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Veröffentlicht am 20.05.2025

Ob reich, ob arm – alles hat Vor- und Nachteile

Die Fletchers von Long Island
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Das Cover ist nicht besonders künstlerisch ansprechend gestaltet. In drei Teilen geht es um drei Generationen einer jüdisch-amerikanischen Familie. Die Fletchers aus Middle Rock, Long Island, werden im ...

Das Cover ist nicht besonders künstlerisch ansprechend gestaltet. In drei Teilen geht es um drei Generationen einer jüdisch-amerikanischen Familie. Die Fletchers aus Middle Rock, Long Island, werden im ersten Teil mit allen Familienmitgliedern vorgestellt, wobei die jüngste Generation in ihrer privilegierten Lebenssituation alles andere als glücklich und beruflich erfolgreich sind. Das Judentum mit Begriffen wie z.B. Schiwa, Bar Mitzwa oder Dibbuk wird, mit dem blinden Passagier Zelig Fletcher aus Polen 1942 beginnend, vorgestellt, auch eine Rückschau seiner raschen Erfolge in Amerika. Mit der Entführung seines Sohnes Carl und seiner Freilassung nach fünf Tagen beginnt für die ganze Familie ab 1980 eine traumatische Phase, die selbst nach vier Jahrzehnten Spuren hinterlässt, einfühlsam beschrieben. Teils ist der Schreibstil humorvoll, gerade heraus menschlich, teils tiefer gehend wie z.B. die explodierende, stinkende Umweltkatastrophe um das Styropor – Verpackungsmaterial in Carls brennender Fabrik oder Beamer’s Zusammenbruch durch Zuviel an Drogen und Medikamentenmix. Mit dem Tod von Carl wird im dritten Teil des Romans der wahre Long-Island-Kompromiss eingeleitet: Die immer noch reichen Fletchers verlassen Long Island nach der Auflösung und Verteilung aller Wertgegenstände. Auf S. 568 schließt der Roman mit folgender Erkenntnis: Ob du aus eigener Kraft erfolgreich bist oder einen Sprung in der Schüssel hast, wird von den Umständen bestimmt, in die du geboren wirst. Deine Armut wird deinen Kindern ein großer Antrieb sein. Dein Reichtum wird sie Menschen machen, die nie lernen, sich selbst zu ernähren. Aber die Leute, die sich aus eigener Kraft hocharbeiten, verlieren nie die Angst vor dem Absturz. Die, die das Glück hatten, in Sicherheit und Bequemlichkeit geboren zu werden, entwickeln sich gar nicht erst zu vollständigen Menschen. Wer entscheidet, was besser ist?

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Veröffentlicht am 01.05.2025

Kenntnisse in Physik, Biologie und Medizin sind hier von Vorteil. Sehr kreativ!

Lyneham
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Auf zwei Erzählebenen geht es um das Leben auf dem urzeitlichen Mond Perm. Henry Meadow, 12 Jahre alt, beschreibt als Ich-Erzähler das Familienleben nach der missglückten Landung in dieser fremden Welt ...

Auf zwei Erzählebenen geht es um das Leben auf dem urzeitlichen Mond Perm. Henry Meadow, 12 Jahre alt, beschreibt als Ich-Erzähler das Familienleben nach der missglückten Landung in dieser fremden Welt ohne ihre Mutter, Frau Dr. Mildred Meadow. Sie ist Wissenschaftlerin und arbeitet an Projekten, die hier ein Überleben bei zu wenig Sauerstoff unter bisher unbekannter Thermodynamik, Fauna und Flora ermöglichen soll. Viel Technologie kommt zum Einsatz, angefangen bei den Stasiskammern oder den Aggregatoren, einem Gerät zur Lebensmittelsynthese. Die zwei Geländekarten, anfangs vorgestellt, sowie das anhängende Glossar bieten Hilfestellung zwecks besserer Übersicht bzw. Verständnis der naturwissenschaftlichen Terminologie. Viel Fantasie über die Anomalie oder die Windleite wird vorausgesetzt, um diese Welt der Science Fiktion voll genießen zu können. Einige ethische Fragen werden tiefgründig angegangen, z.B. bei der Ankunft des Transfermoduls Fünf mit Russen, Chinesen und Saudis an Bord. Die männliche Figur Noah Rayser mit seinen Kompetenzen in der Raumfahrt und medizinischen Forschung stellt einen starken, negativen Charakter dar im spannenden, intelligent geführten Kampf von Henrys Mutter.
Insgesamt sehr kreativ, aber in der Terminologie sehr anspruchsvoll.

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Veröffentlicht am 10.04.2025

Eine Dystopie im Schwebezustand – sehr surreal

Schweben
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Das Leben von Nadja, der Hauptperson und Ich-Erzählerin, findet in einer isolierten, stark reglementierten Siedlung ohne scheinbare Gewalt statt. Das Klima nach der großen Hitze wechselt zu Kälte und großen ...

Das Leben von Nadja, der Hauptperson und Ich-Erzählerin, findet in einer isolierten, stark reglementierten Siedlung ohne scheinbare Gewalt statt. Das Klima nach der großen Hitze wechselt zu Kälte und großen Hagelkörnern, vernichtet nicht nur Ernten, sondern destabilisiert schließlich das Gesellschaftssystem. Phänomene wie das Schweben von Personen oder das Zusammenwirken mit weiteren Siedlungen bleiben unklar. In dieser befremdlicher werdenden Atmosphäre entwickelt sich die Protagonistin des Buches beruflich zu fremden Personen und verkörpert hauptsächlich Emma, die ihren problematischen, gewaltbereiten Ehemann Gil verlassen hat. Mit diesem Identitätswandel verliert sie sich schließlich selbst und flieht schwebend über die Siedlungsgrenzen. Dieses Bild vom Schweben wiederholt sich vorab bei vielen Siedlungsbewohnern, die für Ablenkung in der Bevölkerung sorgen und dann tödlich abstürzen – viel Freiraum für Interpretation. Diese bildliche Metapher könnte zu totalitären Regierungssystemen wie die ehemalige DDR passen, die mit ihren tödlichen Grenzvorrichtungen den Schritt in die Freiheit unterbanden. Dazu passt auch der endgültige wirtschaftliche Zusammenbruch dieser bisher Holz exportierenden Siedlung im Roman. Etwas verwirrend wirken die Träume der Protagonistin, ihr Einschlafen im Schwimmbad, ihre ausfallenden Zähne, das Verschwinden einer klimatisch unpassenden Baumspezies.
Die surreale Idee des Schwebens in Verbindung mit zunehmendem Identitätsverlust macht nachdenklich.

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Veröffentlicht am 03.04.2025

Kenntnisse in Physik, Biologie und Medizin sind hier von Vorteil. Sehr kreativ!

Lyneham
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Auf zwei Erzählebenen geht es um das Leben auf dem urzeitlichen Mond Perm. Henry Meadow, 12 Jahre alt, beschreibt als Ich-Erzähler das Familienleben nach der missglückten Landung in dieser fremden Welt ...


Auf zwei Erzählebenen geht es um das Leben auf dem urzeitlichen Mond Perm. Henry Meadow, 12 Jahre alt, beschreibt als Ich-Erzähler das Familienleben nach der missglückten Landung in dieser fremden Welt ohne ihre Mutter, Frau Dr. Mildred Meadow. Sie ist Wissenschaftlerin und arbeitet an Projekten, die hier ein Überleben bei zu wenig Sauerstoff unter bisher unbekannter Thermodynamik, Fauna und Flora ermöglichen soll. Viel Technologie kommt zum Einsatz, angefangen bei den Stasiskammern oder den Aggregatoren, einem Gerät zur Lebensmittelsynthese. Die zwei Geländekarten, anfangs vorgestellt, sowie das anhängende Glossar bieten Hilfestellung zwecks besserer Übersicht bzw. Verständnis der naturwissenschaftlichen Terminologie. Viel Fantasie über die Anomalie oder die Windleite wird vorausgesetzt, um diese Welt der Science Fiktion voll genießen zu können. Einige ethische Fragen werden tiefgründig angegangen, z.B. bei der Ankunft des Transfermoduls Fünf mit Russen, Chinesen und Saudis an Bord. Die männliche Figur Noah Rayser mit seinen Kompetenzen in der Raumfahrt und medizinischen Forschung stellt einen starken, negativen Charakter dar im spannenden, intelligent geführten Kampf von Henrys Mutter. Insgesamt sehr kreativ, aber in der Terminologie sehr anspruchsvoll.

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Veröffentlicht am 23.03.2025

Der Fußballprofi Christoph Kramer erinnert sich.

Das Leben fing im Sommer an
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Das Cover zeigt einen 10-m Sprungturm in einem Freibad, anlehnend an den Debüt-Roman von Christoph Kramer, Fußball-Weltmeister von 2014. In seinen Erinnerungen als 15-Jähriger geht es im Sommer 2006 um ...

Das Cover zeigt einen 10-m Sprungturm in einem Freibad, anlehnend an den Debüt-Roman von Christoph Kramer, Fußball-Weltmeister von 2014. In seinen Erinnerungen als 15-Jähriger geht es im Sommer 2006 um seine ersten Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht und um seine jahrelange, tiefe Freundschaft mit seinen zwei Freunden. Die Beschreibungen auf dem Dach der Scheune in Solingen, beim Hoffest und Parties, im Freibad oder im Club Le soleil zeigen die große Spannweite zwischen emotionalen Hochs und Tiefs, die Teenager mit den vielen neuen Anfänger-Erfahrungen treffen können. Vom Zehner im Freibad zu springen, verleiht ihm das wohltuende Gefühl angespannter Freiheit, im Hinterkopf stets den großen Wunsch Fußball zu spielen in einem großen Stadion in einem Trikot mit seinem Namen. Mit der Fußballweltmeisterschaft im Sommer 2014 endet diese erfolgreiche Zeitreise mit dem Autor als Fußballprofi, ganz oben wie einst auf dem Zehner vor dem großen Sprung. Trotz des Konkurrenzkampfes mit strengen Auswahlkriterien und hartem Training in diesem Sport liest sich dieses Buch wie eine Hommage. Die Rückerinnerung an das coole Teenagerleben im familiären Rahmen mag manch jungen Fußballfan positiv beeinflussen.

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