„Deine Seele so golden“ markiert den Abschluss der Fantasy-Dilogie „Goddess of Fury“ und setzt nahtlos an das Ende des ersten Bands an.
Euryale, wütend, trauernd und verzweifelt, hat nicht vor, sich dem ...
„Deine Seele so golden“ markiert den Abschluss der Fantasy-Dilogie „Goddess of Fury“ und setzt nahtlos an das Ende des ersten Bands an.
Euryale, wütend, trauernd und verzweifelt, hat nicht vor, sich dem Schicksal zu ergeben und den Verlust ihres Liebsten hinzunehmen.
Gemeinsam mit Callisto und Cecilia macht sich die Furie auf den beschwerlichen Weg, Deacon zurückzuholen. Selbst wenn sie dafür ihren Tanten, ihrer Schöpferin und sämtlichen Gottheiten der Welten gegenübertreten muss – ganz gleich, was es Euryale kostet …
Ohne zu viel zu spoilern möchte ich sagen, dass wir in diesem Teil einiges erleben und sehen, etliche Kämpfe bestreiten und weiteren mythischen Wesen begegnen. Euryale hat nichts von ihrer Charakterstärke eingebüßt, eher scheint es, als würde sie der Zorn noch impulsiver und waghalsiger, gnadenloser machen. Das Ziel, in die Unterwelt zu gelangen, ohne zu sterben, und Deacon zu retten, verliert die taffe Fast-Furie zu keiner Zeit aus den Augen – dass sie dieses Wagnis nicht ohne Hilfe überstehen kann, wirkt auf Euryale zwar befremdlich, und doch zeigt sie, auf ihre eigene Art, so viel Gefühl, Dankbarkeit.
Abgesehen von Callisto und Cecilia, deren Verbindung für skurrile Momente, Wärme und Seufzer sorgt, bindet Sporrer neue Charaktere ein. Die Wenigsten dieser sind durchschaubar – dies sorgt dafür, dass die LeserInnen die neu entstehenden Dynamiken mit Vorsicht und dem gleichen Misstrauen genießen wie Euryale. Ihre eigene Entwicklung ist nachvollziehbar, ist beeindruckend, ebenso wie das konstant hohe Tempo der dichten Storyline, die ereignis- und erkenntnisreich dahinfließt, mit unerwarteten Veränderungen und Wendungen, bewegenden Szenen und einer guten Portion Düsternis daherkommt.
Wie bereits in „Dein Herz so steinern“ empfand ich die griechische Mythologie mitsamt der frischen Elemente und dem Mix aus historischen Vibes und modernen Ansätzen hervorragend. Der Ton – gespickt mit trockenem Humor, spritzig, direkt, anrüchig – lässt uns das passende Finale leider viel zu schnell erreichen.
Fazit: „Goddess of Fury“ ist eine rundum gelungene Dilogie, die weder an Spannung noch an Romantik oder Amüsement geizt.
Ich stand ziemlich schnell vor der Frage, wie ein Buch zu rezensieren ist, bei dem nur eine falsche Erwähnung spoilern könnte. Denn ehrlich?
Ich habe die Twists nicht kommen sehen. Zu keiner Zeit.
Ebenso ...
Ich stand ziemlich schnell vor der Frage, wie ein Buch zu rezensieren ist, bei dem nur eine falsche Erwähnung spoilern könnte. Denn ehrlich?
Ich habe die Twists nicht kommen sehen. Zu keiner Zeit.
Ebenso wenig wie die Intensität und Dunkelheit – zwischen den lyrischen Zeilen versteckt.
An Julie ist definitiv eine Poetin verloren gegangen, was die Texte des Poetry-Slammers Luca Severin genauso deutlich zeigen wie die puren Emotionen und die wunderschönen Worte.
Wie bereits in Aydens voriger New-Adult-Serie spielt sich auch 𝐏𝐨𝐞𝐭𝐫𝐲-𝐌𝐞 hauptsächlich in Berlin und Potsdam ab, wobei Letzteres für die Protagonisten der Schauplatz vergangenen Grauens ist, der Ort, an dem Traumas geboren wurden. An den beide nie wieder wollten. Aus Angst vor Erinnerungen, davor, gefunden zu werden. Doch sowohl Hannas neue Lebensumstände als auch Lucas Traum führen sie zurück. Und zueinander.
Was als Ablenkung begann, wurde zu mehr. Zu mehr als nur einem Kick, als Trost, als die Such(e)t nach Nähe. Denn Luca versteht „Emy“, gibt ihr das Gefühl, gut und genug zu sein. Ist respektvoll, einfühlsam und verflucht sexy. Bookboyfriend 100 %. Und Johanna Berger berührt etwas in dem sensiblen Frauenschwarm, dass er nicht einzuordnen vermag. Erdet ihn, lässt ihn vergessen, was auf ihm lastet, was er seit über zehn Jahren sucht.
𝐁𝐚𝐛𝐲, 𝐈'𝐦 𝐥𝐨𝐬𝐭 𝐢𝐧 𝐲𝐨𝐮 ist eine tief bewegende Geschichte, die von der ersten Seite an Neugier weckt, mitreißt, nicht stillsteht.
Dass die Gegenwart durch Flashbacks und zarte Andeutungen, die Schrecken vermuten lassen, Einblicke in ein „aufwachsen“ und „früher“ durchbrochen wird, trägt zum Verstehen und Fühlen bei. Zusätzlich lässt sich in Monologen, Verhaltensweisen und in der Panik, in den Selbstzweifeln und gewählten Wegen einiges entdecken – was Fragen aufwirft und nach Antworten verlangt, was Gänsehaut verursacht und Spannung erzeugt. Was von Selbstschutz, verinnerlichter Minderwertigkeit und dem Wunsch nach Liebe, Beständigkeit erzählt.
Durch Klara und den Poeten werden Krankheitsbilder anschaulich und authentisch, gar erklärend integriert, aber auch Hanna ringt mit psychischen Problemen, tief verankerten, negativen Glaubenssätzen. Wie so viele Menschen wurden auch die Protagonisten von vergangenen Ereignissen und ihrer Erziehung geprägt – egal wie weit sie flüchten, dem Alptraum entkommen sie nicht.
Auf malerische Art führt uns die Autorin in diese beiden Leben, in Geheimnisse, lässt uns teilhaben. Es scheint, als wären Stephans Betrug und das „sich Finden“ auf Heartbeat eine glückliche Fügung, die beiden Ruhe bringt, ein paar erinnerungswürdige, losgelöste Stunden – doch wie schnell kann sich ein Herz binden, wie schnell geht Liebe? Und was, wenn nicht nur das Leben einem „gemeinsam versuchen“ im Wege steht, sondern auch die Wahrheit? Wenn sich statt Glück das Schicksal einen Spaß erlaubt?
Abgesehen von Severin und Johanna, die sehr nahbar ausgearbeitet waren, faszinierend und unglaublich liebenswürdig, dabei nicht fehlerfrei, treffen wir auf weitere Figuren, wichtig, hilfreich oder wenig sympathisch: Klara, unberechenbar und immer an der Seite ihres Bruders, immer in seinem Kopf. Rio, der die Geschwister vor weniger als einem Jahr in seiner Slammer-Group aufgenommen hat. Nero, der lediglich Misstrauen entfacht. Hannas Noch-Mann, der ein gutes Beispiel für einen Partner ist, den man schnell loswerden sollte, und Sina – die wohl coolste beste Freundin ever.
Im Verlauf, der trotz Melancholie leuchtende Höhepunkte und Humor aufweist, werden zeitgemäße Themen angesprochen, mit denen sich viele (junge) Erwachsene konfrontiert sehen. Es finden sich Zukunftsüberlegungen, unterschiedliche Arten von toxischen Beziehungen und Mental-Health-Thematiken, die mit Einfühlungsvermögen und klaren, echten Worten behandelt wurden. Die Autorin weckt mit Found-Family-Vibes Heimeligkeit, heizt mit damn guten Spicy-Szenen ein und lässt durch den Verzicht auf einen Bad-Boy aufseufzen.
Neben Lebensschmerz, Trauer und ergreifenden Aussagen, Tränen und Heartbreakern wartet so viel Wärme und Zärtlichkeit.
Im Vergleich zu 𝑃𝑜𝑡𝑠𝑑𝑎𝑚-𝐿𝑜𝑣𝑒 konnte ich eine deutliche Entwicklung im Stil vernehmen – 𝐁𝐚𝐛𝐲, 𝐈'𝐦 𝐥𝐨𝐬𝐭 𝐢𝐧 𝐲𝐨𝐮 liest sich durchweg rund und stimmig, die Ausdrucksweise war passend und „anschmiegsam“, der Aufbau markant. Auch abseits der Slam-Texte entfaltet sich mehrfach der poetische Charakter, der dem Roman eine besondere Note verleiht.
Band 1 der 𝐏𝐨𝐞𝐭𝐫𝐲-𝐌𝐞-𝐒𝐞𝐫𝐢𝐞 ist eindringlich und emotional, zugleich sanft und hart, lyrisch wie modern. Geht nah.
Als Alice eines Tages nach Hause kommt, ahnt sie nicht, dass sich binnen eines Wimpernschlags ihre rosaroten Zukunftspläne in Luft auflösen werden.
Um jede sichtbare Erinnerung an ihren nun Ex-Freund auszulöschen, ...
Als Alice eines Tages nach Hause kommt, ahnt sie nicht, dass sich binnen eines Wimpernschlags ihre rosaroten Zukunftspläne in Luft auflösen werden.
Um jede sichtbare Erinnerung an ihren nun Ex-Freund auszulöschen, landet sogar ihre Matratze auf der Straße. Dumm nur, dass gerade in diesem Moment ein Passant unter ihrem Fenster entlang schlendert …
In „Note to myself: Liebe ist keine Option“ führt uns Kira Mohn nach New York und mitten hinein in das Leben von Alice.
Obgleich diese nach der erneuten Enttäuschung in Sachen Beziehung versucht, ihre brüchige Fassade aufrechtzuerhalten und Contenance zu wahren, ist ihr innerer Kampf samt all der Selbstzweifel und Unsicherheiten, samt des zarten Wankens für uns deutlich.
Alice ist bodenständig, witzig, dankbar für Kleinigkeiten und, wie alle eingebrachten Figuren, sehr nahbar und nicht fehlerfrei. Je weiter der Verlauf voranschreitet, umso mehr wird ihr bewusst, was sie sich in den vergangenen drei Jahren verwehrte; dass sie keinen Mann braucht, um genug und glücklich zu sein – und diese sachten Erkenntnisse wirkten wie ein Befreiungsschlag, wie Luft holen.
Wäre da nicht Lennon, die wandelnde Greenflag, der mit seinem Charme und seinem echten Interesse – selbst fast erschlagen von einer Matratze – etwas mit Alice macht …
Trotz der teilweise ernsten Themen und einem Hauch Wehmut schuf Mohn einen amüsanten Wohlfühl-Roman, der mit trockenem Humor, Authentizität und einem leichten Ton für einige Schmunzler sorgt und den LeserInnen Berührungspunkte gibt, um sich selbst wiederzufinden. Mitzufühlen. Zu hinterfragen.
Wenn gleich sich die Autorin für das bunte Setting einer Metropole entschieden hat, schenken softe, atmosphärische Beschreibungen und der ‚Unicorns, Starships & Bugs', in dem die Protagonistin mit Zara und Tobey arbeitet, der Story Cozy-Vibes, Ruhe und eine Booknerd-Attitüde. Dass es neben Alices Vorhaben, die Sache mit Lennon nicht durch komplizierte, übereilte Gefühle zu ruinieren, und ihrem Versuch, Bennett komplett loszulassen, auch bei Zara und Tobey in Sachen Liebe allerhand Probleme gibt, verleiht der Handlung – zusätzlich der einen oder anderen rührenden Aktion – noch mehr Spannung(en) und Abwechslung. Dieses, mit individuellen Eigenschaften bestückte Trio, bildet zudem eine kleine, super süße „Familie“, die man einfach gern haben muss.
Die Annäherung zwischen der Buchverkäuferin und dem Museumsmitarbeiter prickelt im Slow-Burn-Modus, wird nicht langweilig. Ein großer Pluspunkt sind die vernünftigen Gespräche, die die sich anbahnenden Missverständnisse rasch ersticken, und die Art, wie Lennon „subtil“ zeigt, was er sich wünscht. Ach, es knistert einfach gewaltig.
Ein weiteres i-Tüpfelchen waren die Listen, die Alice leidenschaftlich gerne schreibt und die wir zwischen den Kapiteln finden.
Fazit: Kira Mohns Roman ist reich an (kritischem) Input und an unterhaltsamen sowie aufregenden Ereignissen. Wunderbare, perfekt inszenierte Romantik und herzergreifende, bewegende Augenblicke bekommen gleichermaßen viel Raum wie echte Freundschaften und ungeahnte Entwicklungen.
Für mich war „Note to myself: Liebe ist keine Option“ wie eine Tasse Kakao, eine feste Umarmung, ein Trostpflaster.
„Goddess of Fury“: Ich hatte nichts erwartet und hab so viel bekommen.
Erst einmal: Das Hörbuch zu „Dein Herz so steinern“ wurde von Viola Müller gesprochen und es war, wie immer, wunderbar.
Wir verfolgen ...
„Goddess of Fury“: Ich hatte nichts erwartet und hab so viel bekommen.
Erst einmal: Das Hörbuch zu „Dein Herz so steinern“ wurde von Viola Müller gesprochen und es war, wie immer, wunderbar.
Wir verfolgen die Story aus der Sicht von Euryale, einer Halbgöttin und angehenden Furie. Der letzte Schritt, um ihr Ziel zu erreichen, führt sie in die Welt der Menschen, nach London. Hier soll sie nicht, wie von der Gesellschaft vermutet, einen Ehemann, sondern einen Riss zwischen den Welten und dessen VerursacherIn finden, bevor noch mehr Kreaturen aus diesem entsteigen können.
Je länger diese Suche andauert, umso mehr Annehmlichkeiten der Sterblichen gibt sich Euryale hin, findet eine Freundin, Gefallen am englischen Essen und widerwillig auch an Deacon …
Teresa Sporrer schreibt schnörkellos, verständlich und amüsant; der Ton ist zwar direkt, zugleich werden aber die Gebaren und Gegebenheiten der viktorianischen Zeit authentisch in Szene gesetzt, sodass das Verhalten der Figuren echt und keines Wegs übertrieben wirkte.
Euryale, die vieles, insbesondere den Umgang mit Frauen, nicht gutheißt, lockert die gehobene, förmliche Atmosphäre mehrfach durch trockenen Humor, Konter oder einfach ihre Art, Dinge anzupacken, auf. Ich musste wirklich oft lachen!
Deacon, angehender, wissensdurstiger Geschichtsprofessor und begehrter Junggeselle, ist eine Green Flag, der gleichermaßen romantisch wie mysteriös auftritt und vielleicht mehr ist als er vorzugeben scheint.
Die Entwicklung der Fast-Furie, ihre Zweifel – an sich und ihrem Ziel – sowie die Gefühle, die sie manchmal weicher wirken lassen, waren nachvollziehbar inszeniert. Auch das Verhältnis zu ihrer kühlen „Schwester“ wird im Verlauf herzlicher. Callisto, ihre Geschichte und ihren Schmerz kennenzulernen, nachdem die Distanz abgeklungen ist, gab der Handlung ebenso etwas Warmes und Familiäres wie die Freundschaft zu Cecilia. Zusätzlich der zwischenmenschlichen und individuellen Veränderungen ist der Auftakt der „Goddess of Fury“-Dilogie spannend und aufregend, reich an Augenblicken zum Seufzen, zum mitfiebern- und leiden. Ein großer Pluspunkt waren für mich, neben der Charakterzeichnung, die eingebundene Mythologie und deren Geschöpfe – dass sich Sporrer mit diesem Thema und den historischen Aspekten beschäftigte, ist der Storyline anzumerken. Zusätzlich finden wir weitere Wesen und interessante Magie, Konflikte, etliche Überraschungen und niederschmetternde Entwicklungen.
Band eins endet schmerzhaft – und so ist „Deine Seele so golden“ ein Muss!
Die Fantasy-Dilogie über die „Fairiegolden Town“ spielt in einer Zeit, nachdem ein Krieg zwischen Fairies und Menschen zahlreiche Städte unwiderruflich entzweit und zerstört, Leben ausgelöscht und Trümmer hinterlassen hat.
Nur Liverpool scheint sich von der Tragödie erholt zu haben, scheint zu pulsieren: Magische und nicht Magische existieren, handeln, verweilen hier Seite an Seite unter der selbsternannten Herrschaft der, über die Grenzen hinaus berüchtigten, Skyson-Gang.
Doch der eigentlich mächtigste Mann, der sich seit Jahren von den Everetts und ihrer Anhängerschaft bedroht fühlt, sieht nun, da sich eine gewaltige, schier unbezwingbare Fracht auf dem Schiffsweg angekündigt hat, die Möglichkeit, sich sein Recht zurückzuholen. Und welcher Schritt wäre eine geschicktere Basis, als für Unruhen zu sorgen, Proteste auszulösen und Hass zu säen?
Die Geschichte wird aus den Perspektiven verschiedener Charaktere zusammengesetzt, deren Wege sich nach und nach kreuzen, und, trotz der Unterschiede und auseinanderdriftenden moralischen Kompassnadeln, ein dynamisches Netz bilden. Zwar sind die anfänglichen Motive des Einzelnen individueller Natur, doch am Ende scheint das Ziel, Fairiegolden Town nicht der ideologisierten, machthungrigen und ausbeuterischen Herrschaft des Lord Mayors zu überlassen, die Parteien zu einen ... doch Verwundbarkeit war schon so oft der Auslöser für Verrat ...
Erzählt wird von Rory, einer kleinen Fee, die nichts mehr will als Freiheit, und unbewusst der Auslöser für Liverpools drohenden Untergang ist.
Kayleigh, eine empathische, fähige Tinkerin, deren Ausbildung sie zum Ort des Geschehens führte und den Part als „Stimme der Vernunft“ zumindest eine Zeit lang vehement vertritt.
Aiven, wankend zwischen Selbstmitleid, Rache und seinem Herzen.
Den Hauptteil füllen Samuel Everett – Kopf der Skysons, der nie mehr liebte als Fairiegolden Town, alles – nicht nur Gutes – für seine Stadt getan hat – und Sabria O'Toole. Die Prinzessin der Diebe verließ ihre Heimat, um sich in der Metropole zu beweisen und sich endlich zu holen, was ihr zusteht: die Anerkennung ihrer Gilde. Nie hätte Bria gedacht, dass sie in Liverpool etwas ganz anderes findet ...
Obgleich die politische Lage sowie die Atmosphäre durchweg angespannt ist, Maßnahmen und Entscheidungen fragwürdig sind, die harsche, blutige Demonstration von Macht und der drohende Krieg vorherrschen, ist der Ton sehr direkt, modern und locker, häufig bepudert mit einer gewissen Art Sarkasmus, mit Witz und Charme. Mir machte es durchweg Spaß, die Figuren, die Jennifer mMn sehr greif- und nahbar ausgearbeitet hat, kennenzulernen; mitzufiebern und zu verfolgen, welche Verbindungen sich auftun und was für Geheimnisse in ihnen schlummern. Dass keineR ein leichtes Leben führ(t)e, jedeR mit den Umständen, dem ihm zugeteilten Los ringt, und viele Taten und Gedanken unkonventionell, skrupellos; sie alle bereit sind, Grenzen zu übertreten, für ihre Überzeugungen und ein Maß an Gerechtigkeit zu kämpfen, machte die Truppe zu etwas Besonderem, vielleicht auch nur besonders gefährlich.
Weitere Figuren, wie Sebestien, Selina und Eliah bereichern den Verlauf, sind wichtig und entsprechend stark in der Handlung verankert.
Dass der allseits gefürchtete, mysteriöse Clan durch interne Konflikte und Uneinigkeit droht, zu entzweien, gibt der Story eine weitere unberechenbare Komponente. Ebenfalls gut inszeniert waren die schwellende Wut im Volk, die perfiden Manipulationen und die charakterlichen Veränderungen.
Gleichermaßen rührend wie unterhaltsam ist das sich entwickelnde „mehr“ zwischen der Prinzessin der Diebe und dem Cormorant. Durch Everetts Rolle, sein Wissen und seine grausamen Erfahrungen bekommen wir relevante Informationen über die Situation des Landes. Die Abgründe und Intentionen des Kopfs der Skysons, seine Verletzlichkeit, seine Dunkelheit zu ergründen, sorgten für Faszination. Bria, weit davon entfernt, unschuldig zu sein, scheint ihr Ziel fest im Blick zu haben. Und doch ... ihre Liebe für die Stadt, für Kayleigh und Samuel, ihr Mitgefühl und ihre Zweifel sind so deutlich zu spüren wie ihr leidenschaftliches Drängen, sich in Abenteuer und waghalsige Situationen zu stürzen.
Es gab ehrliche, echte Gespräche, tiefsinnige Aussagen, Offenbarungen und Twists, die alles infrage stellen, Erkenntnisse, die zum Innehalten brachten; Opfer, bewegende Momente und bedingungslose Freundschaften. Gesellschaftskritik und ein Potpourri an "Fairie-Wesen". Zusätzlich finden sich erschreckend viele Parallelen zu der unseren, aktuellen Situation – Benkau schreibt von Hass und Verfolgung, von Ausbeutung und Vernichtung, „Besitz“ und Quälerei von Minderheiten, davon, wie leicht sich Hetze, geschürt durch Gerüchte und Angst, verbreitet, wie schnell sich ein Volk aufwiegeln lässt, wenn es nur genug Futter bekommt.
Waren die Themen und Probleme keine leichten, Bedrohung und Verrat, Kampf und Flucht vorhanden; werden Pläne geschmiedet, Wahrheiten ergründet und wirkt die Anzahl der Charaktere auch beachtlich, war es einfach, der Handlung interessiert und aufmerksam zu folgen, sich von Jennifers sehr realen Szenario, der abwechslungsreichen Erzählung, den Emotionen und der Tragik mitreißen zu lassen. Und ehrlich? Es ist schon lange her, seitdem mich ein Fantasy-Roman zuletzt derart in Aufregung versetzt, nervös gemacht hat.
Fairiegolden Town – Die Prinzessin der Diebe: Für mich ein Highlight!