr gerne gelesen. Das besondere an dem Buch waren für mich nämlich die Emotionen und wie echt sich die Figuren angefühlt haben. Das hat mir wirklich sehr gut gefallen und die Geschichte vermittelt so eine positive Stimmung von Am-Ende-wird-alles gut.
Da ich auch schon den Roman Dein perfektes Jahr von Charlotte Lucas gelesen hatte, habe ich mich sehr gefreut, dass die Hauptfiguren aus diesem Buch hier auch wieder aufgetaucht sind und es ein Wiedersehen mit Hannah und Jonathan am Rande dieser Handlung gab. Man kann die beiden Bücher aber auch ganz unabhängig voneinander lesen.
Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt und empfehle Luzie in den Wolken gerne weiter.
Ach, das war wieder ein richtig schöner Leseurlaub in Eckernförde, dieses Mal mit einer Prise Märchen. Denn anders kann man es nicht beschreiben, dass Isa nach so vielen Jahren ihre Jugendliebe Erik wiedertrifft ...
Ach, das war wieder ein richtig schöner Leseurlaub in Eckernförde, dieses Mal mit einer Prise Märchen. Denn anders kann man es nicht beschreiben, dass Isa nach so vielen Jahren ihre Jugendliebe Erik wiedertrifft und wie dann alles seinen Lauf nimmt.
Isa ist mit ihren fast dreißig Jahren glücklich in ihrem Heimatort Eckernförde, in dem sie als Bonbonkocherin ihrem Traumberuf nachgeht. Doch oft denkt sie noch an ihre Jugend-Ferienliebe Erik, die fast ihr halbes Leben zurückliegt. Als er jedoch eines Tages urplötzlich wieder vor dem Bonbongeschäft steht, wirft das ihr ganzes Leben durcheinander. Nicht nur, dass sie sich fragen muss, ob er wohlmöglich auch noch Gefühle für sie hat und wie es weitergeht. Nein, die Herausforderungen werden reißen nicht ab. Schließlich sieht es auf einmal so aus, als würde Isa ihren Job verlieren. Zusätzlich erinnert sie ihr bester Freund Sönke an das einstige Versprechen, sie würden sich zusammentun, wenn sie beide mit 30 Jahren noch alleinstehend sind. Das alles muss Isa meistern und wir sind live dabei.
Durch den Start mit der lang zurückliegenden Jugendliebe, die dann mit Frau und Kind wiederauftaucht, war meine Neugier direkt geweckt. Jane Hell hat es durch ihren bildreichen und nahbaren Schreibstil sofort geschafft, die Bilder in meinem Kopf entstehen zu lassen und mich richtig in die Geschichte gezogen. Wie Isa auf diese Begegnung reagiert hat und wie es ihr danach geht, hat mich auch emotional gepackt. Sie gefällt mir als Protagonistin total gut. Zwar ist sie mit ihren 29 Jahren wie ein verliebter Teenie, aber fragt sich immer wieder selbst, warum sie so reagiert und hinterfragt sich selbst ganz rational, kann aber gleichzeitig die emotionale Seite nicht kontrollieren. Das kommt mir total realistisch und ebenso sympathisch vor. Und natürlich habe ich mit ihr mitgefiebert.
Toll fand ich auch, dass ich, trotz des Liebesromans, nicht vorausahnen konnte, wie es zu einem Ende kommt. Gefühlt habe ich alle 10 Seiten meine Idee, wie die Geschichte enden würde, über Bord geworfen und eine neue Theorie aufgestellt. Diese Wendungen und die damit verbundene Spannung haben mir unheimlich gut gefallen! Das hat meine Neugier richtig befeuert! Dies gepaart mit den Emotionen und der tollen Kulisse am Meer war die perfekte Mischung für mich! Ich lehne mich sogar so weit aus dem Fenster, dass dies für mich bislang das beste Buch von Jane Hell überhaupt ist!
Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts geht es für die angehenden Münchner Ärztinnen im zweiten Teil der Triologie weiter mit ihren Träumen und Herausforderungen. Die Freundinnen rund um Lulu, Fanny und Elsa ...
Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts geht es für die angehenden Münchner Ärztinnen im zweiten Teil der Triologie weiter mit ihren Träumen und Herausforderungen. Die Freundinnen rund um Lulu, Fanny und Elsa träumen immer noch davon, ein Medizinstudium aufzunehmen und schaffen dafür die nötigen Voraussetzungen.
Da ich schon den ersten Teil der Triologie, als die Freundinnen sich kennenlernten, sehr gerne gelesen habe, habe ich mich gefreut, dass alle losen Enden aus dem ersten Part wiederaufgenommen werden. Lulu beginnt mit dem Abitur und kämpft um die Anerkennung ihres Vaters für sich und ihren Traum. Elsa hat noch schwer daran zu tragen, ihre Tochter Tilda nicht mehr zu sehen und sieht als Wärterin im Kinderkrankenhaus ihren Traum vom Medizinstudium in immer weitere Ferne ziehen. Und Fanny muss jeden Tag fürchten, dass sie auffliegt, während sie die medizinischen Vorlesungen verkleidet als ihr Bruder besucht, und versucht, ihre Geldsorgen zu bewältigen. Darüber hinaus spielt die Liebe eine Rolle und wir werden Zeuge der damaligen gesellschaftlichen Erwartungen an junge Frauen.
Für mich ist dieses Buch ein Zeitzeugnis, wie es damals war als Frau seine eigenen Träume zu haben. Ich war richtig gefesselt davon, wie schwer es die Freundinnen haben und wie sie sich dennoch nicht davon unterkriegen lassen. Dabei habe ich mitgefiebert und auch oft den Kopf geschüttelt, weil ich mir aus heutiger Perspektive kaum vorstellen kann, was man damals normal fand. Besonders gut hat mir auch gefallen, dass die Freundinnen aus so unterschiedlichen Schichten kommen und man so ein umfassendes Bild bekommt, wie es in der gehobenen, mittleren und armen Bevölkerungsschicht zuging. Über all das, was ich in diesem Buch lernen durfte, hinaus, muss ich aber auch ergänzen, dass es eine Freude war nur so durch die Seiten zu fliegen. Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen, weil ich es so spannend fand. Denn durch die Kapitel aus wechselnden Perspektiven pausieren die Erzählstränge zu den einzelnen Freundinnen immer genau dann, wenn es spannend wird, und man platzt fast vor Neugier, wie es wohl für die jeweilige weitergehen mag.
In diesem Band hat mich besonders Elsas Geschichte mitgenommen. Ich hatte ihre ungewollte Schwangerschaft zunächst ganz anders eingeordnet. Doch als sich am Ende alles auflöst, konnte ich kaum glauben, was diese junge Frau alles durchstehen musste, und wie kämpferisch sie dennoch geblieben ist. Insbesondere für sie hoffe ich im dritten Band noch auf ein echtes Happy End. Letzteres wünsche ich mir natürlich auch für die anderen Hauptfiguren, denn auch sie haben keinen leichten Weg, ihren Traum zu verwirklichen. Und auch in Liebesdingen haben sie es nicht gerade einfach. Ich jedenfalls bin schon ganz gespannt auf Band drei und hoffe, dass sich dann all meine Hoffnungen bestätigen und sich meine Neugier durch das Auflösen aller noch offenen Fragen stillen lässt.
Von mir gibt es eine dicke Leseempfehlung und den ganz dringenden Tipp auch vorher Band eins zu lesen. Es geht zwar auch unabhängig voneinander, aber in der richtigen Reihenfolge hat man mehr Kontext und es fühlt sich dadurch in Band zwei an, als würde man die alten Freundinnen endlich wieder treffen.