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Veröffentlicht am 15.04.2025

Nette Unterhaltung mit großartigen Charakteren

Ms Darling und ihre Nachbarn
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Ein Haus, zwei Einzelgängerinnen und ein Abriss, der alles verändert: Freya Sampson erzählt in Ms. Darling und ihre Nachbarn mit viel Wärme, Witz und britischer Exzentrik die Geschichte einer unwahrscheinlichen ...

Ein Haus, zwei Einzelgängerinnen und ein Abriss, der alles verändert: Freya Sampson erzählt in Ms. Darling und ihre Nachbarn mit viel Wärme, Witz und britischer Exzentrik die Geschichte einer unwahrscheinlichen Freundschaft und eines Viertels, das zusammenhält.

Dorothy Darling ist 77, hat ihre Nachbarschaft genau im Blick, ist sehr ordentlich und voller Prinzipien. Kat ist 25, lebt unangepasst und ist frisch bei einem Nachbarn als Untermieterin eingezogen – natürlich völlig inakzeptabel in Dorothys streng geordneter Welt. Doch als Shelley House, ihr geliebtes Zuhause, abgerissen werden soll, m. Was entsteht, ist nicht nur eine Zweckgemeinschaft, sondern eine bewegende Verbindung zweier sehr unterschiedlicher Frauen, die viel mehr gemeinsam haben, als es zunächst scheint.

Ich mochte die Figuren unheimlich gern – sie sind zwar teilweise etwas klischeehaft gezeichnet, aber auf eine charmante, selbstironische Weise. Außerdem werden die Erwartungen immer wieder gebrochen, was die Geschichte lebendig und überraschend macht. Auch die Botschaft, dass Gemeinschaft zählt, dass man sich helfen kann, selbst wenn man sich zunächst fremd ist, hat mich sehr berührt. In modernen Großstädten ist so eine Gemeinschaft leider gar nicht mehr vorstellbar. Der Roman ist dabei durchweg unterhaltsam, das Ende war mir allerdings fast einen Tick zu voll mit Wendungen – aber insgesamt genau das richtige Buch zum Abschalten, Lächeln und sich gut aufgehoben fühlen. Ein echtes Wohlfühlbuch mit Charakteren, die einem sofort ans Herz wachsen.

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Veröffentlicht am 23.03.2025

Gefühlvoll

Warte auf mich am Meer
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„Warte auf mich am Meer“ erzählt die lebenslange Liebesgeschichte von Evelyn und Joseph, die gemeinsam an der Küste von New England aufwachsen, sich verlieben und ein gemeinsames Leben aufbauen. Über Jahrzehnte ...

„Warte auf mich am Meer“ erzählt die lebenslange Liebesgeschichte von Evelyn und Joseph, die gemeinsam an der Küste von New England aufwachsen, sich verlieben und ein gemeinsames Leben aufbauen. Über Jahrzehnte hinweg meistern sie Höhen und Tiefen, ziehen ihre Kinder in einer alten Pension am Meer groß und halten trotz aller Widrigkeiten an ihrer Liebe fest. Doch als Evelyn eine erschütternde Diagnose erhält, beschließen beide, nicht ohne einander sein zu wollen,

Amy Neff schreibt mit einer sanften, nostalgischen Atmosphäre, die die enge Verbindung zwischen den Charakteren spürbar macht. Besonders die Beschreibungen der Küstenlandschaft und der kleinen Pension tragen viel zur Stimmung des Romans bei. Die Geschichte ist ruhig und flüssig erzählt, konzentriert sich stark auf die emotionalen Momente und lebt von der lebenslangen Bindung zwischen Evelyn und Joseph. Teilweise war es für mich auch etwas kitschig.

Mir hat die Geschichte gut gefallen, auch wenn sie für meinen Geschmack manchmal auch Längen hatte. Die Emotionen sind authentisch, aber einige der Liebesbeteuerungen hätte es für mich nicht gebraucht. Trotzdem ist es ein netter Roman über Liebe, Beständigkeit und den Mut, loszulassen – ideal für alle, die gefühlvolle Liebesgeschichten mögen.

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Veröffentlicht am 22.03.2025

Stimmungsvoll

Das Fenster zur Welt
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Sarah Winmans zweiter Roman „Das Fenster zur Welt“ ist ein atmosphärischer Roman über Freundschaft und die Kunst, ein Zuhause zu finden – egal, wo auf der Welt man sich befindet. Die Geschichte beginnt ...

Sarah Winmans zweiter Roman „Das Fenster zur Welt“ ist ein atmosphärischer Roman über Freundschaft und die Kunst, ein Zuhause zu finden – egal, wo auf der Welt man sich befindet. Die Geschichte beginnt 1944 in der Toskana, wo der junge britische Soldat Ulysses Temper auf die kluge, ältere Kunsthistorikerin Evelyn Skinner trifft. Diese zufällige Begegnung beeinflusst Ulysses’ weiteres Leben auf unerwartete Weise und führt ihn schließlich zurück nach Florenz, wo sich sein Schicksal mit einer Gruppe außergewöhnlicher Menschen verwebt.

Winmans Schreibstil ist poetisch und zugleich lebensnah, voller Wärme und feinem Humor. Ich mochte, wie sie die Atmosphäre von Florenz einfängt und auch die Gemälde aus den Uffizien mit in Evelyns Geschichte einbringt – da ich gerade in Florenz war, habe ich mich darüber besonders gefreut. Mit dem Roman konnte ich die Stadt noch einmal besuchen. Aber auch Figuren sind lebendig gezeichnet, ihre Beziehungen voller Tiefgang und Herzenswärme.

Allerdings hatte der Roman durchaus ein paar Längen, auf die ich mich erst einlassen musste. Auch manche Entwicklungen waren für mich vorhersehbar. Trotzdem überwiegt der Zauber der Geschichte und die Themen von Zugehörigkeit, Kunst und der Kraft der Freundschaft haben mir sehr gefallen.

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Veröffentlicht am 19.03.2025

Eis und Familie

Bella Famiglia
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Mit Bella Famiglia reist man als Leser:in ins München der 1960er Jahre, wo die Geschichte der jungen Kindergärtnerin Sofia spielt. Sie taucht in einem Eiscafé gemeinsam mit dem Eisverkäufer Lorenzo in ...

Mit Bella Famiglia reist man als Leser:in ins München der 1960er Jahre, wo die Geschichte der jungen Kindergärtnerin Sofia spielt. Sie taucht in einem Eiscafé gemeinsam mit dem Eisverkäufer Lorenzo in die Welt des Eismachens und in die Geschichte seiner italienischen Familie ein. Während sie den schweigsamen Lorenzo kennenlernt, entfaltet sich die Vergangenheit der Familie Battaglia – von einem kleinen Dorf in den Dolomiten bis zu ihrem Neuanfang in Deutschland.

Was mir besonders gefallen hat, war die Mischung aus historischen Rückblicken und der Handlung in den 1960ern. Die Schilderungen der alten Handwerkskunst des Eismachens machen auf jeden Fall Lust, die Eismaschine wieder hervorzuholen. Gleichzeitig fand ich es spannend, mehr über die italienischen Einwanderer zu erfahren, die mit harter Arbeit ihr Glück in Deutschland suchten. Die wechselnden Zeitebenen fügen sich stimmig zusammen. Die flüssige Erzählweise und die liebevoll gezeichneten Figuren haben mir ebenfalls gut gefallen. Besonders die melancholische Grundstimmung und die Sehnsucht nach Heimat und Zugehörigkeit fand ich sehr gelungen.

Insgesamt ein bewegender, atmosphärischer Roman über Familie, Tradition und die Kunst des Eismachens. Von mir gibt es 4 von 5 Sternen – eine klare Empfehlung für alle, die Familiengeschichten mit historischem Hintergrund lieben!

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Veröffentlicht am 17.03.2025

Klug, temporeich, historisch fundiert

Schwebende Lasten
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In „Schwebende Lasten“ erzählt Annett Gröschner die fiktive Lebensgeschichte von Hanna aus Magdeburg – eine Geschichte, die zugleich die Geschichte des 20. Jahrhunderts aus der Perspektive einer ostdeutschen ...

In „Schwebende Lasten“ erzählt Annett Gröschner die fiktive Lebensgeschichte von Hanna aus Magdeburg – eine Geschichte, die zugleich die Geschichte des 20. Jahrhunderts aus der Perspektive einer ostdeutschen Arbeiterin ist. Der Roman zeichnet Hannas Weg von der Floristin zur Kranfahrerin nach und verknüpft ihr Schicksal mit den politischen Umbrüchen und sozialen Verwerfungen ihrer Zeit.

Die klare Sprache und die Art, historische Zusammenhänge anhand einer weiblichen Figur greifbar zu machen, haben mich stellenweise an Klaus Kordons „Trilogie der Wendepunkte“ erinnert – eine Reihe von historischen Romanen, die ich früher sehr gerne gelesen habe. Allerdings geht Gröschner in „Schwebende Lasten“ oft noch drastischer in die historisch authentischen und furchtbaren Details. Durch das hohe Erzähltempo hatte ich aber nie das Gefühl, von der Schwere der Ereignisse erdrückt zu werden.

Besonders gefallen hat mir Hannas Haltung: Trotz der vielen verzweifelten Situationen, in die sie und ihre Familie geraten, verliert sie nie ihren moralischen Kompass. Sie bleibt anständig, verbreitet weder Hass noch Missgunst. Diese Perspektive fand ich sehr wohltuend, denn sie zeigt, dass es möglich war, trotz widrigster Umstände eine Haltung zu bewahren. Gleichzeitig hebt der Roman hervor, was für unglaubliche Härten gewöhnliche Frauen im 20. Jahrhundert überlebt haben.

Insgesamt ist „Schwebende Lasten“ ein kluger, temporeicher und historisch fundierter Roman. Eine Empfehlung für alle, die sich für deutsche Geschichte interessieren!

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