Als ich „Anderes kenne ich nicht“ von Elisa Levi las, war ich sofort in der Welt von Lea gefangen. Ihre Geschichte fühlte sich so nah an, als ob ich selbst in diesem kleinen, ...
Meine Meinung und Inhalt
Als ich „Anderes kenne ich nicht“ von Elisa Levi las, war ich sofort in der Welt von Lea gefangen. Ihre Geschichte fühlte sich so nah an, als ob ich selbst in diesem kleinen, abgelegenen Dorf leben würde – einem Ort, der zugleich fremd und vertraut wirkt. Es ist ein Dorf mit wenigen Straßen, einer Kirche und einem Wald, den sie nie betreten hat. Diese Szenerie hat etwas Magisches, aber auch Beklemmendes, und ich konnte mich sofort in diese Atmosphäre hineinversetzen.
Was ich an Lea, der Protagonistin besonders mochte, war ihre Begegnung mit dem Mann, der seinen Hund verloren hat. Während sie mit ihm spricht, erzählt sie ihm beiläufig, warum sie glaubt, dass die Welt „gestern untergegangen“ ist. Diese Szene hat für mich den Kern des Romans perfekt getroffen – sie bringt das Gefühl von Desillusionierung und das Suchen nach Bedeutung in einer Welt, die scheinbar immer gleich bleibt, auf den Punkt.
Für mich war dieses Buch eine Entdeckungsreise in die Welt einer jungen Frau, die in einer Realität lebt, die so sehr von meiner eigenen abweicht. „Anderes kenne ich nicht“ ist nicht nur ein Blick in das Leben einer Einzelnen, sondern auch ein Spiegel, der uns dazu anregt, unsere eigene Umgebung, unsere Beziehungen und unsere Wahrnehmung des Lebens zu hinterfragen. Es hat mich auf eine sehr ruhige, aber tiefgründige Weise zum Nachdenken gebracht. Ein Buch, das ich auf jeden Fall weiterempfehlen würde.
"I Was Born for This" von Alice Oseman hat mich auf eine Reise in die Welt der Musik, der Idole und vor allem der Selbstfindung mitgenommen. Im Mittelpunkt stehen Angel und Jimmy ...
Meine Meinung und Inhalt
"I Was Born for This" von Alice Oseman hat mich auf eine Reise in die Welt der Musik, der Idole und vor allem der Selbstfindung mitgenommen. Im Mittelpunkt stehen Angel und Jimmy – zwei sehr unterschiedliche, aber dennoch miteinander verbundene Charaktere. Angel ist eine leidenschaftliche Fangirl, die alles für ihre Lieblingsband gibt. Jimmy hingegen ist der Frontmann der Band, der hinter dem Rampenlicht mit Ängsten und Unsicherheiten kämpft. Ihre Geschichten verflechten sich auf eine Art und Weise, die mich von Anfang bis Ende fesselte.
Was mich an diesem Buch besonders berührt hat, ist die Art und Weise, wie Oseman die Faszination von Fandoms darstellt. Die intensiven, fast schon obsessiven Gefühle, die Angel für „The Ark“ hat, sind so realistisch beschrieben, dass ich mich als Leser selbst darin wiedererkennen konnte – sei es bei Musik, Serien oder auch Menschen, die einen besonderen Platz im eigenen Leben einnehmen. Aber das Buch geht noch weiter und zeigt auch die Kehrseite dieser Bewunderung.
Osemans Schreibstil ist warm und gleichzeitig präzise. Sie schafft es, die Gedanken und Gefühle ihrer Charaktere so authentisch darzustellen, dass ich mich immer wieder in ihre Situationen hineinversetzen konnte.
Der Roman ist nicht nur eine Geschichte über Musik und Ruhm, sondern auch eine über die Suche nach dem eigenen Platz in der Welt.
I Was Born for This hat mich nicht nur zum Lachen gebracht, sondern mir auch tiefe Einsichten in die Komplexität menschlicher Beziehungen und den Preis des Ruhms gegeben. Es ist ein Buch, das mich noch lange begleitet hat und das für jeden, der sich mit den Themen Fandom, Identität und dem Leben in der Öffentlichkeit auseinandersetzen möchte, eine spannende und ehrliche Lektüre ist.
Über die Autorin
Alice Oseman veröffentlichte den ersten Roman, als sie 19 war. Inzwischen sind drei weitere Jugendromane erschienen sowie die erfolgreiche Webcomicserie Heartstopper.
Alice starrt am liebsten stundenlang auf einen Computerbildschirm, stellt dabei die menschliche Existenz in Frage und tut alles Mögliche, um einen ordentlichen Bürojob zu vermeiden.
Wege zur inneren Kraft von Jürgen Hennig ist für mich weit mehr als nur ein Selbsthilfebuch. Es ist ein wirklich praktischer Leitfaden, der mir geholfen hat, einen klareren Blick ...
Meine Meinung und Inhalt
Wege zur inneren Kraft von Jürgen Hennig ist für mich weit mehr als nur ein Selbsthilfebuch. Es ist ein wirklich praktischer Leitfaden, der mir geholfen hat, einen klareren Blick auf mein eigenes Leben und meine inneren Ressourcen zu werfen. Hennig zeigt, wie wir durch die Stärkung unseres Charakters nicht nur unser Selbstbewusstsein aufbauen, sondern auch zu einem zufriedeneren Leben finden können – und das hat mich wirklich angesprochen.
Was mir besonders gefallen hat, ist, dass das Buch nicht mit leeren Floskeln daherkommt. Hennig bietet keine schnellen Lösungen, sondern fordert mich heraus, mich intensiv mit meinen eigenen Stärken, Schwächen und vor allem mit den Herausforderungen des Lebens auseinanderzusetzen. Besonders spannend fand ich die praxisorientierten Übungen und Reflexionen, die mir geholfen haben, tiefer in mich selbst zu schauen und meine Denk- und Handlungsweisen bewusster wahrzunehmen. Es ist ein Buch, das nicht nur liest, sondern auch aktiv begleitet, was mir sehr geholfen hat, dran zu bleiben.
Hennigs Schreibstil ist angenehm klar und direkt. Er nimmt sich die Zeit, grundlegende Konzepte zu erklären, aber verliert sich nicht in unnötigen Details.
Ein Aspekt, der mir besonders gefallen hat, ist die Betonung auf Eigenverantwortung. Hennig fordert mich nicht nur auf, meine Stärken zu entdecken, sondern vor allem, selbst die Verantwortung für mein Leben zu übernehmen – das hat für mich eine ganz neue Art der Motivation freigesetzt. Es geht nicht darum, anderen zu gefallen oder Erwartungen zu erfüllen, sondern darum, sich selbst treu zu bleiben und eigene Wege zu gehen.
Ein kleiner Kritikpunkt ist, dass ich an einigen Stellen das Gefühl hatte, dass sich bestimmte Themen wiederholen. Einige Ideen hätten für mich etwas präziser und weniger ausschweifend dargestellt werden können. Aber insgesamt habe ich das Buch als sehr bereichernd empfunden.
Für mich ist Wege zur inneren Kraft ein wertvoller Ratgeber, der mir nicht nur neue Perspektiven auf meine eigenen Stärken und Schwächen gegeben hat, sondern mich auch motiviert, aktiv an meiner persönlichen Entwicklung zu arbeiten. Wer nach konkreten Impulsen sucht, um mit mehr Klarheit und Zufriedenheit durchs Leben zu gehen, findet hier einen praktischen und nachdenklich stimmenden Begleiter.
Inhalt
Die Besinnung auf unsere Charakterstärken erdet uns in Zeiten, in denen man das Gefühl hat, den Boden unter den Füßen zu verlieren. Doch wie kann man den eigenen Charakter besser kennenlernen und festigen? Jürgen Hennig, ein führender Experte auf dem Gebiet der Persönlichkeitspsychologie, lädt in diesem Buch dazu ein, die individuellen Charakterstärken kennenzulernen und aufblühen zu lassen.
Anhand von 24 verschiedenen Eigenschaften aus den Bereichen: Weisheit & Wissen, Liebe & Menschlichkeit, Mäßigung, Gerechtigkeit, Spiritualität & Transzendenz und Mut.
Ein wegweisender Ratgeber, der dabei hilft, die eigene Persönlichkeit zu entfalten und seine Lebensziele langfristig zu verwirklichen.
Über den Autor
Prof. Dr. Dr. Jürgen Hennig befasst sich an der Justus-Liebig-Universität Gießen mit Persönlichkeitspsychologie und geht der Frage nach Ursachen für individuelle Unterschiede und Möglichkeiten der Persönlichkeitsentwicklung im Kontext der Positiven Psychologie nach. Außeruniversitär ist er als wissenschaftlicher Berater im Personalmanagement (Arbeitsklima, Arbeitszufriedenheit) gefragt.
In Rosa Schleim entführt die uruguayische Autorin Fernanda Trías die Leser:innen in eine namenlose Hafenstadt, die von einer mysteriösen Umweltkatastrophe heimgesucht wird. Ein ...
Meine Meinung und Inhalt
In Rosa Schleim entführt die uruguayische Autorin Fernanda Trías die Leser:innen in eine namenlose Hafenstadt, die von einer mysteriösen Umweltkatastrophe heimgesucht wird. Ein roter Wind trägt eine Krankheit vom Meer ins Landesinnere, was zu einem massiven Fischsterben und dem Zusammenbruch der städtischen Infrastruktur führt. Inmitten dieses Chaos begleitet man eine namenlose Ich-Erzählerin, die zwischen ihrer isolierten Mutter, ihrem erkrankten Ex-Mann und einem Kind, das nicht ihr eigenes ist, hin- und hergerissen ist. Dieses Kind leidet an einer seltenen Krankheit, die ständigen Hunger verursacht, was die ohnehin angespannte Situation weiter kompliziert.
Trías gelingt es meisterhaft, die düstere Atmosphäre einer Stadt im Niedergang mit poetischer Sprache zu vermitteln. Die Protagonistin reflektiert über ihre zerbrochenen Beziehungen und die bröckelnde Welt um sie herum, während sie versucht, in einer zunehmend feindlichen Umgebung zu überleben. Der Titel "Rosa Schleim" bezieht sich auf ein künstliches Nahrungsmittel, das in der Krise zur Hauptnahrungsquelle wird und symbolisiert die Dekadenz und den Verfall der Gesellschaft.
Obwohl der Roman vor der COVID--Pandemie geschrieben wurde, weist er bemerkenswerte Parallelen zu aktuellen globalen Krisen auf, insbesondere in Bezug auf Isolation, Angst und den Umgang mit unbekannten Bedrohungen. Trías' Fähigkeit, eine solch bedrückende Thematik mit lyrischer Eleganz zu behandeln, macht Rosa Schleim zu einem herausragenden Werk der zeitgenössischen Literatur.
Für Leser:innen, die sich für dystopische Szenarien und tiefgründige Charakterstudien interessieren, bietet dieser Roman eine fesselnde und nachdenklich stimmende Lektüre.
Über die Autorin
Fernanda Trías, geboren 1976 in Montevideo, lebte im Rahmen von Stipendien und Forschungsaufenthalten im Süden Frankreichs, in London, Berlin und Buenos Aires. An der New York University studierte sie Kreatives Schreiben. Für Rosa Schleim wurde sie 2021 mit dem Sor Juana Inés de la Cruz Preis ausgezeichnet. Derzeit lehrt sie Kreatives Schreiben an der Universidad de los Andes in Bogotá, Kolumbien.
In Luftpolster nimmt Lena-Marie Biertimpel die Leser:innen mit auf eine emotionale Reise durch die Gedankenwelt einer jungen Frau, die in einer psychiatrischen Klinik aufgenommen ...
Meine Meinung und Inhalt
In Luftpolster nimmt Lena-Marie Biertimpel die Leser:innen mit auf eine emotionale Reise durch die Gedankenwelt einer jungen Frau, die in einer psychiatrischen Klinik aufgenommen wird. In kurzen, eindringlichen Szenen schildert die Autorin den Alltag auf der Station, Begegnungen mit Mitpatient:innen und das Ringen mit der eigenen Vergangenheit.
Der Roman ist in einer schnörkellosen, direkten Sprache geschrieben, die die Intensität der Gefühle verstärkt. Die Hauptfigur reflektiert über ihre Kindheit, ihre Familie und frühere Beziehungen – immer auf der Suche nach Halt und Verständnis. Dabei gelingt es Biertimpel, psychische Erkrankungen nicht klischeehaft, sondern authentisch und vielschichtig darzustellen.
Besonders eindrucksvoll ist die Atmosphäre des Buches: Die Isolation, die Routinen der Klinik und die Gespräche mit anderen Patient:innen lassen den Leser tief in die innere Zerrissenheit der Protagonistin eintauchen. Luftpolster ist kein leichtes Buch, aber ein wichtiges, das zeigt, wie schwer und gleichzeitig hoffnungsvoll der Weg zur Heilung sein kann.
Ein berührender, poetischer Roman, der nachwirkt und zum Nachdenken anregt.
Über die Autorin
Lena-Marie Biertimpel, 1991 in Hamburg geboren, lebt in Wien und studiert Sprachkunst an der Universität für angewandte Kunst. Sie schreibt Theatertexte und Prosa, veröffentlichte in Literaturzeitschriften und Anthologien. »Luftpolster« ist ihr erster Roman, für den sie das Start-Stipendium des österreichischen Bundeskanzleramts erhielt.