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Veröffentlicht am 19.04.2025

Ein fesselndes Verwirrspiel

Ein ungezähmtes Tier
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MEINE MEINUNG
Mit seinem neuesten Roman „Ein ungezähmtes Tier“ hat der Franko-Schweizer Bestsellerautor Joël Dicker erneut einen hochkomplexen Spannungsroman verfasst, der mich mit seinem packenden Plot ...

MEINE MEINUNG
Mit seinem neuesten Roman „Ein ungezähmtes Tier“ hat der Franko-Schweizer Bestsellerautor Joël Dicker erneut einen hochkomplexen Spannungsroman verfasst, der mich mit seinem packenden Plot über Geheimnisse, Verrat und menschliche Begehrlichkeiten erneut sehr fesseln konnte.
Die in Genf angesiedelte Geschichte um einen spektakulären Juwelenraub verbindet gekonnte Elemente aus Thriller, Gesellschaftsroman und psychologischer Studie und enthüllt nach und nach die faszinierenden Abgründe hinter einer scheinbar perfekten Fassade.
Im Mittelpunkt des ereignisreichen Romans stehen das wohlhabende Ehepaar Sophie und Arpad Braun, das in einer luxuriösen Villa am Waldrand lebt, sowie die mit ihnen befreundeten, aber finanziell weniger privilegierten Nachbarn Karine und Greg, die in der von Anwohnern abfällig als „Warze“ bezeichneten Neubausiedlung leben. Parallel dazu erhalten wir in einem Countdown Einblicke in einen minutiös geplanten Juwelenraub und dessen raffinierte Ausführung.
Es entspinnt sich eine clever angelegte und hochdynamische Handlung, bei der ein ständiger Wechsel zwischen unterschiedlichen Erzählperspektiven und Zeitebenen erfolgt. In geschickt eingestreuten Rückblenden werden die vielschichtigen Vergangenheiten der Charaktere beleuchtet. Dicker versteht es hervorragend, die Spannung durch die parallele Erzählweise zwischen Vergangenheit und Gegenwart, den Countdown bis zum eigentlichen Raubüberfall sowie zahlreiche unvorhersehbare Plottwists stetig zu steigern. Es bereitet großes Vergnügen, die privaten Dramen und Verwicklungen zu verfolgen, mitzurätseln und allmählich den Verbindungen und wahren Hintergründen auf die Spur zu kommen. Immer wieder führen vermeintliche Spuren in die Irre, offensichtlich Verdächtiges entpuppt sich als falsche Fährte, sodass man bis zur überraschenden Auflösung dieser Geschichte voller Intrigen und Täuschungen weitgehend im Dunkeln tappt.
Hervorragend gelungen ist Dicker die Zeichnung seiner komplexen, ambivalenten Charaktere, deren vielschichtige Psyche und moralische Zwiespältigkeit für zahlreiche Überraschungen sorgen. Ob nun die attraktive Anwältin Sophie Braun mit ihrer makellosen Fassade und einigen dunklen Geheimissen, ihr allglatter Vorzeigeehemann Arpad mit seiner nicht ganz so rühmlichen Vergangenheit oder Sonderermittler Greg, der mit seiner Obsession für Sophie zunehmend in Schwierigkeiten bringt – sie alle überzeugen mit ihren Verletzlichkeiten, ihrer Vorgeschichte und überraschenden Handlungen. Allerdings wirken einige Charaktere durch bestimmte klischeehafte Züge stellenweise etwas zu stereotyp und überzeichnet.
Dicker versteht es, in seiner komplexen Geschichte sorgsam gehütete Geheimnisse, verdächtige Details und persönliche Verstrickungen zu enthüllen, und dabei zum Nachdenken über soziale Ungleichheiten, moralische Grenzen und die dunklen Seiten menschlicher Beziehungen anzuregen. Nach etlichen überraschenden Wendungen verknüpft er gekonnt die verschiedenen Handlungsstränge zu einer stimmigen Auflösung, die uns in erschreckende Abgründe der menschlichen Psyche blicken lässt.
ZUM HÖRBUCH
Torben Kessler erweist sich mit seiner angenehmen und einfühlsamen Stimme als Idealbesetzung für dieses ungekürzten Hörbuch. Er versteht es hervorragend, uns unmittelbar in die fesselnde Geschichte hineinzuziehen und an die unterschiedlichen Schauplätze zu entführen. Durch gezielte Variationen in Tempo und Lautstärke erzeugt er gekonnt Abwechslung, fängt die jeweiligen Stimmungen treffend ein und baut subtil Spannung auf. Die Vielzahl an Handlungssträngen erfordert zwar eine gewisse Konzentration und Aufmerksamkeit, um der komplexen und wendungsreichen Geschichte folgen zu können. Dennoch bietet dieses Hörbuch ein durchweg mitreißendes und lohnendes Hörerlebnis, das durch Kesslers Interpretation eine besondere Dynamik und Intensität gewinnt.
FAZIT
Ein vielschichtiger, raffiniert konstruierter Spannungsroman, der bis zur letzten Seite fesselt.
Die geschickte Verbindung von Thriller-Elementen, gesellschaftlicher Analyse und psychologischer Tiefe, gepaart mit überraschenden Wendungen und vielschichtigen Figuren, macht den Roman zu einem echten Pageturner. Ein Muss für alle Fans intelligenter Spannungsliteratur!

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Veröffentlicht am 18.04.2025

Ein irischer Thriller voller Spannung und psychologischer Tiefe

Der irische Fremde
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MEINE MEINUNG
Mit seinem neuesten Spannungsroman „Der irische Fremde“ ist dem deutschen Autor Matthias Moor einen spannungsgeladener und zugleich psychologisch tiefgründiger Thriller gelungen, der mich ...

MEINE MEINUNG
Mit seinem neuesten Spannungsroman „Der irische Fremde“ ist dem deutschen Autor Matthias Moor einen spannungsgeladener und zugleich psychologisch tiefgründiger Thriller gelungen, der mich von Beginn an mit seinem düsteren Einstieg und der unheilvollen Atmosphäre in den Bann gezogen hat. Vielschichtig und eindringlich setzt sich der Autor in seiner Geschichte mit Traumata, der Unzuverlässigkeit von Erinnerungen und der schmerzhaften Suche nach Wahrheit und Identität auseinander.
Im Mittelpunkt steht die junge Journalistin Mary Shean, deren Leben durch ein tragisches Kindheitserlebnis geprägt wurde, bei dem ihre Eltern durch einen Brand ums Leben kamen. Als sie 25 Jahre später zufällig einem Mann begegnet, den sie damals am Unglücksort gesehen zu haben glaubt, kommen ihr erstmals Zweifel an der offiziellen Version des schrecklichen Vorfalls. Längst verdrängte Erinnerungsfragmente drängen an die Oberfläche, lassen die Geschehnisse in einem ganz anderen Licht erscheinen und werfen die Frage auf, ob es sich wirklich um ein Unglück oder vielmehr einen kaltblütiger Mord gehandelt hat. Kurzentschlossen begibt sich Mary auf eine ungewisse Reise in die Vergangenheit zurück in ihre Kindheit nach Irland. Dabei ahnt sie nicht, in welches undurchschaubare Geflecht aus Lügen, Intrigen und verstörende Wahrheiten sie geraten wird - und in welche tödliche Bedrohung sie selbst begibt.
Mit seinem lebendigen Schreibstil und atmosphärisch dichten Beschreibungen gelingt es Moor hervorragend, die irischen Schauplätze in all ihren faszinierenden Facetten sowie die raue Schönheit der Natur der Grünen Insel eindrucksvoll einzufangen. Wir begleiten die Protagonistin auf ihrer ereignisreichen Spurensuche und tauchen an ihrer Seite in die leicht melancholische, düstere Handlung ein, die durch ihre intensive Atmosphäre rasch einen unwiderstehlichen Sog entfaltet.
Mit psychologischem Feingefühl hat der Autor seine facettenreiche, authentische Protagonistin Mary ausgearbeitet. Sie ist eine faszinierende, sehr komplexe Figur, deren Leben durch das traumatische Kindheitserlebnis nachhaltig geprägt ist. Noch immer ringt sie mit ihren inneren Dämonen, was sich in ihrer Zerrissenheit, Bindungsangst und Rastlosigkeit deutlich zeigt. Ihre distanzierte, selbstbezogene Art erschwert zunächst eine emotionale Verbindung zu ihr aufzubauen, doch ihre inneren Zweifel und ihr unbeirrbarer Drang, die Wahrheit über den Tod ihrer Eltern ans Licht zu bringen, machen sie zu einer interessanten und glaubwürdigen Hauptfigur, mit der man trotz aller Ecken und Kanten mitfühlt.
Durch geschickte Szenenwechseln und überraschenden Wendungen sorgt der Autor, für jede Menge Nervenkitzel und stetige Spannung. Gleichzeitig beleuchtet Moor moralische Aspekte, den Umgang mit Schuld und Verlust sowie die Graubereiche menschlichen Handelns und Fühlens. Besonders gelungen ist die spannende Verknüpfung von persönlichem Schicksal und politischem Hintergrund, die der Geschichte eine zusätzliche brisante Dimension verleiht Die komplexe Handlung gewinnt zum Ende hin immer mehr an Dynamik und gipfelt in einem fesselnden, hochdramatischen Showdown.
Insgesamt sind die Erklärungen für die damaligen Geschehnisse und deren Hintergründe überzeugend und schlüssig. Allerdings empfand ich das Verwirrspiel und das ständige Hin und Her rund um die Auflösung als etwas überzogen und unnötig in die Länge gezogen, was mein Lesevergnügen jedoch keineswegs geschmälert hat.
FAZIT
Ein atmosphärisch dichter und psychologisch vielschichtiger Thriller, der durch seine spannende Handlung, tollem irischen Setting und authentischen Figuren überzeugt. Ein packendes Leseerlebnis voller Nervenkitzel und emotionaler Intensität!

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Veröffentlicht am 24.03.2025

Inspirierendes Ayurveda-Kochbuch für Einsteiger

The Modern Taste of Ayurveda
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MEINE MEINUNG
In ihrem inspirierenden, kürzlich beim ZU-Verlag erschienenen Kochbuch „The Modern Taste of Ayurveda – Wohltuende Rezepte im Rhythmus der Tages- und Jahreszeiten“ präsentiert uns Kristina ...

MEINE MEINUNG
In ihrem inspirierenden, kürzlich beim ZU-Verlag erschienenen Kochbuch „The Modern Taste of Ayurveda – Wohltuende Rezepte im Rhythmus der Tages- und Jahreszeiten“ präsentiert uns Kristina Nowoczin - eine zertifizierte Ayurveda-Ernährungsberaterin und Gründerin von "Masala Love"- ihre eigene moderne Interpretation der ayurvedischen Ernährungsweise.
Sie lädt uns nicht nur ein diese einzigartige Kochkunst zu entdecken, sondern auch im bewussten, jahreszeitlichen Einklang mit der Natur zu leben und mehr Vitalität und Ausgeglichenheit in unseren Alltag zu bringen.
Basierend auf umfangreichem Wissen und vielfältigem Erfahrungsschatz vermittelt die Autorin in ihrem Buch eine gelungene Mischung aus theoretischem Hintergrundwissen inklusive der spirituellen und gesundheitlichen Grundlagen und praktischen Aspekten der modernen Ayurveda-Küche. Wichtig ist ihr vor allem die Einfachheit und Alltagstauglichkeit ihrer Gerichte, die unabhängig von der individuellen Dosha-Konstitution sind, und hierdurch auch für Einsteiger geeignet sind.
In dem kurzen, aber informativen Einleitungsteil AYURVEDA BASICS erhalten wir eine übersichtliche und anschauliche Einführung in die Grundprinzipien der ayurvedischen Lehre und Ernährung. Nowoczin gelingt es sehr gut, die komplexen ayurvedischen Konzepte und ihre Bedeutung für die Gesundheit verständlich darzustellen, so dass auch Neueinsteiger ohne große Vorkenntnisse einen guten Einstieg finden.
Danach schließt sich der eigentliche Hauptteil REZEPTE IM JAHRESVERLAUF an, der zunächst mit einer kurzen Zusammenstellung von Grundrezepten beginnt. Mit über 90 vegetarischen und veganen Gerichten findet sich eine beeindruckende Vielfalt an leckeren, alltagstauglichen Rezepten, die auf saisonale Zutaten abgestimmt sind und zeigen, dass gesunde ayurvedische Ernährung weder langweilig noch aufwendig sein muss.
Die abwechslungsreiche Rezeptsammlung folgt einem saisonalen Ansatz und ist in die vier Jahreszeiten gegliedert, die dann entsprechend der Tageszeiten in die Abschnitte Frühstück, Mittag, Abend sowie Sweets & Getränke unterteilt sind. Von Frühstücksideen wie kreative Porridge-Variationen über sättigende Suppen und Salate, leckere Gemüsegerichte zum Abend bis hin zu Snacks und süßen Gaumenfreuden - hier sollte eigentlich für jeden Geschmack etwas dabei sein. Ob nun beispielsweise das Orangen-Thymian-Elixier, der Happy Dal Klassiker, Ofen-Süß-Kartoffel mit Mango-Gurken-Salat oder Kürbis-Feigen-Quiche – es finden sich jede Menge köstlicher Gerichte (oftmals auch mit interessantem exotischen Touch), die sich ohne großen Aufwand zubereiten lassen und mich sehr überzeugt haben.
Die sehr übersichtliche Gliederung der Rezepte erleichtert den Zugang zur ayurvedischen Küche und die ansprechenden Gerichte machen Lust aufs Nachkochen – da fällt die Entscheidung, welches der köstlichen Rezepte man zuerst ausprobieren möchte, gar nicht so leicht. Zudem findet man saisonale Masala-Kompositionen, die speziell auf jede Jahreszeit abgestimmt sind und zu kreativen Küchenabenteuern inspirieren.
Die Rezepte sind so konzipiert, dass sie für alle Dosha-Typen geeignet sind, so dass eine individuelle Anpassung an spezifische gesundheitliche Bedürfnisse oder Dosha-Ungleichgewichte hier nicht thematisiert wird.
Das Buch richtet sich daher primär an Einsteiger ohne spezifische Ayurveda-Kenntnisse und weniger an fortgeschrittene Ayurveda-Köche, die tiefere Einblicke suchen.
Für alle Rezepte werden hauptsächlich frische, unverarbeitete Lebens- und Grundnahrungsmittel verwendet, die viel Prana (Lebensenergie) enthalten und somit das Wohlbefinden fördern. Einige eher ungewöhnliche Zutaten könnten allerdings etwas schwer erhältlich sein – hier wären alternative Vorschläge wünschenswert gewesen.
Zu jedem Rezept findet sich eine übersichtliche Zutatenliste (in der Regel für 2 Portionen), verständlich beschriebene Zubereitungsschritte und hilfreiche Tipps für Serviervorschläge. Abgerundet wird es durch ein ganzseitiges, sehr appetitanregendes Foto vom Gericht. Die Zubereitung der kulinarischen Köstlichkeiten ist in der Regel nicht allzu aufwändig, erfordert aber teilweise schon gewisse Kochkenntnisse, was für absolute Anfänger eine Herausforderung darstellen könnte..
Die gelungene Gestaltung des Buchs besticht durch ihre Übersichtlichkeit und optische Attraktivität. Besonders hervorzuheben ist das sehr ansprechende Food-Design. Die Autorin selbst hat die Bebilderung mit meist ganzseitigen, natürlich wirkenden und appetitanregenden Fotografien übernommen. Diese hochwertige visuelle Präsentation unterstreicht eindrucksvoll den Inhalt.
Am Ende des Buchs findet sich noch ein übersichtliches alphabetisches Sach- und Rezeptregister, das einem das Auffinden der Rezepte, aber auch der Zutaten und vieler im Text erwähnten Begriffe erleichtert.

FAZIT
Ein inspirierendes und informatives Kochbuch, das die ayurvedische Ernährung auf moderne und alltagstaugliche Weise interpretiert - mit verständlichen Erklärungen der ayurvedischer Prinzipien und köstlichen, abwechslungsreichen Rezeptideen, die sich an den Rhythmen der Tages- und Jahreszeiten orientieren!
Sehr empfehlenswert für alle, die sich für die alte Heilkunst Ayurveda sowie ganzheitliche Ernährung interessieren!

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Veröffentlicht am 24.03.2025

Ein inspirierender Ratgeber für die moderne Fermentationsküche

52 wilde Fermente
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MEINE MEINUNG
Das neue Sachbuch "52 wilde Fermente" von Alexis Goertz und Jonas Grube, erschienen im Kosmos Verlag, ist ein inspirierender und innovativer Ratgeber für alle, die sich für die faszinierende ...

MEINE MEINUNG
Das neue Sachbuch "52 wilde Fermente" von Alexis Goertz und Jonas Grube, erschienen im Kosmos Verlag, ist ein inspirierender und innovativer Ratgeber für alle, die sich für die faszinierende Welt der Fermentation begeistern und diese in den eigenen Alltag integrieren möchten.
Die Autoren, beide erfahrene Fermentations-Experten und Wildpflanzen-Enthusiasten, verbinden geschickt die jahrtausendealte Praxis der Fermentation mit aktuellen kulinarischen Trends und ökologischen Aspekten.
Das Buch gibt eine umfassende Einführung in die Historie und Kunst des Fermentierens, stellt wichtiges mikrobiologisches Wissen vor und präsentiert insgesamt 52 kreative Rezepte für selbstgemachte, fermentierte Lebensmittel.
Ob nun klassisches Fermentiertes, innovative Getränke oder ausgefallene Desserts – die vorgestellte Vielfalt der Rezepte sollte sowohl Neulinge als auch erfahrene Fermentationsenthusiasten ansprechen.
Gegliedert ist das Buch in einen ausführlichen, theoretischen Einführungsteil mit den beiden Abschnitten PHILOSOPIE und TECHNIKEN sowie in den Hauptteil JAHRESZEITEN mit den eigentlichen Rezepten.
Im einleitenden Teil werden zum einen die Bedeutung des Mikrobioms und ökologische Aspekte der Fermentation vermittelt und zum anderen werden natürlich auch die wesentlichen Grundlagen zu Haltbarmachung und Fermentation, dem notwendigen Basiszubehör und die Grundprinzipien der Hygieneregeln vorgestellt. Neben einigen hilfreichen Tipps zum Sammeln von Wildpflanzen erfahren wir jede Menge interessantes Hintergrundwissen zur weiten Welt der kultivierten Fermentation und den zugrundeliegenden biochemischen Prozessen bei Laktofermentation, Essigsäuregärung oder Hefestoffwechsel. Hierbei werden die methodischen Vorgehensweisen und die bedeutsame Rolle der jeweiligen Mikroorganismen sehr verständlich und anschaulich erläutert. Besonders hervorzuheben sind die anschaulichen Erläuterungen und interessante Kurz-Vorstellungen zu Kombucha, Sauerteig Kefir oder auch Wasserkefir und deren vielseitige Einsatzmöglichkeiten als Mikrobenkulturen.
So kann man sich gut gerüstet und bestens informiert ans Ernten und Experimentieren machen.

Im Hauptteil werden 52 abwechslungsreiche, nach Jahreszeiten geordnete Wochenrezepte vorgestellt. Jedes Rezept stellt jeweils eine Wildpflanze im Mittelpunkt. Die Bandbreite an originellen wie leckeren Verwertungsvorschlägen für die wilden Pflanzen vor unserer Haustüre reicht von klassischem Kimchi über fermentierten Giersch oder Holunderblütensirup bis hin zu ausgefallenen Kreationen wie Salicin-Tonikum aus Weidenzweigen oder Schlehenwein.
Da fällt es gar nicht so leicht, sich zu entscheiden, welche Fermentationsidee man als erstes ausprobieren möchte.
Durch die übersichtliche Anordnung und ansprechende Gestaltung der Rezepte findet man sich schnell zurecht. Zu jedem Rezept gibt es einen informativen Einleitungstext mit einem kurzen Pflanzenportrait und Hinweisen zur Ernte. Zudem finden sich detaillierte Angaben zu Zubehör, Zutaten und Zubereitungs- bzw. Gärzeiten. Besonders gelungen sind die verständlich beschriebenen Zubereitungsschritte. Die Zubereitung ist in der Regel nicht allzu aufwändig und lässt sich problemlos in den Alltag integrieren. Einige anspruchsvollere Projekte erfordern jedoch bei der praktischen Umsetzung mehr Vorwissen und Erfahrung.
Die klare, übersichtliche Gestaltung des Buchs ist sehr ansprechend und sorgt dafür, dass man es immer wieder gerne zur Hand nimmt und sich inspirieren lässt. Ein besonderes Highlight sind die hochwertigen, naturnahen Fotografien mit stimmungsvollen Aufnahmen der Wildpflanzen und fermentierten Kreationen. Sie illustrieren den Inhalt sehr anschaulich und passen hervorragend zum rundum gelungenen Konzept.
Abgerundet wird das Buch durch ein übersichtliches alphabetisches Register, das das Auffinden von Fachbegriffen und Rezepte erleichtert.
Zu bemängeln ist allerdings die recht oberflächliche Behandlung von Sicherheitsaspekten, insbesondere Hinweise auf die Unterscheidung zwischen risikoarmen und potenziell gefährlichen Fermentationsprozessen sollten ausführlicher ausgearbeitet werden. Zwar werden grundlegende Regeln zur Vermeidung krankheitserregender Keime angesprochen, jedoch bleiben spezifische Risiken bei Wildfermenten unerwähnt.
Die nur sehr schematischen Abbildungen der Wildpflanzen, die im Anhang als botanischer Überblick zu finden sind, sind nicht ausreichend. Einsteiger ohne botanische Vorkenntnisse sollten beim Sammeln sicherheitshalber Fachleute zu Rate ziehen, um Verwechslungen auszuschließen.

FAZIT
Ein gelungener, informativer Ratgeber, der einen guten Einstieg in Theorie und Praxis der der modernen Fermentationsküche und der Fermentation mit wilden Pflanzen bietet.
Mit einer überzeugenden Kombination aus fundiertem Wissen, hilfreichen praktischen Anleitungen und kreativen Fermentationsrezepten eignet er sich nicht nur für Neulinge, die ihre Ernährung um gesunde, probiotische Lebensmittel bereichern möchten, sondern auch für erfahrene Fermentierer, die nach neuen Inspirationen suchen.

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Veröffentlicht am 23.02.2025

Ein fesselnder Spannungsroman über Kunst und Obsession

Die blaue Stunde
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MEINE MEINUNG
"Die blaue Stunde" von der britischen Autorin Paula Hawkins ist ein fesselnder psychologischer Spannungsroman, der uns auf eine abgelegene schottische Gezeiteninsel entführt.
In ihrer sehr ...

MEINE MEINUNG
"Die blaue Stunde" von der britischen Autorin Paula Hawkins ist ein fesselnder psychologischer Spannungsroman, der uns auf eine abgelegene schottische Gezeiteninsel entführt.
In ihrer sehr atmosphärischen Geschichte erzählt sie über künstlerisches Vermächtnis, Vereinsamung und unheilvolle Geheimnisse und beleuchtet zudem gekonnt die Komplexität menschlicher Beziehungen sowie die labilen Grenzen zwischen Realität, Wahrnehmung und Obsession.
Hawkins' ansprechende Erzählweise und ihr Talent, komplexe Charaktere zu erschaffen, sorgen nicht nur für ein spannendes Leseerlebnis, sondern regen mit der gelungenen tiefgründigen Erforschung der Abgründe der menschlichen Psyche auch zum Nachdenken an.
Die Geschichte kreist um die verstorbene, enigmatische Künstlerin Vanessa Chapman, deren Werke nach ihrem Tod zu großem Ruhm gelangt sind. Im Mittelpunkt der Geschichte steht der promovierte Kunsthistoriker und Kurator der Fairburn-Stiftung James Becker, der die bemerkenswerte Kunstsammlung mit den Werken von Vanessa Chapman betreut. Chapman war nicht nur für ihr außergewöhnliches Talent und ihre glamouröse Persönlichkeit bekannt, sondern auch für ihr geheimnisumwobenes Leben auf der abgelegenen schottischen Gezeiteninsel Eris.
Als bei einer Ausstellung in einer von Chapmans berühmten Skulpturen ein mutmaßlich menschlicher Knochen entdeckt wird, gilt es einen möglichen Skandal abzuwenden. Dieser Fund droht nicht nur Chapmans Vermächtnis zu beschädigen, sondern könnte auch die Reputation der Stiftung in Misskredit bringen und sogar Beckers Karriere beenden. Um den Hintergründen auf die Spur zu kommen und Licht ins Dunkel zu bringen, reist Becker kurzentschlossen nach Eris Island, wo Chapmans ehemalige Freundin und Pflegerin Grace Haswell noch lebt und eine Hüterin der letzten Geheimnisse der Künstlerin zu sein scheint. Noch ahnt Becker nicht, auf welche heikle Spurensuche er sich begeben hat und welche fatale Ereigniskaskade er in Gang gesetzt hat.
Gekonnt erschafft Hawkins eine dichte, geheimnisvolle Atmosphäre und lässt uns immer tiefer in eine unheilvolle Welt voller Geheimnisse und dunkler Wahrheiten eintauchen.
Geschickt hat sie die komplexe Handlung auf verschiedenen Zeitebenen angelegt und sorgt dafür, dass wir immer tiefer in den Sog der Ereignisse hineingezogen werden. Hawkins versteht es, Vergangenheit und Gegenwart kunstvoll miteinander zu verweben und erzählt die vielschichtige Geschichte rund um Vanessa Chapman aus wechselnden Perspektiven. Dies ermöglicht es uns, nicht nur die Geschehnisse aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten, sondern auch immer tiefer in Vanessas Kunst und ihr Lebensumfeld einzutauchen. Nach und nach enthüllen wir die dunklen Geheimnisse um ihre Person und ergründen ein komplexes Geflecht aus Intrigen und Emotionen, das die Geschichte zunehmend in eine düstere Stimmung taucht.
Hawkins' besondere Stärke sind ihre vielschichtigen, tiefgründigen Charaktere. Insbesondere die pensionierte Ärztin Grace Haswell ist sehr faszinierend gezeichnet. Sie entwickelt sich im Laufe des Romans von einer einsamen, bemitleidenswerten Figur zu einer Frau mit überraschenden Facetten. Langsam wird ihre komplexe Persönlichkeit enthüllt, die neben großem Mitgefühl auch erschreckend dunkle Seiten ihrer Seele erkennen lässt. Vanessa Chapman, wir nur durch rückblickende Erinnerungen und Tagebucheinträge kennen lernen, ist eine facettenreiche Figur, deren schillernde Persönlichkeit in ihrem künstlerischen Schaffen, ihren Affären und eigenen Geheimnissen spürbar wird. Ebenfalls ein interessanter Charakter ist James Becker, der zunächst ein glühender Verehrer der Künstlerin im Laufe seiner Nachforschungen zunehmend seine Bewunderung verliert und ihrer geheimnisvollen Persönlichkeit schließlich ernüchtert gegenübersteht.

In ihrem Roman erforscht die Autorin Obsession in ihren vielfältigen Formen und hinterfragt die Natur der Kunst, den Preis des Ruhms und die Grenzen, die Menschen zum Schutz ihres Vermächtnisses zu überschreiten bereit sind.
Hervorragend gelungen sind die lebendigen, eindrucksvollen Beschreibungen von Vanessas Kunstwerken, so dass man sich wünscht, diese fiktiven Stücke mit eigenen Augen zu sehen. Die Autorin fängt die Essenz kreativer Leidenschaft sehr anschaulich ein und lässt uns sehr unmittelbar an der Begeisterung, Frustration und Besessenheit als künstlerischer Antriebsfeder teilhaben.
Hawkins schafft es, uns im lange Zeit Ungewissen zu lassen, bis man schließlich ahnt, worauf alles hinausläuft. Durch einige unvorhersehbare Wendungen bleibt der Spannungsbogen bis zum packenden Finale hoch.
Trotz gelegentlicher Längen im Mittelteil und einiger etwas blasser Nebenfiguren ist der Roman ein beeindruckendes und fesselndes Werk, das zum Nachdenken anregt.
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