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Veröffentlicht am 09.06.2025

Die letzte Schlacht

Ursula und das V-Team
1

Stell dir vor, du wirst zehn Jahre lang auf eine krasse, magische, gefährliche Endschlacht vorbereitet und dann ... geht alles schief. Zuerst verschwinden zwei wichtige Kriegerinnen der kämpferischen Jungfrauen ...

Stell dir vor, du wirst zehn Jahre lang auf eine krasse, magische, gefährliche Endschlacht vorbereitet und dann ... geht alles schief. Zuerst verschwinden zwei wichtige Kriegerinnen der kämpferischen Jungfrauen um Ursula, und diese ist gezwungen, die männliche Jungfrau Adam anzuheuern. Und dann beginnt der krasse, magische, gefährliche Endkampf ... und verpufft. Die Gegner - Geisterhunnen, die Köln vernichten wollen - verschwinden einfach. Das kann es doch nicht gewesen sein? Nein, natürlich nicht. Man nehme einen intriganten Rat, ein magisches Hotel mit einem Elchkopf als Rezeptionist, gefährliche Wesen, die in Katakomben ihr Unwesen treiben, ehemalige Jungfrauen, die bowlen oder Rache schwören und mixe das Ganze ordentlich durch.

Und was entsteht? Ein typisches McDonnell-Potpourri, das zum Lachen, Schmunzeln, Stirnrunzeln und manchmal auch traurig gucken animiert. Unterstützt wird der Autor dieses Mal von seiner Frau Elaine Ofori, die in den meisten Beschreibungen einfach mal glatt unterschlagen wird. (Ein Schelm, der Böses denkt und Rassismusvibes empfängt, weil sie eine Schwarze Frau ist?) Wir haben hier jedenfalls den Auftakt einer Trilogie (?) vorliegen, die mit einer alten Kölner Legende spielt und viel Spaß beim Lesen macht. Der einzige Wermutstropfen, den ich so zum Schluss spürte, war ... nun ja. Der Schluss. Das Auftauchen einer bestimmten Person als Retterin aus einer bestimmten Situation mochte ich persönlich nicht. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau, von daher 4.5/5 Punkten und eine Leseempfehlung für Leute, die schrägen, amüsanten Geschichten etwas abgewinnen können.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Fantasie
Veröffentlicht am 02.05.2025

7 Prozent

Scythe – Der Zorn der Gerechten
0

Citra ist jetzt Junior-Scythe Anastasia und sie lebt mit Scythe Curie zusammen, während sich der geflohene Rowan als dunkler Scythe Luzifer einen Namen macht. Er exekutiert Scythe ohne Anstand und Moral. ...

Citra ist jetzt Junior-Scythe Anastasia und sie lebt mit Scythe Curie zusammen, während sich der geflohene Rowan als dunkler Scythe Luzifer einen Namen macht. Er exekutiert Scythe ohne Anstand und Moral. Doch schnell merkt er, dass er lediglich an der Außenfläche des Problems kratzt: Die Scythe der Neuen Ordnung haben einen teuflischen Plan entwickelt. Außerdem gibt es mehrere Anschläge auf Anastasia und Curie. Während sich die Scythe treffen, taucht unvermittelt jemand wieder auf, der tot geglaubt war und plötzlich stehen alle Zeichen auf Sturm. Anastasia und Rowen müssen sich gemeinsam dem Feind stellen, doch ob das reicht? Währenddessen reitet der Thunderhead Greyson immer tiefer in die Bredouille ...

Shusterman ist hier ganz in seinem Element. Er verkauft uns eine Utopie - allen Menschen geht es gut, niemand muss krank sein, selbst das Sterben ist völlig unnötig. Es sei denn natürlich, ein Scythe kommt vorbei und macht bei dir eine Nachlese. Aber die Wahrscheinlichkeit ist doch recht gering. Aber langsam und auf immer drohendere Art und Weise schleicht sich die Bedrohung, die wir schon im ersten Teil gebannt glaubten, näher und näher, spinnt alles in ein Netz, in dem nicht nur unsere Charaktere irgendwann hilflos zappeln sollen. Das kommt so in etwa der Mitte manchmal ein bisschen gemächlich daher, aber das ist Meckern auf hohem Niveau. Es gibt erschütternde Ereignisse und zumindest mir stand bei einer gewissen Person immer eine Mischung aus Höcke und Trump vor Augen und mir lief es einfach wirklich kalt den Rücken hinunter. Mit anderen Worten: Auch Teil 2 kann richtig punkten und dreht beim Höhepunkt dermaßen dramatisch auf, dass man sicherheitshalber ein Sauerstoffzelt bereitstellen sollte oder einen anwesenden Thunderhead um Hilfe bittet. 4.5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 05.04.2025

Gedingst

Die Spurenfinder und das Drachenzepter
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Seit dem Fall um den ermordeten Dorfvorsteher (um den trauere ich ja noch immer ein bisschen, war er doch ein netter Kerl!) ist ein Jahr vergangen. In Friedhofen ist so viel los wie ... nun ja. Auf einem ...

Seit dem Fall um den ermordeten Dorfvorsteher (um den trauere ich ja noch immer ein bisschen, war er doch ein netter Kerl!) ist ein Jahr vergangen. In Friedhofen ist so viel los wie ... nun ja. Auf einem Friedhof. Die Zwillinge Naru und Ada langweilen sich, während Elos van Bergen weiter an seinen Memoiren schreibt. Zum Glück taucht ein Bote des Königs auf: Das berühmte Drachenzepter wurde gestohlen, und er braucht es dringend zur 100-Jahr-Feier wieder. Elos und die Kids machen sich auf den Weg in die Hauptstadt. Das Drachenzepter ist schnell wiedergefunden, doch damit beginnt erst einmal ein Fall um eine gefährliche Intrige, die Elos, seine Freunde und seine Kinder alles kosten könnte.

Der erste Fall um Elos und "seine" Kids war ganz nett, doch hier hat Marc-Uwe Kling noch mal eine Schippe raufgelegt. Wir treffen alte Bekannte wie den König, seine Tochter (vibet da was zwischen ihr und Elos?) und Minna wieder, die mit ihren wunderbar ungefilterten Sprüchen und ihrem Benehmen herrlich die Geschichte auflockert und manchmal sogar an sich reißt. Und Kling unc Co haben einen neuen Cast ins Spiel gebracht, der mit all den schrägen Figuren, egal auf welcher Seite, ordentlich Spannung und Action reinbringt. Dass der Autor selbst auch noch witzig die Geschichte liest, lässt das (Hör)Buch zu einem herrlichen Lesespaß werden. 4.5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 25.03.2025

Deeptalk

People Pleaser
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Nina und Teo sind schon immer die besten Freundinnen. Während jedoch Teo seit zwei Jahren die Sau rauslässt und gerne mal säuft und über die Stränge schlägt, versucht Nina immer, allen und jedem behilflich ...

Nina und Teo sind schon immer die besten Freundinnen. Während jedoch Teo seit zwei Jahren die Sau rauslässt und gerne mal säuft und über die Stränge schlägt, versucht Nina immer, allen und jedem behilflich zu sein. Ihre eigenen Bedürfnisse und Probleme stellt sie immer hintenan; es geht soweit, dass sie sogar eine Therapie macht, dort die Probleme ihrer Freundin beschreibt, um Teo helfen zu können. Als dann der Bad Boy Aleks neu in ihre Klasse kommt und sofort etwas mit Teo anfängt, ist Nina klar: Damit er ihrer Freundin nicht wehtut, muss aus dem Bad Boy und Red Flag Typen ein anständiger Kerl werden. Also versucht sie es auch mit Deeptalks bei ihm. Je mehr sich Nina für andere aufgibt, desto mehr entfernt sie sich von ihnen und dabei merkt sie kaum, dass sie in ihren eigenen Problemen zu ertrinken droht ...

Obwohl dieses Buch ein paar sehr aktuelle Themen und Probleme von Jugendlichen aufgreift, ist es doch locker-lässig geschrieben und schafft den schmalen Grat zwischen Slapstick/Humor und Ernstnehmen der Charaktere. Man möchte gelegentlich nicht nur Nina schütteln, auch die Eltern spielen allesamt keine überragende Rolle. Deshalb ist der Schluss vielleicht ein bisschen zu sehr happy, zu sehr people pleasing, aber insgesamt gesehen hatte ich sehr viel Spaß an der Geschichte und empfehle sie weiter. 4.5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 22.03.2025

Last men standing

Lyneham
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Als es dank der Menschen mit der Erde endgültig zu Ende geht, ist Henry Meadows gerade einmal zwölf Jahre alt. Zusammen mit seiner kleinen Schwester, seinem älteren Bruder und seinem Vater besteigt er ...

Als es dank der Menschen mit der Erde endgültig zu Ende geht, ist Henry Meadows gerade einmal zwölf Jahre alt. Zusammen mit seiner kleinen Schwester, seinem älteren Bruder und seinem Vater besteigt er eines der Raumschiffe, das die letzten Menschen zu ihrer neuen Heimat bringt: Perm. Ein Mond, irgendwo so weit entfernt, dass nicht nur Henry keine Ahnung hat, wie lange die Reise dahin in den Schlafkapseln dauert. Ihre Mutter Mildred, eine Wissenschaftlerin, fliegt mit einem späteren, aber dafür schnelleren Raumschiff. Sie und ihre Mannschaft sind lange vor Henry und den anderen da und werden den Mond für die menschlichen Siedler bewohnbar machen. Doch ihr Chef, eine Art Musk-Verschnitt, hat seine eigene Agenda und er bringt damit alles in Gefahr. Lange Zeit später wird selbst Henry noch diese Auswirkungen zu spüren bekommen ...

Wow. Das war ein wilder Ritt, ganz ehrlich. Und Westerboer hat es geschafft, ein einzigartiges Buch zu schreiben. Nicht nur, dass er eine äußerst komplexe Geschichte aus der Sicht eines Kindes schreibt, er lässt auch zwischendrin Mildred zu Wort kommen. Sowohl Mildred als auch Henry sind - glaube ich - Asperger und gehen daher mit einigen Situationen auf ganz spezielle Weise um. Das fügt der Handlung noch das gewisse Etwas hinzu. Ich könnte mir vorstellen, dass sich viele Lesenden aufgrund der beschriebenen Technik und der Tatsache, dass der Autor erwartet, dass man mitdenkt, schnell überfordert fühlen könnten. Manche Sachen muss man sich zusammenreimen - und das klappt eigentlich auch ganz gut, wenn man keine Raketentechnik studiert hat. Um ehrlich zu sein, der Schluss war mir ein bisschen zu drüber, aber als Gesamtpaket war das eine einzigartige Geschichte, die mich mitgenommen und gefesselt hat, zumal auch der Schreibstil des Autors sehr gefällig ist. 4.5/5 Punkten.