Interessante Ansätze, mangelhafte Umsetzung
Elbenkinder, Band 01Vom Klappentext her klang das Buch eigentlich wirklich gut, und auch beim Lesen hatte es einige sehr interessante Aspekte, die aufgegriffen wurden, von der Art, wie es geschrieben war, hat es mich aber ...
Vom Klappentext her klang das Buch eigentlich wirklich gut, und auch beim Lesen hatte es einige sehr interessante Aspekte, die aufgegriffen wurden, von der Art, wie es geschrieben war, hat es mich aber leider alles andere als überzeugt.
Die Figuren wirkten eher flach, beinahe jeder Wortwechsel kam mir unnatürlich vor, und so interessant einige Ideen für den Aufbau der Welt auch waren, so zusammenhangslos erschienen sie mir beim Lesen. Es gibt Fakten, die eingebaut werden, nur um dann 50 Seiten später doch widerlegt zu werden, oder zumindest abgeschwächt, sehr oft haben Gespräche und Situationen mir das Gefühl gegeben, sie existieren hauptsächlich, um den Lesenden über Dinge zu informieren, aber auch da konnte man sich nicht immer drauf verlassen, da die Fakten teils so komisch formuliert waren, dass sie für mich das Gegenteil von dem bedeutet haben, was es am Ende war, und die Figuren verhalten sich wie Kinder, die sie irgendwie auch sind, aber gleichzeitig will das Buch mir weismachen, dass sie beide über hundert sind und sich auch entsprechend verhalten. Oder auf jeden Fall kommt es vor, dass andere Figuren denken, sie seien zu erwachsen für Kinder, das mit dem Alter begründet wird, aber gleichzeitig verhalten die Figuren sich wirklich wie Kinder und denken über viele Dinge nicht nach, sodass ihnen auch unglaublich leichtsinnige Fehler passieren, von denen ich eigentlich behaupten würde, dass sie einem mit hundert nicht mehr zwingend passieren sollten.
Leider ist auch die ganze Geschichte sehr simpel aufgebaut. Es passiert viel, und diese vielen Dinge passieren schnell, aber gleichzeitig löst jeder Konflikt sich innerhalb kürzester Zeit und die Elbenkinder schaffen es irgendwie, innerhalb von nur Sekunden immer perfekt einschätzen zu können (oder wie durch ein Wunder immer richtig zu liegen), wem sie vertrauen können, oder nicht, sodass trotz der vielen Dinge kaum Spannung entsteht. Auch ist das ganze Buch leider eher oberflächlich geschrieben, sodass zu keiner Figur wirklich eine Bindung aufgebaut wird.
So sind die Konzepte dann zwar interessant, gleichzeitig interessieren Figuren und Welt mich aber so wenig, dass es mir verdammt schwer fällt, mich auf irgendetwas einzulassen, weil ich wirklich von niemandem wüsste, warum die Personen irgendwas tun. Auch die Zwillinge stolpern immer eher zufällig in Probleme hinein und dann auch gleich wieder hinaus, als dass sie wirklich von sich aus viel machen würden.
Ich habe mir leider sehr viel mehr von dem Buch erhofft, weil ich es wirklich ziemlich hübsch finde und auch der Klappentext eigentlich sehr ansprechend klang, aber leider sind abgesehen von einzelnen guten Ideen nicht wirklich Dinge enthalten, die mir gefallen hätten, sodass die ganze Geschichte mich eher enttäuscht hat, als irgendetwas anderes. (Ich kann mir aber durchaus vorstellen, dass es irgendwem gefällt, also es war kein unglaublich grauenhaftes Buch, nur für mich war leider kaum positives vorhanden, und ich hätte mir wirklich mehr von der Geschichte gewünscht.)