Ein Buch, wie eine feste Umarmung.
Note to myself: Liebe ist keine OptionAls Alice eines Tages nach Hause kommt, ahnt sie nicht, dass sich binnen eines Wimpernschlags ihre rosaroten Zukunftspläne in Luft auflösen werden.
Um jede sichtbare Erinnerung an ihren nun Ex-Freund auszulöschen, ...
Als Alice eines Tages nach Hause kommt, ahnt sie nicht, dass sich binnen eines Wimpernschlags ihre rosaroten Zukunftspläne in Luft auflösen werden.
Um jede sichtbare Erinnerung an ihren nun Ex-Freund auszulöschen, landet sogar ihre Matratze auf der Straße. Dumm nur, dass gerade in diesem Moment ein Passant unter ihrem Fenster entlang schlendert …
In „Note to myself: Liebe ist keine Option“ führt uns Kira Mohn nach New York und mitten hinein in das Leben von Alice.
Obgleich diese nach der erneuten Enttäuschung in Sachen Beziehung versucht, ihre brüchige Fassade aufrechtzuerhalten und Contenance zu wahren, ist ihr innerer Kampf samt all der Selbstzweifel und Unsicherheiten, samt des zarten Wankens für uns deutlich.
Alice ist bodenständig, witzig, dankbar für Kleinigkeiten und, wie alle eingebrachten Figuren, sehr nahbar und nicht fehlerfrei. Je weiter der Verlauf voranschreitet, umso mehr wird ihr bewusst, was sie sich in den vergangenen drei Jahren verwehrte; dass sie keinen Mann braucht, um genug und glücklich zu sein – und diese sachten Erkenntnisse wirkten wie ein Befreiungsschlag, wie Luft holen.
Wäre da nicht Lennon, die wandelnde Greenflag, der mit seinem Charme und seinem echten Interesse – selbst fast erschlagen von einer Matratze – etwas mit Alice macht …
Trotz der teilweise ernsten Themen und einem Hauch Wehmut schuf Mohn einen amüsanten Wohlfühl-Roman, der mit trockenem Humor, Authentizität und einem leichten Ton für einige Schmunzler sorgt und den LeserInnen Berührungspunkte gibt, um sich selbst wiederzufinden. Mitzufühlen. Zu hinterfragen.
Wenn gleich sich die Autorin für das bunte Setting einer Metropole entschieden hat, schenken softe, atmosphärische Beschreibungen und der ‚Unicorns, Starships & Bugs', in dem die Protagonistin mit Zara und Tobey arbeitet, der Story Cozy-Vibes, Ruhe und eine Booknerd-Attitüde. Dass es neben Alices Vorhaben, die Sache mit Lennon nicht durch komplizierte, übereilte Gefühle zu ruinieren, und ihrem Versuch, Bennett komplett loszulassen, auch bei Zara und Tobey in Sachen Liebe allerhand Probleme gibt, verleiht der Handlung – zusätzlich der einen oder anderen rührenden Aktion – noch mehr Spannung(en) und Abwechslung. Dieses, mit individuellen Eigenschaften bestückte Trio, bildet zudem eine kleine, super süße „Familie“, die man einfach gern haben muss.
Die Annäherung zwischen der Buchverkäuferin und dem Museumsmitarbeiter prickelt im Slow-Burn-Modus, wird nicht langweilig. Ein großer Pluspunkt sind die vernünftigen Gespräche, die die sich anbahnenden Missverständnisse rasch ersticken, und die Art, wie Lennon „subtil“ zeigt, was er sich wünscht. Ach, es knistert einfach gewaltig.
Ein weiteres i-Tüpfelchen waren die Listen, die Alice leidenschaftlich gerne schreibt und die wir zwischen den Kapiteln finden.
Fazit: Kira Mohns Roman ist reich an (kritischem) Input und an unterhaltsamen sowie aufregenden Ereignissen. Wunderbare, perfekt inszenierte Romantik und herzergreifende, bewegende Augenblicke bekommen gleichermaßen viel Raum wie echte Freundschaften und ungeahnte Entwicklungen.
Für mich war „Note to myself: Liebe ist keine Option“ wie eine Tasse Kakao, eine feste Umarmung, ein Trostpflaster.