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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.03.2025

Lip Girl

Not your Darling
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Die junge Britin Margaret hat einen Plan und den setzt sie mit viel Energie in die Tat um. So landet sie mit einer List in Amerika und aus Margaret wird Loretta. Schon die ersten Zeilen ließen mich schmunzeln ...

Die junge Britin Margaret hat einen Plan und den setzt sie mit viel Energie in die Tat um. So landet sie mit einer List in Amerika und aus Margaret wird Loretta. Schon die ersten Zeilen ließen mich schmunzeln und ich war gespannt, was mich in diesem Roman erwartet. Ich wurde nicht enttäuscht. Loretta ist einfach cool und ich fand es faszinierend, wie konsequent sie mit ihrem starken Willen ihre Pläne verfolgt. Dabei lässt sie sich nicht von Rückschlägen aufhalten und meistert selbst unangenehme Situationen mit der ihr ganz eigenen Art. Schon nach wenigen Kapiteln war ich ein großer Fan von Loretta.

Katherine Blake führt mich hinter die Kulissen von Hollywood, die nicht so glamourös sind, wie uns immer vorgegaukelt wird. Aber gepaart mit dem Charme der Fünfziger Jahre, den Katherine Blake gekonnt eingefangen hat, war es meistens ein großes Vergnügen, diesen Roman zu lesen. Eins der Highlights war für mich die Oscar Verleihung, bei der ich das Gefühl hatte, live dabei zu sein.

Loretta Darling ist ein Paradebeispiel für eine taffe Frau, die trotz widriger Umstände und mieser Erfahrungen in Hollywood nicht aufgibt, Freundschaften knüpft und letztlich Erfolg hat. Das hat mich ganz besonders gefreut.

Ich fand „Not your darling” erfrischend und inspirierend und der fesselnde Plot und die starken Charaktere haben mich überzeugt.

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Veröffentlicht am 21.03.2025

So viele Geheimnisse

Stromlinien
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In jeder Familie gibt es Geheimnisse. Manchmal ist es gut, meistens eher nicht. Die Zwillinge Enna und Jale müssen mit vielen Geheimnissen aufwachsen. Ihre Mama sitzt seit vielen Jahren im Gefängnis, die ...

In jeder Familie gibt es Geheimnisse. Manchmal ist es gut, meistens eher nicht. Die Zwillinge Enna und Jale müssen mit vielen Geheimnissen aufwachsen. Ihre Mama sitzt seit vielen Jahren im Gefängnis, die Zwillinge kennen sie nur von Besuchen. Sie fiebern dem Tag entgegen, an dem sie endlich entlassen wird. Doch dann kommt alles anders. Enna ist plötzlich und das erste Mal in ihrem Leben auf sich gestellt. Denn Jale ist verschwunden und Enna versucht sie verzweifelt zu finden. Gleichzeitig deckt sie immer mehr Familiengeheimnisse auf, die Generationen umfassen und selbst ich als Zuschauer war teilweise damit überfordert. So vieles ist passiert, was ich nicht immer nachvollziehen konnte und ein paar Mal habe ich mich gefragt, wie all diese Geheimnisse in all den Jahren nicht entdeckt wurden.

Schauplatz dieser spannenden und emotionalen Geschichte ist die Elbmarsch und eine Besonderheit in diesem Buch sind die wunderschönen Beschreibungen. Ich bin noch nie dort gewesen, aber Rebekka Frank hat diesen Landstrich vor meinen Augen so lebendig werden lassen.

Stromlinien ist sehr fesselnd erzählt und die vielen Zeitsprünge und wechselnden Perspektiven halten den Spannungsbogen konstant oben. Einzig Enna erzählt in der Ich-Form, alle anderen beobachte ich. Emotional komme ich oft an meine Grenzen, denn in der Familie der Zwillinge passieren heftige Dinge, sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart. Einige Male kullerten Tränen und ich war fassungslos.

Es handelt sich um eine Familiengeschichte, die so spannend erzählt ist, dass sie auch als Thriller durchgehen könnte. Auch wenn ich für mich einige wenige Ungereimtheiten entdeckt habe, fand ich Stromlinien toll und ich habe die Geschichte sehr gerne gelesen. Spannende und sehr emotionale Unterhaltung ist garantiert!

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Veröffentlicht am 10.02.2025

Ein ganz besonderes Buch

Über allen Bergen
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Anfangs war ich erstaunt über den Schreibstil, dann habe ich mich eingelassen auf das Tempo und die poetische Sprache und dann war ich traurig, als es zu Ende war.

Valentine Goby erzählt die Geschichte ...

Anfangs war ich erstaunt über den Schreibstil, dann habe ich mich eingelassen auf das Tempo und die poetische Sprache und dann war ich traurig, als es zu Ende war.

Valentine Goby erzählt die Geschichte von dem jüdischen Jungen Vadim, der mit seinen Eltern in Paris lebt und in die französischen Alpen gebracht wird, um dort als Vincent sicher zu leben. Vadim leidet unter Asthma und nicht nur die klare Bergluft sind ein Segen für ihn. In dem kleinen Bergdorf lernt er das einfache Leben kennen. Zum ersten Mal in seinem Leben sieht er die Berge und findet mit Moinette eine kleine Freundin, die ihm vieles beibringt. Auch zu Blanche, die ihm die Mutter ersetzt, baut er eine ganz besondere Beziehung auf.
Ich sehe das kleine Dorf mit den liebenswerten Menschen durch Vadims Augen. Er beobachtet viel und ist fasziniert von dem vielen Schnee, der über 6 Monate alles bedeckt. Denn der Winter in den Alpen ist lang und hart. Vadim sieht vieles in Farben, auch der Schnee ist nicht nur weiß. Er ist fasziniert, als im Frühling alles grün wird und auch der Sommer hat seine Reize.

Ich finde es so schön, wie detailliert Valentine Goby sowohl die Landschaften als auch die Gedanken und Gefühle von Vadim beschreibt. Sehr unaufgeregt und langsam, einfühlsam und mit dem Blick für die kleinen Dinge. So habe auch ich durch Vadims Augen viel Neues für mich entdeckt und mich in das kleine abgelegene Bergdorf und das einfache Leben verliebt. Ich hätte noch stundenlang weiterlesen können, aber irgendwann musste ich das Buch dann zuklappen. Aber mit einem warmen Gefühl im Bauch und auch wenn ich mir ein anderes Ende gewünscht hätte, so war es doch gut so und vor allem realistisch, so wie es war.

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Veröffentlicht am 01.02.2025

Mobilität im Kaiserreich

Im Takt der Freiheit
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Schauplatz dieses gefühlvollen historischen Romans ist Berlin im Dreikaiserjahr 1888.Dort begegne ich Felicitas Louisburg, der Tochter eines der wenigen Eisenbahnkönige des Deutschen Reiches. Schon nach ...

Schauplatz dieses gefühlvollen historischen Romans ist Berlin im Dreikaiserjahr 1888.Dort begegne ich Felicitas Louisburg, der Tochter eines der wenigen Eisenbahnkönige des Deutschen Reiches. Schon nach ein paar Seiten tat mir Felicitas einfach nur Leid. Auf Schritt und Tritt „verfolgt“ von ihrer Gouvernante führt sie ein recht langweiliges Leben. Aber sie hat einen rebellischen und wachsamen Geist und startet immer mal wieder Versuche, aus ihrer Einöde auszubrechen. Dazu gehört auch die Annäherung an Minna, der afrikanischen Zofe. Diese Komponente hat mir besonders gut gefallen.

Fahrräder waren zu dieser Zeit verpönt, zumal die damals üblichen Hochräder überaus gefährlich waren. Doch dann entwickelten die Briten das „Nieder-Sicherheitsrat“ – was für ein Name - und dieses praktische Fortbewegungsmittel setzte sich dann auch im Kaiserreich durch. Aber als Felicitas den begeisterten Fahrradfahrer Lorenz zufällig trifft, ist dieses Fahrrad noch eine Rarität. Felicitas erkennt aber sofort den Nutzen und überredet Lorenz, ihr das Fahrrad fahren beizubringen. Natürlich kommen dann auch Gefühle ins Spiel, denn Lorenz ist so anders und aufgeschlossener als der arrogante Adelige, den ihr Vater für Felicitas ausgesucht hat. Es dreht sich wie immer um Geld und Ansehen und es war sehr spannend, Felicitas auf ihrem Weg in die Freiheit zu begleiten.

Der Roman zeichnet sich durch einen sehr angenehmen Schreibstil und gute Recherche aus. Ich lerne viel über die damalige Zeit und musste so oft denken, wie froh ich bin, im Hier und Jetzt zu leben und so viele Freiheiten zu haben, von denen die Frauen damals nicht zu träumen gewagt haben. Hanna Caspian hat diese Zeit lebendig werden lassen und ich konnte meinem Partner viel über die Geschichten seines geliebten Zweirades erzählen.

Ein sehr unterhaltsamer und gut recherchierter historischer Roman, der viele interessante Themen aufgreift.

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Veröffentlicht am 26.12.2024

Dramatisch und sehr poetisch

A Song to Drown Rivers
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Diese Liebesgeschichte, die in China angesiedelt ist, basiert auf der Legende von Xi Shi, die im antiken China (ca. 500 v. Chr.) ihr Königreich rettete. Denn China war in 2 rivalisierende Königreiche geteilt. ...

Diese Liebesgeschichte, die in China angesiedelt ist, basiert auf der Legende von Xi Shi, die im antiken China (ca. 500 v. Chr.) ihr Königreich rettete. Denn China war in 2 rivalisierende Königreiche geteilt. Und da die gegnerischen Soldaten ihr die Schwester genommen haben, stimmte sie nach reiflicher Überlegung zu, sich als Spionin ausbilden zu lassen und alles zu lernen, was damals wichtig war, um einen König zu betören. Sie gilt als die schönste Frau Chinas und hatte leichtes Spiel, den gegnerischen König für sich zu gewinnen, zu beeinflussen und zu täuschen. Denn ihr Herz gehörte Fanli, der sie über Wochen sehr diszipliniert ausgebildet hat. Nicht nur zwischen den Zeilen hat es geknistert und ich bin beeindruckt, wie viel man ausdrücken kann ohne es auszusprechen oder aufzuschreiben.

Ich war von Anfang an fasziniert von der Poesie, die sich in jedem Satz wieder findet, vielen klugen Aussagen und der Geschichte, die in einer mir fremden Kultur und in einer längst vergangenen Zeit spielt. Es las sich wie ein Märchen und die Autorin hat es mir leicht gemacht, in diese fremde und von Traditionen geprägten Welt einzutauchen.

Die Autorin lässt Xishi in der Ich-Form erzählen und so war ich ganz nah in ihren Gedanken und Überlegungen. Sie war sehr zwiegespalten und auch das hat Ann Liang sehr anschaulich dargestellt. Deshalb war die Lesezeit für mich sehr emotional.

Ich musste mich einlassen auf die Geschichte und auch auf die Sprache. Das ist mir sehr schnell gelungen und so konnte ich „A Song to drown rivers“ mit allen Sinnen genießen! Und es ist so viel mehr als nur eine Liebesgeschichte!

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