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Andrena

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.03.2025

Zu kompliziert und zu offensichtlich

Das Dinner – Alle am Tisch sind gute Freunde. Oder?
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Ein Dinner für die nicht ganz so guten Freunde

Fünf Jahre nach dem Verschwinden ihrer Freundin Maria treffen sich die fünf verbliebenen Freunde der Clique zu einem Krimidinner. Schnell wird ihnen klar, ...

Ein Dinner für die nicht ganz so guten Freunde

Fünf Jahre nach dem Verschwinden ihrer Freundin Maria treffen sich die fünf verbliebenen Freunde der Clique zu einem Krimidinner. Schnell wird ihnen klar, dass etwas nicht stimmt, denn die Ereignisse im Krimidinner sind erschreckend nah an denen auf dem Festival, auf dem Maria verschwand.

Das Setting mit dem Krimidinner, bei dem jeder Spieler in die Rolle einer Person schlüpft, passt gut in die heutige Zeit, in der sich Krimidinner wachsender Beliebtheit erfreuen. Leider führt es auch dazu, dass es für jeden Protagonisten gleich zwei Namen gibt. Das macht die Gesprächssituation sehr unübersichtlich. Hinzu kommen die Rückblenden in die Zeit, in der Maria verschwunden ist. Hier den Überblick zu behalten ist nicht einfach.

Leider war auch der Fortlauf der Geschichte viel zu offensichtlich, was die Spannung sehr herausgenommen hat. Zum Ende wurde es nochmal interessant, den Gesamteindruck konnte es aber nicht mehr retten. Es wirkte einfach zu konstruiert, die Protagonisten haben zu oft kontraintuitiv gehandelt.

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Veröffentlicht am 10.03.2024

Mord am Saubermann

Gehe mit den Toten
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Als Lara Plank zu dem Mordfall an dem Industriellen Bernhard Döring gerufen wird, ahnt sie noch nicht, welche Folgen dies für sie haben wird. Irgendwie passt das Saubermann-Image von Döring nicht zu dem ...

Als Lara Plank zu dem Mordfall an dem Industriellen Bernhard Döring gerufen wird, ahnt sie noch nicht, welche Folgen dies für sie haben wird. Irgendwie passt das Saubermann-Image von Döring nicht zu dem emotionalen und brutalen Mord an ihm. Plötzlich findet sich Lara in Mitten einer Schmutzkampagne gegen sich selbst wieder. In der Beurlaubung macht sie sich mit ihrem pensionierten Partner auf die Suche nach den Hintergründen der Tat an Döring und sticht in ein Wespennest.

“Gehe mit den Toten” spitzt sich nach einem schnellen Auftakt rasant zu und die Ereignisse überschlagen sich. Leider führt dies zu einer sehr langwierigen Ermittlung, in der die Spannung etwas auf der Strecke bleibt. Am Ende geht es dann etwas zu schnell. Leider wirkt die langwierige Ermittlung sehr nach, es macht das Buch sehr langatmig. Auch werden die Alleingänge von Lara irgendwann monoton. Die Wendung reißt nochmal einiges raus, aber die Mitte des Buchs wirkt doch zu sehr nach, sodass das Buch seinen Reiz verliert.

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Veröffentlicht am 30.01.2024

Tödliche Insekten

Der Stich
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Als eine Richterin bei der Urteilsverkündung umkippt und kurz danach der Anwalt von Quito Mantezza ebenfalls ums Überleben kämpft, bricht Panik aus. Als sich das Chaos auflöst, wird schnell klar, was hinter ...

Als eine Richterin bei der Urteilsverkündung umkippt und kurz danach der Anwalt von Quito Mantezza ebenfalls ums Überleben kämpft, bricht Panik aus. Als sich das Chaos auflöst, wird schnell klar, was hinter den Zusammenbrüchen steckt: Die Opfer wurden von Moskitos gestochen, die eine Krankheit in sich tragen. Schnell hat Quito die Ursache ausgemacht, ein skrupelloses Experiment, das eine Firma mit genveränderten Insekten durchführt. Als Quito mit der aus Kuba geflüchteten Inéz zusammentrifft, beschließen sie gemeinsam nach einer Lösung des Problems zu suchen. Denn die Moskitos breiten sich immer weiter aus und die Opferzahlen steigen.

Leider konnte “Der Stich” meine Erwartungen nicht erfüllen. Durch die Aufmachung des Buches und den Klappentext habe ich einen Wissenschaftsthriller erwartet, in dem es vor allem darum geht, die Ursache des Moskitobefalls zu ergründen. Dies wurde aber nur nebensächlich behandelt, es ging vielmehr um die persönlichen Schicksale der Protagonisten. Das ist so auch in Ordnung, es hat einfach nur meine Erwartungen nicht erfüllt. Ich muss ehrlich sagen, ich bin etwas enttäuscht, gerade vom letzten Teil des Buches. Die stakkatoartige Struktur und die schnelle Abhandlung der Geschichte passte für mich nicht. Die Spannung war für mich nach zwei Dritteln des Buches raus.

Alles in allem ist es ein guter Thriller mit viel Luft nach oben. Das Cover und die Aufmachung des Buches machen allerdings echt was her, dafür gibt es Bonuspunkte.

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Veröffentlicht am 30.09.2023

Psychischer Ausnahmezustand

Der Trip – Du hast dich frei gefühlt. Bis er dich fand.
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Als nach zwei Jahren Hinweise auf ihren in Frankreich verschollenen Bruder Fabian auftauchen, gerät das Leben von Evelyn aus den Fugen. Das Phantombild eines gesuchten Mörders gleicht ihrem Bruder zu sehr, ...

Als nach zwei Jahren Hinweise auf ihren in Frankreich verschollenen Bruder Fabian auftauchen, gerät das Leben von Evelyn aus den Fugen. Das Phantombild eines gesuchten Mörders gleicht ihrem Bruder zu sehr, als dass es ein Zufall sein könnte. Der Mörder überfällt seine Opfer auf Campingplätzen. Dass Fabian zuletzt mit seinem Wohnmobil gesehen wurde, weist noch mehr auf Fabian als Täter hin. Aber kann es wirklich sein, dass ihr geliebter Bruder Menschen umbringt?

Arno Strobel treibt ein böses Spiel mit seiner Protagonistin. Getrieben von dem Wunsch, ihren Bruder doch noch lebend zu finden, verstrickt sich Evelyn immer tiefer in ein psychisches Dilemma. Die Geschichte wird dem Genre Psychothriller mehr als gerecht. Trotz offensichtlicher Zweifel treibt sich Evelyn immer tiefer in die Suche nach ihrem Bruder, bis sie irgendwann an ihrer eigenen Zurechnungsfähigkeit zweifelt. Über allem schwebt die Frage, ob ihr geliebter Bruder wirklich ein Mörder sein kann.

Leider hat mich das abrupte Ende der Geschichte sehr enttäuscht. Während der psychische Ausnahmezustand ausführlich beschrieben wird, ist das Ende viel zu schnell abgehandelt und lässt zum Teil sogar Handlungsstränge offen. Hier hätte man mehr Zeit aufwenden können.

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Veröffentlicht am 09.03.2025

So überfrachtet mit Themen, dass die Liebesgeschichte Nebensache wird

Call My Heart Home
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Als die Semesterferien beginnen, kommt Erin zurück in ihre Heimat. Dort will sie sich um ihren pflegebedürftigen Vater kümmern. Geplagt von der Geldsorgen und der Sorge um die unheilbare Krankheit ihres ...

Als die Semesterferien beginnen, kommt Erin zurück in ihre Heimat. Dort will sie sich um ihren pflegebedürftigen Vater kümmern. Geplagt von der Geldsorgen und der Sorge um die unheilbare Krankheit ihres Vaters, nimmt sie den Auftrag an einen lokalen Künstler Shane zu interviewen. Aus dem Interview wird schnell mehr als ein Job, doch die Sorgen der beiden machen es ihnen nicht einfach, sich kennenzulernen.

Beide Hauptcharaktere werden gleich zu Beginn mit auf Basis ihrer tief sitzenden Traumas eingeführt. Während sie sich aufbürdet, ihrem unheilbar kranken Vater mit ihrem Studium der Biochemie an einer Eliteuni zu helfen und gleichzeitig noch den klammen Geldbeutel mit Nebenjobs zu füllen, leidet er unter den Dämonen seiner Vergangenheit. Diese Vorbelastung der Charaktere macht das Kennenlernen der beiden zu einer holprigen Angelegenheit. Leider werden die traumatisierenden Erfahrungen im weiteren Verlauf kaum tiefer beleuchtet, es wird nur oberflächlich behandelt. Liebe heilt schließlich alles.

Ein weiteres Grundthema des Buches ist der Aktivismus. Auch hier werden nicht gezielt Themen ausgewählt, sondern eine Vielzahl von Missständen beleuchtet. Bei der Menge an Themen ist im Buch einfach zu wenig Platz, um sich angemessen mit jedem der so wichtigen Themen ausreichend zu befassen. Auch hier wird nur an der Oberfläche gekratzt. So wirkt das Buch vor allem vollgestopft mit Themen, es wird aber keinem Thema wirklich gerecht.

Bei der Menge an Themen tritt die Liebesgeschichte leider in den Hintergrund, nichts wird vollends behandelt und zusätzlich ist der männliche Hauptcharakter nicht in der Lage, Grenzen zu respektieren und handelt am Ende vor allem egoistisch.

So kommt leider kein gutes Buch heraus, weniger wäre hier definitiv mehr gewesen.

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