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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.04.2025

Gutes Buch, das in meinen Augen komplett falsch beworben wird

Märchenprinz
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Vermutlich hätte das Buch eine bessere Bewertung verdient, wenn ich mit den richtigen Erwartungen in die Geschichte hineingegangen wäre, aber leider wird das Buch irgendwie überall als komisch/lustig und ...

Vermutlich hätte das Buch eine bessere Bewertung verdient, wenn ich mit den richtigen Erwartungen in die Geschichte hineingegangen wäre, aber leider wird das Buch irgendwie überall als komisch/lustig und romantisch und amüsant beschrieben, und mit keinem Wort wird irgendwo erwähnt, dass es sich eigentlich mit häuslicher Gewalt und Alkoholismus und solchen Dingen auseinandersetzt, und entsprechend war ich eigentlich nicht in dem richtigen Mindset für die Geschichte, weil ich nicht damit gerechnet habe. Hätte ich es von Anfang an gewusst, hätte ich das Buch vermutlich gar nicht erst gelesen, weil ich mich einfach überhaupt nicht dafür interessiert habe, so habe ich es erst erfahren, als ich schon so einige Seiten hinter mir hatte, und dann wollte ich es irgendwie auch bis zum Ende durchziehen.
Vielleicht etwas ironisch, angesichts des Themas, dass ich nicht aufgeben konnte, anders als in Beziehungen mit häuslicher Gewalt kann ich hier aber sagen, dass ich es insgesamt nicht bereut habe. Ich hatte nicht wirklich Spaß an der Geschichte, von amüsant oder "urkomisch" ist das alles auch meilenweit entfernt gewesen, und besonders Lola ging mir extrem auf die Nerven, so wie sie geschrieben wurde, einfach weil ich mit den ganzen unvollständigen Sätzen so gar nicht klar kam, aber inhaltlich war es durchaus spannend, das Ende fand ich überraschenderweise doch zufriedenstellend (womit ich irgendwann zwischendurch echt gar nicht mehr gerechnet hatte), und während das Buch mir insgesamt einfach viel zu lang war und ich in der Zeit lieber ein paar andere Geschichten gelesen hätte, kam mir (als nicht betroffener Person) die Aufarbeitung von allem doch ziemlich gut vor, und ich hatte durchaus das Gefühl, dass Keyes wusste, was sie hier tut.
Ich denke, wenn ich die richtige Zielgruppe für das Buch gewesen wäre, wäre es echt super gewesen, so eher im Mittelfeld für mich (aber auf keinen Fall fand ich's schlecht).

Veröffentlicht am 05.04.2025

Spannende Welt, Magie und Figuren, leider kam vieles zu kurz

A Fragile Enchantment
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Der Titel der Rezension ist für mich Programm: Niamh als Hauptfigur habe ich sehe schnell ins Herz geschlossen, ebenso wie Kit als beständigen Charakter an ihrer Seite, und eigentlich alle Nebenfiguren. ...

Der Titel der Rezension ist für mich Programm: Niamh als Hauptfigur habe ich sehe schnell ins Herz geschlossen, ebenso wie Kit als beständigen Charakter an ihrer Seite, und eigentlich alle Nebenfiguren. Für mich hat Niamh sich mit ihrer Magie und ihren Zielen und Ansichten durchaus wie ein echter Mensch angefühlt, und ich fand, dass man generell sehr gut gemerkt hat, dass alle Figuren ihre eigenen Ziele und Motivation hatten, und an keiner Stelle waren die Charaktere nur „Pappaufsteller“ oder so. Für mich hat das wirklich gut funktioniert.
Ähnlich sieht es mit der Welt aus, die ich sehr magisch fand und mit der ich super leben konnte, und der Magie. Es wird zwar nicht alles total detailliert erklärt, aber das, was erklärt wird, war für mich vollkommen ausreichend, um das Gefühl zu haben, dass es sich um ein echtes Setting handelt, in das ich mich einfach hineindenken konnte. Könnte ich Fragen zu allem und jedem beantworten? Nein. Aber das muss ich auch nicht, es war trotzdem echt genug in meinen Augen.
An der Magie finde ich besonders Niamhs Kräfte immer noch sehr spannend, denn Emotionen/Gefühle in Kleidungsstücke hineinweben zu können finde ich als Ausgangspunkt einfach eine echt tolle Idee, und sowas lese ich wirklich immer wieder gern.

Leider gibt es aber auch einiges, was mir nicht so gut gefallen hat. So fand ich die Geschichte anfangs echt schön und spannend, zum Ende hin ging es mir dann aber zu sehr um die Romanze und alles andere fiel irgendwie einfach weg/war dann plötzlich okay, ohne dass es da Auflösungen gegeben hätte. Ganz viele Probleme werden in dem Buch eröffnet, die am Ende dann nur mit einem „man kümmert sich drum/arbeitet dran“ abgehakt werden (wenn überhaupt, einige Dinge werden auch einfach vergessen).
Die Romanze ist zwar ganz nett geschrieben, nimmt für mich allerdings zu viel Raum ein, der anderen Dingen diesen Raum dann nimmt, und leider war das nicht nach meinem Geschmack. Auch startet Niamh zwar als echt sympathische Figur für mich, wandelt irgendwann aber eher in Richtung „(emotional) übergriffig“, weshalb ich da leider ein wenig genervt von ihr war.
Und ich war richtig glücklich über die queeren Figuren im Buch, nur leider ist die queerness bei einigen Figuren auch eher wie so ein Nebengedanke, der überhaupt nichts mit der Figur zu tun hat. Also es wird einem zwar gesagt, dass Figuren queer sind, wirklich davon Merken tut man aber nie was und es beeinflusst an keiner Stelle irgendetwas in der Story. Trifft nicht auf alle Figuren zu, aber auf einige, und gerade weil es eigentlich so viele gibt, hätte man es für mich dann bei denen, für die es absolut unrelevant war, auch weglassen können. (Damit meine ich nicht, dass es einen Grund für queere Figuren braucht, bitte macht alle Figuren queer, ich wäre begeistert, aber wenn eine Figur darüber spricht, dass zwischen ihr und ihrer besten Freundin was lief/läuft, dann will ich nicht, dass die beste Freundin danach nie wieder erwähnt wird/die Figur absolut keinen Gedanken daran verschwendet.)

Für mich persönlich hätten die einzelnen Inhalte der Geschichte sehr gerne eine größere Rolle spielen dürfen, da ich auch an allem um die Romanze herum großes Interesse hatte und das in meinen Augen einfach zu kurz kam, für alle Leute, die hauptsächlich an Romanze und ein bisschen Worldbuilding interessiert sind, ist das Buch aber vermutlich schon was, kann ich mir vorstellen, denn die Figuren waren schon ganz süß und die Beziehung auch (wenn auch an einigen Stellen etwas zu kitschig und zu schnell für mich).

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 22.03.2025

Schöne Welt, schwache Romanze

A Magic Steeped in Poison – Was uns verwundbar macht
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Die Geschichte war ganz nett, und die Welt, in der sie spielt, hat mir sehr gut gefallen. Sie war ziemlich magisch, und obwohl ich persönlich überhaupt keinen Tee mag, lese ich immer gerne darüber. Es ...

Die Geschichte war ganz nett, und die Welt, in der sie spielt, hat mir sehr gut gefallen. Sie war ziemlich magisch, und obwohl ich persönlich überhaupt keinen Tee mag, lese ich immer gerne darüber. Es ist wirklich beruhigend und schön, über Menschen zu lesen, die sich so viel Mühe bei der Zubereitung von Tee geben und über die Wirkung nachdenken, und ich hatte das Gefühl, dass Lin all das wunderbar umgesetzt und dann noch ein wenig Magie hinzugefügt hat. Wahrscheinlich, weil ich immer das Gefühl habe, dass die Zubereitung von Tee etwas Magisches ist, sodass es für mich super funktioniert hat, dass hier jetzt einfach echte Magie mit eingebracht wird.
Ich mochte auch das politische Geschehen, obwohl ich zugeben muss, dass ich manchmal ein bisschen verloren war, und ich mochte die ganze Idee des Wettbewerbs und wie Ning gelernt hat, wie anders die Welt für sie im Vergleich zu den Leuten im Palast war. Und auch ihre Motivation, ihre Schwester zu retten, war wirklich stark, und ich wusste es sehr zu schätzen, dass das die ganze Zeit über ihre oberste Priorität war.
Das Einzige, was mir nicht ganz gefallen hat/von dem ich das Gefühl hatte, dass es nicht immer gepasst hat/was mich teils verwisst hat, war der „mysteriöse (und gutaussehende) Junge“ und alles, was damit zu tun hatte. Also, ich habe es verstanden, und es war nicht völlig abwegig oder schlecht, nur ... es fühlte sich an, als ob es zuerst zu schnell ging, dann wurde es langsamer, dann war es nur noch ein ständiges Hin und Her, wohin die Geschichte gehen würde, und irgendwann war ich genauso verwirrt wie Ning, aber auch darüber, warum Ning verwirrt war/warum sie bestimmte Dinge dachte. Und ich weiß immer noch nicht, was ich von dieser ganzen Geschichte halte. Also: hat er gelogen? Aber wie mit dem Tee? Und woher wusste Ning sofort, dass er gelogen hat oder dachte, dass er gelogen hat, wenn die Prinzessin zur gleichen Zeit gelogen haben könnte, warum also den Kerl verdächtigen, der den Tee getrunken hat, und nicht die Prinzessin, die es nicht getan hat? Muss ich ihn jetzt verdächtigen? Muss ich nicht? Ich schätze, ich werde es im nächsten Buch herausfinden, das ich vermutlich auch lesen werde, aber ich wünschte, dieses Buch hätte mir ein wenig mehr gegeben, um zu verstehen, was genau vor sich ging. (Oder vielleicht habe ich das alles auch nur irgendwie verpasst oder nicht verstanden, mag sein.) Mir gefällt zwar irgendwie, wie es ausgegangen ist, aber auch dieser Teil der Geschichte kam mir im Vergleich zu allem anderen ein bisschen unterentwickelt vor. Vor allem die Romanze. Es fühlte sich einfach so an, als gäbe es keine wirklichen Gefühle, also hat mich das nicht wirklich überzeugt, obwohl ich Kang für einen ziemlich guten Charakter hielt. Vielleicht ist das der Grund für meine Verwirrung? Wenn es nur eine politische Sache gewesen wäre, hätte es für mich vermutlich besser funktioniert.
Aber auch wenn mich das verwirrt hat, hat mir der Rest der Geschichte gut gefallen, und die Charaktere und ihre Dialoge und Interaktionen fühlten sich ziemlich echt an, und es war leicht, sich darauf einzulassen. Ich glaube, das Ende-Ende hätte mir auch nicht gefallen, aber die Beschreibung des zweiten Buches spoilert ziemlich, was als Nächstes passiert, also habe ich das Gefühl, dass das Ende eher schwach ist und nicht wirklich schlecht? Aber ich werde sehen, wie es im Kontext der ganzen Geschichte wirkt, wenn ich das zweite Buch gelesen habe, denn ich werde ziemlich sicher weitermachen. Ich fand Lins Schreibstil ganz nett und ich mag die Welt und die Charaktere wirklich, also mal sehen, was da noch kommt (und wann ich die Zeit dafür finde).

Veröffentlicht am 21.03.2025

Für Kinder zum Gruseln vermutlich okay

Gänsehaut - Um Mitternacht, wenn die Vogelscheuche erwacht
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Das Buch ist sehr schnell gelesen und hat auf jeden Fall ein paar spannende und gruselige Stellen, ich fürchte allerdings, dass es ihm nicht gut getan hat, dass ich es nicht als Kind gelesen habe, denn ...

Das Buch ist sehr schnell gelesen und hat auf jeden Fall ein paar spannende und gruselige Stellen, ich fürchte allerdings, dass es ihm nicht gut getan hat, dass ich es nicht als Kind gelesen habe, denn großteils fand ich es eher etwas langweilig, weil von Anfang an ziemlich klar war, worauf es hinauslaufen würde, und es wirklich sehr einfach war, zu durchschauen, wer/was (nicht) dahinter steckte. So war ich weder auf die Auflösung sehr gespannt, noch ob irgendetwas passiert, da auch innerhalb der Situationen immer sehr deutlich war, wie die ausgehen würden.

Es hätte durchaus ein paar mehr Erklärungen zu Dingen geben dürfen (also zum Beispiel zu Stanley, von dem ich absolut nichts weiß, außer wie er sich verhält und dass er einen Sohn hat), sodass man sich mehr in die Figuren hätte hineindenken oder mit ihnen mitfühlen können (ich habe sie nicht gehasst, aber sie waren mir von Anfang an einfach ziemlich egal, sodass die ganze Geschichte mir auch recht gleichgültig war).
Der letzte Satz des Buchs hat mir wirklich gut gefallen, da musste ich doch sehr schmunzeln, weil das genau meine Art von Humor ist, und sonst war es ziemlich okay, nur nicht herausragend.
Für Kinder, die sich gerne gruseln wollen, ist es bestimmt richtig gut, wenn auch nicht das stärkste Buch der Reihe. Aber es ist sicherlich auch nicht das schwächste, sondern einfach recht mittig.

Veröffentlicht am 21.03.2025

Nichts dran auszusetzen, aber auch nicht sehr bemerkenswert

Der russische Spion
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Ich habe das Buch großteils als Hörbuch nebenbei gehört und nur teilweise gelesen, und es war als Hörbuch zwar wirklich sehr angenehm, es im Hintergrund laufen zu haben, und ich fand es sowohl gut vorgelesen ...

Ich habe das Buch großteils als Hörbuch nebenbei gehört und nur teilweise gelesen, und es war als Hörbuch zwar wirklich sehr angenehm, es im Hintergrund laufen zu haben, und ich fand es sowohl gut vorgelesen als auch ganz gut geschrieben, aber viel mehr auch nicht.
Vielleicht liegt es daran, dass ich keines der anderen Bücher kenne und Gabriel Allon mir daher eher fremd war, oder ich hätte es wirklich alles selbst lesen oder intensiver hören müssen, aber so war es einfach ein großteils gutes Buch, an dem mir aber nicht wirklich etwas lag. Auch wenn ich die Handlungen durchaus spannend fand, und es auch interessant war, wie alle Leute reagieren, aber irgendwie konnte es mich trotzdem nicht so weit überzeugen, dass ich irgendwie begeistert wäre. Es war auf gar keinen Fall schlecht (oder ich fand es nicht schlecht), es war aber für mich auch nicht sonderlich eindrucksvoll oder einprägsam, und ich bin mir sehr sicher, dass ich in wenigen Tagen alles wieder vergessen habe ... (und ich habe durchaus schon einige Geschichten so als Hörbuch + nebenbei puzzeln oder so konsumiert, bisher konnte ich eigentlich immer relativ gut beibehalten, worum es ging.)
Solide Geschichte, mit vermutlich solidem Plot, aber nichts übermäßig mitreißendes in meinen Augen.