Als ich dieses dünne Büchlein, "Stille Nacht, heilige Nacht" von Klaus Sauerbeck erstmals in Händen hielt, sprang sofort der Funke über. Es war Liebe auf den ersten Blick zu einem Buch. Das soll es ja ...
Als ich dieses dünne Büchlein, "Stille Nacht, heilige Nacht" von Klaus Sauerbeck erstmals in Händen hielt, sprang sofort der Funke über. Es war Liebe auf den ersten Blick zu einem Buch. Das soll es ja geben.
Der Einband, aus dunkelblauem Stoff mit silbernen Sternen fühlt sich wunderbar samtig an. Anfangs habe ich täglich mehrmals liebevoll mit der Hand darüber gestrichen. So wie man etwas anfasst, was einem wertvoll ist.
Der Inhalt beschreibt die Entstehung eines der bekanntesten Weihnachtslieder, das auf der ganzen Welt gesungen wird: "Stille Nacht, heilige Nacht". Entstanden in einer Zeit, als die Menschen meist arm und gottesfürchtig waren und Weihnachten noch nicht zu einem Geschenkemarathon verkommen war. All das spiegelt dieses wunderschöne Weihnachtslied mit dem Text von Franz Gruber wider. Es geht um das Kind in der Krippe. Ich glaube, es gibt kaum jemanden, der sich dem Zauber dieses Liedes entziehen kann. Franz Gruber und Kaplan Joseph Mohr haben der Nachwelt etwas Wunderschönes hinterlassen.
Dem Autor Klaus Sauerbeck gelang es, die überlieferte Geschichte der Entstehung dieses Liedes, gepaart mit etwas Phantasie, zu einem Buch der besonderen Art umzusetzen. Den Menschen den eigentlichen Sinn von diesem Fest "Weihnachten" vor Augen zu führen. Es ist mehr als gut essen, trinken und Geschenke auspacken.
Dies ist kein Buch, das man liest und anschließend irgendwo in einem Regal einstauben lässt. Dafür ist die Ausarbeitung, das Cover, der Druck zu schön. Ich bin mir sicher, dass ich dieses Buch noch sehr oft in die Hände nehmen, lesen und anschließend einen Moment innehalten werde. Und das nicht nur zu Weihnachten.
Auf dieses Buch aufmerksam wurde ich durch das interessante Cover. Ein Eyecatcher, der dem Betrachter bereits auf den ersten Blick in etwa beschreibt, was ihn in diesem Roman erwartet. Laure und Erica ...
Auf dieses Buch aufmerksam wurde ich durch das interessante Cover. Ein Eyecatcher, der dem Betrachter bereits auf den ersten Blick in etwa beschreibt, was ihn in diesem Roman erwartet. Laure und Erica werden bereits auf dem Cover in ihrer jeweiligen Persönlichkeit perfekt dargestellt.
Mit ihrer Sprache landet die Autorin einen Volltreffer. Ihr Umgang mit Wort und Ausdruck ist der jeweiligen Situation angepasst. Mal derb bis hin zu brüskierend und dann wieder zart und empfindsam. Es ist spannend, sich darauf einzulassen.
Den ersten Teil des Romans könnte man auch als Entwicklungsroman bezeichnen. Es ist reiner Zufall, dass sich Laure und Erica in Paris begegnen. Zuerst wechseln sie nur wenige Worte, die zurückhaltende und naiv daherkommende Erica aus England und die forsche, egoistische Laure, die sofort weiß was sie von Erica will. Am nächsten Tag treffen sich Erica und Laure, sowie deren Freunde. Ein erster, vorsichtiger Kuss auf den Mund, ausgehend von Laure. Ein Herantasten. Anfängliche Zurückhaltung von Erica und dann die Erwiederung. Innerhalb kürzester Zeit entwickelt sich eine leidenschaftliche Beziehung, die alles Sonstige ausblendet. Laure, lebt ihre Exzentrik und ihren Egoismus voll aus. Dass ihre früheren Liebhaberinnen leiden - geschenkt. Es zählt nur das Jetzt. Egoismus zu zweit. Ab und zu denkt Erica mal an zu Hause und was ihre Eltern sagen würden - doch die sind weit weg und bekommen nichts mit. Sie leben wie in einem Rausch. Erst als Erica erwähnt, dass sie demnächst nach Hause fahren wird um ihr Studium zu beginnen, tauchen Laure und Erica wieder aus ihrer Blase auf. Während sich Erica auf den neuen Lebensabschnitt freut, fällt Laure in eine tiefe Traurigkeit, Depression und innere Zerrissenheit. Diesmal ist das geschehen, was sie nie wollte: Sie hatte sich heftigst in Erica verliebt. Alkohol wird 24 Stunden am Tag der Begleiter von Laure. Der Absturz. Selbst von einer Liebhaberin verlassen zu werden ist für sie neu und unerträglich.
Dieser erste Teil des Buches ist die Grundlage, aus der sich das jeweilige Leben von Laure und Erica entwickelt.
Auch wenn beide Frauen beim Abschied versprachen sofort zu schreiben und Kontakt zu halten, ist nichts mehr wie es war. Es dauert lange, bis sie brieflich in Kontakt treten. Jede mit Entschuldigungen von viel Arbeit, weshalb der erste Brief so lange auf sich warten ließ. Und es dauert noch länger, bis sich Laure und Erica wieder treffen. Sie haben sich beide weiter entwickelt. Nicht gemeinsam sondern getrennt voneinander und in unterschiedliche Richtungen. Unübersehbar. Fast sind sie sich fremd geworden. Eine greifbare, wenn auch unsichtbare und doch trennende Wand begleitet sie während der Zeit des Treffens.
Laure und Erica gehen getrennt auf ihrem jeweiligen Lebensweg weiter. Trotzdem bleibt zwischen ihnen immer eine Verbindung bestehen, die mitunter recht schwierig ist. Halt mich fest - lass mich los, scheint ihre unausgesprochene Devise zu sein. Laure wäre nicht Laure, würde ihr weiteres Leben geradlinig verlaufen. Politisiche Wirren, ihr unstetes Leben sind speziell und passen zur kapriziösen Laure.
Dagegen entwickelte sich in Erica bereits während ihres ersten Aufenthaltes in Paris eine ungefähre Vorstellung darüber, wie sie sich ihr zukünftiges Leben vorstellte. Nicht mit Laure, sondern mit Familie und Kindern.
Vielleicht war es ihre Unterschiedlichkeit, die Laure und Erica gegenseitig anzog und ihr ganzes Leben immer wieder miteinander verband. Eine tief empfundene Liebe, die abflachte, aber nie völlig zerbrach und egal was gerade geschah, immer einen latenten Halt gab.
Mehrmals fragt man sich beim Lesen, was wäre geschehen, hätten sich diese beiden Protagonistinnen in bestimmten Situationen anders verhalten, eine andere Entscheidung getroffen bzw einen anderen Weg eingeschlagen? Alles hätte möglich sein können.
Sich darüber Gedanken zu machen, "was wäre wenn....", dazu lädt dieses Buch auch nach der letzten Seite ein.
Bei der Bewertung des Buches "Der Junge im Fluss" bin ich etwas hin- und hergerissen.
Es ist ein Buch für und über junge Erwachsene, die sich noch auf der Suche nach ihrem Weg ins Leben befinden. Da ...
Bei der Bewertung des Buches "Der Junge im Fluss" bin ich etwas hin- und hergerissen.
Es ist ein Buch für und über junge Erwachsene, die sich noch auf der Suche nach ihrem Weg ins Leben befinden. Da sind Ben und sein Bruder. Ben will die sichere Insel auf der er lebt nicht verlassen, sein Leben bewahren wie es ist. Bis sein Bruder nach Jahren zurückkommt und er (Ben) eine bittere Wahrheit erfährt. Worauf er sich doch auf seinen Weg machen muss.
Erzählt wird von dem Autor in einer sehr schönen Sprache. Was mich beim Lesen faszinierte, waren die vielen klugen Sätze die immer wieder in die Handlung eingeflochten wurden. Damit sie herausragen, wurden diese kursiv gesetzt.
Einige Beispiele
"Ihm kam der Gedanke, dass sein Wunsch nach Bewahren um ein Vielfaches größer war als sein Interesse an dem, das er bewahrte". ..... "Wenn wir die Dinge nicht hinterfragen, können wir uns ganz auf das Bestehende konzentrieren. Dann sind wir nicht abgelenkt vom Leben und den Veränderungen, die es mit sich bringt". (Seite 27)
"Wir brauchen wohl immer etwas, das uns Orientierung gibt, wenn unser altes Leben sich unwiderruflich verändert". (Seite 55)
"Wenn das Schicksal erst einmal das Leben in vollem Umfang verändert, erscheinen einem alle anderen Wandlungen viel leichter. Selbst wenn man sich vorher nie an sie herangewagt hätte." (Seite56)
"Irgendwann bahnt sich jede Veränderung ihren Weg. Je länger man sich dagegen wehrt, desto stärker wird sie. Bis sie unaufhaltsam wird und einen mit einer neuen Wirklichkeit konfrontiert." (Seite 57)
"Jede Veränderung ist eine Schicksalsprüfung." (Seite 65)
Wie man anhand dieser wenigen, aufgeführten Sätze unschwer erkennen kann, geht es in diesem Buch um Veränderungen des Lebens. Einerseits will man (Ben) vorwärts gehen, andererseits besteht die Angst das Gewohnte aufgeben zu müssen und dabei zu verlieren.
"Manchmal verdeutlicht uns erst das Bild einer neuen Welt, die wir betreten, dass ein Abschnitt unseres Lebens unwiderruflich zu Ende gegangen ist." (Seite 98)
Solche Textbeispiele könnte ich noch viele anführen. Das Buch ist gespickt damit. Was ihnen allen gleich ist, sie sind lesenswert und bringt den Leser dazu, sich längere Zeit damit zu befassen bzw. darüber nachzudenken. Unwillkürlich fragt man sich, wo sind/waren deine Veränderungen und wie bist du damit umgegangen? Gerade junge Menschen wie Ben stehen vor großen Erneuerungen in ihrem Leben. Wie geht man damit um, wenn man sich im Elternhaus und der überschaubaren Welt wohlfühlt, jedoch die Schulzeit zu Ende ist und man die Wahl hat: Was fange ich jetzt mit meinem Leben an? Bleiben oder gehen? In der Kinderpsychologie hat jemand den Satz geprägt: "Halt mich fest, lass mich los", wenn kleine Kinder die ersten Schritte von den Eltern weg ins Unbekannte wagen.
Wie ich oben schrieb, bei diesem Buch handelt es nicht um eine Geschichte die lapidar erzählt wird wie z. B. ein Abenteuerroman mit spannenden Effekten. In diesem Buch geht es um Tiefgründiges. Der Hinweis auf dem Cover besagt es schon und stimmt den Leser ein: "Über die Suche nach dem eigenen Ich".
Und da beginnt, womit ich mich etwas schwer tue. Mir persönlich gleitet das Buch etwas zu stark ins Esoterische ab. Die reichhaltige Bebilderung ist wunderschön, aber ungewöhnlich für einen Roman, dessen Zielgruppe junge Erwachsene sind. Für mich unterstreichen diese Zeichnungen noch den Eindruck des Spirituellen. Vielleicht bin ich im Moment für Esoterik aber auch zu nüchtern gepolt, als dass ich in vollem Maß darauf fliege.
Für mich wäre in dieser Beziehung etwas weniger mehr gewesen. Aber andere Leser zieht vielleicht gerade das an und sehen es dann ganz anders als ich.
Das wäre auf jeden Fall ein sehr schönes Weihnachtsgeschenk für Heranwachsene, die für solche Thematik offen sind.
Als ich das Cover dieses Buches sah, war ich schon fasziniert. Der Einband bereitet den Leser auf das Abenteuer vor, welches hier auf über 500 Seiten erzählt wird. Als Grundlage dient die wahre Geschichte ...
Als ich das Cover dieses Buches sah, war ich schon fasziniert. Der Einband bereitet den Leser auf das Abenteuer vor, welches hier auf über 500 Seiten erzählt wird. Als Grundlage dient die wahre Geschichte des Oskar Speck, der im Jahre 1932 mit seinem Faltboot bis Zypern wollte, da dem Sieger dieses Wettbewerbs eine ordentliche Summe gezahlt werden sollte. Die eigenen, als auch die Schulden seines Freundes Karol waren seine Motivation. Doch es kam alles anders als geplant. Sein Sieg wurde nicht anerkannt und er wollte beweisen, was er kann. Am Ende war er sieben Jahre unterwegs und schaffte es bis nach Australien.
Der Autor Tobias Friedrich hat viel und ausführlich recherchiert. Meist wird rückblickend aus der Sicht von Oskar Speck erzählt, der nach dem Ende dieser abenteuerlichen Reise von einer jungen Journalistin interviewt wurde. Wäre es in diesem Buch nur um diese Reise gegangen, es hätte mich nicht mehr losgelassen und ich hätte diesen Roman nur so verschlungen.
Doch der Autor verlegte sich auf mehrere Handlungsstränge, die optisch ineinander übergingen und ich als Leser nicht immer voneinander trennen konnte. Die einzelnen Abschnitte sind recht kurz gehalten, was zur Folge hatte, dass immer dann, wenn ich mich wieder in einem Handlungsstrang zurecht fand, die Perspektive, bzw. die handelnden Personen wechselten und ich laufend wieder zurückblättern musste, da ich den Faden verloren hatte. Dadurch gestaltete sich das Lesen recht anstrengend.
Vielleicht sollte ich erwähnen, dass ich nach den Covid-Impfungen immer für einige Wochen mit Konzentrationsstörungen zu kämpfen hatte. Dazu eine große Müdigkeit, dass mir während des Lesens oftmals die Augen zufielen. Nicht gerade die besten Voraussetzungen, einen Roman zu lesen, bei dem man seine Gedanken zusammenhalten muss, wenn man der teilweise verwirrenden Handlung folgen wollte.
Sprachlich ist dieser Roman recht einfach zu lesen. Keine tiefgehenden Gedankenanstöße, über die man längere Zeit nachdenken müsste. Überhaupt, Tiefgang ist nicht so die Stärke des Autors. Es ereignet sich alles mehr oder weniger an der Oberfläche. Auch was es mit dem Titel auf sich hat, erschloss sich mir nur ungenau. Vielleicht habe ich es aber auch überlesen, da es unspektakulär war.
Trotzdem hat dieses Buch was. Der Mut von Oskar Speck soviel Unabwägbarkeiten zu wagen, als auch seine abenteuerlich Reise selbst, hielten mich bei der Stange. Dies ist ein Buch für Weltengänger, die vielleicht selbst mal auf der See die Weite unseres Erdballs erkundeten. Also für Menschen, die wissen wollen, was sich jenseits ihres Tellerrandes abspielt und die in Fremdem nicht zuerst die Gefahr sehen, sondern die Möglichkeit Neues kennenzulernen. Ich glaube solche Leser werden sich auch von den kleinen Mängeln dieses Buches nicht die Freude am Lesen verderben lassen.
Wer weiß schon, wie es in einer Frau aussieht die feststellen muss, dass ihr größter Wunsch - ein Kind zu bekommen - nicht in Erfüllung gehen wir? Elodie Lopez gibt in diesem Buch "Ungeborene Hoffnung" ...
Wer weiß schon, wie es in einer Frau aussieht die feststellen muss, dass ihr größter Wunsch - ein Kind zu bekommen - nicht in Erfüllung gehen wir? Elodie Lopez gibt in diesem Buch "Ungeborene Hoffnung" Wie Unfruchtbarkeit das Leben verändert, tiefe Einblicke in dieses ganz persönliche Thema.
Es ist ein recht junges Buch, geschrieben für junge Paare, die das gleiche Schicksal teilen. Doch das sollte ältere Leser und auch Leserinnen nicht daran hindern, sich mit dieser Thematik zu beschäftigen. Wer weiß, vielleicht ist in der eigenen Familie oder im Freundeskreis jemand der ebenfalls dieses Schicksal teilt und einen Menschen braucht der zuhört, versteht und die passenden Worte findet.
Elodie und Egar kennen sich schon viele Jahre, wissen, dass sie zusammen durchs Leben gehen wollen, als sich der Wunsch nach einem Kind einstellt. Anfangs gehen sie es noch locker an, denn sie sind ja jung und haben noch viel Zeit. Doch das Leben besteht nicht nur aus Glitzer und Zuckerwatte. Das müssen sie lernen, als sich ihr Kinderwunsch nicht erfüllt.
Als Julieta betreibt die Autorin einen Blog und schreibt darüber, dass ihr Körper nicht funktioniert wie erwartet und von ihrem Kummer der Kinderlosigkeit. Viele Follower schreiben ihr, teilen ihr die eigenen verlorenen Hoffnungen mit und die Trauer darüber. Erst da wird ihr bewusst, dass sie nicht alleine mit diesem Kummer ist. Ein sehr berührender Teil dieses Buches.
Auf Seite 26 beschreibt sie ihre Empfindungen folgendermaßen: " Ich hatte diese gebrochene Liebe lange Zeit gespürt. Es war wie eine Liebe, die ziellos in der Luft flog, etwas, das ich in mir hatte. Eine Energie, die ich verschenken musste und von der ich nicht wirklich wusste, was ich damit machen sollte. Ich fühlte die Mutterliebe in mir, diese bedingungslose Liebe, doch sie fand kein Ziel."
Allerdings, in der modernen Zeit mit der modernen Medizin kann man so viel ausbügeln, was einem die Natur verwehrt. Elodie beschreibt akribisch ihre Odyssee von Gynäkologe zu Gynäkologe bis hin zur passenden Kinderwunschkliniken.
Alle Freundinnen wurden nach und nach schwanger, bekamen ihr erstes und dann auch ihr zweites Kind. Nur Elodie und Egar bliebt dies versagt. Der seelische Druck ging soweit, dass Elodie den Kontakt zu diesen glücklichen Müttern zeitweise abbrechen musste, da es für sie alles zu viel wurde und sie dieses Glück ihrer Freundinnen vor Augen, das Zusammensein mit deren Kindern, nicht mehr ertragen konnte. Doch es sind echte Freundinnen, die Elodie verstehen und ihren Rückzug akzeptieren.
Elodie und Egar taten alles, was ihnen die Ärzte sagten. Doch jede erneute Monatsblutung wurde belastender. Mit der Liebe genau nach dem Kalender, der ganzen Anspannung und den Enttäuschungen fühlten sie sich überfordert. Seite 85: "Das Bemühen um eine Schwangerschaft hatte unsere Beziehung morsch werden lassen." Das Paar trennte sich für einige Monate, als dies alles zu viel und ihre Beziehung brüchig wurde. Elodie war soweit, Egar frei zu geben und ihm so zu ermöglichen, mit einer anderen Frau glücklich zu werden und ein Kind zu bekommen. Wie heißt es in der Bibel, "die Liebe übersteht alles". So auch bei diesem Paar. Ihre Liebe war stärker und überwand auch diese Krise, ließ sie in langsamen Schritten wieder zusammenfinden. Sie versuchten es erneut.
"Die unbezwingbare Julieta", schrieb jemand in ihren Blog.
Was ich da über die Möglichkeiten schwanger zu werden las, raubte mir den Atem. Wer damit nicht vertraut ist, der hat sicherlich genau wie ich nur eine ungenaue Vorstellung, was eine künstliche Befruchtung alles mit sich bringt. Die ganzen Spritzen, Eingriffe und Medikamente forderten bei Elodie ihren Tribut. Diese Kapitel 15 und 16 sollte man wirklich ganz genau lesen. Bei der Autorin ging es soweit, dass man um ihr Leben bangen musste, da diese Eingriffe doch nicht immer so harmlos sind, wie man die Paare glauben macht. Die Protagonistin lässt den Leser an ihrem Schmerz, ihrem Leid und Niedergeschlagenheit teilhaben, schreibt sehr offen, was sie alles durchmachen und erdulden musste, ihr Wunschkind zu bekommen. Alles umsonst. Monatelang dauerte danach ihre Genesung.
Es ist wirklich heftig zu lesen.
Am Ende blieb ihnen nur, sich mit der Kinderlosigkeit zu arrangieren. Das Leben ist nun mal kein Wunschkonzert. Auch dieser Weg zur Akzeptanz des Unabänderlichen beschreibt die Autorin mit emotionalen Worten.
Elodie und Egar sind nun glücklich miteinander, treffen sich auch wieder mit ihren Freunden und deren Kindern. Elodie sitzt mit den Kindern auf dem Boden und spielt mit ihnen deren Lieblingsspiele. Anschließend gehen sie und Egar zufrieden nach Hause. Sie haben sich mit ihrem Schicksal arrangiert und ausgesöhnt.
Dieses Buch ist kein Ratgeber. Trotzdem kann es anderen Paaren in gleicher Situation helfen, ihr Schicksal zu akzeptieren und ihren ganz eigenen Weg finden, damit umzugehen.